Eizellspende: Voraussetzungen, Tests und Ablauf

durch (embriologin), (gynäkologe) Und (babygest staff).
Aktualisiert am 25/02/2020

Die Eizellspende ist ein uneigennütziger Akt, bei dem eine gesunde junge Frau beschließt, einen kleinen Teil ihrer Eizellen an eine Kinderwunschklink oder Eibank zu spenden. Auf diese Weise kann anderen Frauen oder Paaren mit Unfruchtbarkeitsproblemen geholfen werden, schwanger zu werden. Da die Methode nicht in Deutschland nicht legal ist, wird deutschen Wunscheltern der Weg ins Ausland empfohlen. Eine Möglichkeit wäre zum Beispiel eine Eizellenspende in Spanien oder den USA.

Um ihre Eizellen spenden zu können, muss die zukünftige Spenderin eine Reihe von Anforderungen erfüllen und sich zahlreichen ärztlichen und psychologischen Untersuchungen unterziehen. Nachdem die Untersuchungen erfolgreich abgeschlossen sind, beginnt das Verfahren, welches aus zwei Phasen besteht: Stimulation der Eierstöcke und Entnahme der Eizellen.

Wenn die Eizellen der Spenderin entnommen werden, müssen diese entweder frisch befruchtet oder für die zukünftige Empfängerin krykonserviert werden.

Im Anschluss finden Sie ein Inhaltsverzeichnis mit allen Punkten, die wir in diesem Artikel behandeln.

Was ist eine Eizellspende?

Die Eizellenspende besteht aus der anonymen, freiwilligen und selbstlosen Abgabe einiger Eizellen der Spenderin an die Empfängerin, damit sich bei dieser ihr langersehnter Kinderwunsch erfüllt.

Frauen werden von Natur aus mit etwa 400.000 unreifen Eizellen in ihren Eierstöcken geboren; dabei können nur etwa 400 reifen und befruchtet werden. Die Eizellenspende setzt daher nicht die Fruchtbarkeit der Spenderin voraus, da die gespendeten Eizellen niemals verwendet werden würden.

Der Prozess der Eizellspende ist nicht einfach. Außerdem müssen gesetzlich vorgeschriebene Tests und Anforderungen des Landes, in dem die Behandlung stattfinden soll, erfüllt werden. Es ist wichtig, über alle Aspekte Bescheid zu wissen, bevor eine Entscheidung getroffen wird.

Voraussetzung zum Eizellenspenden in Spanien

Der Prozess der Eizellenspende beginnt mit einem Gespräch. Damit wird sichergestellt, dass die zukünftige Spenderin alle Anforderungen des in Spanien geltenden Gesetzes über die assistierte Reproduktion erfüllt (Gesetz 14/2006.)

Hier sind die Kriterien zur Teilnahme an einem Eizellspendeprogramm:

  • Alter zwischen 18 und 35
  • Perfekter Gesundheitszustand, sowohl körperlich als auch psychisch.
  • Die Spenderin darf nicht adoptiert worden sein.
  • Ihre Fortpflanzungsorgane müssen normal funktionieren.
  • Es dürfen keine Missbildungen, Infektionen und/oder erblich bedingte Krankheiten vorliegen.
  • Body-Mass-Index (BMI) zwischen 18 und 25.
  • Nicht mehr als 6 Lebendgeburten haben, einschließlich der eigenen Kinder der möglichen Spenderin.

Ein positiver, aber nicht notwendiger Aspekt ist, dass die Spenderin bereits Mutter war oder bei anderen Gelegenheiten Eizellen gespendet hat, was Erfolgsaussichten garantiert.

Es sei darauf hingewiesen, dass die Frau an dieser Stelle noch keine Eizellspenderin geworden ist, da sie zunächst alle notwendigen medizinischen Tests bestehen muss, die wir im nächsten Abschnitt besprechen.

Tests für die Eizellspenderin

Alle Frauen, die die gesetzlichen Anforderungen erfüllen und ihre Eier spenden, müssen sich einer Reihe von medizinischen und psychologischen Tests unterziehen. Als nächstes gehen wir auf jeden von ihnen näher ein:

Medizinische Tests

Diese Tests sollen bestätigen, dass die Spenderin keine sexuell übertragbaren oder ansteckbare Krankheiten hat, die auf die Nachkommen übertragen werden können. Deshalb werden folgende Untersuchungen durchgeführt:

Gynäkologische Untersuchung
ein Vaginal-Ultraschall, Pap-Abstrich oder eine Kultur wird durchgeführt, um die Funktion des Fortpflanzungssystems zu überprüfen.
Blutbild
beinhaltet ein vollständiges Blutbild und eine Hormonanalyse.
Serologie
Dient dazu sicherzustellen, dass die Spenderin keinen Virus oder sexuell übertragbare Krankheiten hat. Sie wird deshalb auf Herpesvirus, Hepatitis B und C, Syphilis und HIV untersucht.
Gentest
ein Karyotyp wird erstellt, um alle Chromosomen der Spenderin zu sehen, und zusätzlich wird die DNA mittels eines Tests untersucht, der mehr als 600 mögliche Erbkrankheiten analysiert.

Alle ärztlichen Untersuchungen sind für die Spenderin kostenlos.

Psychologische Tests

Das psychologische Gespräch mit Eizellspenderinnen soll sicherstellen, dass die Frau freiweillig und im Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte handelt und die Eizellenspende in Zukunft keine negativen psychischen Folgen für sie hat.

Die zukünftigen Spenderinnen müssen Fragebögen ausfüllen, die ihnen im Zentrum ausgehändigt werden. Darüber hinaus werden sie ein Interview mit dem Psychologen führen, der folgende Aspekte berücksichtigt:

  • Die aktuelle emotionale Situation.
  • Psychiatrische Vorgeschichte.
  • Familiäre Vorgeschichte.
  • Gründe für die Spende.

Wenn alle notwendigen Tests durchgeführt werden, ist der Psychologe für die Entscheidung verantwortlich, ob die Kandidatin als Eizellenspenderin angenommen wird. Wenn die Ergebnisse zufriedenstellend sind, wird daher eine Behandlung eingeleitet, um die Eizellen von der Spenderin zu erhalten.

Wie werden Eizellen entnommen?

Der Prozess, den die Spenderin durchläuft, besteht aus zwei Teilen: der Follikelstimuation und -punktion. Der Eizellspenderin muss ein hormonelles Medikament verabreicht werden, um die Produktion von Eierstockfollikel anzuregen. Im Anschluss werden die dadurch erzeugten Eizellen der Spenderin entnommen.

Diese beiden Prozesse werden in den folgenden Abschnitten beschrieben.

Follikelstimulation

Diese Phase in der Eizellenspende besteht darin, der Spenderin hormonelle Medikamente zu verabreichen, um die Entwicklung der Eierstockfollikel zu fördern. Das bedeutet, dass die Eierstöcke in der Lage sein werden, eine große Anzahl von Eiern zu produzieren.

Die Hormonmedikamente werden von der Klinik zur Verfügung gestellt und nach den vom Gynäkologen angegebenen Indikationen verabreicht. Es gibt kein Standardprotokoll- jedes wird auf die Eigenschaften der Spenderin abgestimmt. Dieses Medikament enthält die Hormone FSH, LH und auch einige GnRH-Analoga, um den spontanen Eisprung zu verhindern.

Im Allgemeinen dauert die Stimulation der Eierstöcke 8-10 Tage und während dieser Zeit muss die Spenderin alle zwei Tage in die Klinik, um das Wachstum der Follikel bis zu einer Größe von 16-18 mm zu überprüfen.

Auf diese Weise gibt der Arzt den am besten geeigneten Zeitpunkt für die Follikelpunktion an. Zusätzlich muss sich die Spenderin das Hormon hCG spritzen, um 32-36 Stunden vor dem Eingriff den Eisprung einzuleiten.

Follikelpunktion

Die Follikelpunktion ist ein einfacher Eingriff die zur Entnahme der Eizellen dient und unter Narkose durchgeführt wird. Der Vorgang dauert in der Regel etwa 15-20 Minuten, in denen der Gynäkologe mit einer Saugnadel jeden der gewachsenen Eierstockfollikel absaugt.

Eierstock- oder Ovarialfollikel sind kleine flüssigkeitsgefüllte Säcke, die die Eizellen enthalten und sich in den Eierstöcken befinden.

Wenn der Eingriff beendet ist, ruht sich die Patientin eine Weile aus; ein Krankenhausaufenthalt ist jedoch nicht erforderlich. Daher kann die Eizellspenderin noch am Tag der Punktion nach Hause gehen.

Eizellenspenderin werden: die ethischen Auswirkungen

Die Spende von weiblichen Gameten (Eizellen) bedeutet, die genetische Information der Spenderin selbst abzugeben, was moralisch gesehen eine schwierige Angelegenheit darstellt. Wegen der damit verbundenen ethischen Aspekte handelt es sich um ein umstrittenes Thema.

Eizellspenderinnen sollten das Für und Wider abwägen, bevor sie sich freiwillig für den Prozess anbieten. Darüber hinaus müssen sie sich darüber im Klaren sein, dass sie, selbst wenn sie die genetische Ausstattung zur Verfügung stellen, keine Bindung zum Kind haben werden noch Verpflichten gegenüber dem Neugeborenen eingehen.

Fragen die Nutzer stellten

Wann benötigt man eine Eizellenspende?

durch Dr. Joel G. Brasch (gynäkologe).

Eine Eizellenspende ist notwendig, wenn die Eizellenreserve bei fortgeschrittenem Alter der Patientin oder bei vorzeitiger Ovarialinsuffizienz abnimmt. Man kann sich in jedem Alter einer Behandlung mit Eizellenspende unterziehen.

Falls ich bei Leihmutterschaft eine Eizellenspende benötige, kann ich meine Spenderin kennenlernen?

durch Dr. Joel G. Brasch (gynäkologe).

Es gibt zwei Arten der Eizellenspende - anonyme Spende und offene Spende. Sie erhalten keine Kontaktinformationen Ihrer Spenderin, wenn es sich um eine anonyme Spende handelt, aber Sie sehen deren Bilder und detaillierte Hintergrundinformationen. Sie können sich an Ihre Spenderin wenden und sie kennenlernen, wenn sie eine offene Spende ist, die Kosten können jedoch etwas höher sein. Beide Optionen sind verfügbar, aber anonyme Spenden sind häufiger.

Bekommt die Eizellspenderin eine finanzielle Entschädigung?

durch Marta Barranquero Gómez (embryologin).

Die Eizellspenderin sollte bedenken, dass es sich bei der Eizellspende um einen freiwiliigen und selbstlosen Akt handelt.

Trotzdem gibt es Länder, die Spenderinnen eine finanzielle Entschädigung zahlen. Die Höhe hängt vom jeweiligen Land ab und kann zwischen 800 und 1000€ liegen.

Welchen Risiken sind Eizellspenderinnen ausgesetzt?

durch Marta Barranquero Gómez (embryologin).

Bei der Eizellspende ergeben sich die größten Risiken für Frauen aus der Follikelstimulation und -punktion.

Obwohl es selten vorkommt, können Eizellspenderinnen unter einer ovariellen Überstimulation leiden, wenn ihr Körper stark auf die verabreichten Medikamente reagiert. Außerdem wird die Follikelpunktion unter Narkose durchgeführt, so dass sie nicht völlig ohne Risiken ist.

Kann mir meine Zwillingsschwester ihre Eizellen spenden?

durch Marta Barranquero Gómez (embryologin).

Auch wenn beide damit einverstanden sind, ist diese Vorgehensweise in Ländern wie Spanien nicht erlaubt, da die Eizellenspende komplett anonym erfolgen muss.

Ist Geschlechtsverkehr während einer Eizellspende möglich?

durch Marta Barranquero Gómez (embryologin).

Von Geschlechtsverkehr wird während einer Eizellspende abgeraten. Die Spenderin setzt sich einer Hormonbehandlung zur Stimulierung der Follikel aus, wodurch das Schwangerschaftsrisiko während dieser Tage ansteigt.

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Die Follikelstimulation bei einer Eizellspenderin läuft praktisch genauso ab wie bei Patientinnen, die sich einer In-vitro-Fertilisation (IVF) unterziehen. Wenn Sie mehr darüber wissen wollen, lesen Sie hier weiter: Was ist eine Follikelstimulation?

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Literaturverzeichnis

Autoren und Mitwirkende

 Cristina Mestre
Cristina Mestre
Embriologin
Abschluss in Biowissenschaften, Genetik und menschlicher Reproduktion an der Universität Valencia (UV). Master-Abschluss in Biotechnologie der menschlichen Reproduktion begleitet durch die UV am Valencianischen Institut für Unfruchtbarkeit (IVI). Embryologe am IVI Barcelona. Mehr über Cristina Mestre
Dr. Joel G. Brasch
Dr. Joel G. Brasch
Gynäkologe
Dr. Joel Brasch ist Arzt und Leiter der 2005 gegründeten Klinik Chicago IVF. Durch die American Board of Obstretics and Gynecology zertifizierter Mediziner mit mehr als 25 jähriger Erfahrung in Kinderwunschbehandlungen und Reproduktionsmedizin. Dr. Brasch ist ebenso Leiter der Abteilung für reproduktive Endokrinologie und Unfruchtbarkeit im Ärztezentrum Mount Sinai. Mehr über Dr. Joel G. Brasch
Auf deutsch angepasst von:
 Romina Packan
Romina Packan
Babygest Staff
Chefredakteurin und Übersetzerin für die englische und deutsche Ausgabe von Babygest. Mehr über Romina Packan

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