Methoden der assistierten Reproduktion in der Leihmutterschaft

durch (embryologin) Und (babygest staff).
Aktualisiert am 12/04/2017

Leihmutterschaft ist ein Verfahren der assistierten Reproduktion, da es die intrauterine Insemination oder In-vitro-Fertilisation (IVF) braucht.

Darüberhinaus können auch andere Reproduktionsmethoden wie die Gametenspende (Eizellen und Samen) oder die genetische Präimplantationsdiagnostik (PID) angewendet werden.

Behandlungen zur assistierten Reproduktion

Die wichtigsten Methoden der assistierten Reproduktion sind die intrauterine Insemination und die In-vitro-Fertilisation (IVF), entweder konventionell oder durch eine Intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI).

Intrauterine Insemination

Diese Technik ist simpel. Es werden nur die Samenproben in die Gebärmutter der Frau gelegt, damit die Spermien in die Eileiter aufsteigen und die Eizelle befruchten können und sich so der Embryo bilden kann. Danach muss der Embryo bis in die Gebärmutter gelangen und sich einnisten, was somit den Beginn der Schwangerschaft bedeutet.

Um die Erfolgsaussichten im Vergleich zum natürlichen Geschlechtsverkehr zu erhöhen, durchläuft das Sperma einen Prozess, der als Kapazitation bezeichnet wird. Dieses Verfahren reduziert die Probe auf qualitativ hochwertigere Spermien und aktiviert sie, um das Eindringen in die Eizelle zu ermöglichen.

Auch die Frau erhält eine hormonelle Behandlung, die es ermöglicht, den Zeitpunkt des Eisprungs zu kontrollieren, damit er mit der Insemination übereinstimmt und so die Verbindung zwischen Eizelle und Spermien erleichtert.

In-vitro-Fertilisation (IVF)

Dies ist eine komplexere Technik als die Intrauterine Insemination. Sie besteht darin, die Eizellen durch Follikelpunktion aus dem Eierstock zu entnehmen, so dass die Befruchtung später im Labor erfolgen kann. In diesem Fall werden die gewonnenen Embryonen zwischen 3 und 5 Tagen in Kultur belassen. Nach dieser Zeit wird der Embryo in die Gebärmutter der Frau übertragen.

Es gibt zwei Arten:

die klassische IVF
Die entnommenen Eizellen werden auf einer Petrischale mit einer bestimmten Anzahl an kapazitivem Sperma belassen mit dem Ziel, dass mindestens eines von ihnen in die Eizelle eindringt und so eine Befruchtung erfolgen kann.
ICSI oder Intrazytoplasmatische Spermieninjektion
ein Spermatozoid wird ausgewählt und mithilfe eines dünnen Katheters direkt in die Eizelle injiziert bis eine Befruchtung stattfindet (Vereinigung von Eizell- und Samenzellkernen).

Komplementäre Techniken

Zusätzlich zu diesen Haupttechniken gibt es weitere zusätzliche ergänzende Verfahren der assistierten Reproduktion, die den Behandlungserfolg steigern. Die wichtigsten sind:

Spende von Ei- und Samenzellen

Sowohl in der intrauterinen Insemination als auch in der IVF und ICSI können Samenspenden verwendet werden.

Bei Eizellenspenden jedoch kann keine Insemination erfolgen, weshalb auf eine IVF oder ICSI zurückgegriffen werden muss.

Gametenspenden (Eizellen oder Spermatozoide) werden hauptsächlich in folgenden Fällen verwendet:

  • Wenn eigene Eizellen oder Spermatozoone fehlen
  • Schlechte Qualität
  • Genetische Veränderungen die womöglich weitervererbt werden können

Präimplantationsdiagnostik (PID)

Die Präimplantationsdiagnostik (PID) ist eine genetische Analyse von Embryonen, die vor dem Embryotransfer durchgeführt wird, um Krankheiten oder genetische Veränderungen bei zukünftigen Kindern zu vermeiden.

Sie besteht darin, eine Zelle oder eine Gruppe von Zellen aus dem Embryo zu entnehmen, um sie genetisch zu analysieren und um festzustellen, ob eine genetische oder chromosomale Abweichung vorliegt. So werden nur gesunde Embryone auf die Frau übertragen, ohne Veränderungen die zu schweren Krankheiten im zukünftigen Baby führen könnten.

Diese Analyse kann nur bei der IVF oder vorzugsweise ICSI durchgeführt werden.

Das Einfrieren von Gameten und Embryonen

Das Einfrieren von Eizellen, Spermien und Embryonen ermöglicht die Verbesserung der Reproduktionsbehandlung und erhält die Fruchtbarkeit.

Bei Eizellen und Embryonen wird derzeit als Kryokonservierungsmethode die Vitrifikation verwendet, ein ultraschnelles Gefriersystem, das hervorragende Erfolgsraten liefert.

Techniken, die bei der Leihmutterschaft verwendet werden

Die Leihmutterschaft ist eine Methode der assistierten Reproduktion, bei der eine Frau das Kind einer anderen Frau, eines Mannes oder Paares austrägt.

Wir unterscheiden zwischen zwei Arten der Leihmutterschaft, abhängig von der Reproduktionstechnik die für die Schwangerschaft der Leihmutter angewendet wird.

Die unvollständige oder traditionelle Leihmutterschaft
hier wird eine künstliche Befruchtung durchgeführt, was bedeutet dass die Leihmutter ihre Gene dem Kind weitergibt und somit auch die leibliche Mutter des Kindes ist.
Die vollständige oder gestationelle Leihmutterschaft
Hier wird die Behandlungsarten der In-vitro-Fertilisation angewendet (konventionelle IVF oder ICSI) damit die Leihmutter schwanger wird. MIt dieser Methode können die Eizellen der Wunschmutter oder der Spenderin verwendet werden.

Heutzutage wird die traditionelle Leihmutterschaft nicht mehr durchgeführt, da die Leihmutter auch die leibliche Mutter des Kindes ist, das sie auf die Welt gebracht hat.

Deshalb wird normalerweise eine In-vitro-Fertilisation durchgeführt damit die Wunschmutter auch die biologische Mutter des Kindes sein kann, auch wenn sie dieses Kind selbst nicht austrägt.

Falls die zukünftige Mutter nicht ihre eigenen Eizellen spenden kann, greift man auf eine Spenderin zurück. Die Spenderin ist nicht die Leihmutter selbst; somit wird verhindert dass zwischen der Leihmutter und dem Kind eine genetische Verbindung hergestellt wird, was deren Auswirkung auf diesen Prozess somit um einiges verringert.

Die Kryokonservierung von nicht transferierten Embryonen ist auch bei Leihmutterschaften üblich. Wenn die Leihmutter also nicht zum ersten Mal schwanger wird, muss der Zyklus nicht von vorne beginnen, sondern es werden Embryonen entnommen und der Transfer geht weiter, um die Schwangerschaft erneut zu versuchen.

Die PID kann auch bei Leihmutterschaft verwendet werden. In einigen Ländern wie den USA wird die genetische Untersuchung von Embryonen routinemäßig durchgeführt und sogar die Auswahl des Geschlechts des Babys ist erlaubt. Eine PID wird jedoch in der Regel nicht durchgeführt, es sei denn es liegt eine medizinische Indikation vor.

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Fragen die Nutzer stellten

Warum wird die intrauterine Insemination in einer Leihmutterschaft nicht oft eingesetzt, wäre das nicht billiger?

durch Andrea Rodrigo (embryologin).

Der Hauptgrund, warum IVF anstelle der künstlichen Befruchtung verwendet wird, ist, zu verhindern, dass die Leihmutter die biologische Mutter des Babys ist.

In der IVF werden die Eier der Wunschmutter und das Sperma des Wunschvaters verwendet, so dass sie die biologischen Eltern des Kindes sind. Für den Fall, dass sie die Eizellen oder das Sperma nicht zur Verfügung stellen können, würden Gameten von Spendern verwendet, aber niemals die Eizellen der schwangeren Frau. Auf diese Weise werden die psychologischen Auswirkungen der Abgabe des Babys an die Wunscheltern reduziert.

Kann in der Leihmutterschaft eine beliebige Technik angewendet werden, um das Geschlecht des Leihmutterschaftsbabys zu wählen?

durch Andrea Rodrigo (embryologin).

Ja, aber in den meisten Ländern ist die Geschlechtsauswahl nur zu therapeutischen Zwecken erlaubt, d.h. um eine schwere Krankheit bei den Nachkommen zu verhindern. In einigen Ländern (z.B. den Vereinigten Staaten) ist jedoch eine nicht-therapeutische Geschlechtsauswahl erlaubt, sowohl bei eigenen IVF-Behandlungen als auch bei Leihmutterschaft.

Für Sie empfohlen

In diesem Artikel haben wir erwähnt, dass die IVF in einer Leihmutterschaft die am häufigsten genutzte Methode der assistierten Reproduktion ist. Wenn Sie wissen möchten, wie eine IVF abläuft, klicken Sie hier: Wie wird eine IVF durchgeführt?

Außerdem haben wir noch von der PID gesprochen, einem Verfahren, das der Embryonenselektion dient und heutzutage immer öfters genutzt wird. In diesem Link erfahren Sie mehr: Was ist eine Präimplantationsdiagnostik?

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Literaturverzeichnis

Autoren und Mitwirkende

 Andrea Rodrigo
Andrea Rodrigo
Embryologin
Abschluss in Biotechnologie von der Polytechnischen Universität Valencia (UPV) mit Master-Abschluss in Biotechnologie der assistierten menschlichen Reproduktion, unterrichtet von der Universität Valencia in Zusammenarbeit mit dem Valencianischen Institut für Unfruchtbarkeit (IVI). Postgraduierte Expertin für medizinische Genetik. Mehr über Andrea Rodrigo
Auf deutsch angepasst von:
 Romina Packan
Romina Packan
Babygest Staff
Chefredakteurin des Magazins Babygest auf Deutsch. Mehr über Romina Packan

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