Erfolgsraten in der In-vitro-Fertilisation

durch (embryologin), (embryologin) Und (babygest staff).
Aktualisiert am 10/01/2020

Die Erfolgsraten in der In-vitro-Fertilisation sind für Patienten von entscheidender Bedeutung, wenn es darum geht, die für sie passende Behandlung und Kinderwunschklinik aufzusuchen.

Jedes Jahr veröffentlicht das deutsche IVF-Register seine Auswertungen der Behandlungsergebnisse in der Reproduktion. Das letzte veröffentlichte Register stammt aus dem Jahr 2017 (Jahrbuch 2017 des deutschen IVF-Registers, D.I.R) mit dem Zweck, einerseits die medizinische Versorgung zu verbessern und andererseits objektive Daten Interessierten zur Verfügung zu stellen.

Prognostische Erfolgsfaktoren

Verschiedene Aspekte müssen bei den Erfolgsraten zur In-vitro-Fertilisation berücksichtigt werden. Darunter heben wir die folgenden hervor:

Alter der Patientin
das Alter ist der wichtigste Faktor für eine erfolgreiche IVF. Aus diesem Grund sollten Frauen bis spätestens 36 eine Kinderwunschbehandlung einleiten. Je weit fortgeschrittener das Alter der Patientin, desto schlechterer wird ihre Eizellenreserve, da diese umgekehrt proportional mit ansteigendem Alter immer weiter zurückgeht.
Spermienqualität
Die Befruchtung kann davon beeinträchtigt werden, wenn Störungen in der Samenqualität wie Astenozoospermie oder Teratozoospermie vorliegen. In diesen Fällen stellt die ICSI eine mögliche Lösung dar.
Eizellen- und/oder Embryovitrifizierung
Auch wenn Frischezyklen immer noch eine höhere Erfolgsquote erzielen, verbessern sich die Ergebnisse einer Fruchtbarkeitsbehandlung mit gefrorenen Eizellen und Embryonen stetig.
Embryoqualität
Für einen erfolgreichen Embryotransfer in die Gebärmutter der Patientin ist es wichtig, der Situation entsprechend den Embryo mit dem höchsten Einnistungspotenzial auszuwählen (Implantationsrate). Dabei helfen neuartige Methoden wie die Präimplanationsdiagnostik (nur in Ausnahmefällen erlaubt) und TimeLapse welche wiederum für eine bessere Erfolgsrate in der IVF-Behandlung sorgen.
Anzahl der zu transferierenden Embryonen
Kinderwunschzentren achten darauf, nur einen Embryo zu übertragen um das Risiko einer Mehrlingsschwangerschaft zu vermeiden, da diese erhebliche Komplikationen mit sich bringen kann. Die Erfolgsrate eines Einzeltransfers hat in den letzten Jahren zugenommen, auch wenn immer noch zum Großteil zwei Embryonen übertragen werden, da die Wahrscheinlichkeit steigt, dass sich zumindest einer davon einnistet.
Kinderwunschklinik
Jedes Kinderwunschzentrum hat verschiedene Arbeitsprotokolle, weshalb sich ihre Erfolgsraten von denen anderer Zentren unterscheiden. Außerdem stellt die Qualifikation und Erfahrung des Embryologen einen der wichtigsten vorhersagekräftigen Faktoren für den Erfolg der Behandlung dar.

Das Körpergewicht, geburtshilfliche Vorgeschichten, Medikamentenprotokoll oder die Anzahl der bisherigen Zyklen sind weitere Aspekte, welche die Erfolgsraten der Kinderwunschbehandlungen beeinflussen.

Wie nicht zu übersehen ist, gibt es zahlreiche Faktoren, die das Ergebnis einer IVF beeinflussen können- sei es auf individueller oder allgemeiner Ebene. Deshalb kann, auch wenn die erste IVF-Behandlung scheitert, sich eine Schwangerschaft einstellen, wenn sich einer der oben genannten Faktoren verbessert hat.

IVF vs. ICSI

Viele Patienten würden lieber anstelle der klassischen IVF gleich zur ICSI übergehen, da sie glauben, dass die Schwangerschaftswahrscheinlichkeit ansteigt da bei der ICSI der Samen direkt in die Eizelle eingeführt wird. Daher wird die IVF-ICSI am häufigsten in Zentren angewendet.

Die Erfolgsraten zwischen einer klassischen IVF oder IVF-ICSI unterscheiden sich nur minimal. Deshalb hängt die Wahl der Behandlung davon ab, welche Unfruchtbarkeitsursache vorliegt, insbesondere ob die Ursache auf den männlichen Faktor zurückzuführen ist.

Außerdem zeigen sich die Behandlungsergebnisse der IVF auf unterschiedliche Weise wie Implantationsrate, Schwangerschaftsrate, Geburtsrate, Baby-Take-Home-Rate, usw.

Erfolgsraten bei IVF und ICSI

Im Allgemeinen kommt es in 33% der Zyklen zu einer Schwangerschaft.

Davon sind 78% der Schwangerschaften Einlingsschwangerschaften. Zwillinge traten in 21,1% der Fälle auf. In 0,5% der Schwangerschaften kam es zu Drillingen.

Schwangerschaftsraten in der IVF und ICSI nach Alter

Im unteren Abschnitt erläutern wir die Schwangerschaftraten der Reproduktionsmethoden unter Berücksichtigung des Alters der Patientin. Dabei fällt auf, dass ab 34 Jahren die Fruchtbarkeit beginnt, spürbar zu sinken:

unter 30 Jahren: 49 Prozent

ab 34 Jahren: 42 Prozent

ab 43 Jahren: 15 Prozent

Kummulierte Schwangerschaftsraten bei IVF und ICSI

nach 1 Transfer: 30%
Nach 2 Transfers: 49%
Nach 3 Transfers: 61%
Nach 4 Transfers: 68%
Ab dem 4. Transfer: 79%

Unter kummulierten Schwangerschaftraten versteht man, dass die Schwangerschaftswahrscheinlichkeit nach jedem Versuch steigt. Stellt sich beim ersten Versuch somit keine Schwangerschaft ein kann es sein, dass es beim zweiten Transfer schon klappt.

Geburtenraten bei IVF und ICSI

In diesem Abschnitt führen wir die Geburtenraten bei IVF und ICSI in allgemeiner Form auf:

IVF
18 Prozent
ICSI
18 Prozent
ICSI nach Hodenbiopsie (TESE)
12,5 Prozent
Kryotransfer bei vitrifizierten Eizellen
10 Prozent

Bei diesen Angaben handelt es sich um ungefähre Mittelwerte.

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Literaturverzeichnis

Siehe Familienplanung.de: die Chancen der Kinderwunsch-Behandlung vom 01.03.2017
Siehe Deutsches IVF-Register von 2017

Fragen die Nutzer stellten: 'Kann man schon im ersten IVF-Zyklus schwanger werden?', 'Spielt das Alter der Frau eine große Rolle für eine erfolgreiche IVF?' Und 'Gibt es eine Höchstgrenze bei IVF-Zyklen, die eine Frau durchführen kann?'.

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Autoren und Mitwirkende

 Andrea Rodrigo
Andrea Rodrigo
Embryologin
Abschluss in Biotechnologie von der Polytechnischen Universität Valencia (UPV) mit Master-Abschluss in Biotechnologie der assistierten menschlichen Reproduktion, unterrichtet von der Universität Valencia in Zusammenarbeit mit dem Valencianischen Institut für Unfruchtbarkeit (IVI). Postgraduierte Expertin für medizinische Genetik. Mehr über Andrea Rodrigo
 Marta Barranquero Gómez
Marta Barranquero Gómez
Embryologin
Abschluss in Biochemie und Biomedizinische Wissenschaften an der Universität Valencia (UV); spezialisiert auf Assistierte Reproduktion an der Universität Alcalá de Henares (UAH) in Zusammenarbeit mit Ginefiv und spezialisiert auf Klinische Genetik an der Universität Alcalá de Henares (UAH). Mehr über Marta Barranquero Gómez
 Romina P.
Romina P.
Babygest Staff
Chefredakteurin und Übersetzerin für die englische und deutsche Ausgabe von Babygest. Mehr über Romina P.

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