Was ist eine kontrollierte Follikelstimulation?

durch (embryologin), (gynäkologe) Und (babygest staff).
Aktualisiert am 05/07/2019

Die Follikelstimulation ist eine der wichtigsten Schritte bei der assistierten Reproduktion wie künstliche Befruchtung oder In-vitro-Fertilisation (IVF). Dabei handelt es sich um einen Prozess, bei dem die Patientin oder Spenderin, je nachdem, hormonelle Medikamente gespritzt werden, um den Eisprung zu stimulieren und zu kontrollieren.

In diesem Artikel reden wir über die Follikelstimulation, ihr Ziel, die verwendeten Medikamente und die daraus entstehenden Symptome.

Wofür wird der Eierstock stimuliert?

In jedem Menstruationszyklus gibt die Frau auf natürliche Weise eine Eizelle ab. Durch die Wirkung von Gonadotropinen (die von der Hypophyse freigesetzt werden) auf den Eierstock beginnt sich eine Gruppe von Follikeln zu entwickeln, aber nur einer von ihnen setzt eine Eizelle frei, d.h. der Eisprung findet nur in einem von ihnen statt. Der Rest stirbt auf dem Weg ab.

Es darf nicht vergessen werden, dass Follikel Strukturen des Eierstocks sind, in denen die Eizellen reifen.

Mit der medikamentösen Verabreichung von Hormonen für die Follikelstimulation soll erreicht werden, dass praktisch alle Follikel, die zum Reifen angefangen haben, ihr Ziel erreichen: den Eisprung. Auf diese Weise sind wir in der Lage, reifere Eier durch die Punktion zu entnehmen. Um dies zu erreichen, ist es notwendig, die Eizellenentwicklung zu kontrollieren, da die Eizellen bei einem fortgeschrittenenen Reifestadium aus dem Eierstock entfernt werden müssen. Das muss jedoch gemacht werden bevor sie spontan ovulieren und nicht mehr gefunden werden können.

Daher ist es wichtig, die Stimulation der Eierstöcke auf kontrollierte und personalisierte Weise durchzuführen; abhängig von der Reaktion jeder Frau auf die Injektionen von verabreichten hormonellen Medikamenten.

Die Anzahl der gewonnenen Eier hängt von jeder Frau, dem Alter und sogar davon ab, wie der Stimulationszyklus verlaufen ist, aber zwischen 6 und 15 Eier sind durchaus eine realistische Zahl.

Alles, was oben erklärt wurde, passiert bei der In-vitro-Fertilisation. Da die Befruchtung im weiblichen Organismus stattfindet, ist die Follikelstimmulation im Gegensatz zur künstlichen Befruchtung jedoch viel schonender.

Ziel ist es in diesem Fall nicht soviel Eizellen wie möglich heranreifen zu lassen, sondern den Eisprung von ein oder zwei Eizellen zu kontrollieren und sicherzustellen. So können wir die Spermien zum richtigen Zeitpunkt deponieren und damit die Wahrscheinlichkeit einer Befruchtung und damit einer Schwangerschaft erhöhen.

Medikamente zur Stimulation der Eierstöcke

Die meisten Medikamente werden durch eine tägliche Unterhautinjektion über einen variablen Zeitraum (zwischen 7 und 15 Tagen) verabreicht. Es ist nicht schwer und in der Klinik zeigt man der Patientin, wie man es von zu Hause aus macht. Der Anwendungsbereich ist der Bauch.

Die Behandlung muss auf jede Patientin persönlich abgestimmt werden. Daher variiert die zu verabreichende Dosis in Abhängigkeit von verschiedenen Faktoren wie dem Alter der Patientin, dem Gewicht, ihrem Gesundheitszustand, früheren Stimulationen, etc.

Der Arzt gibt die geeignete Dosis an und überwacht sie während des gesamten Zyklus, um zu überprüfen, wie der Eierstock reagiert um gegebenenfalls die Dosis neu einzustellen.

Es gibt mehrere Vorgaben zur Follikelstimulation. Generell kann die medikamentöse Behandlung zur Follikelstimulation in drei grundlegenden Schritten eingeteilt werden:

Die Reifung der Eizellen einleiten

Der Patientin werden Medikamente verabreicht, die die Wirkung von hypophysialen Gonadotropinen ersetzen; das sind Hormone, die ihre Funktion auf den Eierstock ausüben und die Reifung der Eizellen fördern. Es handelt sich um die Hormone FSH (follikelstimulierendes Hormon) und LH (luteinisierendes Hormon).

Natürliche Kontrolle blockieren

GnRH-Analoga werden entweder Agonisten oder Antagonisten gegeben. Dies sind Medikamente, die die Wirkung von GnRH nachahmen, einem im Hypothalamus produzierten Hormon, das die natürliche Freisetzung von FSH und LH fördert. Dieses Medikament blockiert die Wirkung von natürlichem GnRH, wodurch der Hormonzyklus exogen gesteuert werden kann.

Den Eisprung stimulieren

Der Eisprung wird in der Regel durch die Verabreichung von humanem Choriongonadotropin (hCG) ausgelöst. Dieses Hormon induziert den Eisprung etwa 36 Stunden nach der Verabreichung, so dass bei einer IVF die Punktion einige Stunden früher durchgeführt werden sollte. Im Falle einer künstlichen Befruchtung sollte der Eisprung ungefähr mit der Einführung von Spermien zusammenfallen.

GnRH-Agonisten können auch zur Auslösung des Eisprungs eingesetzt werden.

Ultraschallkontrolle

Wie bereits erwähnt ist es unerlässlich, die Follikelstimulation durch den Spezialisten überwachen zu lassen, um mögliche Komplikationen und Risiken zu vermeiden.

Während der Zeit, in der sich die Frau das Medikament selbst verabreicht, muss sie sich einer kontinuierlichen gynäkologischen Untersuchung unterziehen, damit der Arzt das Ansprechen auf die Behandlung beurteilen und gegebenenfalls ändern kann.

Bei diesen Terminen werden zwei wichtige Tests durchgeführt:

  • Bluttests: Es ist bekannt, dass jede reife Eizelle etwa 200-300 pg/ml Östradiol freisetzt. Daher kann die Messung des Östradiolwertes im Blut helfen, den Zustand der follikulären Reifung abzuschätzen.
  • Transvaginaler Ultraschall: Mit Hilfe eines vaginalen Ultraschalls kann der Spezialist den Eierstock visualisieren und seine Reifung untersuchen. Dieser Test misst die Anzahl der wachsenden Follikel sowie deren Größe.

Mit dieser Überwachung kann man den geeigneten Tag für die Punktion oder Befruchtung planen.

Symptome und Nebenwirkungen

Die Follikelstimulation ist eine hormonelle Behandlung, die, obwohl sie von einer umfassenden Nachsorge begleitet wird, zu bestimmten Symptomen mit mehr oder weniger hohem Schweregrad führen kann.

Meistens verspürt die Patientin Nebenwirkungen ähnlich der Menstruation, aber stärker. Einige Beispiele sind: Bauchschwellung, vaginale Trockenheit, erhöhte Wasseransammlungen, Schwere in den Beinen, Stimmungsschwankungen, Druckgefühl in den Eierstöcken, Reizung im Injektionsbereich, etc.

Schlimmere oder risikoreichere Folgen wie die folgenden können ebenfalls die Folge sein:

  • Mehrlingsschwangerschaft. Die Schwangerschaft von Zwillingen oder Drillingen ist riskanter und schädlicher für die Gesundheit sowohl der schwangeren Frau als auch der Babys.
  • Ovariales Hyperstimulationssyndrom. Es tritt auf, wenn der Körper einer Frau übertrieben auf das gegebene Medikament reagiert. Die Probleme, die sich daraus ergeben können, sind starke Kopfschmerzen, Erbrechen, Bauchschwellungen, Krämpfe, Durchfall, Schäden am Eierstock, Atemwegskomplikationen und so weiter.

Follikelstimulation in der Leihmutterschaft

Leihmutterschaft ist ein Prozess, in dem eine Frau (die Leihmutter) das Kind einer anderen Frau, eines anderen Mannes oder eines Paares austrägt.

Sie wird in der Regel mit einer In-vitro-Fertilisation durchgeführt, mit dem einzigen Unterschied, dass die gewonnenen Embryonen in die Gebärmutter der Leihmutter und nicht in die Gebärmutter der zukünftigen Mutter übertragen werden.

Bei dieser Technik wird die Follikelstimulation an der zukünftigen Mutter des Babys, d.h. der Wunschmutter durchgeführt. Sie ist diejenige, die vorzugsweise die Eier bereitstellt und somit diejenige, bei der eine Stimulation und Punktion der Eierstöcke gemacht wird.

Wenn die Mutter ihre Eizellen nicht bereitstellen kann, tut das eine Spenderin die sich wiederum einer Follikelstimulation unterzieht, um eine größere Anzahl von Eizellen zu erhalten.

Bei der Leihmutterschaft versucht man zu vermeiden, dass die Leihmutter nicht nur ihre Fähigkeit zur Schwangerschaft, sondern auch die genetische Ausstattung (Eier) bereitstellt. Dies reduziert, so weit wie möglich, Ihre Beteiligung an dem zukünftigen Baby. Darüber hinaus werden auch mögliche Risiken für sie reduziert.

Fragen die Nutzer stellten

Was passiert bei einer Follikelstimulation in einem IVF-Zyklus?

durch Dr. Joel G. Brasch (gynäkologe).

Die Eisprungsauslösung für die IVF beinhaltet die Verabreichung von Gonadotropinen mit einem GnRH-Agonisten oder -Antagonisten, um die Entwicklung mehrerer Eier zu ermöglichen und einen vorzeitigen Eisprung zu verhindern. Die Stimulation wird durch Bluttests und Ultraschall kontrolliert. Der Hormonspiegel wird mit Bluttests (Östradiol, Progesteron, LH) und die Follikelgröße zur Bestimmung der Reife der Eizellen gemessen. Wenn sich eine Folikelkohorte entwickelt, wird eine Aktivierungsinjektion, entweder hCG oder Leuprolidacetat, verabreicht, um den Eisprungsprozess einzuleiten. Die vaginale Eizellenentnahme erfolgt 35-36 Stunden später.

Setzen bei der Follikelstimulation die Wechseljahre früher ein?

durch Andrea Rodrigo (embryologin).

Nein, mit der Follikelstimulation werden nur die Eizellen gerettet, die abgestorben wären. Jedoch lassen wir die Eier nicht vorzeitig heranreifen, die in späteren Zyklen ovuliert hätten sollen.

Aus diesem Grund ist diese Behandlung kein Risiko für die eigene Fruchtbarkeit der Frau.

Machen die Medikamente zur ovariellen Hyperstimulation dick?

durch Andrea Rodrigo (embryologin).

Medikamente zur Stimulierung der Eierstockreifung sind hormonell und zu ihren Nebenwirkungen gehören Schwellungen und Flüssigkeitsansammlungen. Dies kann zu einer leichten vorübergehenden Gewichtszunahme führen. Auf jeden Fall wird die Frau nach der Behandlung in ihren gewohnten Zustand zurückkehren.

Könnte die Stimulation der Eierstöcke mit Pillen anstelle von Injektionen erfolgen?

durch Andrea Rodrigo (embryologin).

Mit Ausnahme von Synarel, das nasal verabreicht wird, erfolgt die Verabreichung des restlichen Medikaments zur Stimulation der Eierstöcke subkutan und nicht oral. Deshalb ist es nicht möglich, die Reifung des Eierstocks mit Pillen zu fördern.

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Wir haben erklärt, dass es bei der Leihmutterschaft die zukünftige Mutter ist, die sich dieser Behandlung unterzieht, und nicht die Leihmutter, bei der andere Methoden verwendet werden. Wenn Sie mehr über die Rolle Leihmutter in der Leihmutterschaft erfahren möchten, empfehlen wir Ihnen, diesen Artikel zu lesen:

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Literaturverzeichnis

Autoren und Mitwirkende

 Andrea Rodrigo
Andrea Rodrigo
Embryologin
Abschluss in Biotechnologie von der Polytechnischen Universität Valencia (UPV) mit Master-Abschluss in Biotechnologie der assistierten menschlichen Reproduktion, unterrichtet von der Universität Valencia in Zusammenarbeit mit dem Valencianischen Institut für Unfruchtbarkeit (IVI). Postgraduierte Expertin für medizinische Genetik. Mehr über Andrea Rodrigo
Dr. Joel G. Brasch
Dr. Joel G. Brasch
Gynäkologe
Dr. Joel Brasch ist Arzt und Leiter der 2005 gegründeten Klinik Chicago IVF. Durch die American Board of Obstretics and Gynecology zertifizierter Mediziner mit mehr als 25 jähriger Erfahrung in Kinderwunschbehandlungen und Reproduktionsmedizin. Dr. Brasch ist ebenso Leiter der Abteilung für reproduktive Endokrinologie und Unfruchtbarkeit im Ärztezentrum Mount Sinai. Mehr über Dr. Joel G. Brasch
Auf deutsch angepasst von:
 Romina P.
Romina P.
Babygest Staff
Chefredakteurin und Übersetzerin für die englische und deutsche Ausgabe von Babygest. Mehr über Romina P.

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