Folgen der Leihmutterschaft auf die Leihmutter

durch (embriologin), (gynäkologe), (projektmanagerin von babygest) Und (babygest staff).
Aktualisiert am 06/09/2019

Die Leihmutterschaft ist ein sehr kontroverses Thema mit einer Vielzahl von Argumenten die sowohl dafür als auch dagegen sprechen. Die psychologischen und sozialen Aspekte sowie die möglichen Risiken und Vorteile, die sich daraus ergeben können, gehören zu den am häufigsten behandelten Themen. Daher werden in diesem Artikel die wichtigsten Konsequenzen dieses Prozesses genauer untersucht:

Psychologisch Aspekte

Im Allgemeinen, und insbesondere in Ländern mit angemessener Regulierung wie den Vereinigten Staaten, Russland oder Kanada, zeigen Frauen, die sich für eine Schwangerschaft entscheiden, ein gemeinsames psychologisches Profil. Es handelt sich um starke Frauen mit großer Sensibilität, die in der Regel nach der Geburt des Babys keine psychischen Probleme haben.

Obwohl die durchgeführten Studien nicht sehr umfangreich und der Stichprobenumfang gering ist, gibt es bei Leihmütter in der Regel keine Leiden oder negativen psychologischen Folgen, und auch die Fälle von postpartalen Depressionen sind im Vergleich zu ihren eigenen Schwangerschaften nicht angestiegen.

Um mögliche Auswirkungen zu vermeiden, ist es unerlässlich, dass die Leihmutter einer strengen psychologischen Studie zur Bestimmung ihrer Eignung für den Prozess unterzogen wird, sowie regelmäßigen Untersuchungen oder Sitzungen mit spezialisierten Psychologen während der Schwangerschaft.

In diesen Sitzungen ist es wichtig, dass der Facharzt bestätigt, dass die Leihmutter eine klare Einstellung zur zukünftigen Schwangerschaft hat, d.h. dass sie sich voll bewusst ist, dass sie ein Baby zur Welt bringen wird, das nicht ihres ist. Auf diese Weise wird die emotionale Bindung während der Schwangerschaft reduziert und die spätere Übergabe des Neugeborenen erleichtert.

Die Bedeutung eigener Kinder

Die meisten Leihmutterschaftsprogramme auf der ganzen Welt erfordern, dass Kandidatinnen zuvor Kinder bekommen haben. Dies beantwortet nicht nur eine medizinische, sondern auch eine psychologische Frage.

Eine Frau, die noch nie eine Schwangerschaft durchgemacht hat, weiß nicht, wie sie sich fühlen wird, ihre Symptome, die Bindung, die sie zu dem Baby entwickeln wird, usw. Deshalb ist es schwierig, vor Vertragsunterzeichnung eine fundierte Entscheidung zu treffen wenn die Leihmutter nicht weiß, was passieren wird.

Da die Entwicklung der Schwangerschaft nicht vorhersehbar ist, ist es wichtig, dass es sich um eine Frau handelt, die diese Erfahrung bereits gemacht hat. Mithilfe dieser Erfahrung weiß sie, worauf sie sich psychologisch gesehen einlassen wird.

Welche Vorteile es bietet, Leihmutter zu werden

Im Gegensatz was viele Personen denken handelt die Leihmutter nicht aus finanziellen Gründen heraus, sondern möchte Leben schenken und anderen Personen helfen, ihren Kinderwunsch zu erfüllen.

Obwohl eine finanzielle Entschädigung gezahlt wird, und dies natürlich auch einer der Gründe ist warum Frauen sich entschließen, Leihmütter zu werden, dies somit nicht der Hauptgrund ist.

Im Folgenden listen wir drei der wichtigsten psychologischen Vorteile für Leihmütter auf:

  • Schwangerschaft genießen: Einige Frauen fühlen sich gut in diesem Zustand, fühlen sich besonderer, was auch ihr Wohlbefinden und ihre emotionale Gesundheit verbessert.
  • Persönliche Erfüllung und Selbstvertrauen: Selbstlosigkeit und Solidarität führt zu einem größeren Wohlbefinden und Glück, etwas zum Wohle anderer zu tun.
  • Empathie und der Wunsch zu helfen: wird verstärkt, wenn es eine persönliche Beziehung zu den Absichtseltern gibt. Da sie sich in das Leiden hineinversetzen, dass die zukünftigen Eltern durchmachen, erhöht sich ihre Empathiefähigkeit.

Viele Leihmütter behaupten, eine Mischung aus Glücks- und Trauergefühlen zum Zeitpunkt der Geburt zu verspüren, sobald der Prozess endet. Glück, weil sie ihr Ziel, einer Familie zu helfen, erreicht haben, und Traurigkeit, weil ihre Hilfe endet, ihr Gefühl der Solidarität endet und, kurz gesagt, die Schwangerschaft, mit der sie sich normalerweise wohl fühlen, vorbei ist.

Welche Vorteile das Kennenlernen der Eltern hat

Die Beziehung zwischen der Leihmutter und den Absichtseltern muss auf gegenseitigem Respekt und Gegenseitigkeit beruhen, das heißt, die Parteien müssen zum Wohle beider zusammenarbeiten.

Um die Beziehung zwischen Eltern-Leihmutter so fließend und respektvoll wie möglich zu gestalten, ist es wichtig dass beide Parteien von Fachkräften eingehend unterstützt und beraten werden. Auf diese Weise werden zwei wichtige Zwecke erreicht:

  • Wissen, was jeder von der Beziehung erwartet und welche Erwartungen während des Prozesses gestellt werden
  • Wissen was die Folgen wären, wenn Erwarungen nicht erfüllt würden

Sowohl die Wunscheltern als auch die Leihmütter geben an, dass sie sich durch die nähere Beziehung während des Prozesses sicherer gefühlt haben. Tatsächlich erhöht sich ihr Vertrauen und Wohlbefinden wenn die Leihmutter weiß, dass das Baby das sie austrägt, in einer liebevollen Familie aufwächst.

Nach einer Studie von Van der Akker aus dem Jahr 2005 hatten Leihmütter, die mit den Familien in Kontakt standen, 6 Monate nach der Geburt keine psychischen Probleme.

Dies erlaubt folgende Schlussfolgerung: Die Absicht der Wunscheltern stimmt mit der der Leihmutter überein, und umgekehrt. Auf diese Weise führt die Leihmutterschaft nicht nur nicht zu negativen emotionalen Folgen, sondern auch nicht zu körperlichen.

Entscheidet sich die Leihmutter beispielsweise im Laufe der Schwangerschaft gegen die Entscheidung der Eltern, so sollten die damit verbundenen Folgen auch im Leihmutterschaftsvertrag berücksichtigt werden, um die psychologischen Auswirkungen zu vermeiden, die dies auf sie haben könnte.

Risiken und soziale Folgen

Es ist wichtig, dass das Umfeld der Leihmutter von ihrer Situation weiß, den Grund versteht, der zu einer Schwangerschaft zugunsten anderer führt und dass sie von Familie und Freunden kontinuierlich unterstützt wird.

Das Gefühl, von ihren Verwandten unterstützt zu werden, wird die Leihmutter dazu bringen, sich besser zu fühlen, ihr Leben während der Schwangerschaft zu genießen und sich glücklich zu fühlen, anderen Menschen zu helfen. Außerdem wird die mögliche Angst oder Ablehnung zum Zeitpunkt der Geburt des Babys reduziert.

Wenn die Leihmutter den Prozess, ihre wahren Motivationen verbirgt oder nicht von ihren Lieben unterstützt wird, können negative Gefühle wie Frustration, Verleugnung und negative psychologische Folgen bei ihr zunehmen.

Falls die Leihmutter bereits eigene Kinder hat ist es wichtig, dass sie gleichzeitig die möglichen Folgen, die eine Leihmutterschaft für ihre Kinder haben kann, berücksichtigt.

Die American Society for Reproductive Medicine (ASRM) rät, sorgfältig darüber nachzudenken, welche Daten und wie viele Informationen ihren eigenen Kindern über die Leihmutterschaft mitgeteilt werden sollten.

Bis heute gibt es weder Untersuchungen noch Beweise dafür, dass sich die Leihmutterschaft negativ auf die Gefühle der Kinder der Leihmutter auswirken könnte oder es zu negativen Reaktionen ihrerseits führt.

Fragen die Nutzer stellten

Kann die Ersatzgebärende das Kind behalten?

durch Dr. Joel G. Brasch (gynäkologe).

Das ist eine gute Frage, denn die Antwort hängt wirklich vom rechtlichen Umfeld ab, in dem das Kind geboren wird. Glücklicherweise ist Illinois ein Staat, der die Leihmutterschaft günstig regelt, da es ein spezifisches Gesetz hat, um nicht nur die Interessen der Leihmutter zu schützen, sondern auch die des Kindes und seiner zukünftigen Eltern. Dieses Gesetz erlaubt es den Gerichten, die Vaterschaft zwischen den Absichtseltern und dem Neugeborenen festzustellen, sobald das Baby geboren wird.

Kann es für die Leihmutter vorteilhaft sein, mit der Familie in Kontakt zu bleiben und das Kind kennenzulernen?

durch Natalia Alvarez (projektmanagerin von babygest).

Die Möglichkeit, nach der Geburt weiterhin mit den Absichtseltern in Kontakt zu bleiben, ist eine Entscheidung, die ausschließlich von den Eltern und der Leihmutter getroffen wird. Einige Familien ziehen es vor, dass ihr Kind die Frau, die es empfangen hat, nicht kennenlernt, während andere der Meinung sind, dass dies für alle Beteiligten von Vorteil wäre.

Dies ist in der Regel häufiger der Fall, wenn die Absichtseltern sie wählen oder wenn sie eine Frau der Familie oder Freundin ist. Gleichzeitig möchten viele Leihmütter weiterhin über die Entwicklung des Minderjährigen informiert werden. Verschiedene Studien haben gezeigt, dass dies sogar für die Zeit, das Kind zu informieren, sehr nützlich sein kann, da es leichter zu verstehen ist.

Welche negativen Folgen könnten bei einer Frau auftreten, die das Kind für jemand anderes austrägt?

durch Natalia Alvarez (projektmanagerin von babygest).

Obwohl viele Familien es vorziehen, auf eine Frau der Familie wie die Schwester, Tante, Schwägerin, Cousine, Tochter usw. zurückzugreifen, ist nicht alles tatsächlich ein Vorteil in dieser Art von Vereinbarung. Die andere Seite der Medaille ist, dass dies die langfristige Beziehung beeinträchtigen kann.

Treten während und/oder nach der Schwangerschaft Komplikationen auf, kann der Stress Groll auslösen oder sogar vergangene Probleme zwischen Familienmitgliedern aufwerfen.

Deshalb wird auch empfohlen, sowohl die schwangere Frau als auch die Absichtseltern psychologisch und emotional von einem Fachmann bewerten zu lassen, um mögliche Gefühle oder Absichten zu identifizieren, die die Beziehung schädigen oder sogar negative Auswirkungen auf das Wohl des zukünftigen Babys haben könnten.

Welche Beeinträchtigung erfährt die Leihmutter in einem Leihmutterschaftsprozess?

durch Cristina Mestre (embriologin).

Leihmutterschaft ist eine assistierte Reproduktionstechnik, die als solche einige Risiken birgt.

Wenn wir über medizinische Risiken sprechen, müssen wir bedenken, dass derzeit Leihmütter nicht diejenige sind, die ihre Eizellen bereitstellen, so dass die Behandlung für sie in dem Moment beginnt, in dem sie medizinisch versorgt werden müssen, um ihr Endometrium auf den Transfer des Embryos vorzubereiten.

Das Medikament ist in diesen Fällen nicht sehr stark, ist aber immer noch ein Medikament. Nach der Durchführung des Transfers werden 15 Tage abgewartet, um festzustellen, ob eine Schwangerschaft erreicht wurde oder nicht. Und von diesem Moment an sind die Risiken genau die gleichen wie bei jeder schwangeren Frau.

Was den psychologischen Schaden betrifft, so glaube ich, dass die gute Wahl der Leihmutter und die Verantwortung, die sie dabei trägt, wirklich darüber entscheiden werden, ob es sich um einen natürlichen Prozess handelt oder ob er letztendlich ein schmerzhafter Prozess ist.

Es ist von grundlegender Bedeutung, dass die schwangere Frau sich freiwillig für die Teilnahme an dieser Technik entscheidet, d.h. dass kein Familienmitglied, Freund oder ihre wirtschaftliche Situation sie dazu zwingt.

Offensichtlich gibt es einen wirtschaftlichen Ausgleich, aber das sollte nicht das sein, was eine Frau wirklich antreibt, das Kind einer anderen Person auszutragen: Es muss auch einen Grund für Solidarität geben, den Wunsch, einer Familie zu helfen. Das ist es, was wirklich den Unterschied ausmacht.

Frauen, die sich dessen bewusst sind erleben die Schwangerschaft als wertvollen Prozess und wissen, dass das Baby, das in ihrem Mutterleib wächst, nicht ihr Kind ist.

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Möchten Sie mehr darüber erfahren, was eine Frau dazu veranlasst, das Baby einer anderen Familie auszutragen? Dann verpassen Sie nicht den Artikel Gründe Leihmutter zu werden. Dort gehen wir auf die solidarischen Gründe und andere Aspekte ein.

Wie wir bereits angedeutet haben, müssen die Kandidatinnen eine psychologische Bewertung bestehen, um ihre Eignung für diesen Prozess festzustellen. Wenn Sie alle Tests kennenlernen möchten, klicken Sie hier: Ärztliche Untersuchungen bei der Leihmutter.

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Literaturverzeichnis

Autoren und Mitwirkende

 Cristina Mestre
Cristina Mestre
Embriologin
Abschluss in Biowissenschaften, Genetik und menschlicher Reproduktion an der Universität Valencia (UV). Master-Abschluss in Biotechnologie der menschlichen Reproduktion begleitet durch die UV am Valencianischen Institut für Unfruchtbarkeit (IVI). Embryologe am IVI Barcelona. Mehr über Cristina Mestre
Dr. Joel G. Brasch
Dr. Joel G. Brasch
Gynäkologe
Dr. Joel Brasch ist Arzt und Leiter der 2005 gegründeten Klinik Chicago IVF. Durch die American Board of Obstretics and Gynecology zertifizierter Mediziner mit mehr als 25 jähriger Erfahrung in Kinderwunschbehandlungen und Reproduktionsmedizin. Dr. Brasch ist ebenso Leiter der Abteilung für reproduktive Endokrinologie und Unfruchtbarkeit im Ärztezentrum Mount Sinai. Mehr über Dr. Joel G. Brasch
 Natalia Alvarez
Natalia Alvarez
Projektmanagerin von Babygest
Abschluss in Wirtschaftswissenschaften an der Universität von Alicante. Sie verfügt über mehr als 9 Jahre Erfahrung im Bereich der assistierten Reproduktion und war Schöpferin und Leiterin der ersten Messe für assistierte Reproduktion in Spanien. Sie ist die Direktorin von Babygest und ist eine Expertin auf dem Gebiet der Leihmutterschaft, weil sie in all diesen Jahren die Möglichkeit hatte, hunderte von realen Fällen von Paaren kennenzulernen, die Behandlungen für Leihmutterschaft durchgeführt haben, und kennt die besten Fachleute und internationalen Kliniken. Mehr über Natalia Alvarez
Auf deutsch angepasst von:
 Romina P.
Romina P.
Babygest Staff
Chefredakteurin und Übersetzerin für die englische und deutsche Ausgabe von Babygest. Mehr über Romina P.

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