Antiphospholipid-Syndrom: Ursachen, Symptome & Diagnostik

durch (embryologin), (embryologin) Und (babygest staff).
Aktualisiert am 03/02/2021

Das Antiphospholipid-Syndrom (APS) ist eine Autoimmunerkrankung, die die Blutgerinnung beeinträchtigt. Dies kann zu Komplikationen während der Schwangerschaft, aber auch zu gesundheitlichen Komplikationen bei jedem Menschen führen. D

ie Ursache von APS ist die Produktion von Antikörpern (Antiphospholipid-Antikörper, aFL), die gegen die Phospholipide in den Blutzellmembranen wirken und einen Zustand der Hyperkoagulation verursachen.

Diese Hyperkoagulation kann zu einer Thrombose oder zur Bildung von Gerinnseln in Venen und/oder Arterien führen. Es ist jedoch nicht das einzige charakteristische Symptom das bei APS erscheint.

Was ist das Antiphospholipid-Syndrom?

Das Antiphospholipid-Syndrom (APS), auch bekannt als Hughes-Syndrom, ist eine Erkrankung des Immunsystems welches gekennzeichnet ist durch vorhandene Hyperkkoagulabilität, das heißt eine erhöhte Gerinnbarkeit des Blutes. Dieses Syndrom wird durch die Bildung von Antikörpern in falscher Weise verursacht, was die Wahrscheinlichkeit der Blutgerinnung erhöht.

Das Antiphospholipid-Syndrom kann in jedem Alter auftreten und hat eine geringe Inzidenz in der Allgemeinbevölkerung. Die Häufigkeit liegt bei 40 Fällen pro 100.000 Einwohner, wobei die meisten dieser Fälle Frauen betreffen.

Arten

Phospholipide sind für die richtige Funktion des Blutsystems und der Gerinnungsmechanismen notwendig. Sobald Antikörper diese Phospholipide angreifen, wird die Funktion der Blutgerinnung verändert. Es gibt hauptsächlich zwei Arten von APS:

Primäre APS
tritt isoliert auf, d. h. in Abwesenheit von anderen Immunpathologien. Im Laufe der Zeit entwickeln die meisten Patienten mit primärer APS jedoch einen Lupus. Ein Risikofaktor für diese Art des Syndroms ist der genetische Marker HLA-DR7.
Sekundäre APS
wenn das Syndrom mit anderen Pathologien wie Lupus oder anderen Immunstörungen verbunden ist Die genetischen Marker HLA-B8, HLA-DR2 und HLA-DR3 sind einige der Risikofaktoren für die Entwicklung einer sekundären APS.

In jedem Fall handelt es sich bei der APS um eine Multisystemerkrankung, d.h. sie betrifft mehrere Teile und Organe des Körpers und verursacht sogar weit verbreitete Thrombosen. In diesen Fällen spricht man von einem katastrophischen Anti-Phospholipid-Syndrom, das für den Patienten wirklich lebensgefährlich ist.

Symptome

Eines der wichtigsten Anzeichen für eine APS ist eine Thrombose in den Arterien oder Venen des Körpers. Es ist jedoch nicht das einzige Symptom, das mit dieser Krankheit verbunden ist.

Im Folgenden sind einige weitere klinische Manifestationen des Anti-Phospholipid-Syndroms aufgeführt:

Symptome, die das neurologische System betreffen, sind ebenfalls häufig. Dies ist der Fall bei chronischen Kopfschmerzen, Migräne und Krampfanfällen. Darüber hinaus wäre es ratsam, bei unerklärlichem Nasen- oder Zahnfleischbluten und/oder starker Menstruation einen Arzt aufzusuchen.

Ursachen für APS

Die spezifische Ursache des Anti-Phospholipid-Syndroms ist nicht genau bekannt. Es handelt sich um eine Krankheit, bei der fälschlicherweise Antikörper produziert werden. Dies kann die Folge anderer Autoimmunerkrankungen, einer Infektion oder bestimmter Medikamente sein.

Es sind jedoch einige Faktoren beschrieben worden, die das Risiko für APS erhöhen:

  • Geschlecht, da Frauen häufiger an APS erkranken als Männer.
  • Erkrankungen des Immunsystems wie z. B. Lupus oder Sjogren-Syndrom.
  • Infektionen wie Syphilis oder HIV.
  • Familiäre Vorgeschichte.

Es ist zu beachten, dass Antiphospholipid-Antikörper bei Patienten mit dem Syndrom über lange Zeiträume im Blut verbleiben können, auch wenn es nur gelegentlich zu Thromboseepisoden kommt.

Diagnose und Behandlung

Der erste diagnostische Test für das Anti-Phospholipid-Syndrom besteht aus einer Blutuntersuchung, bei der festgestellt wird, ob eine Gerinnungsstörung vorliegt. Darüber hinaus zeigt dieser Test auch vorhandene Antiphospholipid-Antikörpern an. Wenn diese Antikörper nachgewiesen werden, muss der Test zur Bestätigung nach 12 Wochen wiederholt werden.

Außerdem besteht die erste Phase der Behandlung dieser Krankheit in der Verabreichung von gerinnungshemmenden Mitteln, um diese Blutgerinnsel aufzulösen. Normalerweise ist das am häufigsten verwendete Gerinnungshemmer Heparin. Eine weitere Möglichkeit ist die Verwendung von Vitamin-K-Hemmern, wie z. B. Warfarin, da diese Medikamente die Aktivierung von Gerinnungsfaktoren blockieren.

Allerdings wird Warfarin bei schwangeren Patientinnen nicht empfohlen, da dieses Medikament die Plazenta passieren kann und für den Fötus schädlich ist. Es ist äußerst wichtig, dass APS-Patienten ein engmaschiges, multidisziplinäres medizinisches Management erhalten.

Darüber hinaus ist es notwendig, dass APS-Patientinnen die Details der Krankheit sowie die möglichen Risiken, die mit ihr verbunden sind, kennen.

Antiphospholipid-Syndrom während der Schwangerschaft

Derzeit sind die Behandlungen für APS in der Regel wirksam und die überwiegende Mehrheit der Frauen mit dieser Krankheit erreichen eine Schwangerschaft.

Obwohl es sich nicht um eine ansteckende oder tödliche Krankheit handelt, kann sie während der Schwangerschaft wegen ihrer Wirkung auf die fötale Entwicklung besonders ernst sein. Zu den häufigsten Komplikationen der APS in der Schwangerschaft gehören die folgenden:

  • Arterielle oder venöse Thrombose, insbesondere in der Plazenta.
  • Verringertes mütterliches Thrombozytenvolumen.
  • Durchblutungsstörungen der Plazenta.
  • Habitueller Abort.
  • Verzögertes Wachstum des Fötus.
  • Frühgeburten.
  • Fetaler Tod.
  • Mütterlicher Bluthochdruck (schwere Präeklampsie).

Wie bereits erwähnt wurde stören Antiphospholipid-Antikörper die Blutgerinnung, was zum Auftreten von Thromben oder intravaskulären Gerinnseln führt. Wenn dies während der Schwangerschaft auftritt, wären die Gebärmutterarterien, die die Plazenta "ernähren", betroffen und als Folge würde der Fötus unzureichend mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt werden, was zur Folge hätte, dass die bereits erwähnten Probleme auftauchen.

Betroffene Frauen mit Kinderwunsch haben in solchen Fällen nur die einzige Möglichkeit mithilfe einer Leihmutterschaft Mutter zu werden, da es sich um eine der Situationen handelt, in denen eine Schwangerschaft völlig kontraindiziert ist, da sie sonst eine ernste Gefahr für ihr Leben darstellen würde.

Fragen die Nutzer stellten

Ist das Antiphospholipid-Syndrom erblich bedingt?

durch Marta Barranquero Gómez (embryologin).

Die meisten Patienten mit diesem Syndrom haben es spontan entwickelt, d.h. ohne eine familiäre Vorgeschichte des Syndroms. Es stimmt jedoch, dass eine zunehmende Anzahl von Studien auf einen genetischen Zusammenhang hinweist.

Das bedeutet, dass eine größere Wahrscheinlichkeit besteht, an APS zu erkranken, wenn die Eltern an der Krankheit leiden.

Ist das Antiphospholipid-Syndrom ansteckend?

durch Marta Barranquero Gómez (embryologin).

Die Antwort ist nein. Das Antiphospholipid-Syndrom ist eine Immunkrankheit, die durch das Vorhandensein von Antikörpern verursacht wird, die sich gegen Phospholipide richten, die zur Regulierung des Gerinnungsprozesses notwendig sind. Aus diesem Grund ist diese Pathologie durch eine Situation der Hyperkoagulation gekennzeichnet.

Welche Tests werden für die Diagnose von APS im Labor gemacht?

durch Marta Barranquero Gómez (embryologin).

Der wichtigste Test für die Diagnose von APS ist ein Bluttest. Die im Labor zu untersuchenden Parameter sind Anticardiolipine, Lupus-Antikoagulans und Anti-beta2-Glykoprotein-1.

Im Falle eines positiven Ergebnisses in einem dieser drei Tests ist es notwendig, die Tests nach etwa 3 Monaten ein zweites Mal zu wiederholen.

Was sind Antiphospholipid-Antikörper?

durch Marta Barranquero Gómez (embryologin).

Antiphospholipid-Antikörper sind Antikörper, die Phospholipide, Proteine in der Membran von Blutzellen, angreifen. Wenn die Antikörper die Phospholipide angreifen, kommt es zu einer Hyperkoagulationssituation, d.h. zu einem Übermaß an Blutgerinnung.

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Wie bereits erwähnt, kann eine Schwangerschaft bei einigen Frauen mit dem Syndrom kontraindiziert sein. In diesen Fällen wäre eine Leihmutterschaft notwendig um Mutter zu werden. Hier können Sie sich im Detail zum gesamten Prozess informieren: Wie funktioniert eine Leihmutterschaft - Tipps und notwendige Schritte.

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Literaturverzeichnis

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Autoren und Mitwirkende

 Andrea Rodrigo
Andrea Rodrigo
Embryologin
Abschluss in Biotechnologie von der Polytechnischen Universität Valencia (UPV) mit Master-Abschluss in Biotechnologie der assistierten menschlichen Reproduktion, unterrichtet von der Universität Valencia in Zusammenarbeit mit dem Valencianischen Institut für Unfruchtbarkeit (IVI). Postgraduierte Expertin für medizinische Genetik. Mehr über Andrea Rodrigo
 Marta Barranquero Gómez
Marta Barranquero Gómez
Embryologin
Abschluss in Biochemie und Biomedizinische Wissenschaften an der Universität Valencia (UV); spezialisiert auf Assistierte Reproduktion an der Universität Alcalá de Henares (UAH) in Zusammenarbeit mit Ginefiv und spezialisiert auf Klinische Genetik an der Universität Alcalá de Henares (UAH). Mehr über Marta Barranquero Gómez
Auf deutsch angepasst von:
 Romina Packan
Romina Packan
Babygest Staff
Chefredakteurin und Übersetzerin für die englische und deutsche Ausgabe von Babygest. Mehr über Romina Packan

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