Was ist eine In-vitro-Fertilisation?

durch (embryologin) Und (babygest staff).
Aktualisiert am 16/12/2016

Die In-vitro-Fertilisation ist eine assistierte Reproduktionstechnik, mit der zahlreiche Fruchtbarkeitsprobleme gelöst werden können. Dabei gibt es zwei Hauptmöglichkeiten: die konventionelle IVF und die ICSI. In diesem Artikel besprechen wir die Vor- und Nachteile beider Arten sowie die wichtigsten Hinweise und Schritte, die eingehalten werden müssen.

Darüber hinaus sprechen wir über die Leihmutterschaft, ein In-vitro-Fertilisationsverfahren, das es Frauen, die nicht schwanger werden können, und Männern ohne weibliche Partnerin ermöglicht, Kinder zu bekommen.

Im Anschluss finden Sie ein Inhaltsverzeichnis mit allen Punkten, die wir in diesem Artikel behandeln.

Was ist IVF?

In der IVF werden Eizelle und Samenzelle im Labor fusioniert, um den Embryo zu erzeugen. Für die Befruchtung werden Eizellen und Spermien aus dem Körper entnommen.

Danach werden die gewonnenen Embryonen für einen Zeitraum von 3 bis 6 Tagen kultiviert und dann in die Gebärmutter der Frau übertragen mit dem Ziel, eine Einnistung und die daraus folgende Schwangerschaft herbeizuführen.

Überschüssige lebensfähige Embryonen werden für die spätere Verwendung kryokonserviert.

Je nachdem, wie die Eizelle und das Sperma verbunden werden unterscheiden wir zwei Arten der IVF: Konventionelle IVF und ICSI. Die Unterschiede zwischen den beiden Optionen sowie die allgemeinen Schritte der IVF werden im Folgenden ausführlich erläutert.

IVF Schritt für Schritt

Sowohl die konventionelle IVF als auch die ICSI folgen den gleichen Schritten. Hier erklären wir sie näher:

Follikelpunktion

Um die Produktion und Reifung von mehr als einer Eizelle zu fördern, werden bei der Patientin die die Eierstöcke durch hormonelle Medikamente stimuliert.

Was wir mit diesen Hormone erreichen, ist, dass praktisch alle Eier, die in diesem Zyklus mit dem Wachstum beginnen, die Endreife erreichen und nicht nur ein Ei, wie es in einem natürlichen Zyklus (ohne Medikamente) der Fall ist.

So werden die Erfolgsaussichten des Prozesses erhöht: Je mehr hochwertige Eizellen geschaffen werden, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, lebensfähige Embryonen zu erhalten, die in der Lage sind, sich einzunisten und eine Schwangerschaft herbeizuführen.

Diese Behandlung hat eine ungefähre Dauer von ca. 6-10 Tagen. Während dieser Zeit ist es notwendig, dass sich die Patientin einer gynäkologischen Untersuchung unterzieht, um die Entwicklung der Follikel (Strukturen des Eierstocks, in dem die Eizellen wachsen) zu untersuchen und die Follikelpunktion zu planen.

Follikelpunktion

Follikelpunktion ist es der chirurgische Eingriff, bei dem die Eizellen aus dem Eierstock entnommen werden, um sie später im Labor zu befruchten.

Sie besteht aus dem Einstich in den Follikel und dem Absaugen der Flüssigkeit im Inneren, in dem sich die Eier befinden. Diese Flüssigkeit wird dann auf bestehende Eizellen analysiert.

Dieser einfache chirurgische Eingriff dauert etwa um die 15-30 Minuten. Sie wird unter leichter Anästhesie durchgeführt und erfordert keinen Krankenhausaufenthalt.

Spermienentnahme und -aufbereitung

Die Spermienprobe wird in der Regel durch Masturbation nach einer sexuellen Abstinenz von ungefähr 3 bis 5 Tagen erhalten. Nach der Gewinnung durchläuft die Samenprobe eine sogenannte Kapazitation.

Die Kapazitation der Spermien besteht darin, Seminalplasma sowie tote und minderwertige Spermien zu eliminieren, um die Probe in Spermien von hoher Qualität und hohem Fortpflanzungspotenzial zu konzentrieren.

Wenn im Ejakulat für IVF keine Spermien gefunden werden, ist es möglich, Spermien durch Hodenbiopsie oder Nebenhodenaspiration zu gewinnen.

Da die so erhaltene Probe von geringer Qualität ist wird daher wird in diesen Fällen ICSI angewendet.

Befruchtung

Dies ist der einzige Schritt, der sich zwischen konventioneller IVF und ICSI unterscheidet. In diesem Moment verschmelzen Eizelle und Sperma, um so einen Embryo zu schaffen. Im Abschnitt “Typen” dieses Artikels können Sie die Unterschiede zwischen den einzelnen Methoden nachlesen.

Bewertung der Befruchtung

Etwa 16 bis 20 Stunden nach der Befruchtung analysiert der Embryologe die korrekt befruchteten Eier. Dies sind diejenigen, die 2 Polkörperchen und zwei Vorkerne haben: Männlich und weiblich.

Beide Vorkerne verschmelzen zu der Zygote (einer einzigen Zelle), die ihre embryonale Entwicklung im Labor fortsetzt.

Embryokultur

Lebensfähige Embryonen werden für die Kultur in speziellen Inkubatoren gehalten, die die Temperatur- und Konzentrationsbedingungen der Gase aufrechterhalten, um ein angemessenes Wachstum bis zum Zeitpunkt des Transfers oder bis zum Einfrieren zu fördern.

Während der Kulturzeit wird die Zellentwicklung untersucht und anhand ihrer Qualität klassifiziert.

Endometriale Aufbereitung

Dies ist die Behandlung, die die Patientin durchführen muss, um sein Endometrium vorzubereiten, welches die Gebärmutterschicht darstellt, in die die Embryonen implantiert werden. Daher begünstigen wir die Implantation und erhöhen die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft.

Sie besteht aus der Verabreichung von Östrogenen und Progesteron, um das Endometrium trilaminar zu gestalten und eine ungefähre Dicke von 7 bis 10 mm zu erreichen. Gelegentlich, in Kühlzyklen, wenn der Östrogenspiegel aufgrund der natürlichen Freisetzung bereits hoch ist, kann nur Progesteron zur Unterstützung der Lutealphase verabreicht werden.

Embryotransfer

Sobald das Endometrium des Patienten die richtigen Bedingungen für die Embryonenimplantation hat, werden die hochwertigsten Embryone übertragen.

Zunächst wird die Anzahl der zu übertragenden Embryonen bestimmt. Anschließend wählt man aus den lebensfähigen Embryonen die hochwertigsten aus, die dann in die Gebärmutter übertragen werden.

Die Qualität der Embryonen wird auf der Grundlage verschiedener Eigenschaften wie Teilungsrhythmus, Morphologie usw. bestimmt.

Der Transfer erfolgt in der Regel entweder am 3. Tag oder im Blastozystenstadium, d.h. am 5.-6. Tag. Die Wahl des einen oder anderen Tages hängt von der jeweiligen Situation ab.

Die restlichen Embryos, die nicht übertragen wurden, werden für weitere zukünftige Behandlungen kryokonserviert. Der Prozess der momentan angewendet wird und die höchsten Überlebensraten hat, ist die Embryo-Vitrifikation.

Arten

Wie bereits erwähnt, gibt es zwei Möglichkeiten, die Vereinigung von Eizelle und Sperma im Labor durchzuführen. Obwohl Sie im Artikel “IVF oder ICSI?” spezifische Daten über die Unterschiede zwischen den beiden erhalten, fassen wir im Folgenden die wichtigsten Varianten zusammen:

Konventionelle IVF

Die Eizellen sowie eine bestimmte Anzahl an Spermien werden in Nährlösung in der Petrischale kultiviert. Die Petrischale, welche die Eizelle und das Sperma enthält, kommt in einem speziellen Inkubator, der die entsprechenden Entwicklungsbedingungen aufrechterhält und darauf wartet, dass mindestens ein Spermium selbst in die Eizelle eindringt und den Embryo somit erzeugt.

Dieser Prozess ähnelt am meisten der natürlichen Art und Weise, wie die Spermien die Eizelle befruchten. Wenn die Qualität des Spermas es zulässt, ist es in der Regel die erste Technik, die angewendet wird. Dies ist aber trotzdem je nach Kinderwunschklinik unterschiedlich.

IVF-ICSI

Dies wird als intrazytoplasmatische Spermieninjektion oder Spermienmikroinjektion bezeichnet.

Es handelt sich um eine Art der In-vitro-Fertilisation, bei der der Spezialist selbst durch einen Mikroinjektor das Sperma in das Zytoplasma der Eizelle einführt.

Diese Technik ist teurer als die konventionelle IVF. Sie erfordert viel Geschick und Feingefühl seitens des Embryologen, der es durchführt, sowie spezifisches Material.

Diese Behandlung wird besonders bei schwerer männlicher Unfruchtbarkeit wie Oligospermie, Asthenozoospermie, obstruktiver Azoospermie, etc. eingesetzt.

Vor- und Nachteile

Der Hauptvorteil der In-vitro-Fertilisation besteht darin, dass sie die Schwangerschaft von Paaren mit mehr oder weniger schweren Fruchtbarkeitsproblemen ermöglicht, sowohl bei männlicher als auch bei weiblicher Unfruchtbarkeit.

Einige der wichtigsten Erkrankungen, die eine IVF erfordern, sind:

  • Schlechte Spermienqualität: Azoospermie, Teratospermie, Oligospermie, Asthenospermie, etc.
  • Genetische Veränderungen, die wahrscheinlich von den Nachkommen vererbt werden, entweder beim Mann oder bei der Frau.
  • Fruchtbarkeitsprobleme
  • Anatomische Probleme wie Gebärmutterfehlbildungen, Verstopfung der Eileiter, etc.
  • Frühzeitige Menopause oder vorzeitiges Versagen der Eierstöcke.
  • Endometriose.
  • Hormonelle Veränderungen, die die Produktion von Spermatozoen und/oder Eizellen beeinträchtigen.
  • Einnistungsfehler und/oder wiederholte Fehlgeburten.

Trotz dieses großen Vorteils ist die In-vitro-Fertilisation mit starken Emotionen, hohen Kosten und technischem Aufwand verbunden. Darüber hinaus stellt sie eine Reihe folgender Risiken dar:

  • Das ovarielle Hyperstimulationssyndrom, das durch die Stimulation entstehen kann.
  • Hohe Wahrscheinlichkeit einer Mehrlingsschwangerschaft (Zwillinge, Drillinge, etc.).
  • Erhöhtes Risiko einer ektopischen Schwangerschaft und Abtreibung.
  • Bedarf an hormonellen Medikamenten
  • Notwendigkeit eines chirurgischen Eingriffs (Eierstockpunktion und in einigen Fällen Hodenbiopsie).

Anforderungen

Um die In-vitro-Fertilisation durchführen zu können, muss eine Frau nach der Stimulation der Eierstöcke in der Lage sein, Eier zu produzieren. Darüber hinaus müssen sich diese Eier im günstigen Reifungsstadium befinden, die als Metaphase II oder MII bezeichnet wird. Zu diesem Zeitpunkt können die Eier befruchtet werden.

Was den Mann betrifft, so ist es bis zur Beginn der ICSI notwendig, eine gute Spermienkonzentration zu haben, und ebenso ist die Beweglichkeit des Spermas wichtig, damit dieses in die Eizelle eindringen kann.

Um die ICSI-Technik anwenden zu können, wird jedoch nur ein lebendes Spermium pro zu befruchtender Eizelle benötigt, ohne dass dieses notwendigerweise eine gute Mobilität aufweist (obwohl dieses bevorzugt wird, da sie ein Qualitätsparameter ist).

Wenn keine Gameten zur Verfügung stehen (aufgrund von Krankheit oder Abwesenheit eines männlichen/weiblichen Partners), kann zur Gewinnung der Embryonen immer eine Samenspende und/oder Ovodonation verwendet werden. In diesem Fall würde der IVF-Prozess aufgeteilt, da einige Schritte vom Spender und andere von den zukünftigen Eltern durchgeführt werden.

So wären beispielsweise bei der Ovodonation die Stimulation der Eierstöcke und die Follikelpunktion die Behandlungen, die die Spenderin durchführen sollte, während die Empfängerin (zukünftige Mutter) ihr Endometrium auf den Transfer und die Schwangerschaft vorbereiten sollte.

Eine weitere Grundvoraussetzung ist, dass die Gebärmutter der Frau in gutem Zustand sein muss, um die Schwangerschaft austragen zu können. Wird diese Anforderung nicht erfüllt, kann Leihmutterschaft angewendet werden.

IVF bei der Leihmutterschaft

Leihmutterschaft ist ein Prozess, in dem eine Frau (die Leihmutter) das Kind einer anderen Frau oder eines anderen Partners (Wunscheltern) austrägt. In diesem Link erfahren Sie alle Einzelheiten:Die Leihmutterschaft.

Die Schwangerschaft der Leihmutter findet in der Regel durch die In-vitro-Fertilisation statt. So wird die Wunschmutter sich dem ersten Teil der IVF, d.h. die Stimulation der Eierstöcke und die Follikelpunktion unterziehen, und die Leihmutter wird einer endometrialen Vorbereitung und einem Embryotransfer unterzogen.

Nach Beendigung der Schwangerschaft und der Geburt wird das Neugeborene an die Wunscheltern übergeben, ohne dass die Leihmutter irgendwelche Rechte oder Pflichten gegenüber dem Kind hat.

Es ist auch möglich, diesen Prozess alternativ mit Eizellen und/oder Sperma von Spendern durchzuführen.

Die Leihmutterschaft wirft von allen Behandlungen der assistierten Reproduktion die meisten Fragen und Zweifel auf.

Sie können dieses Tool verwenden, um einen aktualisierten Lagebericht mit allen Details zu erhalten, um Ihre Zweifel auszuräumen und Täuschungen zu vermeiden.

Fragen die Nutzer stellten

Was ist der Preis der In-vitro-Fertilisation?

durch Andrea Rodrigo (embryologin).

Die Kosten für die In vitro-Fertilisation variieren je nach Situation. Zum Beispiel die Mediationsdosis für die Stimulation, die Notwendigkeit, Spendereier oder Spermien zu verwenden, die Anzahl der Versuche, die Art des Inkubators für die Embryokultur, die Fertilitätsklinik, in der die Behandlung durchgeführt wird, etc.

In jedem Fall kann ein einfacher IVF-Prozess zwischen 2.500 und 6.000 Euro kosten.

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, eine “in vitro” Schwangerschaft zu erreichen?

durch Andrea Rodrigo (embryologin).

Der Erfolg der IVF-Behandlung hängt von zahlreichen Faktoren ab, wobei das Alter der Frau einer der wichtigsten ist. Die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft liegt um diese Werte herum:

  • Knapp 40% bei Frauen unter 35 Jahren.
  • Zwischen 25-35% bei Frauen im Alter von 35 bis 37 Jahren.
  • Zwischen 20-25% bei Frauen im Alter von 38 bis 40 Jahren.
  • Zwischen 8-13% bei Frauen über 40 Jahren.

Die Erfolgswahrscheinlichkeit ist höher, wenn Spendergameten von gesunden und jungen Frauen und Männern stammen.

Gibt es einen Unterschied zwischen In-vitro-Fertilisation und künstlicher Befruchtung?

durch Andrea Rodrigo (embryologin).

Ja, beides sind assistierte Reproduktionstechniken, obwohl es einen grundlegenden Unterschied zwischen ihnen gibt: Die Befruchtung selbst findet bei der künstlichen Befruchtung im Organismus der Frau statt, insbesondere in den Eileitern. Im Gegenteil, bei der IVF, sowohl bei der konventionellen als auch bei der ICSI, findet die Befruchtung oder Vereinigung von Eizelle und Sperma im Labor statt.

Was bedeutet “natürlicher IVF-Zyklus”?

durch Andrea Rodrigo (embryologin).

Das bedeutet, dass er ohne den Stimulationsprozess der Eierstöcke durchgeführt wird, d.h. ohne Hormone zur Stimulation der Ovarialreifung. Der Nachteil dieses Prozesses, und was normalerweise nicht geschieht, ist, dass wir nur ein Ei erhalten: dasjenige, das naturgemäß zum Eisprung bestimmt war.

Wir legen viel Arbeit in die Redaktion der Artikel. Wenn Sie diesen Artikel teilen, helfen und motivieren Sie uns mit unserer Arbeit.

Literaturverzeichnis

Autoren und Mitwirkende

 Andrea Rodrigo
Andrea Rodrigo
Embryologin
Abschluss in Biotechnologie von der Polytechnischen Universität Valencia (UPV) mit Master-Abschluss in Biotechnologie der assistierten menschlichen Reproduktion, unterrichtet von der Universität Valencia in Zusammenarbeit mit dem Valencianischen Institut für Unfruchtbarkeit (IVI). Postgraduierte Expertin für medizinische Genetik. Mehr über Andrea Rodrigo
Auf deutsch angepasst von:
 Romina Packan
Romina Packan
Babygest Staff
Chefredakteurin des Magazins Babygest auf Deutsch. Mehr über Romina Packan

Alles über assistierte Reproduktion auf unseren Kanälen.