Ärztliche Untersuchungen der Leihmutter

durch (psychologin), (embryologin), (embriologin) Und (babygest staff).
Aktualisiert am 22/10/2019

Im Rahmen der Leihmutterschaft muss die Leihmutter neben einer Reihe von medizinischen und genetischen Tests für Schwangere auch eine psychologische Beurteilung meistern. Nach einem positiven Schwangerschaftstest sollte sie einen strengen medizinischen Check-up-Plan einhalten.

Ziel ist es, sowohl gesundheitliche Probleme als auch fötale und postnatale Probleme beim zukünftigen Baby zu vermeiden. Die Wunscheltern sind diejenigen, die alle medizinischen Kosten in der Schwangerschaft übernehmen.

Im Anschluss finden Sie ein Inhaltsverzeichnis mit allen Punkten, die wir in diesem Artikel behandeln.

Vor der Schwangerschaft

Man sollte die Beweggründe einer Frau wissen, warum sie sich als Leihmutter zur Verfügung stellt. Bei der Auswahl einer Leihmutter werden wichtige Aspekte ihres Gesundheitszustandes betrachtet:

  • Lebensstil
  • Gynäkologische Anamnese
  • Familienanamnese
  • Mentales und emotionales Gleichgewicht

Damit die Schwangerschaft weder für die Leihmutter noch für das zukünftige Baby ein Risiko darstellt, ist es unter anderem erforderlich, dass sie zum Zeitpunkt des Embryotransfers kerngesund ist.

Zu diesem Zweck wird in der Regel eine gründliche körperliche und psychologische Untersuchung durchgeführt, um schwere Krankheiten oder damit verbundene Probleme, die die Schwangerschaft beeinträchtigen könnten, auszuschließen.

Bei der Leihmutterschaft werden bei der In-vitro-Fertilisation (IVF) nicht die Eizellen der Leihmutter, sondern die der Wunschmutter oder einer Eizellspenderin verwendet. Erst nach 13-14 Tage nach Beginn der Progesteronbehandlung können die ersten medizinischen Tests durchgeführt werden.

Diese sollten nicht zu früh durchgeführt werden, da die embryonale Aktivität vor diesem Zeitpunkt immer noch nicht genügend hCG-Hormon produziert, um die Schwangerschaft zu bestätigen und somit zu einem Falsch negativ führen könnten

Der im Labor durchgeführte hCG-Bluttest ist zuverlässiger als der Urintest, da er kleinere Konzentrationen ab 10 mUI/ml nachweisen kann. Der erste Ultraschall wird in der Regel am Ende des ersten Trimesters, in der 12. Woche, durchgeführt.

Während der Schwangerschaft

Sobald bekannt ist, dass der Transfer positiv war und eine Schwangerschaft vorliegt, kontrolliert der Gynäkologe bei der Erstuntersuchung Gewicht, Herz und Blutdruck. Darüber hinaus werden eine gynäkologische Untersuchung und ein Ultraschall durchgeführt, um das Aussehen und die Herzfrequenz des Embryos zu bestimmen. Dies geschieht in der Regel zwischen der zweiten und dritten Woche nach dem Transfer.

Bei diesem Termin werden in der Regel Ratschläge für den weiteren Schwangerschaftsverlauf erteilt: Ernährung, Übungen, Hygiene, sexuelle Beziehungen, etc.

Von diesem Moment an folgt der medizinische Check-up der Leihmutter mit wichtigen medizinischen Tests einem monatlichen Rythmus, um jegliche Anomalie rechtzeitig zu erkennen. Ein Ultraschall wird normalerweise für jedes Schwangerschaftstrimester durchgeführt- in der 12. 20. und 36. Woche.

Der zweite Termin findet in der Regel zu Beginn des zweiten Trimesters zwischen der 11. und 13. Schwangerschaftswoche statt. Mittels Ultraschall wird die Größe des Babys beurteilt, die Nackenfalte gemessen und mögliche Fehlbildungen ausgeschlossen. Es wird ebenso häufig ein pränataler Bluttest durchgeführt.

Zwischen der 16. und 17. Woche werden bei jedem Termin folgende Standarduntersuchungen durchgeführt:

  • Untersuchungen von Schwellung von Händen und Füßen
  • Messung von Bauchumfang
  • Gewichtskontrolle
  • Blutdruck
  • Herzschlag des Babys
  • Ultraschall
  • Abtasten des Bauches zur Bestimmung der fötalen Position und Bewegung des Fötus

Im fünften Monat wird das Baby gemessen und seine Organe und Gliedmaßen werden genau untersucht, um mögliche Fehlbildungen auszuschließen.

Im sechsten Monat wird der zweite Routinetest durchgeführt, der einen Glukosetoleranztest zum Ausschluss von Schwangerschaftsdiabetes beinhaltet.

Invasive und nicht-invasive Gentests

In den ersten Wochen können eine Reihe von Gentests durchgeführt werden, die es ermöglichen, Missbildungen und Anomalien zu erkennen. Diese Tests sind invasiv oder nicht-invasiv, je nachdem, ob in den Körper eingedringt werden muss oder nicht.

Die Amniozentese (Fruchtwasseruntersuchung) und Chorionbiopsie (auch Mutterkuchenpunktion genannt) können Chromosomenanomalien und Geburtsfehler diagnostizieren. Dadurch kann festgestellt werden, ob das Kind an Down-Syndrom leidet.

  • Fruchtwasseruntersuchung - Entfernung einer Fruchtwasserprobe zur Analyse zwischen der 16. und 20. Woche
  • Chorionbiopsie: Entfernung eines Chorionstücks (Plazenta oder Mutterkuchen genannt). Diese Untersuchung findet zwischen der 10. und 12. Woche statt.

Im Gegensatz dazu ist der Triple-Test eine Kombination von nicht-invasiven Tests, die im ersten Trimester durchgeführt werden können. Es basiert auf der biochemischen Analyse von Hormonen, die im Blut der Schwangeren vorhanden sind. Damit wird das Risiko von Fehlbildungen oder bestimmten genetischen Anomalien bewertet, unter denen das Down-Syndrom gehört. Es handelt sich nicht um eine Diagnose, sondern damit wird ein niedriges, mittleres oder hohes Risiko bestimmt.

Nicht-invasive pränatale Gentests können bereits in der 10. Schwangerschaftswoche durchgeführt werden. Sie basieren auf der biochemischen Analyse von Hormonen, die im Blut der Leihmutter vorhanden sind.

Tests bei Zwillingsschwangerschaften

Die IVF erhöht das Risiko einer Mehrlingsschwangerschaft, wenn zur Verbesserung der Erfolgsaussichten mehr als ein Embryo in die Gebärmutter übertragen wird. Auch wenn viele Wunscheltern damit kein Problem haben, sind aus medizinischer Sicht Zwillingsschwangerschaften anfällig für Komplikationen.

Sowohl die Fruchtwasseruntersuchung als auch die Chorionbiopsie sind invasive Tests, die bei Mehrlingen noch riskanter sind. Von jedem Baby wird eine Probe entnommen; dabei muss sichergestellt werden, dass die Proben nicht vertauscht werden. Bei Drillingen oder mehr Babys ist sowas nicht immer möglich.

Darüber hinaus erhöht sich das mit diesen Tests verbundene Risiko bei einer Mehrlingsschwangerschaft. Die Fehlgeburtenrate steigt nach der Amniozentese auf das fünffache und nach der Chorionbiopsie auf das vierfache an.

Mit dem Verfahren der Präimplantationsdiagnostik (PID) ist es möglich, eine oder mehrere Zellen aus den Embryonen zu extrahieren, um deren genetisches Material zu analysieren. Auf diese Weise können chromosomale Veränderungen ausgeschlossen und die Chancen auf den Transfer eines geeigneten Embryos erhöht werden. Aus diesem Grund ist es zunehmend ratsam, einen einzelnen Embryo zu übertragen, um eine Zwillingsschwangerschaft zu vermeiden ohne dabei die Erfolgsaussichten zu verringern.

Die letzte Etappe der Schwangerschaft

Wenn bisher alles in Ordnung ist und die Schwangerschaft reibungslos verläuft, findet der nächste Besuch zwischen der 35. und 38. Schwangerschaftswoche statt. Hier wird eine Vaginal- und Rektalkultur durchgeführt, um Streptokokken auszuschließen, die eine Infektion beim Baby verursachen können. Im Falle eines positiven Ergebnisses wird der Leihmutter ein Antibiotikum verschrieben.

Bei einer tiefliegenden Plazenta wird ein Ultraschall durchgeführt, um zu sicherzustellen, dass der Gebärmutterhals nicht blockiert wird. Die Position des Babys wird nochmal kontrolliert.

Die Geburt erfolgt in der Regel nach der 40. Schwangerschaftswoche; es git jedoch einige Schwangerschaften die länger dauern. In diesen Fällen werden der Herzschlag des Babys und die Kontraktionen in der 40. und 41. Schwangerschaftswoche untersucht. Die Bewegungen und der Muskeltonus des Babys sowie die Menge an Fruchtwasser werden ab und zu kontrolliert.

In der 42. Woche wird die Geburt eingeleitet, wenn sie nicht von selbst ausgelöst worden ist.

Im dritten Trimester ist das Gewicht des Fötus bereits eine größere Belastung. Der Körper sowie der Schwerpunkt ändern sich. Die Leihmutter kann jedoch bis zum letzten Monat eine minimale körperliche Aktivität aufrechterhalten.

Übungen zur Körperhaltung und Atemübungen ermöglicht es ihr, ihren Körper auf die Wehen und die Erholung nach der Geburt vorzubereiten. Tägliches Gehen sowie auf Schwangere abgestimmte Yoga-Übungen helfen der Leihmutter dabei, sich besser zu fühlen.

Fragen die Nutzer stellten

Kann eine Frau mit HIV Leihmutter werden?

durch Andrea Rodrigo (embryologin).

Im Prozess der Leihmutterschaft wird eine Frau mit HIV aussortiert, weil sie keine optimalen Gesundheitsbedingungen hat. Eine HIV-positive Frau kann während der Schwangerschaft jederzeit HIV auf ihr Baby übertragen, mit erhöhtem Risiko bei der Geburt.

Wenn eine Frau sich entscheidet, trotz HIV schwanger zu werden, erhält sie während der Geburt Medikamente, um das Risiko einer Mutter-Kind-Übertragung zu verringern, und eine Kaiserschnittgeburt wird bevorzugt.

Welche psychologischen Tests sollten an der Leihmutter durchgeführt werden, um sicherzustellen, dass sie darauf vorbereitet ist?

durch Dr. Amalia Bayonas (psychologin).

Zunächst einmal sollte jede psychologische Krankheit ausgeschlossen werden. Es gibt sehr zuverlässige Methoden, um den Zustand der emotionalen Gesundheit zu bestimmen. Darüber hinaus sollte ein ausführliches Gespräch geführt werden, um die Motivation, Reife und Urteilsfähigkeit der Leihmutter zu bestimmen.

Werden am Ende der Schwangerschaft spezielle Tests an der Leihmutter durchgeführt?

durch Andrea Rodrigo (embryologin).

In der 33. oder 34. Woche werden die letzten Bluttests durchgeführt, um den Gehalt an Hämoglobin, roten Blutkörperchen und Eisen zu messen. Die Blutgerinnung wird kontrolliert und es wird wiederholt überprüft, ob Hepatitis B und C, Toxoplasmose, HIV und sexuell übertragbare Krankheiten bestehen.

Die Vaginalkultur zwischen der 35. und 38. Schwangerschaftswoche ermöglicht den Nachweis von Streptokokken. Ist der Test positiv, erhält die Leihmutter Antibiotika.

Wenn der Entbindungstermin näher rückt, wird eine regelmäßige fetale Überwachung durchgeführt, um den Herzschlag des Babys zu erfassen und die Wehen der schwangeren Frau zu bestimmen.

Welche Auswirkungen hat es auf das Baby, wenn die Leihmutter an einer Toxoplasmose leidet?

durch Andrea Rodrigo (embryologin).

Toxoplasmose ist eine leichte parasitäre Infektion bei gesunden Erwachsenen, aber während der Schwangerschaft kann der Parasit die Plazenta oder den Fötus infizieren. Ein Baby, das mit angeborener Toxoplasmose geboren wurde, kann strukturelle und neurologische Probleme haben. In den schwersten Fällen kann es tot geboren werden.

Ist es notwendig, dass die Leihmutter alle Gentests durchführt?

durch Andrea Rodrigo (embryologin).

Während der IVF wird die PID (Präimplantationsdiagnostik) empfohlen, um Embryonen mit chromosomalen Veränderungen auszusortieren.

Invasive Tests wie Amniozentese und Chorionbiopsie ermöglichen während der Schwangerschaft eine zuverlässige Diagnose, sind aber immer mit einem kleinen Risiko verbunden. Daher sind Gentests bei schwangeren Frauen mit geringem Risiko nicht zwingend vorgeschrieben.

Die Auswahlkriterien der Leihmutter(Alter, Gesundheitszustand, Gewohnheiten, bisherige Schwangerschaftserfahrung....) dienen dazu, die größtmögliche Anzahl von Risikofaktoren auszuschließen.

Der Gynäkologe bestimmt, welche Untersuchungen jeweils notwendig sind.

Welche allgemeinen Voraussetzungen muss eine Frau erfüllen, um eine Leihmutter zu werden?

durch Cristina Mestre (embriologin).

Die Anforderungen hängen von den einzelnen Ländern ab. So muss sich beispielsweise im Falle der USA die Frau, die an diesem Prozess teilnehmen will, einer medizinischen und psychologischen Untersuchung unterziehen.

In der Regel sind es Frauen, die bereits eine Familie gegründet haben, eigene Kinder haben und anderen Menschen helfen wollen. Außerdem müssen sie ein Gespräch mit den zukünftigen Eltern führen, um sie kennenzulernen.

Denn in den USA wählt die Leihmutter das Paar, dessen Kind sie austragen will, und die zukünftigen Eltern oder Wunscheltern wählen die Leihmutter. Wir müssen bedenken, dass es sich um eine Vereinbarung zwischen zwei Parteien handelt.

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Literaturverzeichnis

Autoren und Mitwirkende

Dr. Amalia Bayonas
Dr. Amalia Bayonas
Psychologin
Abschluss in Psychologie an der University of Miami, Florida, mit mehr als 20 Jahren Erfahrung in der Behandlung psychologischer Aspekte, die sich auf Patienten mit assistierter Reproduktion beziehen und diese betreffen. Durchführung von Workshops und Vorträgen mit Patienten und Fachleuten, Forschungsarbeiten und Präventionskampagnen sowie emotionales Wohlbefinden. Verantwortlich für das psychologische Kabinett des FIV Valencia. Mehr über Dr. Amalia Bayonas
Zulassungsnummer: PV 3734
 Andrea Rodrigo
Andrea Rodrigo
Embryologin
Abschluss in Biotechnologie von der Polytechnischen Universität Valencia (UPV) mit Master-Abschluss in Biotechnologie der assistierten menschlichen Reproduktion, unterrichtet von der Universität Valencia in Zusammenarbeit mit dem Valencianischen Institut für Unfruchtbarkeit (IVI). Postgraduierte Expertin für medizinische Genetik. Mehr über Andrea Rodrigo
 Cristina Mestre
Cristina Mestre
Embriologin
Abschluss in Biowissenschaften, Genetik und menschlicher Reproduktion an der Universität Valencia (UV). Master-Abschluss in Biotechnologie der menschlichen Reproduktion begleitet durch die UV am Valencianischen Institut für Unfruchtbarkeit (IVI). Embryologe am IVI Barcelona. Mehr über Cristina Mestre
Auf deutsch angepasst von:
 Romina P.
Romina P.
Babygest Staff
Chefredakteurin und Übersetzerin für die englische und deutsche Ausgabe von Babygest. Mehr über Romina P.

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