Kann man nach einer Gebärmutterentfernung trotzdem Mutter werden?

durch (embryologin) Und (babygest staff).
Aktualisiert am 30/01/2020

Bei der Hysterektomie wird die Gebärmutter teilweise oder vollständig entfernt, weshalb sie zu Infertilität führt.

Die Gebärmutter der Frau ist das Organ, in dem die Einnistung des Embryos und die anschließende Entwicklung des Fötus bis zum Zeitpunkt der Geburt stattfindet. Daher ist es ein unverzichtbares Organ, um die Geburt eines zukünftigen Kindes durchzuführen.

Trotz fehlender Gebärmutter gibt es zahlreiche Möglichkeiten für eine Frau schwanger zu werden.

Was ist eine Hysterektomie?

Die Hysterektomie ist ein unumkehrbarer, invasiver chirurgischer Eingriff zur Entfernung der Gebärmutter. Diese gynäkologische Operation wird durch einen großen Schnitt im Unterbauch (Laparotomie) durchgeführt, kann aber auch durch die Vagina oder durch eine Laparoskopie erfolgen.

Es gibt hauptsächlich drei Arten der Hysterektomie, je nach den entnommenen Organen:

Partielle Hysterektomie
Es wird nur die Gebärmutter entfernt.
Totale Hysterektomie
auch bekannt als komplette Hysterektomie. Dies ist die Entfernung der Gebärmutterhöhle und des Gebärmutterhalses.
Radikale Hysterektomie
umfasst die Entfernung der Gebärmutter, des Gebärmutterhalses und der oberen Scheide.

Manchmal geht die dritte Art der Hysterektomie (radikale Hysterektomie) mit der vollständigen Entfernung der Eileiter und sogar der Eierstöcke einher, was als radikale Hysterektomie mit Ovariektomie bezeichnet wird.

Indikationen

Einer der Hauptgründe für eine Hysterektomie bei einer Frau ist Gebärmutter- oder Gebärmutterhalskrebs. Dies ist jedoch nicht der einzige Grund, warum die Entfernung der Gebärmutter angezeigt ist.

Andere Ursachen, die zu einer Hysterektomie führen, sind unter anderem folgende:

  • Schwere Endometriose.
  • Komplikationen während oder nach der Entbindung.
  • Unkontrollierbare Scheidenblutungen.
  • Uterusvorfall.
  • Adenomyose.
  • Molenschwangerschaft.
  • Unprofessionell durchgeführte Abtreibung.
  • Chronische Beckenschmerzen.

Obwohl diese Beeinträchtigungen in einigen Fällen mit weniger invasiven Methoden gelöst werden können, gibt es Situationen, die eine Entfernung der Gebärmutter erfordern, da sonst eine echte Gefahr für die Gesundheit der Frau bestehen könnte.

Verfahren zur Hysterektomie

Es gibt mehrere Möglichkeiten zur Entfernung der Gebärmutter, je nachdem, wie und wo der Schnitt gemacht wird. Im folgenden Abschnitt beschreiben wir die verschiedenen Vorgehensweisen bei einer Hysterektomie:

Laparotomie
ein großer Schnitt, etwa 10-15 cm, wird im Bauchbereich gemacht.
Vaginale Hysterektomie
der Schnitt erfolgt in der Vagina und durch sie wird die Gebärmutter entfernt.
Laparoskopie
Im Bauchraum werden zwischen 2-4 kleine Schnitte durchgeführt. Der größte Vorteil dieses chirurgischen Eingriffs zur Entfernung der Gebärmutter ist, dass es sich um eine minimal-invasive Technik handelt.
Roboterchirurgie
ein Roboterarm wird verwendet, der Prozess ähnelt jedoch der einer Laparoskopie.

Bei all diesen Eingriffen liegt die Patientin auf dem Rücken. Fachärzte können einen Harnkatheter zur Entleerung der Blase legen. Außerdem wird die Frau betäubt, so dass sie keine Schmerzen spürt.

Der Chirurg ist letztendlich derjenige, der die endgültige Entscheidung über die Art des Eingriffs zur Durchführung der Hysterektomie entsprechend dem jeweiligen Fall trifft.

Risiken und Folgen

Obwohl die Hysterektomie eine ziemlich sichere gynäkologische Operation ist und keine Probleme bereiten sollte, können wie bei allen größeren Operationen Komplikationen auftreten.

Im Folgenden sind einige der mit der Hysterektomie verbundenen Risiken aufgeführt:

  • Blutgerinnselbildung.
  • Infektion.
  • Übermäßige Blutung.
  • Verletzung der Harnwege und der benachbarten Organe.
  • Beginn der Menopause.

Es ist zu beachten, dass dieser chirurgische Eingriff bei der Frau Ängste auslösen kann. Daher ist es äußerst wichtig, alle notwendigen Informationen zu erhalten und die vom Arzt aufgestellten Richtlinien zu befolgen.

Hinzukommt, dass bei der Patientin keine Menstruation mehr einsetzt und somit nach einer Hysterektomie nicht mehr schwanger werden kann. Weitere Begleiterscheinungen bei der Patientin sind Scheidentrockenheit, Hitzewallungen und/oder nächtliche Schweißausbrüche.

Ohne Gebärmutter Mutter werden

Wie bereits erwähnt ist die Gebärmutter eine körperliche Voraussetzung, damit die Frau schwanger werden kann. Ohne dieses Organ können Schwangerschaft und Geburt nicht stattfinden.

Heutzutage gibt es jedoch zahlreiche Fortschritte in der Reproduktionsmedizin, die es einer Frau die eine Hysterektomie hatte (keine Gebärmutter) ermöglichen, Mutter zu werden. Trotzdem kann diese weder auf natürlichem Wege noch durch klassische Reproduktionstechniken schwanger werden.

Gebärmuttertransplantation

Die Gebärmuttertransplantation ist ein hochkomplexer operativer Eingriff, bei der eine gesunde Spendergebärmutter in die Empfängerin eingeführt wird. Durch die Gebärmuttertransplantation kann die weibliche Empfängerin des Organs eine schwanger und dabei die leibliche Mutter des Kindes werden.

Allerdings handelt es sich bei diesem chirurgischen Verfahren um eine experimentelle Technik, die sowohl für die Spenderin als auch für die Empfängerin Risiken birgt. Konkret gibt es derzeit weltweit nur 70 Gebärmuttertransplantationen.

Leihmutterschaft

Wenn bei einer Frau die Gebärmutter entfernt wird, muss sie noch lange nicht auch ihre Eierstöcke verlieren. Daher können ihre Eizellen für eine In-vitro-Fertilisation verwendet werden.

Der Embryotransfer kann bei dieser Frau jedoch nicht durchgeführt werden, da sie keine Gebärmutter hat. Aus diesem Grund wird die Hilfe einer anderen Frau benötigt, bei der später der Embryotransfer durchgeführt wird. Daher ist die Leihmutterschaft mit IVF die einzige Alternative für eine Frau ohne Gebärmutter, um genetisch eigene Kinder zu bekommen.

Die Embryonen werden im Labor durch Befruchtung der Eizellen der Wunschmutter mit den Spermien ihres Partners oder eines Spenders erzeugt. Im Anschluss werden diese Embryonen in die Gebärmutter der Leihmutter eingeführt. Sobald die Schwangerschaft und Geburt stattgefunden haben, wird das Baby an seine Mutter übergeben.

In Fällen, in denen die Frau sowohl ihre Gebärmutter als auch ihre Eierstöcke verloren hat oder wenn die Eizellen keine gute Qualität aufweisen, besteht die Möglichkeit, eine Leihmutterschaft mit gespendeten Eizellen durchzuführen.

Es steht außer Frage, dass die Leihmutterschaft ein hohes Maß an Solidarität seitens der Leihmutter erfordert. Außerdem sollte daran gedacht werden, dass nicht in jedem Land die Leihmutterschaft erlaubt ist.

Adoption

Die Adoption stellt eine weitere Möglichkeit für Frauen dar, bei denen die Gebärmutter entfernt wurden. Dabei spielt es keine Rolle, ob sie alleinstehend oder in einer Beziehung ist.

Diese Alternative hat jedoch den Nachteil, dass das zukünftige Baby keine genetische Verwandtschaft zu der Person hat, die später seine Mutter sein wird. Trotzdem wählen viele Frauen ohne Gebärmutter diesen Weg, um ein Kind zu bekommen.

Gesellschaftlich gesehen wird eine Adoption besser akzeptiert und bringt weniger ethische Kontroversen in Vergleich zur Leihmutterschaft mit sich. Aufgrund der Tatsache jedoch, dass mithilfe der Leihmutterschaft die Wunschmutter nicht auf die genetische Verwandtschaft verzichten muss, wählen mittlerweile immer mehr Frauen, die unglücklicherweise ihre Gebärmutter nicht mehr haben, diese Methode.

Für Sie empfohlen

Eine der Alternativen, um nach einer Hysterektomie Mutter zu werden, ist die Adoption. Ausführliche Informationen zu diesem Thema finden Sie in folgendem Artikel: Wie kann ein Kind adoptiert werden - Arten der Adoption und Verfahren.

Die Leihmutterschaft ist eine weitere Alternative, ohne Gebärmutter ein eigenes Kind zu bekommen. Wenn Sie weitere Informationen über die Länder wünschen, in denen die Leihmutterschaft erlaubt ist, empfehlen wir Ihnen diesen Artikel: Leihmutterschaft international: Wo ist sie legal?

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Autoren und Mitwirkende

 Andrea Rodrigo
Andrea Rodrigo
Embryologin
Abschluss in Biotechnologie von der Polytechnischen Universität Valencia (UPV) mit Master-Abschluss in Biotechnologie der assistierten menschlichen Reproduktion, unterrichtet von der Universität Valencia in Zusammenarbeit mit dem Valencianischen Institut für Unfruchtbarkeit (IVI). Postgraduierte Expertin für medizinische Genetik. Mehr über Andrea Rodrigo
 Romina Packan
Romina Packan
Babygest Staff
Chefredakteurin und Übersetzerin für die englische und deutsche Ausgabe von Babygest. Mehr über Romina Packan
Auf deutsch angepasst von:
 Romina Packan
Romina Packan
Babygest Staff
Chefredakteurin und Übersetzerin für die englische und deutsche Ausgabe von Babygest. Mehr über Romina Packan

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