Was bei der Auswahl des Landes beachtet werden muss

durch (embryologin), (gynäkologe) Und (babygest staff).
Aktualisiert am 05/07/2019

Da Leihmutterschaft in Deutschland verboten ist, kommt als erstes die Frage auf, in welches Land sich die Person oder das Paar begeben soll, um ein Kind über eine Leihmutterschaft zu bekommen.

Sobald die Wunscheltern wissen, in welchen Ländern die Leihmutterschaft erlaubt ist, müssen Sie ein Land auswählen, das sich am besten an ihre Bedürfnisse und Situation anpasst. In diesem Artikel geben wir Ihnen einige Tipps, die Sie bei der Auswahl des richtigen Landes beachten sollten.

Obwohl es mehrere Länder gibt, deren Gesetzgebung Leihmutterschaft erlaubt, legt jedes von ihnen eine Reihe von Bedingungen und Anforderungen fest. Daher ist es unerlässlich, die rechtlichen Anforderungen jedes Reiseziels im Detail zu kennen, um das am besten geeignete davon auszuwählen.

Die Vereinigten Staaten, Kanada, Russland, die Ukraine, Griechenland und Georgien sind derzeit die beliebtesten Länder. Je nach den gegebenen Umständen ist ein Land mehr oder weniger besser geeignet.

Die Aspekte, die wir bei der Suche nach Ländern berücksichtigen müssen, sind:

  • Familienmodelle
  • Eventuell notwendige Eizellen- oder Samenspende
  • Behandlungkosten
  • Auswahl und Beziehung zur Leihmutter
  • Art der Leihmutterschaft
  • Anerkennungsverfahren
  • Reisebereitschaft

Die Wahl des Ziellandes erfordert eine ethische und moralische Verantwortung der Wunscheltern. Daher ist es wichtig, alle diese Faktoren zu bewerten und das Land zu wählen, das mehr Sicherheit und Vertrauen bietet.

In diesem Link finden Sie Empfehlungen zu den sichersten Ländern für zukünftige deutsche Wunscheltern: Welches Land ist am besten für eine Leihmutterschaft geeignet?

Zu berücksichtigende Faktoren

Im Folgenden erläutern wir die verschiedenen Aspekte, die bei der Auswahl des richtigen Reiselandes berücksichtigt werden müssen.

Familienmodelle

Bei heterosexuellen Paaren oder alleinstehenden Frauen ist die Auswahlmöglichkeit groß. Handelt es sich hingegen um ein männliches homosexuelles Paar oder um einen alleinstehenden Mann, sind die Möglichkeiten eingeschränkter. Das sollten Sie im Hinterkopf behalten, da Ihr jeweiliges Familienmodell Einfluss auf die Wahl des Landes hat.

Im folgenden Bild sehen Sie eine zusammenfassende Tabelle mit den Bedingungen der beliebtesten Ländern in Bezug auf die Familienmodelle, bei welchem laut Gesetz eine Leihmutterschaft erlaubt ist.

Unabhängig von der sexuellen Orientierung und des Familienstandes erlauben die USA und Kanada jedem Familienmodell die Durchführung einer Leihmutterschaft. Im Gegensatz dazu erlauben Russland und Griechenland nur heterosexuelle Paaren und alleinstehenden Frauen den Zugang zur Leihmutterschaft.

Zum Schluss gehören die Ukraine und Georgien zu den strengsten Ländern. In diesen Ländern haben nur verheiratete heterosexuelle Paare Zugang zur Leihmutterschaft.

Eizellen- und Samenspende

In vielen Fällen beeinträchtigt die Schwangerschaftsunfähigkeit nicht die Eierstockfunktion, so dass die zukünftige Mutter ihre eigenen Eizellen verweden kann. Es gibt jedoch Fälle, in denen es nicht möglich ist, die Eier der Wunschmutter zu verwenden, so dass eine Eizellenspende erforderlich wird.

Dasselbe gilt für homosexuelle Paare und alleinstehende Männer, die logischerweise eine Eizellenspende benötigen.

Obwohl es seltener vorkommt, ist es auch möglich, dass die Samenqualität des zukünftigen Vaters beeinträchtigt ist und die Gewinnung lebensfähiger Embryonen nicht zulässt. In diesem Fall und auch in Fällen, in denen kein männlicher Partner vorhanden ist, muss auf eine Samenspende zurückgegriffen werden.

Auch in diesem Sinne gibt es Unterschiede zwischen den Ländern. So erlauben die Vereinigten Staaten beispielsweise Eizellen- und Samenspenden in Leihmutterschaftsverfahren. In Ländern wie Russland, der Ukraine oder Georgien muss jedoch zumindest der zukünftige Vater (und vorzugsweise beide Elternteile) das Sperma zur Verfügung stellen, da die Vaterschaftsanerkennung bei der Rückkehr nach Deutschland auf der Grundlage der genetischen Ausstattung bestimmt wird.

Behandlungkosten

Diese Faktoren haben den größten Einfluss auf die Wahl des Landes, da die Preisunterschiede zwischen den Ländern erheblich sind.

Die Durchschnittskosten in einer Leihmutterschaft liegen in den Vereinigten Staaten bei etwa 100.000-150.000€ und in Kanada bei etwa 60.000€-80.000€. Andererseits sind in europäischen Ländern die Kosten niedriger sowie die mit der Reise verbundenen Kosten werden reduziert. Die geschätzten Kosten liegen bei zwischen 35.000 und 55.000€.

Die Abweichung ist nicht nur auf den finanziellen Ausgleich für die Leihmutter zurückzuführen, sondern auch auf die Kosten der Gesundheitsversorgung im jeweiligen Land. Zum Beispiel haben die USA das teuerste Gesundheitssystem der Welt; sie haben kein öffentliches Gesundheitssystem und sind aus diesem Grund das Land mit den teuersten Leihmutterschaftsverfahren. Andererseits ist die USA auch das Land mit den besten Reproduktionsraten und den meisten Erfahrungen in der Leihmutterschaft.

Auf der anderen Seite stehen Länder wie Russland oder die Ukraine, deren Kosten sich voneinander nicht stark unterscheiden und viel günstiger sind als in den Vereinigten Staaten. Sie haben ein billigeres Gesundheitssystem, sowohl in Bezug auf die Geburt als auch auf die Reproduktionsbehandlung selbst, was sich somit zweifellos im Preis widerspiegelt.

Wenn Sie mehr über die Kosten in der Leihmutterschaft lesen möchten, haben wir für Sie diesen Artikel: Kosten in der Leihmutterschaft.

Auswahl und Beziehung zur Leihmutter

Die Beziehung, die Sie mit der Leihmutter haben wollen, ist auch ein wichtiger Faktor bei der Wahl eines Landes.

In den USA müssen sich die Wunscheltern und die Leihmutter kennenlernen und wählen sich gegenseitig aus. Aus diesem Grund haben die meisten Familien während der Schwangerschaft und auch danach eine Beziehung zur Leihmutter. Für sie ist die Leihmutter eine wichtige Person in ihrem Leben.

Der Fall Kanadas ist sehr ähnlich, man kann sogar sagen, dass er einen Schritt weiter geht. In diesem Land ist die Leihmutterschaft nur auf altruistischer Basis erlaubt. Daher ist die Motivation, die die Leihmutter dazu bringt, das Baby anderer Menschen auszutragen, rein und ausschließlich solidarisch und begründet auf der Absicht, anderen bei der Familiengründung zu helfen. Deshalb wollen die meisten von ihnen eine enge Beziehung und häufigen Kontakt.

In Russland, der Ukraine und Georgien liegt die Wahl der Leihmutter im Allgemeinen in der Verantwortung der Leihmutteragentur. In vielen Fällen lernen Wunscheltern die Leihmutter während der Behandlung und Schwangerschaft nicht kennen, und wenn ja, ist ihre Beziehung nicht so intensiv wie in den Vereinigten Staaten oder Kanada.

Art der Leihmutterschaft

Wie wir bereits bemerkt haben, erlaubt die Gesetzgebung in Kanada nur altruistische Leihmutterschaft. Wenn dieses Land gewählt wird, müssen die Wunscheltern dies berücksichtigen, denn die Tatsache, dass die einzige Motivation der Leihmutter die Solidarität ist, ist für viele ethisch wichtig und ein Aspekt, den man bei der Wahl des Landes berücksichtigen sollte.

In anderen Destinationen ist die Leihmutterschaft kommerziell, obwohl die Entschädigung für Leihmütter unterschiedlich ausfällt.

Obwohl in den bekannteren Ländern nur die gestationelle Leihmutterschaft durchgeführt wird, gibt es weniger sichere Länder die nach wie vor die traditionelle Leihmutterschaft anwenden, bei der die Leihmutter nicht nur das Kind austrägt, sondern auch noch ihre Eizellen bereitstellt. (Genetische Last).

Dies ist auch ein Punkt, der bei der Auswahl eines Landes zu berücksichtigen ist.

Anerkennungsverfahren

Die Art und Weise, wie Wunscheltern als rechtliche Eltern des Kindes bestimmt werden, ist nicht in allen Ländern gleich und ist daher auch ein zu berücksichtigender Faktor.

In den Vereinigten Staaten und Kanada wird die Kindschaft bereits vor der Geburt durch ein Gerichtsurteil bestimmt. Dieses Urteil wird später in Deutschland anerkannt, was eine direkte Anerkennung zugunsten der zukünftigen Eltern ermöglicht.

In Russland, der Ukraine und Georgien gibt es kein Gerichtsverfahren vor der Geburt, in dem die Kindschaft bestimmt wird, sondern sie wird an den Vater, der die genetische Ausstattung eingebracht hat, und an die Leihmutter vergeben. Anschließend kann die zukünftige Mutter mithilfe einer Verzichtserklärung der Leihmutter das Baby nach den Regeln der ehelichen Adoption adoptieren. Auf diese Weise werden beide als juristische Eltern des Neugeborenen in das deutsche Zivilstandsregister eingetragen.

Reisebereitschaft

Obwohl dies in der Regel kein entscheidender Faktor ist, sollten wir ihn nicht ignorieren.

Für Europäer sind die Vereinigten Staaten und Kanada weit entfernte Länder und erfordern daher mehr Reisezeit. Im Gegensatz dazu sind die Ukraine, Russland, Griechenland oder Georgien europäische Reiseziele, was nicht nur mehr Möglichkeiten in Bezug auf Visa und Sondergenehmigungen bietet, sondern auch weniger Reisezeit bedeutet.

In diesem Sinne ist es wichtig, die Kultur und Lebensweise des jeweiligen Landes zu kennen. Aus diesem Grund wird empfohlen, vor Beginn der Behandlung an den Bestimmungsort zu reisen.

Welches Land Sie auch wählen, Sie müssen sich bewusst sein, dass Sie das Land auswählen in welches Ihr Kind geboren werden soll: Diese Entscheidung sollte nicht leichtfertig getroffen werden. Denken Sie darüber gründlich nach und entscheiden Sie sich für die beste Option.

Fragen die Nutzer stellten

Wie oft muss ich in das Land reisen, in dem die Leihmutterschaft durchgeführt wird?

durch Dr. Joel G. Brasch (gynäkologe).

Nur zweimal. Das erste Mal für eine medizinische Untersuchung und zur Schaffung der Embryonen und das zweite Mal, um das Neugeborene bei der Geburt abzuholen.

Welches Land hat die meiste Erfahrung in der Leihmutterschaft?

durch Andrea Rodrigo (embryologin).

Das Land mit den meisten Fällen von Leihmutterschaft sind die Vereinigten Staaten, die diese Reproduktionstechnik seit mehr als 30 Jahren anwenden. Tatsächlich trat einer der ersten bekannten Fälle 1986 in Kalifornien auf.

Warum ist die Leihmutterschaft in Deutschland illegal?

durch Andrea Rodrigo (embryologin).

Das Embryonenschutzgesetz von 1991 verbietet diese Form der assistierten Reproduktion. Die Frau die das Kind gebärt, ist nach deutschem Recht die Mutter.

Deswegen ist Deutschland kein Land für eine Leihmutterschaft und Deutsche müssen daher ins Ausland reisen.

Gibt es Länder, in denen die Leihmutterschaft nicht für Ausländer, sondern für Inländer erlaubt ist?

durch Andrea Rodrigo (embryologin).

Ja, es gibt Länder bei denen die Staatsangehörigkeit erforderlich ist, um das Verfahren anzuwenden.
Das ist in Indien und Mexiko der Fall.

Für Sie empfohlen

Zu Beginn des Artikels haben wir darüber gesprochen, dass es bei der Auswahl des Landes wichtig ist, sich zuvor über die rechtlichen Rahmenbedingungen zu informieren. Hier lesen Sie alles darüber nach: Wo ist Leihmutterschaft erlaubt?

Nachdem Sie wissen, in welchem Land Sie die Behandlung beginnen möchten, ist die Auswahl der Agentur der nächste Schritt. In diesem Artikel haben wir nützliche Tipps für Sie: Wie wähle ich die passende Agentur aus?

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Literaturverzeichnis

Autoren und Mitwirkende

 Andrea Rodrigo
Andrea Rodrigo
Embryologin
Abschluss in Biotechnologie von der Polytechnischen Universität Valencia (UPV) mit Master-Abschluss in Biotechnologie der assistierten menschlichen Reproduktion, unterrichtet von der Universität Valencia in Zusammenarbeit mit dem Valencianischen Institut für Unfruchtbarkeit (IVI). Postgraduierte Expertin für medizinische Genetik. Mehr über Andrea Rodrigo
Dr. Joel G. Brasch
Dr. Joel G. Brasch
Gynäkologe
Dr. Joel Brasch ist Arzt und Leiter der 2005 gegründeten Klinik Chicago IVF. Durch die American Board of Obstretics and Gynecology zertifizierter Mediziner mit mehr als 25 jähriger Erfahrung in Kinderwunschbehandlungen und Reproduktionsmedizin. Dr. Brasch ist ebenso Leiter der Abteilung für reproduktive Endokrinologie und Unfruchtbarkeit im Ärztezentrum Mount Sinai. Mehr über Dr. Joel G. Brasch
Auf deutsch angepasst von:
 Romina P.
Romina P.
Babygest Staff
Chefredakteurin und Übersetzerin für die englische und deutsche Ausgabe von Babygest. Mehr über Romina P.

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