Was sind die verschiedenen Arten der Leihmutterschaft?

durch (gynäkologe), (projektmanagerin von babygest) Und (babygest staff).
Aktualisiert am 05/07/2019

Die Leihmutterschaft ist ein reproduktiver Prozess wodurch eine Frau, die Leihmutter, sich dazu entschließt ein Kind auszutragen um damit denjenigen zu helfen, die selber keine Kinder bekommen können.

Je nach Herkunft der Eizellen, die während der Behandlung verwendet werden, entscheidet man zwischen zwei Arten der Leihmutterschaft. Es gibt die vollständige oder totale Leihmutterschaft und die partielle oder traditionelle Leihmutterschaft.

Der kommerzielle und altruistische Aspekt wiederum hängt von der Bezahlung ab, die die Leihmutter erhält oder nicht erhält.

Die Unterschiede erkennen

Die Wunscheltern sind die Personen, die ein Kind auf die Welt bringen wollen und den Prozess zur Leihmutterschaft anstoßen.

In den meisten Fällen nehmen heterosexuelle Paare diese Lösung in Anspruch wenn Probleme in der Fertilität oder Sterilität bestehen. Die Schwangerschaft ist in diesen Fällen körperlich nicht machbar oder stellt ein großes Risiko dar.

Bei schwulen Pärchen oder Single-Männern ist der fehlende weibliche Part der Grund warum sie auf eine Leihmutterschaft zurückgreifen um ein leibliches Kind zu bekommen.

Auf alle Fälle handelt es sich hierbei um eine komplexe Methode unter Anwesenheit dritter Personen.

Deshalb wird das traditionelle Konzept der Mutterschaft in Frage gestellt was eine ethische Grundsatzdiskussion hervorrufen kann.

Das neue Bild der Mutterschaft

Vor dem Fortschritt der Reproduktionsmedizin konzentrierte sich das Konzept der Mutterschaft auf eine einzige Figur - die Mutter, die das genetische Erbe beisteuerte, die Schwangerschaft zu Ende brachte und schließlich die Verantwortung für die Mutterschaft aus sozialer und rechtlicher Sicht übernahm.

Die einzige Ausnahme war die Adoption, welche es einer Frau ermöglichte sich Mutter zu nennen, ohne das Kind auf die Welt gebracht zu haben.

Mit dem Fortschritt der assistierten Reproduktion ist das Konzept der Mutterschaft noch komplexer geworden. Heute unterscheidet man zwischen:

Der genetischen Last
Die Übertragung der DNS über die Gameten (Eizellen).
Der Gestation
Der rechtlichen Verantwortung
Der wichtigste Aspekt, da dieser von der Frau übernommen wird, die das Kind erziehen und betreuen wird und somit bis zur Volljährigkeit des Kindes die rechtliche Verantwortung trägt.

Im Rahmen der Leihmutterschaftsbehandlung wird die rechtliche Mutter die Wunschmutter sein, d.h. die Mutter, die den Wunsch und Willen äußert, ein Kind zu bekommen, und die alles nötige tut um den Leihmutterschaftsprozess zu beginnen um anschließend das Kind zu bekommen. Wenn sie fähig ist, ihre Eizellen beizusteuern, kann sie auch zur genetischen Mutter werden, ist aber nicht unbedingt obligatorisch.

Die Leihmutter in einer totalen Leihmutterschaft übernimmt einzig und allein die Schwangerschaft.

Nur wenn sie ihre eigenen Eizellen einbringt, übernimmt sie die Doppelfunktion der schwangeren Frau und der genetischen Komponente. Trotzdem wird sie nicht die rechtliche Mutter sein.

Die Bezahlung der Leihmutter

Eine Frau zu bezahlen, um das Kind einer anderen Person zu bekommen, ist möglicherweise der umstrittenste Teil der Leihmutterschaft. Aus diesem Grund verbieten einige Länder der schwangeren Frau, einen Geldbetrag über die Erstattung der Schwangerschaftskosten hinaus zu erheben.

So gelten Leihmutterschaftsabkommen als kommerziell, wenn die Frau Geld erhält. Im Gegensatz dazu gelten sie als selbstlos, wenn ihre einzige Motivation darin besteht, einer Familie zu helfen.

Ethik und kommerzielle Leihmutterschaft mögen unvereinbar erscheinen, aber wir glauben, dass eine ethische Praxis der Leihmutterschaft, auch mit finanziellem Ausgleich, im Rahmen einer angepassten Gesetzgebung und einer informierten und gewissenhaften Gesellschaft möglich ist.

Altruistische Leihmutterschaft tritt oft innerhalb derselben Familie oder einer Gruppe von Freunden auf, wegen der emotionalen Bindungen, die zuvor bestanden haben.

Aus der Sicht der Genetik

Wir können zwischen zwei Arten der Leihmutterschaft unterscheiden. Der Unterschied zwischen den beiden liegt in der Herkunft der verwendeten Eizellen.

Traditionelle oder partielle Leihmutterschaft
Die Leihmutter stellt ihre Eizellen zur Verfügung. Das macht sie nicht zur zur Leih-sondern auch zur biologischen Mutter.
Komplette oder totale Leihmutterschaft
Die Leihmutter hat keine biologische Verbindung mit dem Baby da die Eizellen von der Wunschmutter stammen, oder falls nicht, von einer Eizellenspenderin.

Bei der traditionellen Methode ist eine künstliche Insemination im Allgemeinen ausreichend. Andererseits, in der kompletten Leihmutterschaft, ist die IVF (In-vitro-Fertilisation) obligatorisch.

Traditionelle Leihmutterschaft

Die traditionelle oder partielle Methode existiert seit Jahrhunderten, daher der Name traditionell. Erwähnungen dieser Praxis wurden in der Bibel und in den Überresten Mesopotamiens entdeckt.

Sie war die erste Art der Leihmutterschaft, die es gab, obwohl sie immer seltener verwendet wird. Der Vater hatte sexuelle Beziehungen mit der schwangeren Frau, um Nachkommen zu haben.

Im folgenden Artikel finden Sie mehr Infos dazu: Die Leihmutterschaft in der Geschichte.

Derzeit wird die Leihmutterschaft im Rahmen der Techniken der assistierten Reproduktion praktiziert. Für die traditionelle Methode ist die Intrauterine Insemination (IUI) ausreichend.

Aus technischer Sicht ist das Verfahren einfach. Die Insemination kann in einem natürlichen Zyklus oder mit einer milden Stimulationsbehandlung der Eierstöcke durchgeführt werden, um den Zyklus der Eierstöcke und damit den Moment des Eisprungs zu kontrollieren. Wenn der Eisprung bevorsteht, wird das Sperma des zukünftigen Vaters oder eines Spenders in der Gebärmutter der schwangeren Frau platziert, so dass die Befruchtung auf natürliche Weise in ihrem Körper stattfindet.

Es ist eine weniger komplexe und weniger teure assistierte Reproduktionstechnik als die IVF. Trotz dieses scheinbaren Vorteils wird die traditionelle Methode immer weniger genutzt, denn die Tatsache, dass die schwangere Frau auch eine genetische Verbindung zum Kind hat, kann die rechtlichen Verfahren erschweren. Außerdem kann die emotionale Bindung eine bedeutendere Rolle spielen, wenn die schwangere Frau ihre DNA an das Kind überträgt.

Bei funktionstüchtigen Eierstöcken zieht es die Wunschmutter natürlich vor, die biologische Mutter zu sein, die ihre DNA an ihr Kind überträgt.

Totale oder komplette Leihmutterschaft

Die komplette, totale oder gestationelle Leihmutterschaft ist aus technischer Sicht komplexer, da sie notwendigerweise eine größere Handhabung der Gameten mit sich bringt. Diese Methode wird jedoch immer häufiger praktiziert, da es keine genetische Verbindung zwischen der schwangeren Frau und dem Baby gibt.

Da die Leihmutter keine Eizellen bereitstellt, beschränkt sich ihre Rolle nur auf die Schwangerschaft und die Geburt.

Die angewandte obligatorische Technik ist die In-vitro-Fertilisation, entweder konventionell (die Befruchtung erfolgt durch Kontakt) oder ICSI (Spermieninjektion in die Eizelle).

Wenn funktionsfähige Eizellen vorhanden sind, kann sich die Wunschmutter einer Hormonbehandlung unterziehen um mehrere reife Eizellen mithilfe einer Follikelpunktion zu entnehmen.

Im Falle eines männlichen homosexuellen Paares, eines Alleinstehenden oder wenn die Wunschmutter nicht in der Lage ist, ihre eigenen Eizellen bereitzustellen, werden die eines Spenders, d.h. einer dritten Person, verwendet.

Die Eizellen werden im Labor mit dem Sperma des Wunschvaters oder eines Spenders befruchtet. Nach einigen Tagen Zellkultur kann der entstehende Embryo (oder mehrere Embryone) auf die schwangere Frau übertragen werden.

Aus technischer Sicht folgt das Verfahren den gleichen Schritten wie bei einer IVF, ohne dass eine Leihmutter schwanger wird. Der Unterschied zeigt sich in der Übertragung: Anstatt in die Gebärmutter der Wunschmutter übertragen zu werden, wird der Embryo in die Gebärmutter der schwangeren Frau übertragen.

Aus wirtschaftlicher Sicht

Unabhängig von der Herkunft der Eizellen können die Leihmutterschaftsverträge auch in zwei weitere Kategorien unterteilt werden, je nachdem, ob es eine Vergütung oder einen finanziellen Ausgleich für die schwangere Frau gibt oder nicht.

Meistens haben die Wunscheltern keine Wahl, weil die möglichen Formen vom rechtlichen Rahmen abhängen, der die Entwicklung durch Substitution in jedem Land regelt.

Leihmutterschaft ist die komplexeste Behandlung in der assistierten Reproduktion. Deshalb ist es wichtig, dass Sie sich in die Hände guter Fachleute begeben. Wenn Sie keine zuverlässigen Unternehmen kennen, zeigt Ihnen dieses Tool die Länder, die für Ihr Familienmodell geeignet sind, und liefert Ihnen einen aktualisierten Lagebericht sowie ein aussagekräftiges Budget.

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Altruistische Leihmutterschaft

Die schwangere Frau erhält keinerlei Entschädigung, wirtschaftlichen Ausgleich oder Vergütung, wenn die Leihmutterschaftsvereinbarung selbstlos ist.

Die durch die Schwangerschaft entstandenen Kosten werden jedoch von den Wunscheltern übernommen. Diese tragen die Kosten die durch die Schwangerschaft selbst entstanden sind sowie die Kosten für das Wohlergehen der Frau während der Schwangerschaft wie Umstandskleidung, Spezialnahrung, usw. und die rechtlichen und medizinischen Kosten.

Es ist nicht einfach, jemanden zu finden der bereit ist, eine Schwangerschaft durchzuführen ohne dafür etwas zu erhalten.

Die Schwangerschaft ist ein Zustand, der Veränderungen im Organismus mit sich bringt, die unbequem, lästig oder sogar von schwerwiegenderen Problemen begleitet sein können.

Deshalb findet die altruistische Methode häufiger in einem innerfamiliären Kontext statt, da die Frau, die sich als Leihmutter anbietet, dies für ein Familienmitglied oder einen engen Freund tut. Tatsächlich empfindet eine Frau, die den Wunscheltern nahe steht, oft ein höheres Maß an Empathie für deren Fruchtbarkeitsproblem.

Kommerzielle Leihmutterschaft

Im Falle eines kommerziellen Leihmutterschaftsvertrages erhält die schwangere Frau einen wirtschaftlichen Betrag für die körperliche und emotionale Anstrengung, die mit der Schwangerschaft verbunden ist.

Schwangerschaft ist eine Zeit großer Veränderungen im Leben einer Frau. Dieser Zustand ist eine große Anstrengung, da sie ihre Ernährung kontrollieren und ihre körperliche und berufliche Aktivität am Ende der Schwangerschaft bis zur Geburt des Kindes ändern muss.

Aus diesem Grund ist es, auch wenn es sich um eine Leihmutterschaft kommerzieller Art handelt, kein Gehalt oder eine Vergütung für die Schwangerschaft selbst, sondern eine Entschädigung oder Kompensation.

Diese Entschädigung entspricht dem Zeitaufwand, den auftretenden Unannehmlichkeiten und Beschwerden sowie den möglichen Risiken einer Schwangerschaft.

Im Idealfall sollte Geld nicht die einzige Motivation für die Kandidaten sein: Es sollte vielmehr eine Belohnung sein für ihre Solidarität und ihren Wunsch, anderen zu helfen.

In den Ländern, in welchen die Leihmutterschaft erlaubt ist und diese Praxis reguliert wird, ist die Höhe der finanziellen Entschädigung gesetzlich begrenzt.

Der Hauptzweck der Festlegung von Grenzen ist es, die Kommerzialisierung des Körpers einer Frau und die Entwicklung eines unethischen Marktes für Leihmutterschaft zu verhindern.

Fragen die Nutzer stellten

Warum wird von einer traditionellen Leihmutterschaft abgeraten?

durch Dr. Joel G. Brasch (gynäkologe).

Bei der traditionellen Leihmutterschaft stellt die Leihmutter auch ihre eigenen Eizellen zur Verfügung, um den Embryo zu schaffen. Somit ist die Leihmutter biologisch mit dem Kind verwandt und kann unter diesem Vorwand die elterlichen Rechte des Kindes für sich beanspruchen. Die traditionelle Leihmutterschaft wird aufgrund mangelnder rechtlicher Sicherheit nicht empfohlen.

Kommt die traditionelle Leihmutterschaft häufig vor?

durch Natalia Alvarez (projektmanagerin von babygest).

Nein, da die meisten Länder die traditionelle Leihmutterschaft nicht erlauben. Der Hauptgrund liegt in der genetischen Verbindung zwischen der Leihmutter und des Babys. Da die Leihmutter die biologische Mutter des Babys ist kommt es zu einem ethischen Dilemma und die Wahrscheinlichkeit erhöht sich, dass sie das Kind behalten möchte.

Warum wird die traditionelle Leihmutterschaft nicht empfohlen?

durch Natalia Alvarez (projektmanagerin von babygest).

Vor allem aus emotionaler Sicht ist die Leihmutterschaft ein sehr komplexer Prozess; nicht nur für die Wunscheltern sondern besonders für die Leihmutter was ihre Gefühle und Emotionen während der Schwangerschaft betrifft.

Die Schwangerschaft ist ein physiologischer Zustand der durch eine große emotionalle Belastung kennenzeichnet ist. In der Leihmutterschaft ist die Leihmutter dafür zuständig, das Kind einer anderen Person oder eines anderen Paares auszutragen.

Aus diesem Grund versucht man die emotionalen Auswirkungen auf die Leihmutter so gering wie möglich zu halten, damit mögliches Unbehagen oder Schuldgefühle, welche bei der Leihmutter auftreten können, reduziert werden.

Viele Länder, deren Gesetzgebung die Leihmutterschaft erlaubt, verbieten deshalb, dass die Leihmutter selbst die biologische Mutter ist und die genetische Belastung des Kindes liefert.

Wo kann man eine altruistische Leihmutterschaft durchführen?

durch Natalia Alvarez (projektmanagerin von babygest).

Derzeit ist die Leihmutterschaft in Kanada, einigen US-Bundesstaaten und Portugal altruistisch. Das kanadische Recht verbietet es, die schwangere Frau für das Verfahren zu bezahlen, erlaubt nur die Erstattung von schwangerschaftsbedingten Kosten und legt einen Höchstbetrag für die Erstattung fest.

Für Sie empfohlen

Wenn Sie noch nie etwas von Leihmutterschaft gehört haben, empfehlen wir Ihnen diesen Artikel: Was ist die Leihmutterschaft?

Wie schon mehrfach erwähnt wurde, hängen die verschiedenen Formen der Leihmutterschaft davon ab, welche Methoden der assistierten Reproduktion angewendet werden. Für mehr Infos lesen Sie folgenden Artikel: Methoden in der assistierten Reproduktion und ihr Gebrauch in der Leihmutterschaft.

Der Großteil der Paare die sich für eine Leihmutterschaft entscheiden, machen dies als letzte Alternative, da alle anderen herkömmlichen Methoden der assistierten Reproduktion scheitern. Was sind diese Probleme in der Fertilität? Das lesen Sie hier: Probleme in der Fertilität und Leihmutterschaft

Wollen Sie mehr über die Leihmutterschaft auf weltweiter Ebene wissen? Dann klicken Sie auf diesen Link: Leihmutterschaft international

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Literaturverzeichnis

Autoren und Mitwirkende

Dr. Joel G. Brasch
Dr. Joel G. Brasch
Gynäkologe
Dr. Joel Brasch ist Arzt und Leiter der 2005 gegründeten Klinik Chicago IVF. Durch die American Board of Obstretics and Gynecology zertifizierter Mediziner mit mehr als 25 jähriger Erfahrung in Kinderwunschbehandlungen und Reproduktionsmedizin. Dr. Brasch ist ebenso Leiter der Abteilung für reproduktive Endokrinologie und Unfruchtbarkeit im Ärztezentrum Mount Sinai. Mehr über Dr. Joel G. Brasch
 Natalia Alvarez
Natalia Alvarez
Projektmanagerin von Babygest
Abschluss in Wirtschaftswissenschaften an der Universität von Alicante. Sie verfügt über mehr als 9 Jahre Erfahrung im Bereich der assistierten Reproduktion und war Schöpferin und Leiterin der ersten Messe für assistierte Reproduktion in Spanien. Sie ist die Direktorin von Babygest und ist eine Expertin auf dem Gebiet der Leihmutterschaft, weil sie in all diesen Jahren die Möglichkeit hatte, hunderte von realen Fällen von Paaren kennenzulernen, die Behandlungen für Leihmutterschaft durchgeführt haben, und kennt die besten Fachleute und internationalen Kliniken. Mehr über Natalia Alvarez
Auf deutsch angepasst von:
 Romina Packan
Romina Packan
Babygest Staff
Chefredakteurin und Übersetzerin für die englische und deutsche Ausgabe von Babygest. Mehr über Romina Packan

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