Leihmutterschaftsverfahren in Connecticut

durch (embryologin) Und (babygest staff).
Aktualisiert am 22/08/2019

Connecticut ist einer der Staaten in den USA, die der Leihmutterschaft tolerant gegenüberstehen. Dieser Staat befindet sich deshalb unter den so genannten Leihmutterschaftsfreundlichen Staaten mit geregelter Rechtslage.

Connecticut hat eine Gesetzgebung, die gut durch die Connecticut General Assembly geregelt ist und stellt Gerichtsurteile aus, die Wunscheltern als legale Eltern des Babys noch vor der Geburt anerkennen. Diese werden pre-birth order genannt.

Diese lockere Gesetzgebung und die Tatsache, dass Connecticut nicht weit von New York entfernt ist, sorgen dafür, dass Connecticut ein beliebtes Reiseziel für Wunscheltern ist, die auf diese Reproduktionstechnik zurückgreifen müssen, um Eltern zu werden.

Leihmutterschaftsgesetz in Connecticut

Die Leihmutterschaft ist in Connecticut seit 2011 gesetzlich geregelt: Conn.Gen.Stat.§7-48a.

Nach diesem Gesetz kann ein Wunschelternteil, entweder genetisch verwandt oder nicht, durch einen gültigen Leihmutterschaftsvertrag zum rechtlichen Elternteil eines Kindes werden. Folglich kann der Wunschvater durch ein Gerichtsbeschluss auf der Geburtsurkunde zum rechtlichen Elternteil erklärt werden, unabhängig von seiner biologischen Beziehung zum Kind.

Eine der Vorteile dieses Gesetzes ist, dass diese den Zugang zur Leihmutterschaft für alle Familienmodelle ermöglicht, unabhängig von Familienstand oder sexueller Orientierung.

Darüber hinaus gewährt Connecticut den werdenden Eltern eine pre-birth order, damit sie vor der Geburt als legale Eltern des Babys erkannt werden können.

Diese pre-birth order kann auch dann erteilt werden, wenn keine der Parteien in Connecticut wohnt, solange die Geburt des Babys in diesem Bundesstaat ist. Es ist jedoch sehr wahrscheinlich, dass die Leihmutter in Connecticut wohnt um den Leihmutterschaftsprozess durchzuführen.

Familienmodelle

Connecticut ist einer der beliebtesten Staaten in den USA für einen Leihmutterschaftsprozess.

Einer der Gründe dafür ist, dass der Bundesstaat den Zugang allen Familienmodellen ermöglicht, ohne zu diskriminieren oder dafür eine Ehe bei Pärchen voraussetzen:

  • Heterosexuelle Paare
  • Homosexuelle Paare, ob männlich oder weiblich
  • Alleinstehende Männer
  • Alleinstehende Frauen

Darüber hinaus können Wunscheltern ihre Gameten einbringen oder Gameten von Spendern nutzen. Die pre-birth order wird jedem Familienmodell gewährt, unabhängig davon, ob Spenderei, Spendersamen oder beides genutzt werden.

Vaterschaftsanerkennung

Das Bureau of Vital Statistics von Connecticut (entspricht Standesamt) stellt Geburtsurkunden aus, in denen die Wunscheltern als rechtliche Eltern des Kindes benannt werden, vorausgesetzt es liegt ein Gerichtsurteil vor.

Als nächstes erklären wir die Schritte, die durchgeführt werden müssen, damit das Baby in den USA registriert und dann im deutschen Standesamt eingetragen werden kann.

Die US-amerikanische Staatsbürgerschaft erhalten

Nachdem das Baby in Connecticut geboren wurde, wird eine Geburtsurkunde im Original ausgestellt, die mit dem Namen der eingetragenen biologischen Mutter eingereicht wird.

Wenn ein gültiger Leihmutterschaftsvertrag zwischen der Leihmutter und den Wunscheltern vorliegt, stellt das Department of Public Health eine Ersatz-Geburtsurkunde mit dem Namen der Wunscheltern aus. Dazu ist es notwendig, die pre-birth order vor der Geburt des Kindes vorzulegen.

Unmittelbar nachdem die Ersatz-Geburtsurkunde ausgestellt worden ist, wird eine beglaubigte Kopie an das Standesamt der Geburtsstadt geschickt und das Baby erhält die US-Staatsbürgerschaft.

Diese Behördengänge gehen ziemlich schnell über die Bühne. In der Regel bekommen Wunscheltern in etwa einer Woche die US-amerikanische Geburtsurkunde.

Was homosexuelle Paare betrifft, so werden die Wunscheltern auf der Geburtsurkunde gleichberechtigt als Elternteil und Elternteil angegeben, unabhängig davon, welcher der beiden die Gameten beigetragen hat.

Eintragung des Babys in Deutschland

Wenn es sich um deutsche Wunscheltern handelt, gibt es dank der pre-birth order in der Regel kein Problem, ihr Kind in Deutschland eintragen zu lassen, da es sich um ein Gerichtsurteil handelt, das die Wunscheltern als rechtliche Eltern des Kindes anerkennt.

Dieses Gerichtsurteil wird in Deutschland anerkannt, wie der Bundesgerichtshof 2014 beschlossen hat.

So müssen die Wunscheltern nach der Geburt des Babys den pre-birth orderl beim deutschen Konsulat oder der deutschen Botschaft in Connecticut vorlegen, um ihr Kind einzutragen und mit ihm nach Deutschland zurückkehren zu können.

Leihmutter

Laut Gesetz Conn.Gen.Stat.§7-48a des Bundesstaates Connecticut hat eine Leihmutter, die keine biologische Verbindung zu dem geborenen Kind hat, kein Elternrecht in Bezug auf dieses Kind.

Zu beachten ist dabei, dass ein gültiger Leihmutterschaftsvertrag vorliegen muss, damit die Leihmutter keine elterlichen Rechte auf das Kind hat.

Dieser Vertrag bedarf der Schriftform und umfasst die folgenden Teile:

  • Die Unterschriften jeder der beteiligten Parteien, einschließlich des Ehemanns der Leihmutter, wenn sie verheiratet ist.
  • Die Verpflichtungen der beteilligten Parteien.
  • Die finanzielle Entschädigung an die Leihmutter.
  • Die Rücktrittsbedingungen für den Fall, dass eine der Parteien vom Vertrag zurücktreten möchte.

In dieser Vereinbarung zur Leihmutterschaft verpflichtet sich die Leihmutter, mit Hilfe der assistierten Reproduktion befruchtet zu werden, um mit den Gameten anderer Personen (Wunscheltern oder Spender) schwanger zu werden.

Es sollte auch erwähnt werden, dass in Connecticut die traditionelle Leihmutterschaft erlaubt ist, bei der die Leihmutter auch ihre eigenen Eizellen miteinbringt. Diese Form der Leihmutterschaft wird jedoch aufgrund möglicher rechtlicher Probleme nicht empfohlen.

Gametenspender in Connecticut

Das Gesetz zur assistierten Reproduktion im Bundesstaat Connecticut hat einen eigenen Abschnitt, der die Spende von Eizellen und Spermien regelt: Section 45a-775.

Nach diesem Gesetz kann die Spende von Gameten anonym oder öffentlich erfolgen; in keinem Fall aber hat der Spender ein Anrecht auf das durch eine Fruchtbarkeitsbehandlung geborene Baby.

Fragen die Nutzer stellten

Ist die traditionelle Leihmutterschaft in Connecticut erlaubt?

durch Zaira Salvador (embryologin).

Ja, es gibt kein Gesetz dass die traditionelle Leihmutterschaft verbietet. Jedoch bekommen Wunscheltern keine pre-birth order und müssen bis zur Geburt warten, damit die Leihmutter auf ihre elterlichen Rechte gegenüber dem Kind verzichtet.

Welche Vorteile hat eine Leihmutterschaft in Connecticut?

durch Zaira Salvador (embryologin).

Eine Leihmutterschaft in Connecticut hat viele Vorteile, da sie zu den leihmutterschaftsfreundlichen Staaten mit geregelter Rechtslage gehört. Die Vorteile sind folgende:

  • In der Gesetzgebung wird die Leihmutterschaft berücksichtigt.
  • Die Vaterschafts wird durch ein Gerichtsurteil anerkannt, eine sogenannte pre-birth order
  • Alle Familienmodelle haben Zugang zur Leihmutterschaft, Familienstand oder sexuelle Orientierung spielen dabei keine Rolle.
  • Es können Eizellen und Spermien von Spendern eingesetzt werden.
  • Was kostet eine Leihmutterschaft in Connecticut?

    durch Zaira Salvador (embryologin).

    Der Preis hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie zum Beispiel ob Gametenspenden benötigt werden, die Agenturpreise, Bedingungen der Leihmutter, etc. Jedoch ist Connecticut nicht unter den teuersten Orte der USA zu finden, die Kosten dort belaufen sich auf zwischen 110.000 und 180.000€.

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Literaturverzeichnis

Autoren und Mitwirkende

 Zaira Salvador
Zaira Salvador
Embryologin
Abschluss in Biotechnologie an der polytechnischen Universität Valencia (UPV) und Spezialistin für assistierte Reproduktion mit Masterabschluss in Human Reproduction Biotechnology am Instituto Nacional de Infertilidad (IVI) und der Universität Valencia. Mehr über Zaira Salvador
Auf deutsch angepasst von:
 Romina Packan
Romina Packan
Babygest Staff
Chefredakteurin des Magazins Babygest auf Deutsch. Mehr über Romina Packan

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