Gescheiterte Einnistung des Embryos: Ursachen, Symptome und Lösungen

durch (gynäkologe), (embryologin) Und (babygest staff).
Aktualisiert am 12/07/2019

Eine gescheiterte Einnistung bezieht sich auf die Unfähigkeit, eine Schwangerschaft zu erreichen, da der Embryo, sobald er durch die Vereinigung von Eizelle und Sperma befruchtet wurde, sich nicht an die Gebärmutterwand heftet, um den Dottersack zu bilden.

Es ist schwierig herauszufinden, ob die Ursache der Unfruchtbarkeit bei einem Paar auf Einnistungsversagen zurückzuführen ist, da man nicht weiß ob die Befruchtung stattfindet, während man versucht auf natürliche Weise schwanger zu werden.

Andererseits ist es üblicher, von einem Einnistungsversagen bei einer In-vitro-Fertilisation (IVF) zu sprechen, wenn nach mehreren Embryotransfers das Ergebnis immer negativ ist.

Im Anschluss finden Sie ein Inhaltsverzeichnis mit allen Punkten, die wir in diesem Artikel behandeln.

Was ist eine Embryonenimplantation?

Die Embryonenimplantation in die Gebärmutter besteht darin, dass sich der Embryo an das Endometrium heftet, der inneren Schicht, die die Gebärmutter bedeckt. Nach der Implantation/Einnistung setzt der Embryo seine Entwicklung fort, der Dottersack und die Plazenta werden gebildet, und die Schwangerschaft beginnt für die nächsten 9 Monate.

Damit die Einnistung stattfinden kann, muss die Gebärmutterschleimhaut aufnahmefähig sein. Das bedeutet, dass das Endometrium die Dicke und die Eigenschaften aufweisen muss, die für die Aufnahme des Embryos erforderlich sind.

Sobald der der Embryo etwa 6-7 Tage alt ist und sich in der Blastozyste befindet, erfolgt die Einnistung.

Der Zeitraum, in dem eine perfekte Synchronisation zwischen der Blastozyste und der Gebärmutterschleimhaut besteht, ist das Implantationsfenster, das mehrere Tage andauern kann.

Implantations- bzw. Einnistungsversagen

Ein Einnistungsversagen ist der Verlust eines lebensfähigen Embryos, da dieser sich nicht an die Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) heften kann und somit keine Vereinigung stattfindet.

Normalerweise sprechen wir von einem Einnistungsversagen bei Frauen oder Paaren, die sich einer Behandlung der assistierten Reproduktion unterziehen: Wenn die IVF nicht funktioniert, nachdem der Embryo für seine Entwicklung in Kultur gehalten und in die Gebärmutter übertragen wurde.

Insbesondere ist dann ein Einnistungsfehler gegeben, wenn die Frau nach 3 vollständigen IVF-Zyklen, mit dem Transfer von etwa 6 oder mehr Embryonen oder nach 2 Ovodonationszyklen keine Schwangerschaft erreicht hat.

Außerdem müssen während der IVF die folgenden Anforderungen erfüllt sein, damit als Unfruchtbarkeitsproblem Einnistungsversagen diagnostiziert wird:

  • Es werden Embryonen von guter Qualität übertragen.
  • Beim Embryotransfer entstehen keine Probleme, wie z.B. die Unfähigkeit, die Kanüle durch den Gebärmutterhals einzuführen.
  • Es gibt keine Probleme in der Gebärmutter.

Gescheiterte Einnistungen sorgen bei den zukünftigen Eltern für große Frustration, da sie nicht wissen warum sie nicht schwanger werden.

Ursachen

Es ist sehr schwierig herauszufinden, warum sich nach mehreren Versuchen kein Embryo einnistet. Die gewöhnlichsten Ursachen für eine gescheiterte Einnistung können jedoch wie folgt eingeteilt werden:

Embryonale Ursachen
genetische Veränderungen im Embryo oder in den Gameten der Vorfahren (Eizelle und Sperma), Veränderungen in der Zona pellucida (Glashaut) des Embryos, die das Schlüpfen verhindern, etc.
Ursachen im Zusammenhang mit der Gebärmutter
infektionen, Endometriumpolypen, Myome, Endometrioseverwachsungen, Gebärmutterfehlbildungen, Hydrosalpinx, etc. Es kann auch eine Verschiebung des Implantationsfensters auftreten, die nicht der Embryonalentwicklung entspricht.
Körperliche Ursachen
thrombophilien, endokrine Veränderungen (Diabetes, Hyper- oder Hypothyreose), Autoimmunerkrankungen (Antiphospholipidsyndrom), etc.

Dennoch ist die Ursache für wiederholte Implantationsfehler in 40% der Fälle unbekannt. Eine mögliche Erklärung ist, dass es Probleme in der Kommunikation zwischen dem Endometrium und dem Embryo gibt, die den Implantationsprozess nicht abschließt.

Diagnose und Behandlung

Obwohl die Diagnose schwierig ist, müssen eine Reihe von Tests durchgeführt werden, bevor eine wirksame Behandlung durchgeführt werden kann, damit die Schwangerschaftswahrscheinlichkeit erhöht wird.

Das Ergebnis dieser diagnostischen Tests wird den Fachleuten helfen, die Fruchtbarkeitsbehandlung so individuell wie möglich zu gestalten.

Als nächstes kommen wir auf einige diagnostische Tests in Bezug auf Einnistungsversagen zu sprechen:

  • Eltern-Karyotyp
  • Hysteroskopie oder Hysterosalpingographie zur Untersuchung der Gebärmutterhöhle
  • Endometriale Biopsie zur Untersuchung der Empfänglichkeit von Endometrien
  • Studien zur Schilddrüsengerinnung oder -funktion
  • Immunmodulationstest zur Immunabwehr des Embryos

Abhängig von den Ergebnissen dieser Tests und der wahrscheinlichsten Ursache für das Einnistungsversagen der Embryonen wird die geeignete Behandlung beschrieben.

Präimplatationsdiagnostik (PID)

Wenn eine Frau ein fortgeschrittenes Alter und/oder eine niedrige Eierstockreserve aufweist, ist es sehr wahrscheinlich, dass die befruchteten Embryonen chromosomale Veränderungen aufweisen, obwohl ihre morphologische Qualität offensichtlich gut ist.

Um den Transfer dieser veränderten Embryonen nach der IVF-Behandlung zu vermeiden, verwenden die Labors für assistierte Reproduktion die Technik der genetischen Präimplantationsdiagnostik oder PID. Dabei handelt es sich um eine genetische Analyse der Embryonen mit dem Ziel, nur chromosomal gesunde Embryonen auszuwählen.

Die PID ist auch die am besten geeignete Technik, wenn der Karyotyp der Eltern verändert wurde.

Lange Blastozystenkultur

Die lange Kultur besteht darin, die Embryonen 5 Tage lang in der In-vitro-Kultur zu halten, bis sie das Blastozystenstadium erreichen. Der Embryotransfer findet daher am 5. statt am 3. Tag statt.

Mit der langen Kultur ist es möglich, eine natürliche Auswahl an Embryonen mit größerer Implantationsfähigkeit zu treffen, da es den qualitativ minderwertigeren Embryonen nicht gelingt, sich zu Blastozysten zu entwickeln und ihre Entwicklung früher einstellen.

Operationstechniken

Chirurgische Eingriffe zur Lösung wiederholter Implantationsfehler sind nur dann wirksam, wenn sich die Struktur der Gebärmutter oder der Eileiter verändert.

Beispielsweise haben IVF-Patienten mit Hydrosalpinx tendenziell niedrigere Erfolgsraten. Mit einer Salpingektomie zur Entfernung der Eilleiterflüssigkeit erhöht man daher die Chancen auf eine Schwangerschaft.

Andererseits sind Laparoskopie oder Hysteroskopie die geeigneten Methoden bei Septen, Polypen oder Myome, die die Gebärmutterhöhle verformen und die korrekte Implantation des Embryos verhindern.

Erwähnenswert ist auch das „Scratching“ , eine neuartige Technik zur Erneuerung des Endometriums und zur Erhöhung seiner Empfänglichkeit.

Endometriale Empfänglichkeitsuntersuchung (ERA)

Das Endometrial Receptivity Array (ERA) ist ein diagnostischer Test, der Informationen über die Empfänglichkeit der Gebärmutterschleimhaut an einem bestimmten Punkt des Menstruationszyklus liefert.

Dazu ist es notwendig, eine endometriale Biopsie durchzuführen und zu überprüfen, welcher der beste Tag für den Embryotransfer ist, d.h. wenn das Endometrium empfänglicher ist.

Diese Technik ist sehr nützlich, um herauszufinden, ob das Implantationsfenster verschoben wird. Wenn sich bestätigt, dass dies die Ursache für das Versagen der Implantation ist, wäre das geeignete Verfahren, die Embryonen zu verglasen diese zu übertragen sobald das Endometrium am empfänglichsten ist.

Pharmakologische Behandlung

Einige Medikamente können die Embryonenimplantation begünstigen, wenn endokrine Veränderungen, thrombophile Faktoren oder Immunveränderungen nachgewiesen werden.

So sind beispielsweise Aspirin und Heparin sehr wirksame Medikamente zur Reduzierung der Blutgerinnung bei Frauen mit Thromboserisiko. In diesem Fall sollte die Behandlung während der gesamten Schwangerschaft bis zur Geburt des Babys dauern.

Andererseits ist es bei Infektionen des weiblichen Fortpflanzungssystems ratsam, eine Behandlung mit Antibiotika durchzuführen, damit die Gebärmutter nicht entzündet wird und die endometriale Empfänglichkeit ausreichend ist.

Eizellen- und Samenspende

Wenn alle diagnostischen Studien zu Gebärmutterproblemen normal sind und die Ursache höchstwahrscheinlich embryonal ist, sollte eine Gametenspende in Betracht gezogen werden, um ein Implantationsversagen zu vermeiden.

In den meisten Fällen, und besonders wenn die Frau älter ist, ist die Ovodonation eine Behandlung, die sehr gute Ergebnisse bringt. Eizellen von gesunden, jungen Spendern haben eine hohe Implantationsrate.

Wenn es einen schwerwiegenden männlichen Faktor gibt, der eventuell die Implantation beeinflusst, kann der Spendersamen auch die am besten geeignete Option für Paare sein, die bereits mehrere Fehlversuche in der IVF hatten.

Leihmutterschaft

Wenn sich trotz Behandlungen unter optimalen Bedingungen keine Schwangerschaft eingestellt hat und mehrere unerklärte gescheiterte Einnistungen vorliegen, besteht die letzte Möglichkeit darin, auf Leihmutterschaft zurückzugreifen.

Leihmutterschaft ist eine Methode der assistierten Reproduktion bei der durch IVF befruchtete Embryonen auf eine gesunde Frau, eine so genannte Leihmutter, übertragen werden, damit sie das Kind neun Monate lang austrägt.

Die übertragenenen Embryonen können von den Wunscheltern sein wenn diese von guter Qualität sind; diese könnten somit ein biologisches Kind bekommen. Die Embryonen können auch aus Spenderzellen befruchtet werden.

Die Leihmutterschaft wirft von allen Behandlungen der assistierten Reproduktion die meisten Fragen und Zweifel auf.

Sie können dieses Tool verwenden, um einen aktualisierten Lagebericht mit allen Details zu erhalten, um Ihre Zweifel auszuräumen und Täuschungen zu vermeiden.

Fragen die Nutzer stellten

Was sind die häufigsten Ursachen bei Einnistungsstörungen?

durch Dr. Joel G. Brasch (gynäkologe).

Eine gescheiterte Einnistung bei der IVF kann aufgrund von Problemen mit der Qualität von Eizellen und Spermien, Rauchen, suboptimalen Bedingungen in der Laborkultur und Problemen mit der Empfänglichkeit der Gebärmutter auftreten.

Probleme mit der Gebärmutterempfänglichkeit können durch fibroide Polypen, Septum, Hydrosalpinx, chronische Endometritis und unzureichende Entwicklung der Uteruslinie (dünnes Endometrium) entstehen.

Kann die Empfängerin der Eizellenspende der Grund sein, warum die Einnistung scheitert?

durch Zaira Salvador (embryologin).

Die in der Eizellenspende gewonnenen Embryonen sind von sehr guter Qualität und genetische Veränderungen werden somit ausgeschlossen. Wenn nach zwei Zyklen in einer Eizellenspende immer noch keine Einnistung erfolgt, liegt die Ursache höchstwahrscheinlich bei der Gebärmutter der Empfängerin der Eizellenspende.

Was sind die Symptome einer gescheiterten Einnistung?

durch Zaira Salvador (embryologin).

Nach einem Embryotransfer gibt es kein Zeichen oder Symptom, das uns mit Sicherheit sagen kann, ob die IVF funktioniert hat oder nicht. Im Allgemeinen, wenn der Embryo nicht implantiert wurde, beginnen etwa 15 Tage später die prämenstruellen Symptome und schließlich kommt es zu Menstruationsblutungen, die das Versagen der Implantation bestätigen.

Kann es im Falle einer gescheiterten Einnistung zu einer Fehlgeburt kommen?

durch Zaira Salvador (embryologin).

Bei einem Einnistungsversagenhat sich der Embryo noch nicht an die Gebärmutter gebunden und auch der Dottersack hat sich nicht gebildet. Daher gibt es keine Fehlgeburt an sich. Der übertragene und nicht implantierte Embryo stoppt seine Entwicklung und wird bei der nächsten Menstruation der Frau beseitigt.

Für Sie empfohlen

Implantationsfehler können sowohl bei einer natürlichen Schwangerschaft als auch bei IVF-Behandlungen auftreten. Es ist jedoch üblicher, von einem Implantationsfehler nach wiederholt gescheiterten Behandlungen in der IVF zu sprechen. Um mehr über diese Behandlung im Detail zu erfahren, lesen Sie im nächsten Beitrag weiter: Was ist eine IVF?

Sie haben schon mehrere gescheiterte Einnistungsversuche hinter sich und interessieren sich deshalb für eine Leihmutterschaft? Dann empfehlen wir Ihnen diesen Artikel: Was ist eine Leihmutterschaft?

Wir legen viel Arbeit in die Redaktion der Artikel. Wenn Sie diesen Artikel teilen, helfen und motivieren Sie uns mit unserer Arbeit.

Literaturverzeichnis

Autoren und Mitwirkende

Dr. Joel G. Brasch
Dr. Joel G. Brasch
Gynäkologe
Dr. Joel Brasch ist Arzt und Leiter der 2005 gegründeten Klinik Chicago IVF. Durch die American Board of Obstretics and Gynecology zertifizierter Mediziner mit mehr als 25 jähriger Erfahrung in Kinderwunschbehandlungen und Reproduktionsmedizin. Dr. Brasch ist ebenso Leiter der Abteilung für reproduktive Endokrinologie und Unfruchtbarkeit im Ärztezentrum Mount Sinai. Mehr über Dr. Joel G. Brasch
 Zaira Salvador
Zaira Salvador
Embryologin
Abschluss in Biotechnologie an der polytechnischen Universität Valencia (UPV) und Spezialistin für assistierte Reproduktion mit Masterabschluss in Human Reproduction Biotechnology am Instituto Nacional de Infertilidad (IVI) und der Universität Valencia. Mehr über Zaira Salvador
Auf deutsch angepasst von:
 Romina P.
Romina P.
Babygest Staff
Chefredakteurin und Übersetzerin für die englische und deutsche Ausgabe von Babygest. Mehr über Romina P.

Alles über assistierte Reproduktion auf unseren Kanälen.