Mit welchen Untersuchungen wird die Fruchtbarkeit der Frau getestet?

durch (embryologin), (gynäkologe) Und (babygest staff).
Aktualisiert am 03/03/2020

Wenn ein Paar seit mehr als über einem Jahr trotz ungeschütztem Verkehr nicht schwanger wird, können Fruchtbarkeitsprobleme vorliegen. Daher sollte das Paar einen Spezialisten aufsuchen, damit beide ihre Fruchtbarkeit untersuchen lassen können.

Um konkret die Fruchtbarkeit von Frauen zu untersuchen, werden eine Reihe von Untersuchungen wie Vaginalultraschall, Bluthormonanalyse und Hysterosalpingographie durchgeführt. Die erhaltenen Ergebnisse dienen dem Facharzt, den Fruchtbarkeitsstatus der Patientin zu ermitteln und somit festzustellen, welche die für sie am besten geeignete Kinderwunschbehandlung ist.

Darüber hinaus gibt es weitere ergänzende Tests zur Beurteilung der Fruchtbarkeit bei Frauen, wie z.B. Hysteroskopie, Chromosomenanalyse und Endometrium-Biopsie.

Wann wird die Fruchtbarkeit einer Frau untersucht?

Eine Fruchtbarkeitsuntersuchung wird im Allgemeinen empfohlen, wenn ein Paar seit über einem Jahr versucht schwanger zu werden. Um die Ursache der Fruchtbarkeitsprobleme herauszufinden, führt der Spezialist zu diesem Zeitpunkt eine Reihe von Untersuchungen bei beiden durch.

Konkret sind dies die wichtigsten Untersuchungen der Fruchtbarkeit von Frauen:

  • Vaginalultraschall zur Beurteilung der Anatomie der Gebärmutter und der Eierstöcke.
  • Hormonanalyse, die bei der Steuerung des Menstruationszyklus hilft.
  • Hysterosalpingographie zur Untersuchung der Eileiterdurchgängigkeit.
  • Chromosomenanalyse, um mögliche Störungen auf Chromosomenebene zu diagnostizieren.

Wenn das Ergebnis eines dieser Tests abweicht, ordnet der Arzt zusätzliche Tests an, wie z.B. eine Endometriumbiopsie und Hysteroskopie. Außerdem ist eine persönliche Behandlung der Patientin durch den Arzt notwendig, um alle notwendigen Untersuchen bestimmen zu können.

Vollständige gynäkologische Untersuchung

Die wichtigste Untersuchung in der Gynäkologie ist der Vaginalultraschall. Mit diesem nicht-invasiven Screening-Test überprüft der Spezialist den Zustand der Gebärmutterhöhle und der Eierstöcke. Auf diese Weise kann man erkennen, ob eine Veränderung oder Anomalie vorliegt, die die Empfängnis behindern kann.

Zusätzlich kann mittels vaginalem Ultraschall eine Antralfollikelzählung durchgeführt werden, um eine ungefähre Vorstellung von der Ovarialreserve der Frau zu erhalten. Ist der Wert gleich oder größer als 8 Follikel, deutet das in der Regel auf eine gute Ovarialreserve hin.

Ein weiterer Test, der in der Regel im Rahmen der gynäkologischen Untersuchung durchgeführt wird, ist der Abstrich, auch bekannt als Pap-Test. Dabei wird eine kleine Zellprobe aus dem Gebärmutterhals zur Untersuchung im Labor entnommen. Dieser Test kann Infektionen und Veränderungen bei Zellen erkennen, die auf die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs hinweisen können.

Hormonstatus bei Frauen bestimmen

Der Menstruationszyklus einer Frau wird durch Hormone reguliert. Jede Unregelmässigkeit im Hormonspiegel kann die weibliche Fruchtbarkeit beeinträchtigen. Daher ist die Hormonuntersuchung im Blut eine große Hilfe, wenn der Fruchtbarkeitstatus der Frau bestimmt werden soll. Darüber hinaus gibt diese Hormonstudie auch Auskunft über die Ovarialreserve der Frau und darüber, ob die Eierstöcke ordnungsgemäß funktionieren.

Im Allgemeinen wird die Blutuntersuchung am 3. Tag des Eierstockzyklus durchgeführt, wobei der erste Tag des Zyklus berücksichtigt wird, an dem die Menstruation der Frau beginnt. Es ist auch möglich, dass einige Hormone, wie z.B. Progesteron, am 21. Tag des Menstruationszyklus getestet werden.

Eine Vielzahl von Hormonen kann in diese Analyse einbezogen werden. Die wichtigsten für die Fruchtbarkeit sind jedoch folgende:

FSH (follikelstimulierendes Hormon)
ist ein Gonadotropin, das von der Hypophyse freigesetzt wird und für die Aktivierung der Follikelentwicklung verantwortlich ist. Seine Normalwerte liegen zwischen 3 und 10 mIU/mL. FSH-Werte unter 6 weisen auf eine ausgezeichnete Ovarialreserve hin, Werte von 6 bis 9 sind gut, 9 bis 10 mäßig und über 10 weisen in der Regel auf eine niedrige Ovarialreserve hin. Die Bestimmung dieses Hormons wird zwischen dem 3. und 5. Tag des Menstruationszyklus durchgeführt.
LH (luteinisierendes Hormon)
ist ebenfalls ein von der Hypophyse freigesetztes Gonadotropin, das auf den Eierstock einwirkt und den Eisprung auslöst. Werte zwischen 2 bis 10 mIU/ml befinden sich dabei im Normalbereich. Die Bestimmung dieses Hormons wird zwischen dem 3. und 5. Tag des Menstruationszyklus durchgeführt.
Östradiol
Hormon, das während der follikulären Entwicklung vom Eierstock freigesetzt wird. Dieses Hormon sollte einen Blutwert zwischen 25 und 75 pg/ml aufweisen. Am dritten Tag des Zyklus sollte er jedoch am besten unter 50 pg/ml liegen. Die Bestimmung dieses Hormons wird zwischen dem 3. und 5. Tag des Menstruationszyklus durchgeführt.
Prolaktin
dieses Hormon wird von der Hypophyse ausgeschüttet. Sein normaler Wert liegt zwischen 0 und 20 ng/ml am 3. bis 5. Zyklustag. Wenn das Prolaktin über den normalen Werten liegt, verursacht es eine so genannte Hyperprolaktinämie.
Progesteron
am 3. Zyklustag sollte dieses Hormon unter 1,5 ng/ml liegen, da es vom Gelbkörper freigesetzt wird und erst beim Eisprung (meist in der Mitte des Zyklus) gebildet wird. Damit der Wert dieses Hormons aussagekräftig ist, muss die Analyse am 21. Zyklustag erfolgen. Zu diesem Zeitpunkt sollte der Blutzuckerspiegel über 5 ng/ml liegen, da dies darauf hinweist, dass der Eisprung stattgefunden hat. Auf jeden Fall sollte er idealerweise über 10 ng/ml liegen.
Anti-Müller-Hormon (AMH)
ist ein Hormon, das von den Eierstockfollikeln freigesetzt wird und als guter Indikator für die Eizellenreserve angesehen wird. Es kann an jedem Zyklustag analysiert werden, da das Hormon Zyklusunabhängig ist. Ein AMH-Wert zwischen 0,7 und 3,5 ng/ml deutet auf eine gute Ovarialreserve hin. Je niedriger die Ovarialreserve, desto niedriger ist der AMH-Wert.

Obwohl dies die wichtigsten Hormone sind, die untersucht werden, ist es auch möglich, andere wie das schilddrüsenstimulierende Hormon (TSH), das freie Thyroxin (T4), das freie Trijodthyronin (T3) oder das Testosteron zu analysieren. Obwohl es sich nicht um Geschlechtshormone handelt, kann die Abweichung ihres Spiegels die Hormone, die den Menstruationszyklus und den Eisprung regulieren, negativ beeinflussen.

Hysterosalpingographie (HSG)

Die Hysterosalpingographie ist ein diagnostischer Test, der es uns erlaubt, die Durchlässigkeit der Eileiter zu untersuchen und die Struktur der Gebärmutter zu beobachten. Da die Befruchtung (Vereinigung von Ei- und Samenzellen) in den Eileitern stattfindet, muss unbedingt geprüft werden, ob ein Durchgang durch die Eileiter möglich ist.

Bei der Hysterosalpingographie wird ein röntgenopakes Kontrastmittel (Flüssigkeit, die keine Strahlung durchlässt und daher bei der Anwendung von Röntgenstrahlen sichtbar gemacht werden kann) durch einen Katheter in das Reproduktionssystem der Frau geführt. Trifft die Flüssigkeit auf kein Hindernis, gelangt sie in die Beckenhöhle. Andernfalls könnte bei einer Blockierung der Eileiter die Flüssigkeit nicht durchkommen.

Die Anwendung von Röntgenstrahlen ermöglicht es, den Verlauf des Kontrastes zu visualisieren und zu analysieren, ob eine Verstopfung in den Eileitern sowie eine Fehlbildung in der Gebärmutterhöhle vorliegt.

Das Ergebnis der Hysterosalpingographie kann folgendermaßen ausfallen:

Positiv
zeigt an, dass die Eileiter durchlässig sind, und man kann beobachten wie die Kontrastlösung durch die beiden Eileiter verläuft und in die Bauchhöhle ausgestoßen wird.
Negativ
ob ein- oder zweiseitig, bedeutet es, dass eine oder beide Eileiter blockiert sind und infolgedessen keinen Kontrast durch ihre Struktur hindurchlassen. Wenn dies geschieht, blähen sich die Eileiter auf. Es ist auch möglich, dass die Eileiter aufgrund einer Eileiter- oder Gebärmutterfehlbildung nicht sichtbar sind.

Wenn die Eileiter nur gering verstopft sind, kann dieser Test helfen, die Eileiter zu befreien damit diese wieder durchlässig werden. Das passiert jedoch nur in seltenen Fällen. Darüber hinaus ist dieser Test besonders wichtig, wenn es darum geht, die beste Kinderwunschmethode für jeden einzelnen Fall zu ermitteln.

Andere ergänzende Tests

In einigen Fällen sind zu den bisher Verfahren verfahren zusätzliche Tests erforderlich. Diese Tests sind nur notwendig, wenn man die Untersuchung der Unfruchtbarkeit bei Frauen vertiefen möchte.

Weitere relevante Tests, die an Frauen für die Untersuchung der Sterilität durchgeführt wurden, sind unten aufgeführt.

Chromosomenuntersuchung (Karyotyp)

Die Karyotypstudie besteht aus der Analyse der Chromosomen der Frau. Ein einfacher Bluttest prüft, ob die Frau einen normalen Karyotyp (46, XX) hat oder ob es eine Chromosomenveränderung gibt, die das Schwangerwerden erschwert. Die Veränderung des Karyotyps kann auf der strukturellen Ebene oder auf der numerischen Ebene der Chromosomen liegen.

Es ist zu beachten, dass die Karyotypisierung ein Routinetest ist, der in den meisten Fällen von Unfruchtbarkeit, sowohl bei Männern als auch bei Frauen, durchgeführt wird. Darüber hinaus ist dieser Test besonders dann notwendig, wenn es Fälle von wiederholten Fehlgeburten oder Einnistungsfehlern gibt.

Hysteroskopie

Die Hysteroskopie ist ein medizinisches Verfahren, das die Visualisierung des Inneren der Gebärmutterhöhle durch die Einführung einer endoskopischen Kamera (Hysteroskop) ermöglicht. Dies ist ein einfaches und kurzes ambulantes Verfahren, das die Erkennung von Polypen, Myomen und anderen Missbildungen der Gebärmutter ermöglicht, die mit einer einfachen Ultraschalluntersuchung nicht diagnostiziert werden können.

Es sollte beachtet werden, dass die Hysteroskopie den Eintritt in die Eileiter nicht erlaubt, aber es ist möglich, den Eingang in die Eileiter zu beobachten. Der Hauptgrund ist, dass das Hysteroskop wegen des geringen Durchmessers der Eileiter nicht durch die Eileiter gehen kann.

Endometrium-Biopsie

Eine Endometrium-Biopsie ist ein diagnostischer Test, bei dem ein kleines Stück der Gebärmutterschleimhaut zur Analyse im Labor entnommen werden kann. Dazu wird ein Biopsie-Katheter durch die Vagina eingeführt und vorsichtig abgesaugt, um eine Probe der Gebärmutterschleimhaut zu entfernen.

Auf diese Weise kann das eventuelle Vorhandensein von Krankheitserregern oder Anomalien in der Gebärmutter untersucht werden, die die Einnistung des Embryos oder den Aufstieg von Spermien auf der Suche nach der Eizelle verhindern könnten.

Die Endometriumbiopsie kann mit oder ohne Lokalanästhesie in der Praxis durchgeführt werden und die Patientin benötigt keine spezielle Vorbereitung. Wenn der Test nicht unter Narkose durchgeführt wird, kann es zu Beschwerden, Schmerzen und/oder Krämpfen kommen. Darüber hinaus wird die Endometrium-Biopsie manchmal gleichzeitig mit der Hysteroskopie durchgeführt.

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Fragen die Nutzer stellten

Welche Untersuchungen zur Bestimmung der Fruchtbarkeit von Frauen sind am wichtigsten?

durch Dr. Joel G. Brasch (gynäkologe).
  • Blutbild - FSH und E2, Antimüllerhormon (AMH), TSH, Prolaktinprobe
  • Eileiterdiagnostik - Hysterosalpingografie
  • Beckenultraschall mit Antral-Follikel-Zählung

Was kosten Fruchtbarkeitstests bei Frauen?

durch Andrea Rodrigo (embryologin).

Die Kosten können je nach Klinik variieren und kommt darauf an, was diese Tests beinhalten. Daher kann zum Beispiel ein Fruchtbarkeitstest, bei dem eine Hormonanalyse und gynäkologische Untersuchung dabei ist, zwischen 150 und 350€ kosten. Die Hysterosalpingographie (HSG) kostet ungefähr 350€.

Tun diese Tests weh?

durch Andrea Rodrigo (embryologin).

Die gynäkologische Untersuchung tut normalerweise nicht weh, ebenso wenig wie der Bluttest. Die Hysterosalpingografie kann jedoch Schmerzen verursachen. Es gibt Frauen, die die Untersuchung als unangenehm empfinden, so wie bei einer Zytologie oder einer anderen gynäkologischen Untersuchung, und andere wiederum empfinden diesen Test als schmerzhaft.

Übernimmt die Krankenkasse diese Kosten?

durch Andrea Rodrigo (embryologin).

Liegt ein medizinischer Grund für einen Fruchtbarkeitstest der Frau vor, kann über die Krankenkasse abgerechnet werden.

Gibt es zur Hysterosalpingographie(Röntgenkontrastuntersuchung) alternative Untersuchungen?

durch Zaira Salvador (embryologin).

Es gibt die Laparoskopie (Bauchspiegelung), die immer noch recht häufig eingesetzt wird. Sie dient zur Visualisierung von Beckenerkrankungen (z.b. Endometriose) und diese können während der Untersuchung behandelt weren. Die Laparoskopie (LSK) ist ein invasiver Eingriff mit Narkosse und ist mit höheren Kosten verbunden.

Unter den nicht invasiven Verfahren zählt die Ultraschallaschalluntersuchung (HyCoSy). Dabei werden die Eileiter mit einer natürlichen Gellösung gespült und ein dreidimensionales Ultraschallbild macht diese sichtbar. Der Eingriff ist schmerzfrei, da die HyCoSy mit einer leichten Schlafnarkose durchgeführt wird.

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Literaturverzeichnis

Autoren und Mitwirkende

 Andrea Rodrigo
Andrea Rodrigo
Embryologin
Abschluss in Biotechnologie von der Polytechnischen Universität Valencia (UPV) mit Master-Abschluss in Biotechnologie der assistierten menschlichen Reproduktion, unterrichtet von der Universität Valencia in Zusammenarbeit mit dem Valencianischen Institut für Unfruchtbarkeit (IVI). Postgraduierte Expertin für medizinische Genetik. Mehr über Andrea Rodrigo
Dr. Joel G. Brasch
Dr. Joel G. Brasch
Gynäkologe
Dr. Joel Brasch ist Arzt und Leiter der 2005 gegründeten Klinik Chicago IVF. Durch die American Board of Obstretics and Gynecology zertifizierter Mediziner mit mehr als 25 jähriger Erfahrung in Kinderwunschbehandlungen und Reproduktionsmedizin. Dr. Brasch ist ebenso Leiter der Abteilung für reproduktive Endokrinologie und Unfruchtbarkeit im Ärztezentrum Mount Sinai. Mehr über Dr. Joel G. Brasch
Auf deutsch angepasst von:
 Romina Packan
Romina Packan
Babygest Staff
Chefredakteurin und Übersetzerin für die englische und deutsche Ausgabe von Babygest. Mehr über Romina Packan

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