Leihmutterschaft in Australien

durch (embryologin) Und (babygest staff).
Aktualisiert am 06/09/2019

Australien hat unterschiedliche Gesetze über Leihmutterschaft, je nachdem, in welchem Staat wir uns befinden.

Dennoch gibt es eine gemeinsame Prämisse für das ganze Land: Nur altruistische Leihmutterschaft ist erlaubt.

Altruistische Leihmutterschaft

Kommerzielle Leihmutterschaft oder eine Leihmutterschaft, die irgendeine Art von wirtschaftlichen Transaktionen beinhaltet, ist in Australien generell verboten.

In Staaten wie New South Wales (NWS), Queensland (QLD) und dem Australian Capital Territory (ACT) gilt die finanzielle Entschädigung sogar als Straftatbestand. Selbst in NWS geht das Parlament weiter und verbietet nicht nur die kommerzielle Leihmutterschaft auf australischem Territorium, sondern bestraft auch Wunscheltern, die einen kommerziellen Leihmutterschaftsvertrag in einem anderen Land abschließen, in dem diese Technik gesetzlich zulässig ist, mit bis zu zwei Jahren Gefängnis und einer Geldstrafe von 110.000 Euro.

Der einzige Geldfluss, die zwischen der Leihmutter (auch Leihgebärende genannt) und den Wunscheltern erlaubt ist, sind die Unkosten die ihr durch die Schwangerschaft entstehen.

Leihmuttervertrag

Nach australischem Recht sind Leihmutterverträge nicht bindend oder rechtskräftig. In Australien gilt die gebärende Frau als Mutter, unabhängig von der genetischen Verbindung.

Daher ist es notwendig, nach der Geburt ein Verfahren zur Vaterschaftsanerkennung einzuleiten, bei dem die Leihmutter den Mutterschaftsanspruch zugunsten der Wunscheltern abtritt. In diesem Sinne besteht die Möglichkeit, dass die Leihmutter ihre Meinung ändert und das Baby behalten will. Das wäre ihr Recht, da sie rechtlich gesehen als Mutter des Kindes gilt.

Der Vaterschaftsbeschluss muss durchgesetzt werden, wenn das Baby zwischen 28 Tagen und 6 Wochen alt ist (je nach Bundesstaat) und noch bevor es 6 Monate alt wird.

Bei Anträgen, die nach Ablauf dieser Frist gestellt werden, bleibt den Wunscheltern keine andere Wahl, als entweder beim Familiengericht oder beim Bundesgerichtshof für Erziehungsanordnungen zu beantragen, dass das Kind bei ihnen wohnt.

In diesem Sinne ist es unerlässlich, bei der Vertragsausarbeitung einen Fachanwalt hinzuzuziehen. Für den Fall, dass ein Antrag auf Vaterschaft vor Gericht gestellt werden muss, könnte ein entsprechender Vertrag die Absichten der Wunscheltern sowie den Wunsch der Leihmutter, keine Kinder zu bekommen, und ihre Bereitschaft, zugunsten der Vertragseltern zu schwanger zu werden, nachweisen.

Jedoch kommt es normalerweise nicht vor, dass die Leihmutter den unterzeichneten Vertrag widerruft.

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Eine Leihmutter finden

Da nur die altruistische Form der Leihmutterschaft erlaubt ist, sind kinderlose Paare vom guten Willen einer Frau angewiesen, die bereit ist, ihnen bei der Erfüllung ihres Kinderwunsches zu helfen.

Aus diesem Grund finden in Australien Fälle von Leihmutterschaft in der Regel unter Verwandten oder Freunden statt, d.h. in Fällen, in denen sich die Schwester, Mutter oder enge Freundin eines der zukünftigen Eltern als Leihmutter zur Verfügung stellt.

Außerdem ist es verboten, eine Anzeige zu veröffentlichen in der eine Leihmutter gesucht wird oder in der man sich als Leihmutter anbietet. Staaten wie New South Wales, SA (South Australia), WA (Western Australia) und NT (Northern Territory) bilden eine Ausnahme, da Werbung in diesen Staaten erlaubt ist, sofern sie kostenlos und nicht gegen Entgelt erfolgt.

Heterosexuelle und homosexuelle Paare

Altruistische Leihmutterschaft ist in ganz Australien für heterosexuelle Paare erlaubt, die nicht schwanger werden können.

Homosexuelle Paare, die auf diese Weise ein Kind bekommen wollen, müssen in den Staaten Queensland, Tasmanien und New South Wales ansässig sein, da nur diese drei Staaten eine Leihmutterschaft für schwule Paare zulassen.

Altruismus, mangelnde Rechtssicherheit und die oben genannten Bedingungen sind die Hauptgründe, warum viele Australier gezwungen sind, ins Ausland zu reisen, um diese Reproduktionsmethode durchführen zu können. Daher ist Australien in Bezug auf Leihmutterschaft nicht besonders beliebt.

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Australier, die eine Leihmutter benötigen, fliegen oft in andere Länder wie zum Beispiel in die USA, da das Verfahren dort unkomplizierter abläuft. Im folgenden Link finden Sie alle Informationen darüber: Leihmutterschaft in den USA.

Für Sie könnten auch noch andere Länder infrage kommen. In diesem Artikel informieren wir Sie, wo die Leihmutterschaft überall erlaubt ist und wo nicht: Leihmutterschaft weltweit: Gesetzeslage und Anforderungen.

Fragen die Nutzer stellten

Kann eine Leihmutter ihr genetisches Material in Australien miteinbringen?

durch Andrea Rodrigo (embryologin).

Ja, in einigen Teilen Australiens, wie z.B. Queensland, ist sowohl traditionelle Leihmutterschaft als auch gestationelle Leihmutterschaft erlaubt, vorausgesetzt, sie wird uneigennützig durchgeführt. Auf alle Fälle wird die gestationelle Leihmutterschaft in der Regel empfohlen, um die Bindung zwischen der Leihmutter und dem Baby zu reduzieren.

Gibt es in Australien ein finanzielles Limit in den Ausgaben für eine Leihmutterschaft?

durch Andrea Rodrigo (embryologin).

Nein, das Gesetz legt keine wirtschaftliche Grenze in Bezug auf die Kosten fest, die von den Wunscheltern an die Leihmutter zu zahlen sind. Das Gesetz informiert nur darüber, dass die Zahlung an die Leihmutter verboten ist und dass nur die mit der Schwangerschaft verbundenen Kosten an sie gezahlt werden können.

Kann ein unverheirateter Mann oder eine unverheiratete Frau in Australien ein Kind durch eine Leihmutterschaft bekommen?

durch Andrea Rodrigo (embryologin).

Queensland oder New South Wales erlaubt Leihmutterschaft nicht nur für heterosexuelle Paare, sondern auch für andere Familienmodelle wie homosexuelle Paare oder alleinstehende Menschen, denen die Fähigkeit zur Schwangerschaft fehlt.

In Victoria und Westaustralien dürfen alleinstehende Frauen und heterosexuelle Paare durch Leihmutterschaft Kinder bekommen.

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Literaturverzeichnis

Autoren und Mitwirkende

 Andrea Rodrigo
Andrea Rodrigo
Embryologin
Abschluss in Biotechnologie von der Polytechnischen Universität Valencia (UPV) mit Master-Abschluss in Biotechnologie der assistierten menschlichen Reproduktion, unterrichtet von der Universität Valencia in Zusammenarbeit mit dem Valencianischen Institut für Unfruchtbarkeit (IVI). Postgraduierte Expertin für medizinische Genetik. Mehr über Andrea Rodrigo
Auf deutsch angepasst von:
 Romina P.
Romina P.
Babygest Staff
Chefredakteurin und Übersetzerin für die englische und deutsche Ausgabe von Babygest. Mehr über Romina P.

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