Gametenspende in der assistierten Reproduktion

durch (embryologin) Und (babygest staff).
Aktualisiert am 14/01/2020

Die Gametenspende (Eizellen- und Samenspende) ist eine altruistische und solidarische Handlung, bei dem sich ein junger und gesunder Mensch entscheidet, anderen Menschen mit Fruchtbarkeitsproblemen zu helfen. Auch eine Embryonenspende ist möglich, deren Hauptnachteil darin besteht, dass die Embryonen von anderen unfruchtbaren Paaren und nicht von Spendern stammen. Daher können Menschen mit Sterilitätsproblemen auf die eine oder andere Weise die gewünschte Schwangerschaft erreichen.

In Deutschland ist derzeit nur die Samenspende möglich. Diese ist aufgrund jüngster Gesetzesänderung nicht mehr anonym, d.h. die daraus entstandenen Kinder dürfen später Auskunft zum Spender erhalten.

Was ist mit Gametenspende gemeint?

Ein Gametenspender für die assistierte Reproduktion ist eine Person, die sich entschließt, ihr genetisches Material einer anderen Person zu geben, damit sie schwanger werden kann. Wenn wir von Gametenspende reden, meinen wir Eizellen- und/oder Samenspende.

Im Allgemeinen hilft die Gametenspende Paaren, schwanger zu werden. Dies ist der Fall, wenn das Fruchtbarkeitsproblem durch eine schlechte Qualität der eigenen Keimzellen oder sogar deren Fehlen auftritt, wie es z.B. bei alleinstehenden Frauen geschieht.

Da bei einer Gametenspende auf die eigene Genetik verzichtet wird, ist während des Vorgangs eine psychologische Unterstützung üblich. Der Punkt ist, dass zukünftige Kinder ihre Gene nicht mit ihren Eltern teilen werden, was für einige Leute schwer zu akzeptieren ist.

Wann wird ein Spender benötigt?

Es gibt verschiedene Krankheiten, die negative Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit haben. Deshalb ist bei Kinderwunsch eine Gametenspende notwendig.

Folgende Situationen führen zu Unfruchtbarkeit:

  • Fortgeschrittenes Alter der Mutter.
  • Gendefekte.
  • Anomalien in der Anatomie.
  • Geringe Qualität der Gameten.
  • Wiederholte Fehlgeburten.
  • Frühere gescheiterte Zyklen mit eigenen Gameten.

Ebenso ist bei fehlendem männlichen Partner der Einsatz von Gametenspenden nötig- unabhängig davon, ob Fruchtbarkeitsprobleme vorliegen oder nicht. Dies geschieht bei alleinstehenden Frauen oder lesbischen Paaren, die Mütter werden wollen.

Arten von Spenden

Je nach Unfruchtbarkeitsursache muss auf die ein oder andere Spende zurückgegriffen werden. Im nächsten Abschnitt erklären wir die verschiedenen Arten von Gametenspenden.

Eizellenspende

Die Eizellenspende bezieht sich auf den Gebrauch von Eizellen einer jungen und gesunden Frau, die sich zur Spende derselbigen entscheidet. Es sollte beachtet werden, dass die Eizellenqualität mit dem Alter drastisch abnimmt.

Aus diesem Grund müssen Spenderinnen unter 35 Jahre alt sein. Da Frauen heutzutage ihre Mutterschaft immer länger hinauszögern, ist in den letzten Jahren die Eizellenspende immer gefragter geworden. Wenn Spendereizellen verwendet werden, ist eine In-vitro-Fertilisation (IVF) notwendig.

Einige der Gründe, warum die Eizellspende verwendet wird, sind die folgenden:

  • Gendefekte.
  • Frühzeitige Ovarialinsuffizienz.
  • Verlust der Eierstockfunktion
  • Krebsbehandlung.

Die Schwangerschaftsraten mit Spendeeizellen sind höher als mit eigenen Eizellen. Doch trotz der hohen Erfolgsraten bei Eizellenspenden wird diese Methode von Patientinnen nur schwer akzeptiert.

Paare aus Deutschland und der Schweiz sollten beachten, dass in ihren Ländern eine Eizellenspende nicht erlaubt ist. Derzeit ist Österreich das einzige deutschsprachige Land, das eine Eizellspende erlaubt.

Samenspende

Bei der Samenspende wird die Samenprobe eines jungen, gesunden Mannes verwendet. Wenn Spendersamen verwendet werden, kann auf künstliche Befruchtung und In-vitro-Fertilisation (klassische IVF oder ICSI) zurückgegriffen werden.

Folgende Situationen erfordern eine Samenspende:

  • Bei alleinstehenden Frauen.
  • Bei lesbischen Paaren.
  • Bei schwerer männlicher Infertilität.
  • Wenn Risiko besteht, eine durch Präimplantationsdiagnostik (PID) nicht nachweisbare Erbkrankheit zu übertragen.

Darüber hinaus können Lebensstil und Gewohnheiten zu einer Verringerung der Spermienqualität führen und die Verwendung von Spendersamen notwendig machen.

Doppelte Spende

In manchen Fällen müssen beide Gameten ersetzt werden: Eizellen und Spermien. Mithilfe dieser Doppelspende werden Embryonen erzeugt, die einer Frau oder einem Empfängerpaar übertragen werden.

Diese Behandlung verursacht die meisten psychologischen Probleme, da keiner der beiden sein Erbgut beisteuert. Darüberhinaus ist diese Method teuer- die Erfolgsraten jedoch sehr hoch und in meisten Fällen eine Schwangerschaft möglich.

Tatsächlich sind diese Prozentsätze denen der Eizellspende ähnlich, da die Qualität der Eizelle einer der wichtigsten Faktoren für den Erfolg einer IVF-Behandlung ist.

Embryospende

Neben der Gametenspende gibt es die Embryonenspende, die jedoch in Deutschland aufgrund rechtlicher Grauzone nicht durchgeführt wird. Dabei werden überzählige Embryonen von anderen Paaren gespendet, die sich einer vorherigen Fruchtbarkeitsbehandlung unterzogen haben und zu diesem Zeitpunkt kryokonserviert wurden.

Einer der Hauptvorteile dieser Art der Spende ist, dass sie die Abbruchrate des Zyklus reduziert. Darüberhinaus sind die Kosten der Embryonenadoption niedriger im Vergleich zu anderen Behandlungen der assistierten Reproduktion.

Finanzielle Entschädigung

In Deutschland ist die Samenspende ein frewilliger und selbstloser Akt. Bei der Samenspende werden daher nur dem Spender entstandene Kosten wie Reisekosten zur Klinik oder entstandener Lohnverlust durch Arbeitsausfall gedeckt.

Die Samenspender erhalten je nach Samenbank eine Pauschale von 130 € pro Abgabe. In Bezug auf die in Deutschland illegale Eizellenspende erhalten Frauen im Ausland eine Entschädigung von 800-1000 €.

Wie Spender ausgewählt werden

Jedes Land handhabt eine Gametenspende auf unterschiedliche Weise. Falls Sie eine Gametenspende benötigen, sollten Sie sich daher mit der Gesetzgebung des entsprechenden Landes vertraut machen.

In Ländern wie Deutschland ist die Samenspende halboffen. In diesem Fall können die Eltern die Daten des Spenders nicht einsehen, jedoch hat das daraus entstandene Kind bei Volljährigkeit das Recht, seine Abstammung zu erfahren. Der Spenderprozess wird in einer Kinderwunschklink durchgeführt, die sich darum kümmert, für das Empfängerpaar geeignete Spender auszusuchen.

Anderswo sind die Spender nicht anonym und die Beziehung hängt von den zukünftigen Eltern und dem Spender ab. Es kann sein, dass ein direkter Kontakt zwischen Spender und Empfänger herrscht, die sich sogar persönlich kennenlernen können, oder nur die Identität erfahren können. Es gibt sogar Länder wie die USA, die Familienmitglieder oder Freunden erlauben, für die Wunscheltern zu spenden.

Fragen die Nutzer stellten

Wieviel "verdient" ein Samenspender?

durch Marta Barranquero Gómez (embryologin).

Die Samenspende ist ein uneigennütziger Akt und der Samenspender bekommt daher nur eine Aufwandsentschädigung für die aus der Samenspende entstandenen Kosten wie Reisekosten, Arbeitsausfall, etc. Die Entschädigung liegt bei ungefähr 130€ pro Abgabe und variiert von Samenbank zu Samenbank.

Kann das aus einer Samenspende entstandene Kind seinen "Vater" kennenlernen?

durch Marta Barranquero Gómez (embryologin).

In Deutschland kann das durch eine Samenspende gezeugte Kind seinen biologischen Erzeuger bei Volljährigkeit kennenlernen bzw. die Daten durch die Samenbank auf Anfrage erhalten.

Für Sie empfohlen

Wenn Sie sich für das Thema Eizellenspenden interessieren, lesen Sie hier weiter: Eizellenspende: Anforderungen, Tests und Verfahren.

Wenn Sie mehr Details über die verschiedenen Behandlungen der assistierten Reproduktion wissen möchten, empfehlen wir Ihnen diesen Artikel: Die Methoden in der assistierten Reproduktion.

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Literaturverzeichnis

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Fragen die Nutzer stellten: 'Wieviel "verdient" ein Samenspender?' Und 'Kann das aus einer Samenspende entstandene Kind seinen "Vater" kennenlernen?'.

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Autoren und Mitwirkende

 Marta Barranquero Gómez
Marta Barranquero Gómez
Embryologin
Abschluss in Biochemie und Biomedizinische Wissenschaften an der Universität Valencia (UV); spezialisiert auf Assistierte Reproduktion an der Universität Alcalá de Henares (UAH) in Zusammenarbeit mit Ginefiv und spezialisiert auf Klinische Genetik an der Universität Alcalá de Henares (UAH). Mehr über Marta Barranquero Gómez
 Romina P.
Romina P.
Babygest Staff
Chefredakteurin und Übersetzerin für die englische und deutsche Ausgabe von Babygest. Mehr über Romina P.

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