Kontraindizierte Schwangerschaft- Leihmutterschaft als Lösung

durch (gynäkologe), (embryologin), (embryologin) Und (babygest staff).
Aktualisiert am 24/03/2020

Sollte eine Schwangerschaft schwierig oder gar unmöglich sein, kann sich eine Frau oder ein Paar für eine Leihmutterschaft entscheiden. Oftmals ist dies die einzige Möglichkeit, Nachkommen zu haben, wenn die Gebärmutter fehlt oder wenn sie eine Veränderung oder Fehlbildung aufweist.

Eine Schwangerschaft ist zwar möglich, kann aber kontraindiziert sein, wenn eine Frau eine chronische Krankheit hat, die durch die Schwangerschaft verschlimmert werden kann. Dies ist der Fall bei bestimmten Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Thrombophilie und anderen Pathologien.

Probleme mit der Gebärmutter

Damit ein Baby ausgetragen werden kann, ist eine Gebärmutter nötig. Frauen die an das Mayer-Rokitansky-Küster-Hauser-Syndrom leiden, werden ohne Gebärmutter geboren, weshalb sie nicht schwanger werden können.

Außerdem können jegliche Art von Fehlbildungen oder Beeinträchtigungen im Uterus Probleme darin verursachen, ein Baby auszutragen.

Alles zu gebärmutterbedingter Unfruchtbarkeit lesen Sie hier: Gebärmuttererkrankungen: Welche gibt es und wie werden sie behandelt?

Fehlbildungen in der Gebärmutter

Fehlbildungen in der Gebärmutter können die Embryoeinnistung und folglich auch die Schwangerschaft beeinträchtigen oder verhindern. Ebenso tragen anormale Formen von Gebärmuttern zu Fehlgeburten bei.

Dies sind die häufigsten anatomischen Fehlbildungen der Gebärmutter:

Uterus septus
die häufigste Gebärmutterfehlbildung. Diese Gebärmutterform kennzeichnet sich durch eine Wand oder ein Septum und steht in Verbindung mit wiederholten Fehlgeburten.
Uterus bicornis
besteht aus der unvollständigen Verschmelzung der Müller-Gänge. Daher haben Frauen mit uterus bicornis zwei ähnliche, symmetrische, herzförmige Gebärmutterhöhlen.
Uterus dydelphis
zwei durch eine Scheidewand geteilte Gebärmutterhöhlen. Können Probleme bei der Geburt verursachen.
Uterus arcuatus
eine Variante des Uterus septus bei der das Septum jedoch größer ist..

Mehr zu Anomalien in der Gebärmutter sowie deren Auswirkungen auf die Schwangerschaft lesen Sie hier: Gebärmutterfehlbildungen: Kann ich trotzdem schwanger werden?

Gebärmutterhypoplasie

Die Hypoplasie der Gebärmutter kann ebenso dazu führen, dass eine Frau kein Baby austragen kann. In diesem Fall entwickelt sich und reift der Uterus nicht heran, und ist deshalb kleiner als normal. Eine normale Gebärmutter misst ungefähr 8 cm; ein hypoplastischer Uterus hingegen liegt unter 5cm.

Es gibt zahlreiche Ursachen, die zu einer Gebärmutterhypoplasie führen. Die häufigsten sind jedoch Mangelernährung im Kindesalter und fötale Fehlbildungen.

Anormale Bildungen in der Gebärmutter

Auch abnorme Bildungen der Gebärmutterkönnen zu weiblicher Unfruchtbarkeit führen. Jede Veränderung des Wachstums von Gewebezellen wird als Tumor betrachtet. Darüber hinaus können Veränderungen in der innersten Schicht der Gebärmutter, dem Endometrium, auftreten, wie es bei der Endometriose und der Adamiose der Fall ist.

Endometriose
vorhandenes Gewebe der Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutterhöhle, wie zum Beispiel in den Eileitern oder Eierstöcken. Endometriose kommt in verschiedenen Schweregraden vor. Konkret kann Endometriose mit Schweregrad IV dafür sorgen, dass eine Frau nicht schwanger werden kann.
Adenomyose
eine Form von Endometriose; dort wächst das Endometriumgewebe ins Myometrium rein, das heißt in der Muskelschicht, welche die Gebärmutter umgibt. Frauen mit schwerer Adenomyose müssen meist ihre Gebärmutter entfernen lassen. Deshalb ist eine Leihmutterschaft die einzige Möglichkeit für Betroffene, Mutter zu werden.

Tumore im Endometriums

Es gibt noch andere Faktoren, die eine Schwangerschaft verhindern. Diese hängen mit abnormalen Wucherungen in der Gebärmutter zusammen. Einige davon beschreiben wir im folgenden Absatz:

Krebs
Gebärmutter-, Eierstock- oder Eileiterkrebs geht oft mit einer Hysterektomie oder Entfernung der Gebärmutter einher, so dass eine Schwangerschaft nicht möglich ist.
Asherman-Syndrom
Vorhandene Verwachsungen an den Gebärmutterwänden Obwohl es chirurgische Behandlungen gibt, ist eine Empfängnis nach der Operation nicht immer möglich.
Myome
Vorhandene Myome (gutartige Tumoren) sind in der Regel kein Problem. Wenn sie jedoch groß sind und die Gebärmutterhöhle verformen, können sie eine Fehlgeburt verursachen oder die Einnistung des Embryos verhindern.
Endometritis
ist die Entzündung der Gebärmutterschleimhaut, der Schleimschicht der Gebärmutter, in die sich der Embryo zu Beginn der Schwangerschaft einnistet.
Endometriumpolypen oder -zysten
obwohl sie im Allgemeinen mit medizinisch-chirurgischen Behandlungen gelöst werden können, gibt es schwerwiegendere Fälle, in denen eine Schwangerschaft möglicherweise nicht möglich ist.
Endometriose
ist das Auftreten von Gebärmuttergewebe außerhalb der Gebärmutterhöhle (z.B. in den Eierstöcken oder Eileitern).

Wichtig ist es in jedem Fall, dass sich die Frau regelmäßig beim Gynäkologen untersuchen lässt und alle vom Arzt festgelegten Richtlinien einhält.

Kontraindikationen in einer Schwangerschaft

Bei einigen Krankheiten muss der Arzt die Schwere der Erkrankung berücksichtigen, um anzugeben, ob es für die Frau sinnvoll ist, schwanger zu werden. In den folgenden Fällen kann die Schwangerschaft sowohl für die Frau als auch für das Baby lebensbedrohlich sein:

  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wie z.B. pulmonale Hypertonie
  • Gerinnungsstörungen, wie z.B. Thrombophilie
  • Autoimmunerkrankungen wie Lupus
  • Atemwegserkrankungen, wie z.B. schweres Asthma
  • Schwere Nierenerkrankungen, wie z.B. Nierenversagen
  • Neurologische Erkrankungen, wie z.B. Epilepsie

Wenn Sie jedoch eine schwere Erkrankung haben, ist es immer ratsam, Ihren Arzt über die möglichen Risiken für die Mutter und Kind zu konsultieren und auf der Grundlage der medizinischen Studie über das Risiko-Nutzen-Verhältnis zu entscheiden.

Um kein Risiko einzugehen, ist die Leihmutterschaft eine Lösung für Frauen mit Krankheiten, die sich mit der Schwangerschaft verschlimmern oder später zu Problemen beim Baby führen können.

Autoimmunerkrankungen

In der Vergangenheit bedeutete das Leiden an einer systematischen Autoimmunerkrankung die völlige Unfähigkeit, schwanger zu werden, da das Risiko bestand, dass das gleichzeitige Bestehen von Schwangerschaft und Krankheit sowohl für die Gesundheit von Müttern als auch von Föten von Bedeutung sein könnte.

Heute, mit den vielen medizinischen Fortschritten, können Frauen mit schwerwiegenden Immunerkrankungen Kinder bekommen, obwohl ihre Schwangerschaften sorgfältig kontrolliert werden müssen, da diese Art von Krankheiten zu einer erhöhten Krankheitsanfälligkeit und Sterberate von Mutter und Baby führen können.

Dennoch ist es immer noch empfehlenswert, in den schwerwiegendsten Fällen einiger Autoimmunerkrankungen nicht schwanger zu werden wie zum Beispiel:

  • Systemischer Lupus erythematodes (SLE) auch Schmetterlingsflechte
  • Multiple Sklerose
  • Myasthenia gravis
  • Diabetes mellitus
  • Antiphospholipid-Syndrom

Die meisten haben nichts mit Unfruchtbarkeit zu tun, d.h. sie verhindern normalerweise nicht, dass man schwanger wird. Eine Schwangerschaft bei einer dieser Autoimmunerkrankungen kann jedoch sowohl für den Fötus als auch für die Mutter lebensbedrohlich sein, insbesondere in den schwersten Fällen. Notwendige Medikamente können auch bei zukünftigen Babys zu Fehlbildungen oder schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen führen.

Mehr zu Autoimmunerkrankungen und Schwangerschaft lesen Sie hier: Autoimmunerkrankungen im Zusammenhang mit Fruchtbarkeit.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Während der Schwangerschaft müssen eine Reihe von Veränderungen im Herz-Kreislauf-System auftreten, damit das Baby die Nahrung bekommt, die es braucht, und seine Ausscheidungen beseitigt werden. Hier zählen wir die wichtigsten Veränderungen auf:

  • Anstieg in der Blutmenge um 30-50%.
  • Erhöhte Herzfrequenz von 10 auf 15 Schlägen pro Minute.
  • Abnahme des Blutdrucks.

Passt sich der Körper der Frau nicht richtig an diese Veränderungen an, kann es zu einer Herzdekompensation kommen. Gerade deshalb kann eine Schwangerschaft bei Frauen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen ein großes Risiko darstellen.

Mehr zu Risikoschwangerschaften bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen können Sie im folgendem Beitrag nachlesen: Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Thrombophilien

Thrombophilien sind Störungen der Blutgerinnung, die das Auftreten von Thrombosen und Blutgerinnseln begünstigen können. Sie können sowohl die Blutgefäße der Mutter als auch die der Plazenta blockieren, was die Schwangerschaft gefährden kann.

Die häufigsten Komplikationen bei Thrombophilie sind Fehlgeburt, Präeklampsie, verzögertes fetales Wachstum, Plazentaabbruch, Plazentainsuffizienz, Frühgeburt und fetaler Tod...

Mehr zu dieser Erkrankung: Thrombophilie.

Schwere Nierenerkrankungen

Frauen, bei denen eine schwere Nierenerkrankung diagnostiziert wurde, wird nicht empfohlen, schwanger zu werden. Nierenversagen bei der Mutter kann zu einer Wachstumseinschränkung des Fötus oder sogar zu einer Fehlgeburt führen. Darüber hinaus weisen diese Frauen häufig eine verminderte Fruchtbarkeit auf.

Liegt bei der Frau jedoch eine Nierenerkrankung im Frühstadium vor, kann sie trotzdem schwanger werden und stellt weder für sich noch das Baby ein Risiko dar.

Sonstige Erkrankungen

Neben den oben genannten Krankheiten gibt es noch andere chronische Krankheiten, die sich während der Schwangerschaft verschlimmern können, weshalb es nicht ratsam ist, schwanger zu werden.

Dies ist der Fall bei Atemwegserkrankungen, da eine Schwangerschaft einen Zustand der Hyperventilation verursacht. Aus diesem Grund können sich Pathologien wie Asthma während der Schwangerschaft verschlimmern, und die Frau wird anfälliger für asthmatische Krisen. Darüber hinaus kann eine Schwangerschaft bei Frauen mit Epilepsie eine Zunahme der Anfälle verursachen.

Ein weiterer Fall, in dem eine Schwangerschaft nicht empfohlen wird, sind schwere Verdauungskrankheiten, da eine Schwangerschaft das Risiko von Gallensteinen erhöhen könnte.

Mutter werden durch Leihmutterschaft

Wenn eine Frau keine Gebärmutter hat oder bei ihr eine ernste Erkrankung vorliegt, bei der eine Schwangerschaft nicht angezeigt ist, kann die Lösung ihres Kinderwunsches eine Leihmutterschaft sein. Wenn die Qualität der Eizellen gut ist, könnte die Frau zudem die genetische Belastung übernehmen. Die Eizellen würden also im Labor befruchtet und die erzeugten Embryonen auf die Leihmutter übertragen. Nach der Geburt wird das Kind an seine Mutter übergeben.

Eine andere Möglichkeit wäre eine Eizellspende, um die Embryonen zu erzeugen, die der Leihmutter übertragen werden.

Zweifellos erfordert eine Leihmutterschaft ein hohes Maß an Solidarität und Unterstützung von der Leihmutter, und es muss stets die Gesetzgebung, in der sie durchgeführt wird, berücksichtigt werden.

Fragen die Nutzer stellten

Was ist eine Hyperplasie der Gebärmutter?

durch Dr. Joel G. Brasch (gynäkologe).

Bei einer Hyperplasie ist der Uterus kleiner als normal. Das Verhältnis zwischen Gebärmutterhals und der Länge der Gebärmutterhöhle liegt bei 1:1 oder 2:1.

Brauche ich eine Leihmutter bei HIV?

durch Sara Salgado (embryologin).

Nicht unbedingt. Frauen mit HIV können dank künstlicher Befruchtung und der In-vitro-Fertilisation Mütter werden. Mit diesen Methoden wird verhindert, dass sich der Partner mit dem Virus ansteckt.

Damit die Schwangerschaft sicher ist und sich AIDS nicht auf das Baby überträgt, ist es wichtig dass die Virenbelastung bei null liegt oder sehr gering ist, und dass die Anzahl der CD4-Lymphozyten größer als 300 ist; Medikamente müssen auch während der Schwangerschaft verabreicht werden, die medizinische Kontrolle muss sehr streng sein und die Geburt darf nicht auf natürlichem Wege erfolgen.

Trotz all dieser Maßnahmen besteht eine geringe Wahrscheinlichkeit einer Übertragung. Um jedes Risiko zu vermeiden, kann die Frau auf Leihmutterschaft zurückgreifen.

Kann man ein Kind ohne Gebärmutter bekommen?

durch Sara Salgado (embryologin).

Nein. Damit sich der Embryo entwickeln kann, ist es wichtig, dass die Frau eine Gebärmutter hat und dass diese die Einnistung und Entwicklung der Schwangerschaft ermöglicht. Es gibt keine anderes Organ, das die Funktionen der Gebärmutter erfüllen kann.

Wenn mein Arzt mir geraten hat, wegen eines gesundheitlichen Problems nicht schwanger zu werden, was kann ich dann tun, um Mutter zu werden?

Wenn die Schwangerschaft ein hohes Risiko für das Leben der Mutter und des Babys darstellt, kann die Mutterschaft durch Leihmutterschaft oder Adoption erreicht werden. Die Leihmutterschaft besteht aus einer Frau die für eine andere Frau, Mann oder ein Paar schwanger wird, damit diese ein Kind bekommen können.

Auf unserer Website finden Sie alle Informationen, die Sie über die Leihmutterschaft benötigen. Um sich mit dieser Fortpflanzungsmethode vertraut zu machen, empfehlen wir diesen Artikel: Was ist Leihmutterschaft?

Für Sie empfohlen

Wie bereits erwähnt, kann bei einer chronischen Erkrankung, die ein Risiko für Mutter und Kind darstellt, die Leihmutterschaft eine Lösung sein. Wenn Sie wissen wollen, wie eine Leihmutterschaft im Allgemeinen abläuft, haben wir diese Lektüre für Sie: Wie funktioniert eine Leihmutterschaft?

Eine weitere Alternative bei Frauen mit chronischen Erkrankungen ist die Adoption. Wenn eine Adoption für Sie infrage kommt, lesen Sie unseren Beitrag darüber hier: Wie läuft eine Adoption ab?

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Literaturverzeichnis

Autoren und Mitwirkende

Dr. Joel G. Brasch
Dr. Joel G. Brasch
Gynäkologe
Dr. Joel Brasch ist Arzt und Leiter der 2005 gegründeten Klinik Chicago IVF. Durch die American Board of Obstretics and Gynecology zertifizierter Mediziner mit mehr als 25 jähriger Erfahrung in Kinderwunschbehandlungen und Reproduktionsmedizin. Dr. Brasch ist ebenso Leiter der Abteilung für reproduktive Endokrinologie und Unfruchtbarkeit im Ärztezentrum Mount Sinai. Mehr über Dr. Joel G. Brasch
 Marta Barranquero Gómez
Marta Barranquero Gómez
Embryologin
Abschluss in Biochemie und Biomedizinische Wissenschaften an der Universität Valencia (UV); spezialisiert auf Assistierte Reproduktion an der Universität Alcalá de Henares (UAH) in Zusammenarbeit mit Ginefiv und spezialisiert auf Klinische Genetik an der Universität Alcalá de Henares (UAH). Mehr über Marta Barranquero Gómez
 Sara Salgado
Sara Salgado
Embryologin
Abschluss in Biochemie und Molekularbiologie an der Universidad del Pais Vasco (UPV/EHU), mit Masterabschluss in assistierter Reproduktion an der Universidad Complutense de Madrid (UCM). Universitätsabschluss in Genetischer Diagnostik an der Universidad de Valencia (UV). Mehr über Sara Salgado
Auf deutsch angepasst von:
 Romina P.
Romina P.
Babygest Staff
Chefredakteurin und Übersetzerin für die englische und deutsche Ausgabe von Babygest. Mehr über Romina P.

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