Leihmutterschaft in Belgien

durch (embryologin) Und (babygest staff).
Aktualisiert am 07/01/2016

Belgien ist ein europäisches Land, dem es an einer spezifischen Regelung für die Leihmutterschaft mangelt. Obwohl es viele Gesetzesentwürfe zu diesem Thema gibt, wird keiner von ihnen genehmigt, so dass sich die Leihmutterschaft in Belgien in einer rechtlichen Grauzone befindet.

Anfang 2012 wurden mehrere Gesetzesvorlagen im Parlament und im Senat diskutiert. Die jüngsten Vorschläge zielen darauf ab, die kommerzielle Leihmutterschaft sowie ihre Werbung zu verbieten und andere Arten der Leihmutterschaft angemessen zu regulieren.

Im Anschluss finden Sie ein Inhaltsverzeichnis mit allen Punkten, die wir in diesem Artikel behandeln.

Gesetz über die medizinisch assistierte Reproduktion

Das Gesetz vom 6. Juli 2007 über die medizinisch assistierte Fortpflanzung und die Verwendung überzähliger Embryonen und Gameten berücksichtigt nicht die Leihmutterschaft.

In Belgien muss in der Geburtsurkunde die gebärende Frau angegeben werden, und es wird daher festgestellt, dass diese Frau die rechtliche Mutter des Neugeborenen ist, unabhängig davon, ob sie die genetische Mutter des Neugeborenen ist oder nicht ("mater semper certa est"). Im Falle einer Heirat wird der Mann der Leihmutter als rechtlicher Vater des Neugeborenen anerkannt ("Pater is est quem niptiae demonstrant").

Es besteht keine Möglichkeit, das Gesetz "mater semper certa est" aufzuheben, da es sonst gegen die öffentliche Ordnung verstößt. Daher wird kein Leihmutterschaftsvertrag das Grundprinzip, das die Mutterschaft bestimmt, ändern.

Steht der Name der Leihmutter nicht auf der Geburtsurkunde oder liegt keine Geburtsurkunde vor, kann die Mutterschaft einer Frau, die sie anerkennen möchte, zugesprochen werden (einschließlich der Wunschmutter). Jedoch braucht es die Zustimmung der Eltern die schon vorher als Eltern rechtlich anerkannt worden waren.

Wenn die Leihmutter nicht verheiratet ist, wird das Baby nicht automatisch einem Elternteil zugeordnet. Es besteht jedoch die Möglichkeit, dass jeder Mann das Baby freiwillig anerkennen oder dass die Vaterschaft vor Gericht festgestellt werden kann.

Obwohl man das fehlende Verbot ausnutzen kann, um eine Leihmutterschaft durchzuführen, muss diese altruistisch sein.

Kommerzielle Leihmutterschaft ist verboten, da die Leihmutter, wenn sie einen finanziellen Ausgleich erhält, der über die Erstattung der Schwangerschaftskosten hinausgeht, rechtswidrig handelt und gegen die moralische Ordnung verstößt.

Nach dieser Regelung ist es eindeutig, dass man die rechtliche Grauzone ausnutzt um eine altruistische Leihmutterschaft in Belgien durchzuführen. Was bedeutet:

  • Die Leihmutterschaftsverträge sind nicht rechtlich bindend.
  • Im Allgemeinen wird die Mutterschaft der Leihmutter zugesprochen.
  • Es gibt kein Gesetz, das den Schutz der Rechte der Minderjährigen, der Leihmutter und der Wunscheltern garantiert
  • Für die Anerkennung der rechtlichen Vaterschaft ist ein Adoptionsverfahren erforderlich

Die Leihmutterschaft wirft von allen Behandlungen der assistierten Reproduktion die meisten Fragen und Zweifel auf.
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Anforderungen an die Leihmutter und Wunscheltern

Da es in Belgien keine aktuelle spezifische Regelung zur Leihmutterschaft gibt, gibt es mehrere Gesetzesvorschläge in dieser Hinsicht. Nicht alle dieser Vorschläge sind sich einig darüber, wie die Regulierung und Kontrolle der Technik in dem belgischen Land erfolgen soll.

Dennoch legen die wichtigsten Gesetzesvorschläge bestimmte gemeinsame Bedingungen fest, die im Folgenden zusammengefasst werden:

  • Mindestalter der Leihmutter: zwischen 18 und 21 Jahren.
  • Mindestalter der Leihmutter: zwischen 36 und 45 Jahren.
  • Einige Vorschläge deuten darauf hin, dass zukünftige Eltern ihren ständigen Wohnsitz oder ihre Staatsangehörigkeit in Belgien haben müssen, während andere vorschlagen, dass die Leihmutter die belgische Staatsangehörigkeit haben sollte.
  • Die Leihmutter muss mindestens ein eigenes Kind zur Welt gebracht haben
  • Die zukünftige Leihmutter muss in Bezug auf Schwangerschaft und Geburt gesund sein.
  • Damit eine Leihmutterschaft durchgeführt werden kann, ist der Nachweis der Empfängnisunfähigkeit der Mutter erforderlich.
  • Eine Leihmutterschaft ist in der Regel nur zulässig, wenn mindestens einer der zukünftigen Elternteile seine genetische Belastung, d.h. die Eizellen oder das Sperma, beiträgt.
  • In den verschiedenen Vorschlägen zum Familienstand und der sexuellen Orientierung der zukünftigen Eltern sowie in Bezug auf ihr Höchstalter gibt es unterschiedliche Meinungen.

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Autoren und Mitwirkende

 Andrea Rodrigo
Andrea Rodrigo
Embryologin
Abschluss in Biotechnologie von der Polytechnischen Universität Valencia (UPV) mit Master-Abschluss in Biotechnologie der assistierten menschlichen Reproduktion, unterrichtet von der Universität Valencia in Zusammenarbeit mit dem Valencianischen Institut für Unfruchtbarkeit (IVI). Postgraduierte Expertin für medizinische Genetik. Mehr über Andrea Rodrigo
Auf deutsch angepasst von:
 Romina Packan
Romina Packan
Babygest Staff
Chefredakteurin des Magazins Babygest auf Deutsch. Mehr über Romina Packan

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