Leihmutterschaft in Chile: Aktuelle Gesetzgebung und Gesetzesentwurf

durch (projektmanagerin von babygest) Und (babygest staff).
Aktualisiert am 08/04/2019

Derzeit gibt es in Chile keine spezielle Gesetzgebung zur Leihmutterschaft. Ein Ende 2017 vorgelegter Gesetzentwurf empfiehlt jedoch die Zulassung dieser Technik der assistierten Reproduktion.

Zu diesem Zweck schlägt er einen Text mit klaren Regeln und einem Hang zur Solidarität vor, um die Unfruchtbarkeit zu bekämpfen:

Das Thema ansprechen

Am 29. November 2017 präsentierten drei Abgeordnete der Partei für Demokratie (Partido por la Democracia, PPD) einen Gesetzentwurf zur Regelung der Leihmutterschaft in Chile.

Ihre Priorität war dabei, das Thema anzusprechen da sie davon ausgingen, dass der Gesetzesentwurf weder leicht noch schnell voran ginge.

Das Ziel der PPD-Abgeordneten ist es , dass Chile über das Thema nachdenkt, wie es bereits andere Länder wie Kanada, die Vereinigten Staaten, Russland, Portugal oder Mexiko getan haben.

Assistierte Reproduktion und Schwangerschaft durch Leihmutterschaft

Eines der Ziele der PPD ist es, Lösungen zur Steigerung der nationalen Geburtenrate vorzuschlagen. In den letzten 10 Jahren ist diese Rate deutlich gesunken, von 3 Kindern pro Familie auf 1,6.

Zu den fortgeschrittenen Ursachen für diesen Rückgang der Geburtenrate in Chile gehört neben den Veränderungen der Mentalität in der Gesellschaft auch die zunehmende Unfruchtbarkeit von Paaren.

Es wird geschätzt, dass 10% der chilenischen Paare an ehelicher Unfruchtbarkeit leiden. Gelegentlich ist diese Unfruchtbarkeit auf medizinische Probleme der Frau wie das Fehlen der Gebärmutter (angeboren oder erworben) zurückzuführen.

Das Gesundheitssystem erkennt jedoch Probleme bei der Empfängnis und Schwangerschaft immer noch nicht als Krankheit an.

Aus diesem Grund beabsichtigen die Abgeordneten der PDP, durch die Förderung der Debatte über Leihmutterschaft Lösungen vorzuschlagen. Auf technischer und klinischer Ebene sind sie der Ansicht, dass Chile auf die Durchführung dieser Methode der assistierten Reproduktion bestens vorbereitet ist.

Gesetzgebung zur Leihmutterschaft in Chile

Die geltende chilenische Gesetzgebung sieht die Möglichkeit nicht vor, dass ein Paar oder eine einzelne Person auf eine Frau zurückgreift, die den biologischen Teil der Schwangerschaft ihres Babys übernimmt. Es gibt nichts, was die Leihmutterschaft reguliert.

Darüber hinaus wird die Kindschaft durch die Geburt definiert. Die Mutter ist diejenige, die gebärt: Die Geburtsurkunde ist es, die ihre Mutterschaft nach chilenischem Recht rechtfertigt.

Andererseits gibt es in Chile keine Möglichkeit der direkten Adoption.

Die direkte Adoption ermöglicht es einem Paar oder einer Person, sich direkt mit den biologischen Eltern abzustimmen, um die rechtlichen Eltern eines Kindes zu werden.

Diese Umstände verhindern eine Leihmutterschaft (traditionell oder durch IVF-Behandlung), da es keinen rechtlichen Weg für eine spätere rechtliche Anerkennung des Babys durch die zukünftigen Eltern gibt.

Der einzige machbare Weg für Chilenen, die auf diese Weise ein Kind haben wollen, ist eine Reise ins Ausland, in ein Land, in welche diese Praxis legal ist.

Deshalb ist die Behandlung auf finanziell gutgestellte Personen begrenzt.

Der Gesetzentwurf der PPD

Die Abgeordneten der PPD Miguel Angel Alvarado, Loreto Carvajal und Guillermo Ceroni wollen in ihrem am 29. November 2017 dem Parlament vorgelegten Entwurf dieser Situation ein Ende setzen. Der Entwurf plädiert für eine geregelte Authorisierung der Leihmutterschaft in Chile.

Neben dem Kampf, dass Unfruchtbarkeit als Krankheit anerkannt wird, zielt der Entwurf darauf ab, neue Familienmodelle zu unterstützen. Chile wird gebeten, die Leihmutterschaft sowohl für Paare als auch für alleinstehende Personen zu genehmigen.

Paare können verheiratet sein oder nicht. Darüber hinaus kann es sich sowohl um heterosexuelle als auch homosexuelle Paare handeln.

Ein weiteres zentrales Thema des Projekts wäre der uneigennützige und unterstützende Charakter der Leihmutter, die nur die Kosten erstattet bekommt, welche ihr durch die Schwangerschaft entstehen.

Der dem Parlament vorgelegte Text zielt darauf ab, problematische Situationen vorherzusehen, indem er zugunsten des altruistischen Charakters dieser Methode klare Regeln und Bedingungen festlegt:

Damit soll verhindert werden, dass sich sich dieser Markt zu einem kommerziellen Geschäft entwickelt in der Frauenrechte verletzt werden.

Andererseits müssen Wunscheltern, die diese Behandlung der assistierten Reproduktion durchführen wollen, bestätigen, dass sie erfolglos versucht haben, die Schwangerschaft mit einer anderen Methode zu erreichen. Bei männlichen Paaren ist diese Anforderung nicht erforderlich.

Anforderungen, um eine Leihmutter in Chile zu werden

Wenn der PPD-Gesetzentwurf angenommen wird, wird es in Chile eine Reihe von Bedingungen geben, um eine Leihmutter werden zu können. Die wichtigsten Anforderungen an die Kandidatin:

  • Sie muss dieChilenische Staatsangehörigkeit besitzen
  • Ihr Wohnsitz liegt in Chile
  • Keine Vorstrafen
  • Mindestalter zwischen 25 und 45 Jahren
  • Keine Beziehung irgendeiner Art zu den Wunscheltern
  • Sie muss schon ein gesundes Kind auf die Welt gebracht haben

Darüber hinaus muss die schwangere Frau eine stabile wirtschaftliche Situation nachweisen. Wie wir bereits erwähnt haben, darf die Leihmutterschaft in Chile nämlich nicht kommerziell sein. Der Text des Gesetzentwurfs betont den altruistischen und unterstützenden Charakter des Verfahrens.

Das bedeutet, dass die Leihmutter von den Wunscheltern nur die notwendigen Mittel zur Deckung der Kosten der Schwangerschaft erhält. Um optimale Bedingungen zu gewährleisten, muss sie sich in einer günstigen wirtschaftlichen und sozialen Situation befinden.

Eine Frau kann nur höchstens zweimal als Leihmutter arbeiten. Sie muss in einem Register für Leihmutterschaft eingetragen werden.

Schließlich muss sie ausdrücklich auf das Recht verzichten, von ihrer Mutterschaft des Kindes Gebrauch zu machen.

Fragen die Nutzer stellten

durch Natalia Alvarez (projektmanagerin von babygest).

Noch nicht. Sie ist weder erlaubt noch verboten. Aber dadurch, dass es keine Regelung zur Vaterschaftsanerkennung zwischen dem Kind und den Wunscheltern gibt, sorgt dafür dass keine Leihmutterschaft stattfindet.

Ein Gesetzentwurf aus dem Jahr 2017 sollte im Parlament diskutiert werden, aber es ist noch nicht bekannt, wann und ob er zu einer Genehmigung führen wird.

Muss die Leihmutter Chilenin sein?

durch Natalia Alvarez (projektmanagerin von babygest).

Ja, laut PPD-Gesetz muss eine Frau eine chilenische Staatsangehörige sein, um in Chile eine Leihmutter zu sein. Darüber hinaus gelten andere Altersanforderungen (zwischen 25 und 45 Jahren), gesundheitliche Anforderungen (sie muss zuvor ein gesundes Kind gehabt haben) und es dürfen keine Vorstrafen vorliegen.

Wie suche ich mir eine Leihmutter?

durch Natalia Alvarez (projektmanagerin von babygest).

Wie bereits erwähnt, kann ein Leihmutterschaftsverfahren in Chile aufgrund rechtlicher Komplikationen nach der Geburt des Kindes noch nicht rechtlich durchgeführt werden. Die Leihmutter würde als legale Mutter angesehen werden, auch wenn das Baby nicht genetisch ihres ist. Daher ist es nicht empfehlenswert, sich dort eine Frau zu suchen, die dazu bereit wäre.

Wenn der PPD-Gesetzentwurf verabschiedet wird, werden die Kandidaten registriert, so dass sich potenzielle Wunscheltern an sie wenden können.

Für Sie empfohlen

In Chile wurde der Gesetzesentwurf noch nicht diskutiert und man weiß im Moment nicht, ob der gesamte Entwurf verabschiedet wird. Um zu wissen, welche die verschiedenen Aspekte sind, die ein Leihmutterschaftsgesetz in Betracht ziehen sollte, können Sie den folgenden Artikel lesen: Was sagt das Gesetz zur Leihmutterschaft?

Obwohl der Verdacht besteht, dass sich die Behandlung an chilenische Wunscheltern richtet, ist noch nicht klar, ob Ausländer zur Durchführung einer Leihmutterschaft nach Chile gehen können. Wenn Sie derzeit auf der Suche nach einem Land sind, das für deutsche Wunscheltern geeignet ist, empfehlen wir Ihnen, den folgenden Artikel zu lesen: Welches Land ist für deutsche Wunscheltern geeignet?

Unter den Ländern, welche ein Gesetz zur Regelung der Leihmutterschaft verabschiedet haben, sind nicht alle dafür. Einige verbieten sie, während andere es mit vielen Einschränkungen zulassen. Um den rechtlichen Status der Leihmutterschaft in jedem Staat herauszufinden, empfehlen wir Ihnen, dem untenstehenden Link zu folgen: Leihmutterschaft international

Wir legen viel Arbeit in die Redaktion der Artikel. Wenn Sie diesen Artikel teilen, helfen und motivieren Sie uns mit unserer Arbeit.

Literaturverzeichnis

Autoren und Mitwirkende

 Natalia Alvarez
Natalia Alvarez
Projektmanagerin von Babygest
Abschluss in Wirtschaftswissenschaften an der Universität von Alicante. Sie verfügt über mehr als 9 Jahre Erfahrung im Bereich der assistierten Reproduktion und war Schöpferin und Leiterin der ersten Messe für assistierte Reproduktion in Spanien. Sie ist die Direktorin von Babygest und ist eine Expertin auf dem Gebiet der Leihmutterschaft, weil sie in all diesen Jahren die Möglichkeit hatte, hunderte von realen Fällen von Paaren kennenzulernen, die Behandlungen für Leihmutterschaft durchgeführt haben, und kennt die besten Fachleute und internationalen Kliniken. Mehr über Natalia Alvarez
Auf deutsch angepasst von:
 Romina Packan
Romina Packan
Babygest Staff
Chefredakteurin des Magazins Babygest auf Deutsch. Mehr über Romina Packan

Alles über assistierte Reproduktion auf unseren Kanälen.