Studien zur Leihmutterschaft

durch (embryologin) Und (babygest staff).
Aktualisiert am 23/04/2019

Obwohl Leihmutterschaft seit den 80er Jahren im Einsatz ist, gibt es nur wenige Studien. Darüber hinaus sind viele dieser Studien aufgrund des geringen Stichprobenumfangs eingeschränkt.

Im Folgenden fassen wir einige der relevantesten Daten aus einer Überprüfung zusammen, die mehrere Studien beinhaltet, welche den Prozess der Leihmutterschaft und ihre psychologischen und medizinischen Auswirkungen für die Leihmutter und die Wunscheltern und das Baby analysieren. Im speziellen konzentrieren wir uns in diesem Artikel auf die Auswirkungen auf die Frau, die sich für das Austragen eines fremden Kindes entscheidet.

Empfehlungen an die Leihmutter

Die Leihmutter kann Mitglied der Familie der zukünftigen Eltern sein, wie z.B. die Schwester oder Mutter, oder – ganz im Gegenteil- eine anonyme Person.

Laut Empfehlungen der ESHRE (European Society of Human Reproduction and Embryology) und der ASRM (American Society of Reproductive Medicine) sollte die Leihmutter vorzugsweise zwischen 21 und 45 Jahre alt sein und mindestens ein eigenes Kind bekommen haben.

Darüber hinaus darf sie keine Frühgeburten gehabt haben und die Schwangerschaften müssen unkompliziert gewesen sein. Auf der anderen Seite sollte die Leihmutter nicht mehr als 5 natürliche Geburten oder mehr als 3 Geburten mit Kaiserschnitt durchgemacht haben.

Nach Angaben der FIGO (Federation of Gynecology and Obstetrics) sollten derzeit nur traditionelle oder vollständige Leihmutterschaft erlaubt sein und die Entscheidungen der Leihmutter jederzeit respektiert werden, insbesondere in Bezug auf die Schwangerschaft. Schließlich besteht die FIGO darauf, dass die kommerzielle Leihmutterschaft abgeschafft und nur die altruistische Form durchgeführt werden soll.

Schwangerschafts- und Geburtsraten in der Leihmutterschaft

Die in dieser Übersicht zusammengefassten Studien zeigen, dass die Schwangerschaftsrate pro übertragenem Embryo in einer kompletten Leihmutterschaft zwischen 19 und 33% liegt, von denen 29 bis 70% zur Geburt eines gesunden Babys führten.

Eine der Studien, die 333 Fälle in Kanada analysierte, zeigt, dass die Rate der Schwangerschaft, Abtreibung und Geburt basierend auf der Indikation für Leihmutterschaft nicht varriert.

Andererseits analysieren nur fünf der in der Überprüfung berücksichtigten Studien Schwangerschaftskomplikationen.

Bluthochdruckerkrankungen bei der Schwangerschaft wie die Präeklampsie wurden in 3,2% bis 10% der Fälle festgestellt. Eine Plazentalösung trat bei etwa 1,1% und 7,9% der einzelnen Leihmutterschaften auf. Solche Störungen wurden auch bei Zwillingsschwangerschaften festgestellt:

  • Bluthochdruckerkrankungen (2,9-7,4%)
  • Plazentalösung (1,1-3-7%)

Die Schlussfolgerung aus diesen Daten lautet, dass die Komplikationen bei der Plazenta genauso häufig auftreten wie bei der IVF. Was Bluthochdruckerkrankungen betrifft, treten sie in geringerem Maße auf (4,3-10%) als bei Eizellenspenden. (16-40).

Psychologische Folgen für die Leihmutter

Von den 16 Studien, die die Folgen und psychologischen Auswirkungen auf die Leihmutter analysierten, berichtete keine von ihnen über schwerwiegende psychologische Probleme.

Im Allgemeinen sind die Gründe, warum diese Frauen sich für eine Leihmutterschaft entscheiden, hauptsächlich uneigennützig, obwohl auch wirtschaftliche Gründe berücksichtigt wurden.

Die durchschnittliche postnatale Depression bei Leihmutterschaft liegt zwischen 0% und 20%.

Von den sechs Studien, die Probleme bei der Übergabe des Kindes behandelten, wurde bei einer in Großbritannien durchgeführten Studie mit 34 Leihmüttern festgestellt, dass 35% Probleme dabei hatten, das Kind nach der Geburt wegzugeben. Nach einem Jahr hatten nur noch 6% negative Gefühle im Zusammenhang mit dem Verzicht des von ihnen gezeugten Babys. Es sollte betont werden, dass die meisten Fälle in diesen Studien von traditioneller Leihmutterschaft handeln.

Beziehung zwischen der Leihmutter und den zukünftigen Eltern

Studien, die das Verhältnis zwischen werdenden Eltern und der Frau, die ihre Kinder geboren hat, untersuchen, zeigen, dass dieses Verhältnis sowohl während der Schwangerschaft als auch nach der Geburt im Allgemeinen harmonisch und ordentlich ist. Obwohl der Kontakt mit der Zeit abnimmt, bleibt die Qualität der Beziehung erhalten, zumindest für die nächsten 10 Jahre.

Die Aufrechterhaltung der Beziehung im Laufe der Jahre hängt davon ab, welche Art von Leihmutterschaft durchgeführt wird und ob das Kind weiß oder nicht, dass es durch diesen Fortpflanzungsprozess auf die Welt gekommen ist.

Eine weitere Studie analysiert die familiäre Beziehung der Leihmutter und ihre eigenen Kinder und kommt zu dem Schluss, dass die Kinder der Leihmutter im Alter zwischen 5 und 15 Jahren keine negativen Folgen durch die Entscheidung ihrer Mutter erfahren, einer anderen Familie zu helfen, indem sie ihr Baby austrägt.

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Literaturverzeichnis

Quellenangabe: “Surrogacy: outcome for surrogate mothers, children and the resulting families-a systematic review”. Human Reproduction Update, Vol.2, No.2pp.260-276,2016.

Autoren und Mitwirkende

 Andrea Rodrigo
Andrea Rodrigo
Embryologin
Abschluss in Biotechnologie von der Polytechnischen Universität Valencia (UPV) mit Master-Abschluss in Biotechnologie der assistierten menschlichen Reproduktion, unterrichtet von der Universität Valencia in Zusammenarbeit mit dem Valencianischen Institut für Unfruchtbarkeit (IVI). Postgraduierte Expertin für medizinische Genetik. Mehr über Andrea Rodrigo
Auf deutsch angepasst von:
 Romina Packan
Romina Packan
Babygest Staff
Chefredakteurin des Magazins Babygest auf Deutsch. Mehr über Romina Packan

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