Was muss man in einer Leihmutterschaft im Ausland berücksichtigen?

durch (embryologin) Und (babygest staff).
Aktualisiert am 09/03/2020

Die Leihmutterschaft ist eine reproduktive Alternative, auf die ein Paar zurückgreifen kann, wenn die "klassischen" Methoden der assistierten Reproduktion (künstliche Befruchtung, IVF, ICSI....) es ihm nicht erlauben, seine Fruchtbarkeitsprobleme zu lösen.

Diese umstrittene und ethisch komplizierte Reproduktionstechnik ist nicht überall dort erlaubt, wo medizinsch unterstützer Kinderwunsch angewendet wird. Aus diesem Grund sind viele Patienten gezwungen, ins Ausland zu reisen, um Eltern zu werden.

Darüber hinaus hat jedes der Länder, die sich für die Anwendung der Leihmutterschaft einsetzen, spezifische Bedingungen und Besonderheiten in seiner Gesetzgebung.

Die Vereinigten Staaten, Kanada, Russland und einige Länder Europas (Russland, Griechenland) sind derzeit die gefragtesten Destination für Leihmutterschaften.

In diesem Artikel werden die wichtigsten Aspekte jedes einzelnen von ihnen beschrieben.

Was man berücksichtigen sollte

Da in Deutschland die Leihmutterschaft nicht legal ist, muss sich die Person oder das Paar zur Erfüllung seines Kinderwunsches ein Land aussuchen, indem es diesen Prozess durchführen kann. Darüberhinaus müssen die angehenden Eltern die bestmögliche Entscheidung für sich treffen, die sich nach ihren eigenen Bedingungen und Bedürfnissen richtet.

Bei der Wahl eines geeigneten Landes, in der die Leihmutterschaft durchgeführt werden soll, sind folgende Aspekte zu berücksichtigen:

  • Familienmodelle.
  • Falls eine Ei- und Embryonenspende erforderlich ist.
  • Kosten der Kinderwunschbehandlung.
  • Auswahl und Verhältnis zur Leihmutter.
  • Art der Leihmutterschaft (traditionell oder gestationell).
  • Anerkennungsverfahren.
  • Reisebereitschaft.

Wunscheltern sollten jeden einzelnen dieser Faktoren bewerten und analysieren, wenn es darum geht, unter den möglichen Ländern dasjenige auszusuchen, in welchem die Leihmutterschaft durchgeführt werden soll. Darüber hinaus sollten Rechtssicherheit und Garantien für die Einhaltung der Rechte aller beteiligten Parteien die Grundlage für die Wahl des Bestimmungsortes der Leihmutterschaft sein.

Leihmutterschaft in den Vereinigten Staaten.

Die USA hat die meiste Erfahrung im Bereich der Leihmutterschaft, aber auch die höchsten Preise als andere Länder.

Im Gegensatz zu anderen Ländern verfügen die Vereinigten Staaten nicht über ein allgemeingültiges Gesetz in Bezug auf Leihmutterschaft, das auf alle Bundesstaaten angewendet werden kann. Jedes Land hat diesbezüglich seine eigenen Vorschriften.

Die häufigsten Staaten, in die sowohl Inländer als auch Ausländer reisen, um eine Leihmutterschaft durchzuführen, sind: Kalifornien, Illinois, Maryland, Utah und Texas.

Obwohl, wie wir bereits gesagt haben, jedes Land seine rechtlichen Besonderheiten aufweist, erlauben die Vereinigten Staaten im Allgemeinen die Leihmutterschaft:

  • Jedem Familienmodell.
  • Jeder Nationalität (Einheimische oder Ausländer).
  • Mit Samen- und/oder Eizellenspende oder mit Hilfe von Gameten der zukünftigen Eltern.
  • Kommerziell oder altruistisch.
  • Ohne dabei einen Nachweis über eine Schwangerschaftsunfähigkeit von den Wunscheltern zu fordern.

Eine weitere gemeinsame Anforderung der Vereinigten Staaten ist, dass die Auswahl der Leihmutter auf gegenseitiger Basis erfolgt, d.h. sowohl die Leihmutter als auch die zukünftigen Eltern müssen sich gegenseitig auswählen und die Vereinbarung zwischen ihnen genehmigen.

Wenn Sie mehr Details über jedes einzelne der US-Bundesstaaten wünschen, können Sie diesen Artikel lesen: Leihmutterschaft in den Vereinigten Staaten.

Ein Kind in Kanada bekommen

Kanada ist ein weiteres mögliches Land, in welchem eine Leihmutterschaft durchgeführt werden kann. Dort genehmigt das Gesetz die Leihmutterschaft im gesamten Land.

Im Falle der Provinz Québec ist die Leihmutterschaft nicht verboten im eigentlichen Sinne; der Vertrag aber, der sie regelt, gilt als null und nichtig und kann nicht vor Gericht durchgesetzt werden.

Eine der Bedingungen für die Anwendung dieser Reproduktionsmethode bei kanadischen und ausländischen Patienten ist, dass der Prozess altruistisch durchgeführt wird. Das heißt, die Leihmutter kann für ihre dabei geleistete Arbeit keine finanzielle Entschädigung erhalten, die über Erstattung der durch die Schwangerschaft entstandenen Kosten durch die zukünftigen Eltern hinausgehen.

Wie die USA akzeptiert Kanada alleinstehende Männer und Frauen, gleichgeschlechtliche Paare und heterosexuelle Paare.

Unter diesem Link finden Sie weitere Informationen über die Besonderheiten der Leihmutterschaft in Kanada.

Leihmutterschaft in Europa

Obwohl viele europäische Länder die assistierte Reproduktion anwenden, ist die Leihmutterschaft nicht überall erlaubt.

Die Ukraine, Russland und Griechenland sind die üblichen Länder für Patienten, die eine Leihmutterschaft benötigen, um Eltern zu werden. Im Folgenden sprechen wir über jeden einzelnen der wichtigsten Aspekte.

Russland

Russland erlaubt alleinstehenden Frauen und heterosexuellen Paaren den Zugang zur Leihmutterschaft. Jedoch muss die Wunschmutter ihre Schwangerschaftsunfähigkeit nachweisen, die eine eine Leihmutterschaft rechtfertigt. Außerdem ist es in Russland erlaubt, dass diese Methode mit Eizellen- und/oder Samenspenden kombiniert wird.

Es sollte beachtet werden, dass alleinstehende Mütter ihre eigenen Eizellen verwenden müssen, da keine Eizellen von einer Spenderin verwendet werden können. Daher muss die zukünftige Mutter ihre eigene genetische Ausstattung zur Verfügung stellen.

Darüberhinaus liegen die Kosten für eine Leihmutterschaft in Russland ungefähr zwischen 50.000 und 80.000€.

Wenn Sie mehr zu diesem Land wissen wollen, empfehlen wir Ihnen diesen Artikel: Die Leihmutterschaft in Russland: Gesetz, Kosten und Anerkennungsverfahren.

Griechenland

Die Leihmutterschaft wird in Griechenland durch zwei Gesetze geregelt: das Gesetz 3089/2002 und das Gesetz 3305/2005. Diese Gesetze besagen, dass nur alleinstehende Frauen und verheiratete oder unverheiratete heterosexuelle Paare für die Leihmutterschaft in diesem Land in Frage kommen. Die zukünftige Mutter muss zudem ein medizinisches Dokument vorlegen, aus dem hervorgeht, dass eine Schwangerschaft nicht möglich ist. Außerdem muss mindestens eines der beiden Elternteile die genetische Ausstattung des zukünftigen Embryos einbringen.

Die ungefähren Kosten dieses Prozesses in Griechenland belaufen sich auf etwa 70.000-80.000 Euro, und es muss berücksichtigt werden, dass unvorhergesehene Ereignisse eintreten können.

Wenn Sie mehr über die Leihmutterschaft in Griechenland erfahren möchten, laden wir Sie ein, den folgenden Artikel zu lesen: Leihmutterschaft in Griechenland: Gesetzgebung, Eintragung des Babys und Kosten.

Die Ukraine

In der Ukraine haben heterosexuelle Paare und alleinstehende Frauen Zugang zur Leihmutterschaft. Die Wunschmutter muss beweisen, dass sie ihr Kind nicht austragen kann.

Außerdem ist eine Eizellen- und/oder Samenspende erlaubt. Um das Baby im Anschluss ins deutsche Standesamt eintragen zu können, muss die Mutter ihr Baby adoptieren, nachdem der Wunschvater als Vater anerkannt wurde.

Die Kosten einer ukrainischen Leihmutterschaft sind günstiger als in Russland und liegt bei zwischen 26.000 und 60.000 €. Aus diesem Grund ist die Ukraine eines der beliebtesten Länder in der Leihmutterschaft. Jedoch muss erwähnt werden, dass es bei der Eintragung des Kindes seitens deutscher Behörden zu Problemen gekommen ist, da diese in der Regel das Geburtszeugnis nicht anerkennen. Aus diesem Grund wird die Ukraine derzeit für deutsche Wunscheltern nicht empfohlen.

Mehr Einzelheiten zu diesem Land lesen Sie hier: Wie funktioniert eine Leihmutterschaft in der Ukraine? Anforderungen und Kosten.

Die Leihmutterschaft ist die komplexeste Methode in der assistierten Reproduktion. Deshalb ist es wichtig, dass Sie sich in erfahrene Hände begeben. Wenn Ihnen keine vertrauenswürdige Unternehmen bekannt sind, zeigt Ihnen dieses Tool welche Länder für Ihr Familienmodell infrage kommen und stellt Ihnen einen personalisierten Bericht zur Verfügung sowie einen Kostenvoranschlag zur Orientierung.

Unser Expertenteam wird Ihren Fall eingehend studieren und empfiehlt Ihnen die für Ihre Situation passenden Unternehmen, die unseren strengen Qualitätskriterien entsprechen. Mehr als 10 Jahre Erfahrung zeichnen uns aus.

Fragen die Nutzer stellten

Was sagt das kanadische Gesetz zur Leihmutterschaft?

durch Andrea Rodrigo (embryologin).

Patienten aus der ganzen Welt wählen Kanada als ihr Ziel, weil es ein Land mit einem der günstigsten rechtlichen Rahmenbedingungen für Leihmutterschaft und Eizellenspende weltweit ist.

Warum ist nicht jedes Land für Deutsche geeignet?

durch Natalia Alvarez (projektmanagerin von babygest).

Erstens, weil es viele Länder gibt, in denen die Leihmutterschaft nur Staatsangehörigen des Landes erlaubt ist. Das bedeutet, dass jeder von Ausländern unterzeichnete Leihmutterschaftsvertrag ungültig und damit illegal wäre.

Zweitens ist es wichtig, nicht nur die Rechtsvorschriften des Bestimmungslandes, sondern auch die des Ursprungslandes, in diesem Fall Deutschland, zu berücksichtigen. Bei der Wahl eines Reiseziels ist zu berücksichtigen, wie die Kindschaft des Kindes zustande kommt und ob das deutsche Konsulat sie anerkennt, was von den Papieren abhängt, die uns im Herkunftsland ausgestellt werden, um Garantien dafür zu erhalten, dass es keine Probleme gibt.

Drittens und letztens, obwohl es in mehreren Ländern erlaubt ist, werden in der Regel nicht alle Familienmodelle akzeptiert. So gibt es zwar bei heterosexuellen Ehepaaren in der Regel keine Probleme, aber solange der Mann die genetische Last trägt, haben homosexuelle Paare und alleinstehende Männer tendenziell mehr Einschränkungen.

In welchem Land ist es am teuersten und günstigsten und warum?

durch Cristina Mestre (embriologin).

Das billigste ist immer noch Indien, aber das ist ein Ziel, auf das wir Deutsche nicht mehr zählen können. Russland und die Ukraine liegen mehr oder weniger in den gleichen Bereichen, d.h. zwischen 40.000 und 60.000 €.

Das teuerste Ziel sind zweifellos die USA, wo eine Leihmutterschaft in der Regel zwischen 100.000 und 120.000 Euro liegt. Der Unterschied ist leicht zu verstehen: Die Gesundheitsversorgung in den USA ist sehr teuer.

Die IVF in Deutschland liegt zwischen 3.000 und 5000 Euro, während sie in den USA zwischen 18.000 und 25.000 Euro kostet.

Im Falle von Russland oder der Ukraine sind die medizinischen Kosten günstiger. Daher können sie wettbewerbsfähigere Preise anbieten. Dennoch fragen Sie sich vielleicht, warum sich Menschen aus verschiedenen Gründen, einschließlich rechtlicher Garantien, immer noch an die USA wenden.

Die USA sind derzeit das einzige Land, das rechtliche Garantien gibt, die nicht nur die Vaterschaft ab dem Zeitpunkt der Geburt des Kindes zugunsten der Wunscheltern anerkennen, sondern auch durch ein Gerichtsurteil, das garantiert, dass dieses Baby auch in Deutschland als Kind seiner Eltern anerkannt wird, ohne dass die Leihmutter irgendwo erscheint

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Wenn Sie alle an einem Leihmutterschaftsprozess beteiligten Personen kennen lernen möchten, klicken Sie hier: Fachleute in der Leihmutterschaft: Agenturen, Kliniken und Anwälte.

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Literaturverzeichnis

Minister of Justice Canada. Assisted Human Reproduction Act. S.C. 2004, c. 2. Current to June 20, 2019 (Link)

Fragen die Nutzer stellten: 'Was sagt das kanadische Gesetz zur Leihmutterschaft?', 'Warum ist nicht jedes Land für Deutsche geeignet?' Und 'In welchem Land ist es am teuersten und günstigsten und warum?'.

Autor

 Andrea Rodrigo
Andrea Rodrigo
Embryologin
Abschluss in Biotechnologie von der Polytechnischen Universität Valencia (UPV) mit Master-Abschluss in Biotechnologie der assistierten menschlichen Reproduktion, unterrichtet von der Universität Valencia in Zusammenarbeit mit dem Valencianischen Institut für Unfruchtbarkeit (IVI). Postgraduierte Expertin für medizinische Genetik. Mehr über Andrea Rodrigo
Auf deutsch angepasst von:
 Romina Packan
Romina Packan
Babygest Staff
Chefredakteurin und Übersetzerin für die englische und deutsche Ausgabe von Babygest. Mehr über Romina Packan

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