Muss man beim Embryotransfer der Leihmutter dabei sein?

durch (gynäkologe), (embryologin) Und (babygest staff).
Aktualisiert am 05/07/2019

Der Transfer von Embryonen in die Gebärmutter der Leihmutter ist einer der Augenblicke in der Leihmutterschaft, in dem sich die Wunscheltern entscheiden können, anwesend zu sein, obwohl er nicht als Schlüsselmoment angesehen wird und daher die Mehrheit nicht anwesend ist.

Wichtige Momente in der Leihmutterschaft

Die Gewinnung der Gameten (Eizellen und Spermien) der zukünftigen Eltern und die Geburt sind die Momente, in denen es notwendig ist, in das Land zu reisen, in dem der Leihmutterschaftsprozess durchgeführt wird. Reisen ist mit zusätzlichen Kosten verbunden, so dass die Wunscheltern beschließen, nur in den 2 oder 3 wichtigsten Momenten anwesend zu sein.

Es gibt jedoch Wunscheltern, die nicht mehr Kontakt als unbedingt notwendig mit der Leihmutter haben; andere pflegen aber eine engere Beziehung zu ihr und wollen vielleicht mehr an der Schwangerschaft teilnehmen.

In diesen Fällen wollen sie in der Regel in das von ihnen ausgewählte Land reisen, um beim Ultraschall im zweiten oder dritten Trimester dabei zu sein, was ein sehr emotionaler Moment ist, da sie das Baby in Großauflösung sehen können.

Ein weiteres Mal, wenn zukünftige Eltern anwesend sein wollen, ist der Embryotransfer, wenn der Embryo oder die Embryonen in die Gebärmutter der Leihmutter eingeführt werden.

Ist es wichtig, beim Transfer anwesend zu sein?

Der Transfer ist ein sehr wichtiger Moment; es ist der Moment, in dem der Embryo in die Gebärmutter gelangt. In diesem Moment ist das Endometrium der Leihmutter darauf vorbereitet, den Embryo aufzunehmen und wachsen zu lassen.

In der Gebärmutter kann der Embryo bereits mit der Gebärmutterschleimhaut interagieren, um sich einnisten zu können, falls er im Blastozystenstadium übertragen wird. Wenn es sich um einen frühen Embryo handelt (2 oder 3 Tage in Kultur), wird es noch einige Tage dauern, bis er die Reife erreicht hat, um sich einzunisten; der Zeitpunkt des Transfers hat jedoch Symbolkraft.

Die Anwesenheit beim Embryotransfer ermöglicht es den Eltern, den Prozess hautnah zu erleben und sie stärker in alles einzubeziehen, was die Leihmutter durchmacht. Außerdem fühlt sie sich unterstützt, wenn zukünftige Eltern in Zeiten wie diesen bei ihr sind.

Wenn die Anwesenheit beim Transfer schwierig wird

Es ist nicht immer möglich, dass Wunscheltern zu diesem Zeitpunkt anwesend sind, besonders wenn sie eine lange Reise machen müssen. Die Entfernung ist ein Problem; die Anwesenheit beim Transfer bedeutet eine weitere Reise ins Ausland und noch höhere Kosten mit jedem Besuch.

Viele wollen vielleicht nicht dabei sein, weil sie den Transfer für einen kalten und rein medizinischen Moment halten. Er ist nicht so emotional relevant wie der Ultraschall- der Moment in dem sie das Baby zum ersten Mal sehen- weshalb die Wunscheltern oft der Ansicht sind, dass es sich nicht lohnt, nur wegen den Embryotransfer zu verreisen.

Es kann auch sein, dass die Leihmutter nicht möchte, dass die Eltern anwesend sind. Für sie kann es sich seltsam anfühlen und ein Gefühl von Verwundbarkeit hervorrufen, wenn die Wunscheltern im Raum dabei sind, wenn sie gerade sich in einer gynäkologischen Position befindet.

Damit sich keine der Parteien in einer unangenehmen Situation befindet oder in einer Situation, in der sie nicht sein wollen, ist es wichtig, sich mit der Leihmutter über die Momente abzustimmen, in denen die Wunscheltern anwesend sein werden.

Wenn die Eltern anwesend sein möchten, aber nicht können, kann der Partner der Schwangeren mit ihrer Zustimmung ein Video aufnehmen und es an die zukünftigen Eltern senden, damit sie an der Erfahrung teilhaben können.

Fragen die Nutzer stellten

Können die Wunscheltern beim Embryotransfer der Leihmutter anwesend sein?

durch Dr. Joel G. Brasch (gynäkologe).

Ja natürlich, vorausgesetzt die Leihmutter ist damit einverstanden.

Ist der Embryotransfer einer der Momente, in denen man unbedingt dabei sein muss?

durch Sara Salgado (embryologin).

Die Wunscheltern können in Momenten wie diesem dabei sein, kommt aber nicht häufig vor. Sie müssen bei der Gamentenentnahme unbedingt dabei sein, sollten die Gameten der Wunscheltern verwendet werden, sowie bei der Geburt.

Erfahren wir ob der Transfer geklappt hat, auch wenn wir nicht dabei sein können?

durch Sara Salgado (embryologin).

Ja, die Agentur oder die Leihmutter selbst informiert die Wunscheltern wie der Transfer gelaufen ist. In manchen Fällen hat die Leihmutter sogar ein Video parat, in dem zu sehen ist, wie die Kanüle eingeführt und der Inhalt in ihre Gebärmutter übertragen wird.

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Literaturverzeichnis

Autoren und Mitwirkende

Dr. Joel G. Brasch
Dr. Joel G. Brasch
Gynäkologe
Dr. Joel Brasch ist Arzt und Leiter der 2005 gegründeten Klinik Chicago IVF. Durch die American Board of Obstretics and Gynecology zertifizierter Mediziner mit mehr als 25 jähriger Erfahrung in Kinderwunschbehandlungen und Reproduktionsmedizin. Dr. Brasch ist ebenso Leiter der Abteilung für reproduktive Endokrinologie und Unfruchtbarkeit im Ärztezentrum Mount Sinai. Mehr über Dr. Joel G. Brasch
 Sara Salgado
Sara Salgado
Embryologin
Abschluss in Biochemie und Molekularbiologie an der Universidad del Pais Vasco (UPV/EHU), mit Masterabschluss in assistierter Reproduktion an der Universidad Complutense de Madrid (UCM). Universitätsabschluss in Genetischer Diagnostik an der Universidad de Valencia (UV). Mehr über Sara Salgado
Auf deutsch angepasst von:
 Romina P.
Romina P.
Babygest Staff
Chefredakteurin und Übersetzerin für die englische und deutsche Ausgabe von Babygest. Mehr über Romina P.

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