Länder die nur altruistische Leihmutterschaft erlauben

durch (embryologin) Und (babygest staff).
Aktualisiert am 15/04/2019

Die Bezahlung der Leihmutter im Leihmutterschaftsverfahren ist ein sehr kontroverses Thema. Unter den Ländern, die Leihmutterschaft erlauben, gibt es einige, die zwar die kommerzielle Leihmutterschaft verbieten, sie aber altruistisch durchführen lassen.

Die Durchführung des Leihmutterschaftsprozesses auf diese Weise verteuert die Suche nach potentiellen Leihmüttern erheblich und kann den Beginn des Prozesses verzögern.

Länder, die per Gesetz nur die altruistische Leihmutterschaft erlauben, sind Kanada, Australien, Brasilien, das Vereinigte Königreich und die US-Bundesstaaten Nevada, Virginia und Washington.

Warum wird die Leihmutter nicht entschädigt?

Laut diesen Ländern wird somit vermieden, dass die Leihmutter nicht aus finanziellen Gründen handelt. Somit soll vorgebeugt werden, dass der Prozess genutzt wird um die Frau auszubeuten.

In Ländern wie Indien, wo die Mehrheit der Bevölkerung einen sehr niedrigen wirtschaftlichen Status hat, kann die Vergütung, die eine Frau für die Geburt des Kindes einer anderen Frau erhält, dem Familieneinkommen mehrerer Jahre Arbeit entsprechen.

Dieses sehr wichtige Einkommen kann einen sehr großen sozioökonomischen Wandel für die Familie der Leihmutter bedeuten, was zur Kommerzialisierung der Frau führen kann.

Viele wissen, dass durch die Bezahlung dieser Dienstleistung die Leihmutter und das geborene Kind zu einem Objekt in einem Handelsgeschäft werden.

Arzt- und Schwangerschaftskosten

In Ländern mit altruistischer Leihmutterschaft erhält die Leihmutter jedoch natürlich die Erstattung der Kosten, die durch die Schwangerschaft entstehen. Die Wunscheltern bezahlen somit:

  • Arztkosten für den In-vitro-Fertilisationsprozess und die damit verbundene Schwangerschaft (Ultraschall, Transport in die Klinik, etc.).
  • Kosten für Nahrungsergänzungsmittel.
  • Entschädigung für Arbeitsausfälle.
  • Umstandskleidung.

In einigen Ländern legt das Gesetz einen Höchstbetrag fest, der der Leihmutter für die Schwangerschaftskosten zur Verfügung gestellt wird, während es in anderen keinen Höchstsatz gibt.

Regulierung der Leihmutterschaft

Jedes Land hat diesbezüglich seine eigenen Vorschriften, so dass die kommerzielle Leihmutterschaft als Verbrechen oder einfach als null und nichtig angesehen werden kann. Das Familienmodell welchem die Leihmutterschaft angeboten wird, kann auch von Land zu Land variieren; meist werden nur heterosexuelle Paare akzeptiert.

Kanada erklärt, dass die Zahlung an die Leihmutter ein Verbrechen darstellt und akzeptiert nur eine Entschädigung für schwangerschaftsbezogene Ausgaben bis zu einem Höchstbetrag von 22.000 kanadischen Dollar. Um der Leihmutter eine Erstattung zu ermöglichen, müssen die Kosten angemessen begründet werden.

Altruistische Leihmutterschaft ist nur in Süd- und Westkanada erlaubt, wo alle Familienmodelle Zugang haben.

Auch in Australien gilt die kommerzielle Leihmutterschaft als Verbrechen. Darüber hinaus können in diesem Land Wunscheltern, die in anderen Ländern, in denen die Methode gesetzlich zulässig ist, einen kommerziellen Vertrag über die Leihmutterschaft abschließen, mit bis zu zwei Jahren Haft und einer Geldstrafe von 110.000 Dollar bestraft werden.

Im US-Bundesstaat Nevada ist nur die Entschädigung für medizinische Ausgaben erlaubt und Ausgaben die im Zusammenhang mit der Geburt des Babys entstehen.

In Virginia ist eine Entschädigung die über angemessene medizinische Kosten hinausgeht nicht zulässig; wenn sie als übertrieben angesehen wird, gilt sie als Vergehen.

In Washington ist Leihmutterschaft ohne Entschädigung erlaubt; kommerzielle Leihmutterschaftsverträge werden jedoch für null und nichtig erklärt, so dass die Zahlung an die Leihmutter nicht unter Strafe steht. Brasilien und Großbritannien erlauben ebenfalls die altruistische Leihmutterschaft, schränken sie aber sehr stark ein.

In Brasilien muss die Leihmutter mit der Wunschmutter direkt verwandt sein- Entweder Mutter, Schwester oder Tocher der Wunschmutter.

In Großbritannien wird die Leihmutter als juristische Mutter anerkannt und die Vaterschaft wird sogar ihrem Mann oder Partner zugewiesen, so dass die Wunscheltern die rechtliche Vaterschaft des Babys beantragen müssen, die nur gewährt wird, wenn die Leihmutter und ihr Partner darauf verzichten. Hier ist die Leihmutterschaft auch für homosexuelle Paare möglich.

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Autor

 Sara Salgado
Sara Salgado
Embryologin
Abschluss in Biochemie und Molekularbiologie an der Universidad del Pais Vasco (UPV/EHU), mit Masterabschluss in assistierter Reproduktion an der Universidad Complutense de Madrid (UCM). Universitätsabschluss in Genetischer Diagnostik an der Universidad de Valencia (UV). Mehr über Sara Salgado
Auf deutsch angepasst von:
 Romina P.
Romina P.
Babygest Staff
Chefredakteurin und Übersetzerin für die englische und deutsche Ausgabe von Babygest. Mehr über Romina P.

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