Welche Risiken können bei einer In-Vitro-Fertilisation auftreten?

durch (embryologin), (embryologin) Und (babygest staff).
Aktualisiert am 03/10/2019

Die In-vitro-Fertilisation (IVF), eine komplexe Methode in der Reproduktionsmedizin, hat bereits vielen Personen ihren Kinderwunsch erfüllt.

Es gibt bereits große Fortschritte in der In-vitro-Fertilisation, aber es treten immer noch Risiken und Komplikationen auf bei Frauen, die sich einem IVF-Zyklus unterziehen.

Die möglichen Risiken, die sich aus der In-vitro-Fertilisation ergeben können, sind hauptsächlich mit der Stimulation der Eierstöcke und dem Transfer der Embryonen in die Gebärmutter der Frau verbunden.

Risiken die bei einer Follikelstimulation entstehen können

Die Follikelstimulation wird mithilfe von hormonellen Medikamenten durchgeführt, damit sich mehr Eier in den Eierstöcken einer Frau entwickeln.

Die wichtigsten Risiken, die mit dieser Phase in Zusammenhang stehen, sind folgende:

Ovarielles Hyperstimulationssyndrom (OHSS)

Dieses Syndrom kennzeichnet sich durch eine übermäßige Reaktion der Eierstöcke auf hormonelle Medikamente, die zur Stimulation der Eierstöcke verabreicht werden. Diese Follikelstimulation geht mit einem Wachstum der Eizellen und Wasseransammlungen im Bauchraum einher.

Diese ovarielle Hyperstimulation erfordert ärztliche Unterstützung und eine strenge Kontrolle, um schwerwiegende Folgen zu vermeiden.

Das OHSS kann Bauchschmerzen und Blähungen, Durchfall, Erbrechen, Unbehagen, etc. verursachen. Es dauert in der Regel etwa eine Woche; die Symptome sind auf eine Entzündung der Eierstöcke zurückzuführen. Es ist kann unter anderem passieren, dass das OHSS stärkere Symptome wie Gewichtszunahme oder Schweregefühle während der Atmung verursacht.

In schwerwiegenderen Fällen (die selten sind) kann es zu vermehrter Flüssigkeitsansammlung im Bauchraum und in der Lunge kommen. Diese führen zu einem größerem Eierstock sowie zur Dehydrierung, Kurzatmigkeit oder starken Bauchschmerzen.

Durch Ultraschall und/oder Blutanalysen wird derzeit die Follikelstimulation auf der Grundlage von Medikamenten, die Clomiphencitrat, FSH und LH enthalten, streng überwacht. Auf diese Weise ist es möglich, das ovarielle Hyperstimulationssyndrom vorherzusagen und somit die Behandlung aufzugeben, um sie zu vermeiden.

Eizellentnahme

Die Eizellentnahme erfolgt durch eine Follikelpunktion, die eine Vollnarkose der Patientinnen erfordert. Dieser einfache chirurgische Eingriff dauert etwa um die 20 Minuten.

Die größten Risiken in Zusammenhand mit dieser IVF-Phase ergeben sich aus dem Einsatz von Anästhesie, so dass die Patientinnen leichte Beschwerden, Schwindel, Druckverlust usw. verspüren können.

Außerdem können - wenn auch sehr selten - Probleme auftreten die durch die Follikelpunktion selbst entstehen. Dies liegt an der Punktion der Beckenorgane. Diese sorgt für starke Blutungen oder Infektionen, stellt jedoch nicht die Regel dar.

Bauchwassersucht (Aszites)

Bei der Bauchwassersucht wird Plasma (Blut) in der Bauchhöhle angesammelt. Diese tritt auf, wenn der Patientin hCG verabreicht wird. Einige Tage nach der Follikelpunktion bemerkt die Patientin wie sich der Bauch auszudehnen beginnt und Schmerzen in den Eierstöcken auftauchen.

Diese Störung verursacht Beschweren und drückt die Darmschlingen zusammen, was die Verdauung und/oder Atmung erschwert.

Bauchwassersucht ist jedoch eine seltene Komplikation. Sie tritt nur bei Frauen auf, die an OHSS leiden und dieses nicht kontrolliert wird.

Bei der Behandlung von Bauchwassersucht werden die Symptome gelindert und die Flüssigkeitszufuhr reduziert. Die Behandlung dauert normalerweise 8-10 Tage.

Schwangerschaftsrisiken

Weitere mögliche Risiken der IVF sind die mit der Schwangerschaft verbundenen Risiken. Sie sind hauptsächlich auf den Embryotransfer nach der Befruchtung im Labor und auf die Implantation in die Gebärmutterhöhle zurückzuführen.

Die häufigsten darunter sind:

Eileiterschwangerschaft
Der Embryo nistet sich daber außerhalb der Gebärmutter ein; in den Eileitern beispielsweise. Die Wahrscheinlichkeit bei der IVF liegt dabei bei 2-5%, im Gegensatz zu einer natürlichen Schwangerschaft, bei der es in 1% der Fälle zu einer Eileiterschwangerschaft kommt.
Mehrlingsschwangerschaft
dabei kommt es zu größeren Komplikationen und Risiken als bei einer Einlingsschwangerschaft. Daher ist es wichtig, sich der Risiken eines Transfers von mehreren Embryonen bewusst zu werden und dabei ein spezifisches Risiko-Nutzen-Verhältnis für jede Situation - den Merkmalen der Embryonen und der Gebärmutter der schwangeren Frau entsprechend - zu bewerten. In der Reproduktionsmedizin ist nämlich ein regelrechter Boom in Mehrlingsschwangerschaften zu verzeichnen. Diese Tatsache, kombiniert mit dem hohen Alter der IVF-Patientinnen, erhöht das Risiko sowohl für die werdende Mutter als auch für die Babys.
Spontanabort
tritt in 20% der Fälle auf. Es handelt sich in der Regel um einen biochemischen Abbruch. Sie tritt in der Regel in den ersten Schwangerschaftswochen auf. Das Risiko einer Fehlgeburt in einer IVF ist jedoch nicht höher als in einer natürlichen Schwangerschaft, nur dass bei der IVF mehr biochemische Fehlgeburten festgestellt werden als bei natürlichen Schwangerschaften. Biochemische Fehlgeburten in einer natürlichen Schwangerschaft bleiben in der Regel unbemerkt.
Frühgeburten
Babys, durch eine IVF-Behandlung geboren werden, kommen meistens zu früh zur Welt. Dies ist auf einen erhöhten Relaxinspiegel zurückzuführen, ein Hormon, das im Gelbkörper produziert wird.

Risiken bei Säuglingen, die durch eine IVF gezeugt wurden

Mehrere Studien deuten darauf hin, dass Säuglinge, die durch eine IVF geboren werden, in der Regel häufiger chromosomale Anomalien aufweisen als solche, die auf natürliche Weise gezeugt werden. Normalerweise stammt der hohe Anteil an Chromosomenanomalien bei diesen Säuglingen nicht von der IVF-Technik selbst, sondern von den verschiedenen Faktoren, die zur Sterilität führen.

Trotzdem gibt es nicht genügend Hinweise um ein erhöhtes Risiko für angeborene Fehlbildungen bei Säuglingen, die durch IVF-Prozesse geboren wurden, zu bestätigen. Darüber hinaus unterscheiden sich diese Babys in psychologischer, kognitiver und motorischer Hinsicht nicht von natürlich gezeugten Babys.

Weitere Komplikationen im Zusammenhang mit der IVF

Zusätzlich zu OHSS können Medikamente zur Förderung der Follikelreifung und zur Kontrolle des Eisprungs zu anderen Nebenwirkungen führen, wie z.B.:

  • Leichte Schmerzen und Prellungen an der Injektionsstelle der Medikamente.
  • Übelkeit und Erbrechen.
  • Schwellung.
  • Bauchschmerzen.
  • Empfindliche Brüste.
  • Verstärkter Scheidenausfluss.
  • Stimmungsschwankungen.
  • Müdigkeit.
  • Allergische Reaktion.

Abschließend weißen wir darauf hin, dass Kinderwunschbehandlungen ein physisches, finanzielles und emotionales Engagement seitens des Paares voraussetzen. Dies kann zu psychischem und emotionalem Stress führen, insbesondere wenn die IVF erfolglos ist. Ein unerfüllter Kinderwunsch kann bei Patienten zu Frust führen.

Fragen die Nutzer stellten

Ist die ICSI genauso riskant wie die klassische IVF?

durch Marta Barranquero Gómez (embryologin).

Ja, ICSI oder intrazytoplasmatische Spermieninjektion birgt die gleichen Risiken wie herkömmliche IVF. In beiden Fällen werden die gleichen Prozesse der Stimulation der Eierstöcke, der Punktion usw. durchgeführt.

Der wesentliche Unterschied besteht darin, dass bei der ICSI das zuvor ausgewählte Sperma mit Hilfe eines Mikroinjektors direkt in die Eizelle eingebracht wird. Im Gegensatz dazu besteht die konventionelle IVF darin, die Eizelle mit einer großen Menge an Spermien in Kontakt zu bringen.

Besteht bei der IVF ein erhöhtes Risiko für fetale Fehlbildungen?

durch Marta Barranquero Gómez (embryologin).

Es gibt mehrere Studien, die auf eine höhere Wahrscheinlichkeit von Chromosomenanomalien bei Föten nach assistierter Reproduktionsbehandlung hinweisen als bei natürlich gezeugten Föten. Es gibt jedoch keine Unterschiede in Bezug auf angeborene Fehlbildungen, d.h. anatomische Anomalien beim Fötus.

Ist die IVF bei Frauen im fortgeschrittenerem Alter riskanter?

durch Marta Barranquero Gómez (embryologin).

Ja, je älter die Patientin, desto höher die Risiken sowohl für die zukünftige Mutter als für den Fötus. Außerdem sinken die Aussichten auf eine Schwangerschaft.

Ist die IVF ethisch umstritten?

durch Marta Barranquero Gómez (embryologin).

Ja. Viele Menschen halten es für unethisch, Embryonen in einem Labor künstlich herzustellen. Darüber hinaus halten sie es nicht für angemessen, Embryonen schlechter Qualität abzulehnen und daher keine Chance haben, zu einer Schwangerschaft zu führen.

Trotz allem ist es eine legale Kinderwunschmethode und hat Tausenden von Menschen geholfen, ihren Kinderwunsch zu erfüllen.

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Fragen die Nutzer stellten: 'Ist die ICSI genauso riskant wie die klassische IVF?', 'Besteht bei der IVF ein erhöhtes Risiko für fetale Fehlbildungen?', 'Ist die IVF bei Frauen im fortgeschrittenerem Alter riskanter?' Und 'Ist die IVF ethisch umstritten?'.

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Autoren und Mitwirkende

 Andrea Rodrigo
Andrea Rodrigo
Embryologin
Abschluss in Biotechnologie von der Polytechnischen Universität Valencia (UPV) mit Master-Abschluss in Biotechnologie der assistierten menschlichen Reproduktion, unterrichtet von der Universität Valencia in Zusammenarbeit mit dem Valencianischen Institut für Unfruchtbarkeit (IVI). Postgraduierte Expertin für medizinische Genetik. Mehr über Andrea Rodrigo
 Marta Barranquero Gómez
Marta Barranquero Gómez
Embryologin
Abschluss in Biochemie und Biomedizinische Wissenschaften an der Universität Valencia (UV); spezialisiert auf Assistierte Reproduktion an der Universität Alcalá de Henares (UAH) in Zusammenarbeit mit Ginefiv und spezialisiert auf Klinische Genetik an der Universität Alcalá de Henares (UAH). Mehr über Marta Barranquero Gómez
Auf deutsch angepasst von:
 Romina P.
Romina P.
Babygest Staff
Chefredakteurin und Übersetzerin für die englische und deutsche Ausgabe von Babygest. Mehr über Romina P.

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