Die Endometriose: Symptome, Fruchtbarkeit und Behandlung

durch (gynäkologe), (embryologin) Und (babygest staff).
Aktualisiert am 28/08/2019

Die Endometriose ist eine invasive Erkrankung, die das Wachstum von Gebärmuttergewebe außerhalb der Gebärmutterhöhle, wie z.B. in den Eileitern oder Eierstöcken, beinhaltet.

Sie betrifft 10-15% der Frauen im gebärfähigen Alter und hat negative Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit: Sowohl die natürliche Schwangerschaft als auch der Erfolg von Behandlungen der assistierten Reproduktion werden durch das Auftreten von Endometriose oder endometriotischen Zysten beeinträchtigt.

Die schwersten Fälle können jedoch zu dauerhafter Unfruchtbarkeit führen, so dass eine Frau auf Leihmutterschaft zurückgreifen muss, wenn sie ein biologisches Kind haben möchte.

Was ist Endometriose?

Die Endometriose ist eine chronische gutartige Erkrankung bei Frauen, die aus dem abnormalen Wachstum des Endometriums, der inneren Schicht der Gebärmutter, um die in der Beckenhöhle befindlichen Organe herum besteht.

Die Endometriose tritt am häufigsten in den Eileitern (tubale Endometriose) oder in den Eierstöcken (ovarielle Endometriose) auf, wo sich oft Zysten bilden, die als Endometriome oder Schokoladenzysten bezeichnet werden.

Es gibt jedoch auch andere, seltenere Orte wie den Darm, die Lunge oder sogar das Gehirn.

Grade

Der Schweregrad der Endometriose kann in verschiedene Stufen oder Grade eingeteilt werden, die von der American Society for Reproductive Medicine (ASRM) festgelegt wurden. Diese werden im Folgenden erläutert:

Endometriose Grad 1 (minimal)
Einzelne endometriumähnliche Implantate, die sich außerhalb der Gebärmutterschleimhaut befinden, aber nicht miteinander verklebt sind.
Endometriose Grad 2 (leicht)
implantate aus endometrialem Gewebe erscheinen oberflächlich und sind weniger als 5 cm lang. Sie befinden sich in der Regel im Bauchfell und in den Eierstöcken, betreffen aber keine anderen Organe.
Endometriose Grad 3 (mäßig)
es gibt zahlreiche Implantate, die oberflächlich oder invasiv um die Eileiter und in den Eierstöcken herum sein können.
Endometriose Grad 4 (schwer)
Zahlreiches und tiefliegendes Gewebe. Es tauchen großflächige Endometriome auf.

Wie man sieht, hängt der Schweregrad der Endometriose von der Lage, Tiefe, Anzahl und Größe der Endometriumsimplantate ab.

Symptome

Das häufigste Symptom bei Endometriose sind Schmerzen während der Menstruation. Das liegt daran, dass das Endometriosegewebe aus der Gebärmutter stammt und deshalb auch auf hormonelle Veränderungen während des Menstruationszyklus reagiert.

Wenn eine Frau ihre Periode hat, kommt es zu inneren Blutungen in den Gewebeinseln, die zu Eentzündungen und Narbenbildung führen, was schließlich zu Verwachsungen der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) führt.

Nachfolgend sind die möglichen Symptome be ieiner schweren Endometriose aufgeführt:

  • Becken-, Bauch- und Kreuzschmerzen, die meist mit der Menstruation verbunden sind.
  • Blut im Urin während der Menstruation und starke Schmerzen beim Wasserlassen
  • Müdigkeit, Erschöpfung und Rückenschmerzen.
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
  • Sehr starke Menstruation und Blutungen zwischen den Perioden (Metrorrhagie)
  • Psychologische Probleme, die sich daraus ergeben, dass man kein normales Leben führen kann oder Unfruchtbarkeit nicht akzeptiert

Dennoch haben 20-30% der Frauen mit Endometriose keine Symptome oder Beschwerden. Viele von ihnen werden diagnostiziert, wenn sie Schwierigkeiten bei der Empfängnis haben.

Diagnose

Die Diagnose der Endometriose ist kompliziert, da das Krankheitsbild sehr breit ist und die Symptomatik bei den Patientinnen sehr unterschiedlich ist.

Obwohl es viele diagnostische Methoden für die Endometriose gibt, erwähnen wir die am häufigsten verwendeten Methoden:

Körperliche Untersuchung
bei Symptomen wie Schmerzen und Verdacht auf Endometriose führt der Gynäkologe eine komplette Beckenuntersuchung durch, um nach krankheitsbezogenen Anzeichen wie Masse oder Unbeweglichkeit der Eierstöcke, Eileiter und Gebärmutter zu suchen.
Ultraschall
ermöglicht die indirekte Visualisierung der Organe der Beckenhöhle und ist nützlich zum Nachweis von Eierstockzysten, wie z.B. Endometriomen oder Schokoladenzysten.
Bluttests
der Tumormarker Ca-125 ist bei Frauen mit Endometriose erhöht, insbesondere wenn Endometriome im Eierstock vorhanden sind.
Laparoskopie
ist der zuverlässigste Test auf Endometriose, da eine Kamera direkt durch einen Schnitt im Bauchraum eingeführt wird. Es ermöglicht auch die gleichzeitige Entfernung von Endometriumgewebe, wenn diese zugänglich sind.

Unfruchtbarkeit aufgrund von Endometriose

Wie bereits erwähnt, ist die Endometriose eine häufige Krankheit bei Frauen im gebärfähigen Alter. Ungefähr 40% von ihnen haben Probleme, schwanger zu werden.

Im Folgenden werden die Hauptgründe erläutert, warum die Endometriose das Fortpflanzungssystem einer Frau beeinflusst.

Störungen in den Geschlechtsorganen

Die Eierstöcke und Eileiter sind aufgrund ihrer Nähe zur Gebärmutter die von der Endometriose am stärksten betroffenen Strukturen.

Auf ovarieller Ebene zerstören endometriale Verwachsungen und Schokoladenzysten gesundes Gewebe und reduzieren damit die Eierstockreserve einer Frau. Darüber hinaus verhindert vorhandenes Gewebe auch die Entwicklung der Follikel und den Eisprung.

Außerdem führt die in den Eileitern auftretende Endometriose zu einer Verstopfung der Eileiter, die den Eizellentransport und die natürliche Befruchtung verhindert.

Aus diesen Gründen müssen Frauen mit Endometriose auf Kinderwunschbehandlungen zurückgreifen um Mütter zu werden, wie die In-vitro-Fertilisation (IVF) oder Eizellenspende.

Gestörte Empfänglichkeit der Gebärmutterschleimhaut

Endometriose kann auch zu immunologischen Anomalien führen: höhere Konzentration von T-Lymphozyten und IgG- und IgA-Antikörpern. Dies hat negative Auswirkungen auf die Empfänglichkeit des Endometriums und die Fähigkeit des Embryos sich einzunisten.

Darüberhinaus hat sich gezeigt, dass Patienten mit Endometriose Probleme mit der Synthese des Endometriumbandes und darüber hinaus einen niedrigen Integrinspiegel von α und β haben, der notwendig ist, damit der Embryo anhaften und sich in die Gebärmutter einnisten kann.

Es gibt noch andere Mechanismen, die die weibliche Fruchtbarkeit als Folge von Endometriose beeinflussen.

Behandlung

In erster Linie ist die Endometriose eine unheilbare Krankheit. Mögliche Behandlungen zielen darauf ab, Symptome zu reduzieren und die Fruchtbarkeit wiederherzustellen.

Abhängig von den verschiedenen Standorten, Schweregrad und Symptomatik wird für jede Patientin eine individuelle Behandlung durchgeführt. Es ist auch notwendig, das Alter der Frau zu berücksichtigen und ob sie in naher Zukunft Kinder haben will.

Medikamentöse Behandlung

Bei leichter Endometriose können Medikamente ausreichen, um die Schmerzen zu lindern.

Diese Medikamente werden nur für Frauen mit gelegentlichen Beckenschmerzen empfohlen. Wenn sie anhalten und sich während in allen Menstruationszyklen wiederholen, sollte der Gynäkologe konsultiert werden, um die Entwicklung der Krankheit zu beobachten.

Hormonbehandlung

Frauen mit leichter oder mittlerer Endometriose, die sich momentan keine Kinder wünschen, werden orale Verhütungsmittel empfohlen, die mit Östrogen und Progesteron kombiniert sind. Sie reduzieren die Symptome, indem sie den Menstruationsfluss verringern, können aber wiederkehren, wenn die Einnahme von Antibabypillen eingestellt wird.

Eine weitere Möglichkeit ist die Verwendung von GnRH-Agonisten, die die Menstruation hemmen und das Wachstum von Endometriumgewebe verhindern. Diese Hormontherapie wird in der Regel maximal 6 Monate lang angewendet und wie im vorherigen Fall tauchen die Menstruation und somit auch die Symptome der Endometriose wieder auf, wenn die Hormonbehandlung eingestellt wird.

Schlussendlich ist Danazol, auch bekannt als Danokrin, die beliebteste Option zur Behandlung von Endometriose. Dies ist ein synthetisches Hormon, das aus Testosteron gewonnen wird und den Eisprung und den Menstruationszyklus hemmt.

Bei Patientinnen kann während dieser Behandlung eine Art Menstruationsblutung auftreten, obwohl sie meistens ausbleibt. Nach Beendigung der Therapie normalisiert sich der Menstruationszyklus nach zwei Monaten.

Zusammen mit der Behandlung mit Danazol sollte eine Frau Verhütungsmittel verwenden und nicht schwanger werden, da dieses Medikament den Fötus schädigen kann.

Chirurgische Behandlung

Wenn die Endometriose ausgedehnt ist oder die Frau starke Schmerzen hat, wird empfohlen, die Implantate der Gebärmutterschleimhaut operativ zu entfernen.

Die am häufigsten verwendeten Operationstechniken sind die folgenden:

Laparoskopie
ist eine kleine, minimal-invasive Operation, bei der endometriale Implantate durch einen kleinen Schnitt entfernt werden können.
Laparotomie
ist eine aggressivere Behandlung, die einen größeren Bauchschnitt erfordert. Es wird bei schwerer Endometriose oder wenn Implantate durch die Laparoskopie nicht zugänglich sind, eingesetzt.
Hysterektomie
ist die Entfernung der Gebärmutter, um die Endometriose endgültig zu beseitigen. Abhängig von Ihrer Verletzung können auch Eileiter und Eierstöcke entfernt werden.

Letzteres wird natürlich in den schwerwiegendsten Fällen berücksichtigt und/oder wenn die Frau in Zukunft keine Kinder haben will.

Schwanger werden

Frauen, die von Endometriose betroffen sind und auch nach der Operation keine natürliche Schwangerschaft erreichen konnten, müssen auf assistierte Reproduktionstechniken zurückgreifen, um ihren Kinderwunsch zu erfüllen.

Abhängig von Faktoren wie Alter, Samenqualität, Grad der Endometriose usw. können die geeigneten Behandlungen die folgenden sein:

Die künstliche Befruchtung (IUI)
ist bei jungen Frauen mit leichter Endometriose (Grad 1 oder 2) die erste Wahl, sofern die Eileiter durchlässig sind.
In-vitro-Fertilisation (IVF)
hat eine höhere Schwangerschaftsrate und ist auch die Technik der Wahl bei mittlerer oder schwerer Endometriose (Grad 3 und 4).
Eizellenspende
Spendereier bieten Betroffenen von Endometriose die Möglichkeit trotz schlechter Eierstockreserve, Eizellenqualität, gescheiterten IVF-Zyklen oder großer Endometriome, die eine Follikelpunktion verhindern, Mutter zu werden.

Leihmutterschaft

In den schwersten Fälle von Endometriose kann es vorkommen, dass eine Frau kein Baby austragen kann oder eine medizinische Kontraindikation hat.

Reproduktive Möglichkeiten für Frauen mit Endometriose, die keine Schwangerschaft aufrechterhalten können, sind daher Adoption oder Leihmutterschaft.

Hier sind einige Situationen, wann eine Leihmutterschaft indiziert ist:

  • Bei der Patientin wurde eine Hysterektomie durchgeführt, das heißt sie hat keine Gebärmutter.
  • Eine Schwangerschaft kann dazu führen, dass die Endometriumgewebe unkontrolliert wachsen.
  • Es kommt immer wieder zu Einnistungsversagen bei IVF und/oder Eizellenspende.
  • Es kommt immer wieder zu Fehlgeburten.

Leihmutterschaft ist ein Prozess, in dem eine Frau (die Leihmutter) das Kind einer anderen Frau oder eines anderen Paares (Wunscheltern) austrägt.

Je nachdem, ob die Absichtsmutter die Eierstöcke behält oder ihre Eizellen bereitstellen kann oder nicht, ist es unter Umständen notwendig, auf eine Eizellspenderin zurückzugreifen. Dies soll eine genetische Verbindung der Leihmutter zu dem Kind verhindern.

Für weitere Informationen über die Leihmutterschaft können Sie den folgenden Artikel lesen: Was ist eine Leihmutterschaft?

Fragen die Nutzer stellten

Welche Behandlung ist die beste um Endometriose zu heilen und schwanger zu werden?

durch Dr. Joel G. Brasch (.).

Die Endometriose ist eine chronische Erkrankung und es gibt keine Heilung. Eine Operation zur Entfernung der Endometriose kann die Chance auf eine Schwangerschaft erhöhen, aber wiederholte Operationen sind nicht erfolgreich. Die Behandlung der Wahl je nach Alter der Frau und Ausmaß der Endometriose umfasst die Ovulationsinduktion mit IUI und IVF. IVF ist erfolgreicher, aber auch teurer.

Was sind die Ursachen von Endometriose?

durch Zaira Salvador (embryologin).

Derzeit ist nicht genau bekannt, warum eine Endometriose auftritt oder wie ihre Ursachen aussehen können. Es gibt mehrere Theorien, die von einer möglichen verzögerten Menstruation oder Immunproblemen sowie dem Einfluss von Umwelt- und genetischen Faktoren sprechen.

Auch die mit der Endometriose verbundenen Risikofaktoren wurden beschrieben:

  • Sehr früher Menstruationsbeginn
  • Polymenorrhoe: kurze Menstruationszyklen
  • Sehr starke Menstruationsblutungen
  • Naher Verwandter mit Endometriose, wie z.B. Mutter oder Schwester
  • Noch keine Kinder
  • Geschlossenes Jungfernhäutchen

Was ist Adenomyose?

durch Zaira Salvador (embryologin).

Die Adenomyose ist eine Form der inneren Endometriose, die die Muskelschicht der Gebärmutter betrifft: das Myometrium. Bei Frauen mit Adenomyose ist endometriales Gewebe normalerweise im gesamten Myometrium zu finden, wodurch die Gebärmutter vergrößert wirkt.

Die Symptome und Behandlungsmöglichkeiten der Adenomyose sind die gleichen wie bei der Endometriose, die in diesem Artikel beschrieben werden. Die Adenomyose hat auch einen negativen Einfluss auf die weibliche Fruchtbarkeit.

Gibt es irgendeine empfohlene Diät bei schwerer Endometriose?

durch Zaira Salvador (embryologin).

Die Ernährung kann helfen, die Endometriose zu verbessern oder zumindest einige der Faktoren zu kontrollieren, die die Endometriose beeinflussen, wie Entzündungen, Verdauungsstörungen oder hormonelle Veränderungen.

Im Allgemeinen wird empfohlen, sich gesund und ausgewogen zu ernähren und dabei auf verarbeitete Lebensmittel mit einem hohen Gehalt an Konservierungsmitteln, Farbstoffen und Stabilisatoren zu verzichten.

Zum anderen können Konsumprodukte mit entzündungshemmenden und antioxidativen Eigenschaften besonders für Frauen mit Endometriose von Vorteil sein. Zu diesen Lebensmitteln gehören Nachtkerzenöl, Olivenöl, Tee, Zitrusfrüchte, Spinat, Mandeln, Curry und Kurkuma, Knoblauch, Ingwer, etc.

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Neben der Endometriose gibt es noch andere Pathologien, die die Gebärmutter und die Geschlechtsorgane betreffen und Unfruchtbarkeit verursachen. Wenn Sie mehr über diese Erkrankung wissen möchten, empfehlen wir Ihnen, in diesem Artikel weiterzulesen:

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Literaturverzeichnis

Autoren und Mitwirkende

Dr. Joel G. Brasch
Dr. Joel G. Brasch
Gynäkologe
Dr. Joel Brasch ist Arzt und Leiter der 2005 gegründeten Klinik Chicago IVF. Durch die American Board of Obstretics and Gynecology zertifizierter Mediziner mit mehr als 25 jähriger Erfahrung in Kinderwunschbehandlungen und Reproduktionsmedizin. Dr. Brasch ist ebenso Leiter der Abteilung für reproduktive Endokrinologie und Unfruchtbarkeit im Ärztezentrum Mount Sinai. Mehr über Dr. Joel G. Brasch
 Zaira Salvador
Zaira Salvador
Embryologin
Abschluss in Biotechnologie an der polytechnischen Universität Valencia (UPV) und Spezialistin für assistierte Reproduktion mit Masterabschluss in Human Reproduction Biotechnology am Instituto Nacional de Infertilidad (IVI) und der Universität Valencia. Mehr über Zaira Salvador
Auf deutsch angepasst von:
 Romina Packan
Romina Packan
Babygest Staff
Chefredakteurin und Übersetzerin für die englische und deutsche Ausgabe von Babygest. Mehr über Romina Packan

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