Fehlbildungen der Gebärmutter: Kann ich trotzdem schwanger werden?

durch (gynäkologe), (embryologin) Und (babygest staff).
Aktualisiert am 31/08/2020

Die Form der Gebärmutter hat einen direkten Einfluss auf die Schwangerschaft, da in diesem Organ das embryonal-fötale Wachstum stattfindet. Gebärmutteranomalien oder Uterusfehlbildungen sind das Ergebnis einer Störung in der normalen Entwicklung der Gebärmutter und können zu Einnistungsversagen und wiederkehrenden Fehlgeburten führen. Sie sind daher eine der Gründe warum manche Frauen auf eine Leihmutterschaft zurückgreifen müssen.

Zu den häufigsten Gebärmutterfehlbildungen gehören: Uterus bicornis, didelphys und septus. Häufig treten diese Gebärmutterveränderungen von Geburt an auf, d.h. sie sind in der Regel angeboren. Manchmal kann der Zustand jedoch von einer früheren Pathologie herrühren.

Im Anschluss finden Sie ein Inhaltsverzeichnis mit allen Punkten, die wir in diesem Artikel behandeln.

Angeborene Gebärmutterfehlbildungen

Die Gebärmutter, fachsprachlich Uterus, wird aus embryonalen Strukturen gebildet, die Müller-Gänge genannt werden.

Während der Embryogenese oder Embryonalentwicklung entwickeln sich bei der Frau die Müller-Gänge zur Bildung der Gebärmutter, der Eileiter, des Gebärmutterhalses und eines Teils der Scheide. Die Müller-Gänge beim Mann führen jedoch zum Hodenapparat und zum Prostatahutrikel und verschwinden dann.

Die Differenzierung des weiblichen Fortpflanzungssystems erfolgt in drei Schritten:

  1. Bildung der Müller-Gänge, die in der 8. Woche der Embryoentwicklung stattfindet.
  2. Verschmelzung dieser Kanäle in der 10. Woche.
  3. Reabsorption oder Verschwinden der Scheidewand, welche die Müller-Gänge zum Zeitpunkt der Geburt trennte.

Treten während der Embryonalentwicklung Fehler auf, können angeborene Gebärmutterfehlbildungen auftreten. Durch die gestörte Entwicklung der Müller-Gänge nimmt die Gebärmutter eine abnormale Form an.

Ursachen, Symptome und Folgen

Veränderungen während der Differenzierung in den Müller-Gängen können eine genetische Ursache haben oder z.B. auf pränatale Umgebungseinflüsse zurückzuführen sein:

  • Strahleneinwirkungen auf den Embryo.
  • Infektion in der Gebärmutter während der Schwangerschaft.
  • Toxika mit teratogener Wirkung (z.B. Diethylstilbestrol, DES).

Diese Fehlbildungen sind bei etwa 5,5% der weiblichen Bevölkerung vorhanden. Betrachtet man nur Frauen, die sich einer Kinderwunschbehandlung unterziehen, so steigt der Prozentsatz auf 8%. Wenn man nur Patientinnen einbezieht die an wiederholten Fehlgeburten und diagnostizierter Unfruchtbarkeit leiden steigt der Anteil auf 24,5% der untersuchten Frauen.

Daher lässt sich schließen, dass diese Erkrankung eine Schwangerschaft erschweren kann, da sie eine bedeutende Ursache für wiederholte Fehlgeburten ist. Ihre Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit hängen von der Art sowie dem Schweregrad der Gebärmutterfehlbildung ab.

Die assistierte Reproduktion erfordert, wie jede medizinische Behandlung, dass Sie der Professionalität der Ärzte und der Klinik, die Sie wählen, vertrauen, denn natürlich ist jede von ihnen anders.

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Bei vielen Frauen treten keine Symptome auf, und erst bei einem routinemäßigen gynäkologischen Ultraschall oder Schwangerschaftswunsch wird bei ihnen die Diagnose gestellt. Die Symptome variieren auch je nach Art und dem Schweregrad der Anomalie.

Einteilung bei Gebärmutterfehlbildungen

Die Gebärmutterformen, die sich aus einer Veränderung in der embryonalen Entwicklung der Müller-Gänge ergeben können, sind sehr vielfältig. Hier erklären wir Ihnen die häufigsten Gebärmutterfehlbildungen:

Küster-Hauser-Syndrom

Bei dieser Fehlbildung ist keine Gebärmutter vorhanden, da die Müller-Gänge nicht gebildet wurden. Diese Erkrankung führt zum sogenannten Mayer-Rokitansky-Küster-Hauser-Syndrom. Charakteristisch ist ebenfalls bei Patientinnen, dass Eileiter, Gebärmutterhals sowie ein Teil der Vagina fehlen. Sie entwickeln trotzdem funktionelle Eierstöcke, so dass sie ihre eigenen Eizellen haben und ein normaler Eisprung stattfindet.

Frauen mit dieser Gebärmutterfehlbildung leiden an Amenorrhoe (ausbleibende Menstruation). Aufgrund der Amenorrhoe, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr oder fehlender Penetration aufgrund teilweiser fehlender Vagina wird die Diagnose in der Regel vor dem 20. Lebensjahr gestellt.

Die genauen Ursachen der Agenese sind heutzutage immer noch unbekannt- einige Theorien deuten darauf hin, dass mehrere Gene und mehrere Faktoren beteiligt sein könnten, wie zum Beispiel das Fehlen bestimmter Rezeptoren von Sexualhormonen in den Müller-Gängen.

Frauen mit dieser Fehlbildung können nur auf Leihmutterschaft oder Gebärmutterhalstransplanatation zurückgreifen, um ein leibliches Kind zu bekommen. Es sollte beachtet werden, dass eine fehlende Gebärmutter nicht gleichzeitig auf fehlende Eizellen hinweist, so dass die Patientin ihre eigenen EIzellen verwendenk ann, ohne auf eine Eizellenspende zurückgreifen zu müssen.

Uterus unicornis

In diesem Fall wird nur einer der Müller-Gänge entwickelt. Das Ergebnis ist eine kleinere, gekrümmte, längliche Gebärmutter mit einem einzigen Eileiter. Dadurch hat sie eine ähnliche Form wie eine Banane. Entspricht etwa 20% der angeborenen Gebärmutterfehlbildungen.

Es gibt vier Subtypen des Uterus unicornis:

  • Ohne rudimentärem Horn (35% der Fälle).
  • Mit rudimentärem Horn, in dem ein Cavum vorhanden ist, der zur entwickelten Seite hin kommuniziert (10%).
  • Mit rudimentärem Horn, das einen Hohlraum darstellt, der nicht zur entwickelten Seite hin kommuniziert (22%): Kann Endometriose und Adenomyose verursachen.
  • Mit rudimentärem Horn ohne Cavum uteri (Gebärmutterhöhle) (33%).

Frauen mit Uterus Unicornis können sehr wohl eine Schwangerschaft austragen, auch wenn das Wachstum des Fötus sich als schwierig gestalten kann. Daher wird diese Form der Gebärmutter mit einer höheren Kaiserschnittrate, Frühgeburten und Eileiterschwangerschaften in Verbindung gebracht. Infolgedessen kann es bei betroffenen Frauen zu einer Fruchtbarkeitsstörung kommen, auch wenn dies keine vollständige Unfruchtbarkeit verursacht.

Uterus didelphys

Auch als Uterus duplex bekannt, macht sie 5% der Fälle von Gebärmutterfehlbildungen aus. Sie tritt auf, wenn sich beide Kanäle entwickeln, aber nicht miteinander verschmelzen. Deshalb bilden sich zwei kleine unabhängige Gebärmutterhöhlen heraus. In diesem Fall werden auch zwei Subtypen unterschieden:

  • Uterus didelphys bicollis: Jede Höhle hat ihren eigenen Zervikalkanal und ihre eigene Scheide. Sie tritt in zwei Dritteln der Fälle auf.
  • Uterus didelphys unicollis: Es gibt zwei Gebärmutterhöhlen, kommunizieren aber im Muttermund miteinander und es gibt nur eine Vagina.

Sofern kein Vaginalverschluss vorliegt, ist diese Anomalie asymptomatisch. Wiederkehrende Fehlgeburten und Frühgeburten sind jedoch bei Betroffenen häufig.

Eine Operation zur Behandlung dieser Fehlbildung führt nicht immer zu guten Ergebnissen. Entsprechende Studien dazu sind widersprüchlich. In jedem Fall hängt der Erfolg der Schwangerschaft von der Größe und der Fortpflanzungsfähigkeit der beiden Höhlen ab.

Uterus bicornis

Sie entsteht durch eine unvollständige Verschmelzung der Müller-Gänge. Sie tritt bei 10% der Patientinnen mit Gebärmutterfehlbildungen auf. Sie haben zwar zwei symmetrische Gebärmutterhöhlen, aber die Hörner sind nicht vollständig entwickelt und kleiner als beim Uterus didelphys.

In diesem Fall hat die Gebärmutter nicht die übliche Form einer umgekehrten Birne, sondern die eines Herzens. Oben erscheint eine Spalte, die den Gebärmutterraum reduziert, in dem sich der Fötus entwickelt. Abhängig vom Ausmaß der Spalte unterscheiden wir:

  • Uterus bicornis unicollis: Der Spalt erreicht die innere Zervixöffnung (Uterus bicornis unicollis mit einem einzelnen Zervix) oder die äußere (Uterus bicornis bicollis mit mit zweifacher Zervix).
  • Uterus bicornis partialis: der Spalt reicht nur bis in die Gebärmutter.

Uterus septus

Diese Gebärmutterfehlbildung tritt bei 55% der Patientinnen auf und zeichnet sich dadurch aus, dass das Septum, das die Müllergänge trennt, nicht verschwindet. Aus diesem Grund hat die Frau eine Gebärmutterhöhle, die durch eine Scheidewand getrennt ist. Je nachdem, wie weit die Scheidewand reicht, wird der Uterus Septum wie folgt klassifiziert:

bis zur Mitte des Gebärmutterraums.
Komplette Septierung
die Wand reicht bis zum Zervixhals.

Der Uterus septus unterscheidet sich von der vorherigen (Uterus bicornis), weil die Form der Gebärmutter nicht verzerrt ist, d.h. sie hat noch die Form einer umgekehrten Birne.

Sie ist die häufigste Gebärmutterfehlbildung und sorgt für die größten Empfängnisprobleme. Bei schweren Fällen, in denen keine OP durchgeführt wurde, ist eine Schwangerschaft extrem kompliziert, da sie eine hohe Rate an wiederkehrenden Abtreibungen aufweisen. Aus all diesen Gründen ist ein Uterus septus eine wichtige Ursache für die weibliche Unfruchtbarkeit.

Uterus arcuatus

Einige betrachten diese Anomalie als eine Variante des Uterus septus und andere der normalen Gebärmutter. Sie unterscheidet sich von der ersten dadurch, dass die Scheidewand viel weniger ausgeprägt, aber breiter ist. Aus diesem Grund ähnelt ihre Morphologie in weniger ausgeprägten Fällen der einer normalen Gebärmutter.

Der Uterus arcuatus stellt in der Regel kein Fruchtbarkeitsproblem dar, obwohl es zu größeren Komplikationen bei der Empfängnis kommen kann. Bei wiederholten Fehlgeburten kann durchaus eine Operation in Betracht gezogen werden.

Kinderwunschbehandlungen

Einige der oben genannten Uterusanomalien können den Transport von Gameten (Eizellen und Spermien) stören, aber nicht unbedingt die Einnistung und embryonale Entwicklung. In diesem Fall würde die In-vitro-Fertilisation (IVF) es der Frau ermöglichen, schwanger zu werden.

Bei der IVF ist es üblich, dass der Spezialist einen Test durchführt, der den Embryotransfer simuliert. Auf diese Weise wird überprüft, ob es eine Verstopfung in der Gebärmutter gibt, die ein Eingreifen erfordert. Mit diesem Test kann gleichzeitig untersucht werden, ob die Gebärmutterhöhle genügend Platz für die Entwicklung des Embryos hat.

Jedoch gibt es auch Fehlbildungen, die einen operativen Eingriff erfordern. Ein Beispiel ist der Uterus septus, der operiert wird, um die Scheidewand zu entfernen. Das Ausmaß der Fehlbildungen muss bewertet werden, um ihre Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit und die korrekte Entwicklung der Schwangerschaft zu beurteilen. Techniken wie die Magnetresonanztomographie (MRT) werden zur Charakterisierung und Klassifizierung von Gebärmutteranomalien eingesetzt.

Es ist wichtig, das Nutzen-Risiko-Verhältnis der Operation zu untersuchen, da je nach Schwere des Problems eine Intervention empfohlen wird oder nicht. So kann beispielsweise während der Operation das die Gebärmutterwände bedeckende Gewebe beschädigt werden, weshalb Fruchtbarkeitsprobleme aufgrund von Einnistungsfehler bevorzugt behandelt werden. Mit neuen chirurgische Techniken wie die Hysteroskopie oder die Laparoskopie muss jedoch der Bauch nicht mehr geöffnet werden, was das Risiko deutlich reduziert.

Schließlich, wenn weder mit der IVF noch mit chirurgischen Eingriffen das Gebärmutterproblem beseitigt wird, gibt es die Möglichkeit der Leihmutterschaft. In diesem Fall ist es eine Leihmutter, die für die Betroffene das Kind/die Kinder austrägt.

Fragen die Nutzer stellten

Welche Formen von Gebärmutterfehlbildungen haben die schlechteste Prognose?

durch Dr. Joel G. Brasch (gynäkologe).

Zu den häufigsten angeborenen Gebärmutterfehlbildungen gehören Uterus didelphys, bicornis, unicornis, septus. Angeborene Gebärmutterfehlbildungen werden nicht als Hindernis zur Empfängnis oder zur Einnistung bei IVF angesehen, sondern mit einer Zunahme von Fehlgeburten, intrauteriner Wachstumsretardierung, Frühgeburt, Fehldarstellung, Kaiserschnitt, Bruch eines rudimentären Horns, Gebärmutterhalskrebs, schwangerschaftsauslösende Hypertonie und Plazentainsertationsanomalien in Zusammenhang gebracht. Man geht davon aus, dass es etwa 8% der unfruchtbaren Frauen betrifft. Es gibt keine andere chirurgische Behandlung als die Entfernung eines Septums oder eines rudimentären Horns.

Wird die Leihmutter untersucht um auszuschließen, dass bei ihr keine dieser hier erwähnten Probleme vorliegen?

durch Rebeca Reus (embryologin).

Ja, bei der Leihmutter werden zahlreiche medizinische und gynäkologische Untersuchungen durchgeführt um festzustellen, dass sie gebärfähig ist. Ebenso wird bei ihr überprüft, ob sie emotional in der Lage ist, als Leihmutter tätig zu werden, das heißt, das Kind einer anderen Frau oder eines anderen Paares auszutragen.

Welche Fehlbildungen in der Gebärmutter wirken sich am negativsten auf eine Schwangerschaft aus?

durch Rebeca Reus (embryologin).

Der Uterus septus ist vielleicht die Fehlbildung mit den schwerwiegendsten Auswirkungen in Bezug auf die Fruchtbarkeit. Jedoch kann in vielen Fällen ein chirurgischer Eingriff eine große Hilfe sein.

Welche Fehlbildung des Uterus kommt am häufigsten vor?

durch Rebeca Reus (embryologin).

Der Uterus septus kommt am häufigsten vor.

Welcher Zusammenhang besteht zwischen Diethylstilbestrol (DES) und Gebärmutterfehlbildungen?

durch Rebeca Reus (embryologin).

Es gibt eine Reihe von Uterusanomalien im Zusammenhang mit Diethylstilbestrol (DES), einem synthetischen Östrogen, das bis in die 1970er Jahre verwendet wurde, um das Risiko einer Fehlgeburt zu verringern. Etwa 25% der Frauen, die diesem Medikament während des fetalen Stadiums ausgesetzt sind, haben Veränderungen in den Eileitern, der Gebärmutter, des Gebärmutterhalses oder der Scheide. Die häufigste Fehlbildung bei diesen Frauen ist die T-förmige Gebärmutter.

Die Leihmutterschaft ist die komplexeste Methode in der assistierten Reproduktion. Deshalb ist es wichtig, dass Sie sich in erfahrene Hände begeben. Wenn Ihnen keine vertrauenswürdige Unternehmen bekannt sind, zeigt Ihnen dieses Tool welche Länder für Ihr Familienmodell infrage kommen und stellt Ihnen einen personalisierten Bericht zur Verfügung sowie einen Kostenvoranschlag zur Orientierung.

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Wenn eine dieser Anomalien die Schwangerschaft verhindert oder wiederholt Fehlgeburten verursacht, kann die Leihmutterschaft der reproduktive Weg zur Mutterschaft sein: Wissen Sie, woraus diese Kinderwunschbehandlung besteht? Wir erklären es Ihnen hier: Was ist eine Leihmutterschaft?

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Literaturverzeichnis

Autoren und Mitwirkende

Dr. Joel G. Brasch
Dr. Joel G. Brasch
Gynäkologe
Dr. Joel Brasch ist Arzt und Leiter der 2005 gegründeten Klinik Chicago IVF. Durch die American Board of Obstretics and Gynecology zertifizierter Mediziner mit mehr als 25 jähriger Erfahrung in Kinderwunschbehandlungen und Reproduktionsmedizin. Dr. Brasch ist ebenso Leiter der Abteilung für reproduktive Endokrinologie und Unfruchtbarkeit im Ärztezentrum Mount Sinai. Mehr über Dr. Joel G. Brasch
 Rebeca Reus
Rebeca Reus
Embryologin
Abschluss in Humanbiologie (Biomedizin) an der Universitat Pompeu Fabra (UPF), mit offiziellem Masterabschluss im Labor für klinische Analysen an der UPF und Masterabschluss in Theoretische Grundlagen und Laborverfahren der assistierten Reproduktion an der Universität Valencia (UV). Mehr über Rebeca Reus
Auf deutsch angepasst von:
 Romina Packan
Romina Packan
Babygest Staff
Chefredakteurin und Übersetzerin für die englische und deutsche Ausgabe von Babygest. Mehr über Romina Packan

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