Was ist eine Leihmutterschaft?

durch (psychologin), (embryologin), (gynäkologe) Und (babygest staff).
Aktualisiert am 04/09/2018

Die Leihmutterschaft ist eine Methode der assistierten Reproduktion mit der eine Frau das Kind einer anderen Person austrägt.

Die Frau die ihre Fähigkeit zur Schwangerschaft zur Verfügung stellt, wird Leihmutter oder seltener: Surrogatmutter genannt.

Im Anschluss finden Sie ein Inhaltsverzeichnis mit allen Punkten, die wir in diesem Artikel behandeln.

Woraus besteht eine Leihmutterschaft?

Die Leihmutterschaft ist eine Methode der assistierten Reproduktion mit der eine Frau das Kind einer anderen Person oder eines anderen Paares austrägt. Mit dieser Methode werden mithilfe der In-Vitro-Fertilisation ein oder zwei Embryone geschaffen und anschließend in den Uteros der Leihmutter eingepflanzt.

Der Embryo wird aufgrund des Kinderwunsches der zukünftigen Eltern geschaffen. Deshalb werden, soweit möglich, die zu verwendeten Ei-und Samenzellen von den zukünftigen Eltern bereitgestellt. Im anderen Fall werden von Dritten gespendete Ei- oder Samenzellen verwendet.

Im Allgemeinen ist in dieser Behandlung die einzige Arbeit der Leihmutter das Kind auszutragen und zu gebären. Es gibt aber auch Fälle (Heutzutage nicht mehr üblich), in denen die Leihmutter auch ihre Eizellen zur Verfügung stellt.

Die Gesetzgebung in vielen Ländern untersagt dass die Leihmutter und die Eizellenspenderin ein und dieselbe Person ist, falls bei der Mutter mit Kinderwunsch keine Schwangerschaft möglich ist oder keine Eizellen spenden kann. In den Ländern in denen die Gesetzgebung in diesem Punkt eher ungenau ist, vermeidet man ebenfalls diese Situation um keine Verbindung mit der Leihmutter und dem zukünftigen Kind herzustellen. Damit will man eventuellen rechtlichen Problemen in der Mutterschaft vorbeugen.

Nach der Geburt wird das Kind den Eltern übergeben, das heißt, den Personen mit Kinderwunsch und gleichzeitig werden mithilfe eines Leihmutterschaftsvertrag die Rechte auf Mutterschaft an die zukünftigen Eltern übertragen.

Die verschiedenen Arten von Leihmutterschaft

Die Leihmutterschaft kann je nach zwei Hauptaspekten varrieren:

  • Herkunft der Eizellen: traditionell oder mithilfe einer Gestation
  • Entschädigung an die Leihmutter: Kommerziell oder altruistisch

Traditionell oder Gestationell

Je nach Herkunft der Eizellen können wir die Leihmutterschaft als teilweise oder komplette Leihmutterschaft einordnen:

Teilweise, traditionelle oder lineare Leihmutterschaft
in diesem Fall ist die Leihmutter die biologische oder genetische Mutter des Embryos.

Es handelt sich um eine "low-technology" Leihmutterschaft, da die Leihmutterschaft ihre eigenen Eizellen zur Verfügung stellt. Deshalb ist eine In-vitro-Fertilisation nicht nötig; die anzuwendende Methode der assistierten Reproduktion wäre eine künstliche Befruchtung, entweder mit Samen eines Spenders oder mit Samen des zukünftigen Vaters. Diese Art der Leihmutterschaft ist nicht mehr in Gebrauch.

Komplette, totale oder gestationelle Leihmutterschaft
bedeutet, dass die Leihmutter nur als solches handelt ohne ihre Eizellen zur Verfügung zu stellen. Diese trägt das Kind aus und bringt es zur Welt. Das Kind ist somit das leibliche Kind der Eltern mit Kinderwunsch (oder der Spender, falls notwendig).

Mithilfe IVF oder ICSI wird die Eizelle befruchtet und der daraus entstehende Embryo wird in den Körper der Leihmutter eingepflanzt. In diesem Fall sprechen wir von "high-technology".

Tatsächlich ist diese Leihmutterschaft die häufigste.

Kommerziell oder altruistisch

Man kann die Leihmutterschaft andererseits auch je nach finanzielle Entschädigung der Leihmutter einordnen:

Kommerzielle Leihmutterschaft
die Leihmutter wird zusätzlich zu den anfallenden Kosten für die Schwangerschaft bezahlt.
Altruistische Leihmutterschaft
die Leihmutter bekommt nur die durch ihre Schwangerschaft entstandene Kosten bezahlt wie zum Beispiel Umstandsmode, ärztliche Untersuchungen, spezielle Ernährung, Reisekosten ins Krankenhaus, etc.

Je nach Art und Weise der Leihmutterschaft können die Kosten der Behandlung variieren, da die kommerzielle Variante und die Notwendigkeit einer Ei-oder Samenspende die Prozedur verteuert. Je nachdem in welchem Land die Leihmutterschaft stattfindet, können die anfallenden Kosten mehr oder weniger hoch ausfallen.

Welche Personen machen von der Leihmutterschaft Gebrauch?

In den vergangenen Jahren haben uns die Kommunikationsmittel und sozialen Netzwerke viele Fälle von Prominenten gezeigt, die auf diese Methode zurückgegriffen haben. Das hat dafür gesorgt, dass die Leihmutterschaft nur von Personen in Anspruch genommen wird, die über einen hohen sozioökonomischen Status verfügen. Die Realität sieht jedoch anders aus.

Auch wenn es stimmt, dass es sich um die teuerste Methode der assistierten Reproduktion handelt, erfreuen sich viele Personen aus der Mittelschicht an ihren Kindern.

Wie einige Eltern über die Leihmutterschaft so schön sagen:

Wenn wir schon für ein Haus oder Auto einen Kredit aufnehmen, warum nicht für unseren größten Wunsch: Ein Kind?

Alleinstehende Männer oder schwule Paare nehmen die Methode in Anspruch, da ihnen die natürliche Veranlagung für eine Schwangerschaft fehlt. Alleinstehende Frauen, lesbische und heterosexuelle Pärchen nehmen im Allgemeinen eine Leihmutterschaft in Anspruch in folgenden Situationen:

  • Fehlende Gebärmutter, entweder angeboren (Rokitansky-Syndrom) oder erworben (Hysterektomie)
  • Schwere Gebärmutterveränderungen wie: schwere Endometriose, irreparables Asherman-Syndrom, schwere Adenomyose...
  • Uterusmissbildungen, die mit der Schwangerschaft nicht vereinbar sind
  • Wiederholte Fehlschläge bei anderen assistierten Reproduktionstechniken wie IVF, IVF-ICSI oder PGD
  • Wiederholte Fehlgeburten
  • Medizinische Kontraindikation. Es gibt Krankheiten, die durch die Schwangerschaft verschlimmert werden können oder die im Falle einer Schwangerschaft sogar zum Tod führen können. Einige Beispiele sind Autoimmunerkrankungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder bestimmte Krebsarten.
  • Konsum von Medikamenten. Es gibt Frauen, die medikamentöse Behandlungen durchführen, die die Schwangerschaft verhindern oder teratogene Wirkungen haben (die eine fetale Fehlbildung verursachen). Wenn sie schwanger werden wollen, müssen sie aufhören, dieses Medikament zu nehmen, und das ist nicht in allen Fällen möglich.

Entgegen der weitverbreiteten Meinung sind die meisten Paare, die auf eine Leihmutterschaft zurückgreifen, heterosexuell und haben medizinische Gründe vorliegen, die sie an eine Schwangerschaft hindern.

Adoption oder Leihmutterschaft?

Menschen und soziale Bewegungen, die sich gegen die Leihmutterschaft aussprechen, argumentieren dass die einzige Alternative für Menschen, die ihre eigenen Kinder nicht zur Welt bringen können, die Adoption sein sollte.

Ohne Zweifel wurde die Adoption von der Gesellschaft als die Lösung eingeführt, um elternlose Kindern ein zuhause zu geben. Wir glauben an die Notwendigkeit einer Adoption, sie muss jedoch freiwillig stattfinden und darf nicht erzwungen werden.

Die Adoptiveltern müssen lange Auswahlverfahren durchlaufen und Anforderungen erfüllen, die sie in vielen Fällen daran hindern, diesen Prozess fortzusetzen. Oftmals liegen die Gründe für diese Hindernisse nicht in ihrer Eignung als Eltern, sondern in bürokratischen Regeln. Um ein Beispiel zu nennen: Wenn eine Frau an Krebs gelitten hat, schließt dies sie als Kandidatin für die Adoptionsmutterschaft komplett aus.

Unter anderem argumentieren diejenigen, die eine Schwangerschaftsbehandlung durch Leihmutterschaft statt durch Adoption anstreben mit folgenden Punkten:

  • Lange Wartelisten im Adoptionsprogramm. Früher betrug die durchschnittliche Wartezeit für eine Adoption 2 Jahre, heute beträgt sie 5 Jahre und kann bis zu 8 Jahre betragen.
  • Die Anforderungen an die internationale Adoption sind deutlich gestiegen. In einigen Fällen ist es nur für heterosexuelle Paare mit Mindesteinkommen, Vermögen und einem bestimmten Bildungsniveau erlaubt, sofern eines der beiden Mitglieder nicht außerhalb des Familienhauses arbeitet.
  • Die psychologische und emotionale Situation der adoptierten Kinder ist nicht leicht zu akzeptieren und zu bewältigen. In vielen Fällen haben Eltern, die ihre Kinder verlassen, keine Sorge um die Schwangerschaft (Alkohol, Drogenabhängigkeit usw.) getragen, was zu Problemen im Zusammenhang mit dem Minderjährigen führen kann. Darüber hinaus erlebt der Minderjährige in den ersten Lebensjahren meist komplizierte Situationen (Unterernährung, Verlassenheit....), die zu psychischen Störungen führen, die schwer umzukehren sind.
  • Homosexuelle Paare und Alleinerziehende dürfen in vielen Ländern nicht adoptieren.
  • Es ist etwas anderes, ein bereits geborenes Kind zu adoptieren, als die Entscheidung zu treffen, ein Kind in die Welt zu setzen, wo sich besonders um die die schwangere Frau gekümmert wird und Sie darüber hinaus die Möglichkeit haben, die Geburt zu begleiten und sich vom ersten Tag an um das Baby zu kümmern.
  • Durch die Möglichkeit der genetischen Vererbung bei der Leihmutterschaft können zukünftige Eltern ihre Gene (Eier und Sperma) zur Verfügung stellen.

Der Begriff Leihmutterschaft/Leihmutter

Die geläufigste Bezeichnung in Deutschland ist Leihmutterschaft.

Die in § 1 Abs. 1 Nr. 7 ESchG definierte Bezeichnung Ersatzmutter (Eine Frau, welche bereit ist, ihr Kind nach der Geburt Dritten auf Dauer zu überlassen) ist in der deutschen Umgangssprache nicht üblich.

Der Begriff Leihmutter ist irreführend, da sie in Wirklichkeit nicht die Mutterschaft verleiht, sondern die körperliche Fähigkeit zu gebären.

Leihmutterschaft in deutschsprachigen Ländern

Deutschland

Laut Embryonenschutzgesetz (ESchG) ist es Ärzten/Ärztinnen verboten, bei einer Leihmutterschaft tätig zu werden. Die Vermittlung von Leihmüttern ist laut Adoptionsvermittlungsgesetz verboten.

Wer sind rechtlich gesehen die Eltern, falls eine Leihmutterschaft zustandekommt?

Mutter eines Kindes ist die Frau, die es geboren hat.

Rechtliche Mutter ist in diesem Fall die Leihmutter, und nicht eine spätere "Sorgemutter", die den Auftrag zur Leihmutterschaft erteilt hat. Das gilt auch dann, wenn die "Sorgemutter" genetisch mit dem zukünftigen Kind verwandt ist. Selbst wenn die "Bestellmutter" sich in eine ausländische Geburtsurkunde als "Mutter" eintragen lässt, begründet es nicht ihre Mutterschaft.

Ebenso verhält es sich mit dem "Sorgevater". Er kann in keinem Falle seine Vaterschaft geltend machen, sei es durch Eintragung in eine ausländische Geburtsurkunde noch durch einen bestehenden Vertrag mit der Leihmutter.

Der Leihvertrag ist in Deutschland unwirksam und stellt keine rechtliche Grundlage für einen Vaterschaftsanspruch dar.

Der "Bestellvater" kann seine Vaterschaft nur dann formwirksam anerkennen lassen, indem er sich die Zustimmung der Leihmutter holt. Dazu darf keine Vaterschaft eines anderen Mannes, z.B eines eventuellen Samenspenders, vorliegen.

Wenn sich ein Paar/eine Person für eine Leihmutterschaft entscheidet, sollte der Prozess in einem Land durchgeführt werden, dessen Gesetzgebung es ermöglicht.
Bei einer ausländischen Gerichtsentscheidung zugunsten der Wunscheltern besteht die Möglichkeit je nach Fall, sich in Deutschland die Elternschaft anerkennen lassen. Voraussetzung ist, dass ein Wunschelternteil mit dem Kind genetisch verwandt ist, die Leihmutter aber nicht.

Anerkennung in Deutschland:

Es muss eine rechtswirksame Abstammung von einem deutschen Elternteil vorliegen, damit das Kind die deutsche Staatsangehörigkeit bekommt und einen Anspruch auf einen deutschen Reisepass hat.
Jedoch ist Deutschland eines der Länder, in denen es wahrscheinlicher ist, dass das Kind einer ausländischen Leihmutter anerkannt wird, da im Vordergrund das Kindeswohl steht und dem Kind dadurch keinen Schaden entstehen darf.

Momentan werden nur in den USA und Kanada Gerichtsprozesse zur Anerkennung der Vaterschaft durchgeführt, wodurch ein rechtskräftiges Urteil für Deutschland herausgegeben wird. In Griechenland dient die Gerichtsverhandlung dazu, den Embryotransfer an die Leihmutter zu authorisieren, was wiederum auch als Anerkennungsurteil gültig ist.

Im Dezember 2014 entschied der Bundesgerichtshof zugunsten eines schwulen Paares, das in den USA Samenzellen in Eizellen einer Spenderin einsetzen ließen. Die daraus entstandenen beiden Embryonen wurden in den USA von einer Leihmutter ausgetragen, ein US-Gericht erkannte die Vaterschaft der beiden Männer an. Der Bundesgerichtshof urteilte, dass dieses US-amerikanische Gerichtsurteil anerkannt wird und das deutsche schwule Paar die volle rechtliche Elternstellung daher auch in Deutschland innehabe.

Der Bundesgerichtshof hat seine Entscheidung auf den Fall eingegrenzt, dass ein Wunschvater genetischer Erzeuger ist, die Eizelle hingegen nicht von der Leihmutter stammt, und letztere auch gar nicht die Mutterschaft für sich beanspruchen möchte.

Österreich

In Österreich ist die Leihmutterschaft laut §2 und §3 Fortpflanzungsmedizingesetz verboten. Für die Leihmutter/Wunscheltern gibt es keine strafrechtlichen Sanktionen, aber die Leihmutterschaft kann nicht wirksam vorgenommen werden.

Das von einer ausländischen Leihmutter (auch hierzulande Leihgebärende genannt da sie nicht ihre Mutterschaft verleiht sondern die körperliche Fähigkeit zu gebären) geborene Kind erwirbt nicht die österreichische Staatsbürgerschaft laut Staatsbürgergesetz von 1985.

Demnach stellen österreichische Vertretungsbehören im Ausland weder einen Nachweis zur Staatsbürgerschaft noch Reisepass oder Personalausweis aus.

Jedoch gibt es einen Unterschied zu Deutschland: In Österreich ist es Ärzten erlaubt, Agenturen und Kliniken im Ausland zu empfehlen.

Anerkennung in Österreich:

Im österreichischen Recht ist wie im deutschen Recht die gebärende Frau die Mutter des Kindes. Somit wäre die ausländische Leihmutter bzw. Leihgebärende automatisch Kindesmutter. Jedoch weißt die Eltern-Kind Zuordnung einen Bezug zum Ausland auf und es stellt sich die Frage welches Recht gelten soll: das nationale, das heißt, österreichisches Recht oder das ausländische Recht des Landes in dem der Prozess durchgeführt wurde.

Der österreichische Verfassungsgerichtshof entschied dazu in einem Fall zweier Kinder, die von einer amerikanischen Leihmutter ausgetragen wurden. Die Mutterschaft wurde der Wunschmutter zugesprochen.

Das österreichische Verbot der Leihmutterschaft ist für die Rechtsordnung des Staates in dem die Leihmutterschaft legal durchgeführt wurde, unerheblich und deshalb wird die Rechtslage in Österreich anerkannt.

Es wird wie in Deutschland auch unter Berücksichtigung des Kindeswohls das Urteil getroffen.

Die Schweiz

Die Leihmutterschaft ist in der Schweiz verboten. Die Bundesverfassung verbietet sie ausdrücklich im Artikel 119 Absatz 2d:

Embryonenspende und alle Formen der Leihmutterschaft sind verboten.

Die Leihmutterschaft ist auch im Bundesgesetz zur medizinisch unterstützte Fortpflanzung vom 18. Dezember 1998 im Artikel über verbotene Praktiken (Art. 4) enthalten.

Strafrechtliche Sanktionen sind für jeden vorgesehen, der eine Methode der assistierten Reproduktion gegenüber einer Leihmutter anwendet, sowie für jeden, der als Vermittler fungiert.

Da Leihmutterschaft in der Schweiz illegal ist, müssen Menschen, die auf keine andere Weise Eltern werden können, ins Ausland reisen, wo die Methode erlaubt ist.

Die größten Komplikationen können bei Rückkehr mit dem Kind auftreten. In der Praxis wird das Kind nur in Ausnahmefällen den Wunscheltern weggenommen. In einem Bericht vom November 2013 erkennt der Bundesrat dies an:

die von den Wunscheltern geschaffene Situation kann kaum geändert werden.

Die im Geburtsland ansässige Abstammung wird jedoch nicht unbedingt anerkannt, zumindest nicht in ihrer Gesamtheit, was zu einer Ungleichheit der rechtlichen Verantwortung zwischen den beiden Wunscheltern führen kann.

Die Wunschmutter wird durch Geburt nie die juristische Mutter sein, da sie nicht geboren hat.

Anerkennung in der Schweiz:

Hat der Ehemann sein Sperma zur Verfügung gestellt, wird er als biologischer Vater anerkannt und sein Name erscheint auf der im Schweizer Zivilstandsregister eingetragenen Geburtsurkunde neben der Leihmutter. Auch nachdem die Leihmutter auf ihre mütterlichen Rechte verzichtet hat, darf die Schweizer Absichtsmutter das Baby erst fünf Jahre später adoptieren.

Seit dem 1. Januar 2018 ist die Adoption des biologischen Kindes des Partners erlaubt, wenn das Paar seit mindestens 3 Jahren zusammenlebt. Dies ebnet somit den Weg für die Anerkennung der Vaterschaft beider Väter im Falle eines Leihmutterschaft, das von einem homosexuellen Paar im Ausland durchgeführt wird.

Länder, die Leihmutterschaft ermöglichen

Die Leihmutterschaft ist eine umstrittene Methode und deshalb nicht in allen Ländern erlaubt. Die Länder, die die Leihmutterschaft ermöglichen, haben alle unterschiedliche Voraussetzungen und Bedingungen.

So gibt es Länder wie die Vereinigten Staaten, die jede Art der Leihmutterschaft (kommerziell, uneigennützig, traditionell, gestationell) und für jede Person oder jedes Paar (männlich, weiblich, homosexuell, homosexuell oder heterosexuell) erlauben. Auf der anderen Seite gibt es Länder wie Kanada, die nur altruistische Leihmutterschaft erlauben, obwohl sie auf jedes Familienmodell angewendet werden. Es gibt auch Länder wie die Ukraine, wo nur heterosexuelle Paare Zugang zu dieser Technik haben und andere wie Spanien, Frankreich oder Deutschland, wo die Methode nicht erlaubt ist.

Im nächsten Artikel finden Sie detaillierte Infos über die Besonderheiten und Merkmale der Leihmutterschaft in jedem Land: Leihmutterschaft international

Für oder gegen die Leihmutterschaft?

Die Leihmutterschaft ist die umstrittenste Methode. Obwohl es aus technologischer Sicht eine In-vitro-Fertilisation (IVF) darstellt, ist es aus ethischer Sicht ein Verfahren, das für große Debatte sorgt.

Es gibt zwei Gruppen: Die einen dafür, die einen dagegen.

Verteidiger der Leihmutterschaft sind der Ansicht, dass es sich um eine Reproduktionsmethode handelt, bei der eine Frau beschließt, ihre Fähigkeit zur freien und freiwilligen Schwangerschaft zur Verfügung zu stellen.. Solange also ihre Rechte sowie die des Kindes und der zukünftigen Eltern geachtet werden, ist es kein unethischer Prozess, da es weder die Menschenwürde noch die Menschenrechte verletzt.

Im Gegensatz dazu stellt es für Kritiker eine Ausbeutung der Frau und die Verdinglichung des auf diese Weise geborenen Babys dar.

Wenn Sie mehr Argumente zu jeder Seite lesen möchten, empfehlen wir Ihnen diesen Artikel: Meinungen in der Leihmutterschaft

Mit welchen Fachleuten muss ich mich in Verbindung setzen?

Um mit der Behandlung zu beginnen, ist für einen erfolgreichen Ausgang die Auswahl eines erfahrenen Expertenteams wichtig, das Ihnen im ganzen Verlauf unterstützend zur Seite steht.

Wenn zum Beispiel die Agentur im Zielland Ihnen absolutes Vertrauen vermittelt, trägt das zu einem leichteren und sicheren Verlauf bei.

Die Erfolgsraten der Klinik kann sich auf die Anzahl der notwendigen Versuche auswirken, bis sich eine Schwangerschaft bei der Leihmutter einstellt.

Eine Rechtsberatung im Ursprungsland sowie im Zielland ist unerlässlich.

In diesem Artikel erfahren Sie mehr über die unterschiedlichen Unternehmen in diesem Sektor: Experten in der Leihmutterschaft

Zusammenfassung: Was bringt die Leihmutterschaft mit sich?

Fragen die Nutzer stellten

Wann sollte man auf eine Leihmutterschaft zurückgreifen?

durch Dr. Mark P. Trolice (gynäkologe).

Im Allgemeinen gibt es zwei Hauptursachen wonach auf eine Leihmutterschaft zurückgegriffen wird: Bei fehlender oder fehlentwickelter Gebärmutter und bei medizinischer Kontraindikation.

Fälle, in denen keine Gebärmutter vorhanden ist oder eine Fehlbildung vorliegt:

  • Mayer-Rokitanksy-Küster-Hauser-Syndrom: Es handelt sich hierbei um eine Anomalie bei der die Frau ohne Gebärmutter und/oder Vagina geboren wird oder nicht vollständig entwickelt ist.
  • Hysterektomie (chirurgische Entfernung der Gebärmutter)
  • Myome in der Gebärmutter die operativ nicht entfernt werden können
  • Ashermann-Syndrom (Verwachsungen in der Gebärmutter)
  • Bei alleinstehenden Männern und schwulen Paaren
  • Wiederkehrende Fehlgeburten oder mehrere, ohne erkennbaren Grund fehlgeschlagene Einnistungsversuche des Embryos
  • Wenn die Dicke der Gebärmutterschleimhaut nicht erhöht werden kann

Fälle medizinischer Kontraindikationen (relativ und absolut):

  • Krankheiten die die Schwangerschaft verschlechtern und das Leben der Mutter und des Kindes aufs Spiel setzen
    Pulmonaler Bluthochdruck
  • Turner-Syndrom
  • Gebärmutterhalskrebs

Wie wird die Leihmutterschaft als Methode der assistierten Reproduktion vom psychologischen Standpunkt aus betrachtet?

durch Dr. Amalia Bayonas (psychologin).

Meiner persönlichen Meinung nach stellt diese Methode einen wissenschaftlichen Fortschritt dar und ist etwas das sich nicht aufhälten last.

Warum haben wir kein Problem damit, dass eine Frau ihr eigenes Kind zur Adoption freigibt, aber finden es anstößig, wenn sie ihre Gebärmutter anbietet um das Kind für andere Personen auszutragen? Warum betrachten wir es als etwas Normales, wenn jemand mit einem fremden Organ lebt und können es nicht verstehen, wenn jemand ein fremdes Kind zur Welt bringt? Ich kann es nachvollziehen, dass sich die Gesellschaft am Anfang erschreckt; wenn man aber das Thema verantwortungsvoll angeht, ethische Prinzipien und Gesetze einhält, die in vielen Ländern Leihmutterschaft erlauben, sollte es nicht etwas anderes oder “schlimmeres” sein als die Gametenspende oder die assistierte Reproduktion selbst.

Ich glaube, dass im Mittelpunkt all dessen die biblische Angst steht, vom Baum des Guten und Bösen zu essen, die göttliche Kraft zu haben Leben zu geben, und es gibt viel mehr Widerstand aus religiösen als aus medizinischen, sozialen oder legislativen Gründen.

Natürlich ist es notwendig, Handelsmissbrauch oder reproduktive Ausbeutung in Ländern ,die sich in einer schlechten wirtschaftlichen Situation befinden, zu verhindern, denn es geht um die Würde des menschlichen Lebens.

Welche Arten der Leihmutterschaft gibt es?

durch Dr. Mark P. Trolice (gynäkologe).

Es gibt zwei Arten:

  1. Die traditionelle Leihmutterschaft, in der die Frau, die die Schwangerschaft austrägt, auch ihre eigenen Eizellen zur Verfügung stellt. Die Behandlung wird mithilfe der intrauterinen Insemination in einem natürlichen Zyklus durchgeführt. Die Gesetzgebung die diese Form der Leihmutterschaft regelt, ist von Land zu Land verschieden. Deshalb ist es wichtig, sich vorher mit einem Fachanwalt zu beraten bevor man mit einer der Methoden anfängt.
  2. Die Leihmutterschaft mit In-vitro-Fertilisation (IVF), bei der auf eine Eizellenspenderin auf der einen Seite, und der Leihmutter auf der anderen Seite zurückgegriffen wird. Nachdem die Spenderin den Zyklus der Stimulation und Punktion der Eierstöcke abgeschlossen hat, werden die entnommenen Eizellen mit dem Sperma des Paares (oder dem Sperma beider bei schwulen Pärchen) im Labor mit der IVF-Technik befruchtet. Der Embryo wird dann in die Gebärmutter der Leihmutter übertragen, die zuvor einen Hormonzyklus durchlaufen hat um ihr Endometrium vorzubereiten. In diesem Fall hat das Baby keine genetische Beziehung zur schwangeren Frau.

Wer ist bei einer Leihmutterschaft die Mutter?

durch Andrea Rodrigo (embryologin).

Die Mutter ist die Wunschmutter, das heißt, diejenige die den Wunsch äußert, Mutter zu werden und die Verantwortung übernimmt die das Muttersein mit sich bringt. Sie kann, muss aber nicht, die biologische Mutter sein (je nachdem ob die Eizelle von ihr stammt oder nicht).

Kann man in Deutschland eine Leihmutter engagieren?

durch Andrea Rodrigo (embryologin).

Die Leihmutterschaft ist in Deutschland nicht erlaubt. Die deutsche Gesetzgebung betrachtet die Mutter als diejenige, die das Kind zur Welt bringt und betrachtet jegliche Rechte aus dem Leihmutterschaftsvertrag als unwirksam. Deshalb ist ein Abkommen zur Leihmutterschaft in Deutschland illegal und muss in diesem Fall ins Ausland fliegen, dessen Gesetzgebung es erlaubt.

Kann sich die Leihmutter das Kind behalten?

durch Andrea Rodrigo (embryologin).

Das Recht der Leihmutter, ihre Meinung zu ändern und das Kind zu behalten hängt vom jeweiligen Land ab. Es gibt Länder, die das nicht erlauben, wie zum Beispiel der Bundesstaat Kalifornien in den USA.

Es gibt auf der anderen Seite Länder, die eine Verzichtserklärung der Leihmutter benötigen, damit die Elternschaft anerkannt wird. Das ist in Russland zum Beispiel der Fall. In diesem Fall ist es möglich, dass die Leihmutter ihre Meinung ändert, ist jedoch sehr unwahrscheinlich.

Obwohl ich das Kind nicht selbst austrage, kann es trotzdem mein leibliches sein?

durch Andrea Rodrigo (embryologin).

Ja. Das hängt davon ab, ob Sie Ihre eigenen Gameten (Eizellen) bei der Schaffung des Embryos bereitstellen, welches von der Leihmutter ausgetragen wird.

Kann man in diesem Fall von einem “Mietbauch sprechen”?

durch Andrea Rodrigo (embryologin).

Die Leihmutter stellt nur ihre Fähigkeit zur Schwangerschaft zur Verfügung und ersetzt diese bei Personen, denen die Fähigkeit fehlt. In keinem Fall wird der Bauch “angemietet”.

Für Sie empfohlen

In diesem Artikel haben wir die Leihmutterschaft erklärt und zusammenfassend die Unterschiede aufgezeigt die es innerhalb dieser Methode gibt. Wenn Sie jedoch mehr dazu wissen wollen, klicken Sie auf diesen Link: Welche Arten von Leihmutterschaft gibt es?

Die Leihmutterschaft ist ein ethischer und rechtlicher komplizierter Prozess, und deshalb ist es wichtig, ein Land zu wählen, das die größtmögliche Sicherheit bietet. Hier können Sie die verschiedenen Möglichkeiten vergleichen: Was sind die sichersten Länder um eine Leihmutterschaft durchzuführen?

Zum Schluss ist es wichtig zu wissen, welche Rolle die Leihmutter in diesem Prozess einnimmt. Deswegen empfehlen wir Ihnen folgenden Artikel: Die Leihmutter: Ihre Motive und Beteiligung an diesem Verfahren.

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Literaturverzeichnis

Autoren und Mitwirkende

Dr. Amalia Bayonas
Dr. Amalia Bayonas
Psychologin
Abschluss in Psychologie an der University of Miami, Florida, mit mehr als 20 Jahren Erfahrung in der Behandlung psychologischer Aspekte, die sich auf Patienten mit assistierter Reproduktion beziehen und diese betreffen. Durchführung von Workshops und Vorträgen mit Patienten und Fachleuten, Forschungsarbeiten und Präventionskampagnen sowie emotionales Wohlbefinden. Verantwortlich für das psychologische Kabinett des FIV Valencia. Mehr über Dr. Amalia Bayonas
Zulassungsnummer: PV 3734
 Andrea Rodrigo
Andrea Rodrigo
Embryologin
Abschluss in Biotechnologie von der Polytechnischen Universität Valencia (UPV) mit Master-Abschluss in Biotechnologie der assistierten menschlichen Reproduktion, unterrichtet von der Universität Valencia in Zusammenarbeit mit dem Valencianischen Institut für Unfruchtbarkeit (IVI). Postgraduierte Expertin für medizinische Genetik. Mehr über Andrea Rodrigo
Dr. Mark P. Trolice
Dr. Mark P. Trolice
Gynäkologe
Doktor der Medizin, spezialisiert auf Gynäkologie und Geburtshilfe, von der Rutgers Robert Wood Johnson Medical School of New Jersey (USA). Außerordentlicher Professor an der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe der University of Central Florida College of Medicine. Direktor der Fertilitätsklinik: The IVF-Center. Titel des besten Arztes in Amerika Mehr über Dr. Mark P. Trolice
Zulassungsnummer in Florida: ME 78893
Auf deutsch angepasst von:
 Romina Packan
Romina Packan
Babygest Staff
Chefredakteurin des Magazins Babygest auf Deutsch. Mehr über Romina Packan

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