Eizellenspende: Rechtliche Situation und Verfahrensweise

durch (embriologin), (gynäkologe) Und (babygest staff).
Aktualisiert am 18/09/2019

In einem Leihmutterschaftsprozess muss manchmal eine Eizellenspende verwendet werden, damit eine IVF stattfinden kann und die Embryonen gebildet werden. Alleinstehende Männer, schwule Paare sowie Frauen mit Problemen bei der Produktion von hochwertigen Eizellen sollten sich an eine Eizellspenderin wenden.

In Deutschland ist die Eizellenspende nicht erlaubt. Es gibt aber EU-Länder, in denen die Eizellenspende möglich ist.

In Spanien zum Beispiel ist die Gametenspende ein uneigennütziger und anonymer Akt, in keiner Weise kann die Identität der Spenderin bekannt gemacht werden; die Wahl wird vom Klinikpersonal getroffen und es wird nur überprüft, ob sie Blutgruppe und allgemeine körperliche Eigenschaften mit der zukünftigen Mutter teilen. Da Leihmutterschaft in unserem Land nicht erlaubt ist, müssen Wunscheltern ins Ausland reisen; dabei sollten sie dabei aufpassen, dass sie ein Land aussuchen, das sowohl die Eizellenspende als auch die Leihmutterschaft erlaubt.

Voraussetzungen zum Spenden

Die Spenderinnen der Leihmutterschaft erfüllen die gleichen Anforderungen wie alle anderen Spenderinnen- diese Frauen sind jung genug (21-30 Jahre), um viele hochwertige Eier zu erhalten und gut auf die für den Stimulationsprozess erhaltenen Medikamente zu reagieren.

Sie unterziehen sich auch psychologischen Tests, Tests auf Infektionskrankheiten und genetischen Bewertungen, um sicherzustellen, dass das zukünftige Baby das gesündeste genetische Material hat. Sie folgen dem gleichen Verfahren, das bei jedem Spender angewendet wird. Die Erfolgsrate bei der Leihmutterschaft mit Spendereiern liegt bei etwa 70%.

Die Spenderin auswählen

Die Gesetzgebung ist in jedem Land unterschiedlich, daher sollten die Bedingungen für die Eizellenspende berücksichtigt werden. Beispielsweise:

  • Die meisten Länder erlauben es der Leihmutter nicht, ihre Eier zu spenden, so dass es keine genetische Verbindung zum Baby gibt.
  • Es gibt Länder, in denen die Spenderin ausgewählt werden kann, nicht anonym ist und sogar ein Gespräch mit ihr vereinbart werden kann.
  • In den USA dürfen Eltern eine Spenderin aussuchen, diese kann ein Familienmitglied, Freundin, etc. sein.

Die Spenderin sollte immer getestet werden, um sicherzustellen, dass sie eine gesunde Frau ist und keine Erbkrankheiten hat. Spenderinnen sollten junge Frauen sein, da die Qualität der Eier mit zunehmendem Alter abnimmt. Unter den Tests ist auch ein Gespräch notwendig, um sicherzustellen, dass sie weiß, was eine Eizellspende bedeutet und sich freiwillig am Prozess beteiligen möchte.

Jedes Land hat seine Besonderheiten und man sollte auch bedenken, dass die Kosten dieser Methode zu denen der Leihmutterschaft hinzukommen. Außerdem unterscheiden sich die Kosten von Land zu Land, bleibt aber trotzdem ein teueres Verfahren- eine Eizellenspende in den Vereinigten Staaten zum Beispiel kostet 10.000$.

Anonyme Spenderin

Die meisten Eizellspendeprogramme arbeiten mit anonymen Spendern, aber es gibt auch einige Programme, die einen Katalog der verfügbaren Spender anbieten, von denen jeder ein Profil, eine Familienanamnese, ethnische Zugehörigkeit, Gewicht, Größe, Körperbau, Hauttyp, Augenfarbe sowie Haarfarbe und -struktur hat. Eines der wichtigsten Merkmale ist das Alter der Spenderin, da junge Spenderinnen (20 -30 Jahre) viel besser auf Fruchtbarkeitsbehandlungen reagieren und eine größere Anzahl gesunder Eizellen liefern.

So können Eizellspender Patientinnen sein, die nach der Stimulation der Eierstöcke überschüssige Eizellen haben und die freiwillig ihre Zustimmung geben, dass ihre restlichen Eizellen an Frauen gespendet werden, die sie benötigen. Die Spenderinnen sind gesunde Frauen bis 35 Jahre mit normaler Fortpflanzungsfunktion, die bereit sind, sich dem Spendenprozess gegen eine finanzielle Entschädigung zu unterziehen.

In der Regel wird die Wahl der Spenderinnen von einem Ärzteteam auf der Grundlage der physischen Eigenschaften der Empfängerin getroffen, um die größtmögliche phänotypische Ähnlichkeit mit der Empfängerin zu gewährleisten und die Integration des zukünftigen Kindes in die Kernfamilie zu fördern.

Bekannte Spenderin

In anderen Fällen können Spenderinnen bekannt sein, in der Regel Freunde oder Verwandte der werdenden Eltern, sofern die Gesetzgebung des Landes dies zulässt. Für einige Eltern ist die genetische Vererbung sehr wichtig, weshalb es mehrere Paare gibt, die die Eier einer Schwester zur Durchführung dieser Behandlung verwenden.

Ablauf einer Eizellenspende

Unabhängig von der Situation der Eizellspenderin in einem bestimmten Land ist der medizinische Prozess derselbe. Nach Überprüfung ob es sich um eine gesunde Frau handelt und nachdem die Spenderin in das Spenderprogramm aufgenommen wurde, läuft der Prozess so weiter:

  • Der Patientin werden Hormonspritzen während der nächsten 10-12 Tagen verabreicht, um den Eierstockzyklus zu stimulieren.
  • Es werden regelmäßig analytische Ultraschalluntersuchungen durchgeführt, um die Entwicklung der Eierstockfollikel zu überprüfen.
  • Sobald die Follikel ausreichend groß sind, wird die Follikelpunktion angesetzt.
  • Die Eizellen werden mithilfe der Follikelpunktion entnommen.

Sobald die Eizellen durch die Follikelpunktion entnommen worden sind, kann die Spenderin wie gewohnt ihrem Alltag nachgehen. Damit endet ihre Teilnahme am Prozess.

Nach der Punktion werden die Eier in das IVF-Labor überführt, wo ihr Reifegrad beobachtet wird. Nach wenigen Stunden wird den Patienten mitgeteilt, wie viele Qualitätseier und ob der gewünschte Reifegrad erreicht wurden. Anschließend wird die Befruchtung jeder Eizelle durchgeführt- der Spezialist wählt das beste Sperma aus und führt es in das Innere der Eizelle ein. Von diesem Moment an werden die Embryonen gebildet.

Erfolgsraten

Die durch Eizellspende erzielten Schwangerschaftsraten sind die höchsten im Bereich der assistierten Reproduktion und erreichen 60% der Schwangerschaft durch Embryotransfer.

Fragen die Nutzer stellten

Wann benötigt man eine Eizellenspende?

durch Dr. Joel G. Brasch (gynäkologe).

Eine Eizellenspende ist notwendig, wenn die Eizellenreserve bei fortgeschrittenem Alter der Patientin oder bei vorzeitiger Ovarialinsuffizienz abnimmt. Man kann sich in jedem Alter einer Behandlung mit Eizellenspende unterziehen.

Falls ich bei Leihmutterschaft eine Eizellenspende benötige, kann ich meine Spenderin kennenlernen?

durch Dr. Joel G. Brasch (gynäkologe).

Es gibt zwei Arten der Eizellenspende - anonyme Spende und offene Spende. Sie erhalten keine Kontaktinformationen Ihrer Spenderin, wenn es sich um eine anonyme Spende handelt, aber Sie sehen deren Bilder und detaillierte Hintergrundinformationen. Sie können sich an Ihre Spenderin wenden und sie kennenlernen, wenn sie eine offene Spende ist, die Kosten können jedoch etwas höher sein. Beide Optionen sind verfügbar, aber anonyme Spenden sind häufiger.

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Literaturverzeichnis

Autoren und Mitwirkende

 Cristina Mestre
Cristina Mestre
Embriologin
Abschluss in Biowissenschaften, Genetik und menschlicher Reproduktion an der Universität Valencia (UV). Master-Abschluss in Biotechnologie der menschlichen Reproduktion begleitet durch die UV am Valencianischen Institut für Unfruchtbarkeit (IVI). Embryologe am IVI Barcelona. Mehr über Cristina Mestre
Dr. Joel G. Brasch
Dr. Joel G. Brasch
Gynäkologe
Dr. Joel Brasch ist Arzt und Leiter der 2005 gegründeten Klinik Chicago IVF. Durch die American Board of Obstretics and Gynecology zertifizierter Mediziner mit mehr als 25 jähriger Erfahrung in Kinderwunschbehandlungen und Reproduktionsmedizin. Dr. Brasch ist ebenso Leiter der Abteilung für reproduktive Endokrinologie und Unfruchtbarkeit im Ärztezentrum Mount Sinai. Mehr über Dr. Joel G. Brasch
Auf deutsch angepasst von:
 Romina P.
Romina P.
Babygest Staff
Chefredakteurin und Übersetzerin für die englische und deutsche Ausgabe von Babygest. Mehr über Romina P.

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