Thrombophilie und Schwangerschaft: Ursache und Behandlung

durch (embryologin) Und (babygest staff).
Aktualisiert am 19/08/2019

Thrombophilie ist eine Blutgerinnungsstörung, die Thrombosen verursachen kann: Blutgerinnsel, die Blutgefäße bilden und blockieren.

Manchmal weiß eine Frau nur dann, dass sie eine Thrombophilie hat, wenn bei ihr gesundheitliche Probleme auftreten, die auf Veränderungen der Blutgerinnung hinweisen. Zum Beispiel wiederholte Fehlgeburten.

Thrombophilie ist eine der Hauptursachen für wiederholte unfreiwillige Schwangerschaftsabbrüche. Daher sind spezifische Studien erforderlich, um herauszufinden, ob die Kinderwunschpatientin an einer Thrombophilie leidet und um eine wirksame Behandlung anzuwenden, die eine Schwangerschaft ermöglicht.

Was ist Thrombophilie?

Thrombophilie ist eine Krankheit, die durch eine Veränderung der Gerinnungsmechanismen des Blutes verursacht wird, die für die Entwicklung thrombotischer Phänomene wie die Bildung von arteriellen oder venösen Gerinnseln veranwortlich ist.

In den meisten Fällen weist die Betroffene keine sichtbaren Symptome einer Thrombophilie auf. Das Thromboserisiko steigt jedoch bei Schwangeren aufgrund physiologischer Veränderungen der Hyperkoagulabilität, die während der Schwangerschaft auftreten.

Schwangere Frauen mit Thrombophilie, die sich keiner Behandlung unterziehen, haben ein erhöhtes Risiko, Gerinnsel zu entwickeln, die die Blutgefäße blockieren und es Sauerstoff und Nährstoffen erschweren, den Fötus zu erreichen, was wiederum das Leben des Fötus gefährdet.

Je nach Ursache der Thrombophilie kann man diese in zwei Gruppen aufteilen:

Erblich oder genetisch bedingte Thrombophilie

Erbliche Thrombophilien sind auf Mutationen in den Genen von Gerinnungsfaktoren oder auf den Mangel an physiologischen Antikoagulantien zurückzuführen, die die Thrombinbildung regulieren.

Als nächstes nennen wir die häufigsten genetischen Veränderungen, die diese Art der Thrombophilie verursachen:

  • Antithrombin-Mangel
  • Protein-C-Mangel
  • Protein-S-Mangel
  • G1691A-Mutation im Faktor V Leiden-Gen
  • G20210A-Mutation im Prothrombin-Gen
  • C677T homozygote Mutation im Gen für das Enzym Methylenetrahydrofolator-Reduktase (MTHFR)

Erworbene Thrombophilie

Erworbene Thrombophilien sind mit der Anwesenheit von Antikörpern verbunden, die gegen eine Komponente des Körpers selbst gerichtet sind (Autoantikörper). Daher gelten sie als Autoimmunerkrankungen.

Am häufigsten ist das Antiphospholipidsyndrom (APS), eine primäre Thrombophilie. Es handelt sich um eine systemische Autoimmunerkrankung, die durch eine Tendenz zu Hyperkoagulabilität und Entzündung gekennzeichnet ist und häufig mit geburtshilflichen Komplikationen verbunden ist.

Die APS ist tatsächlich für ca. 15% der wiederholten Fehlgeburten verantwortlich. Zu den wichtigsten Antiphospholipid-Antikörpern gehören der Lupus-Antikoagulant, Anti-Cardiolipin-Antikörper und Beta2-Glykoprotein1.

Auf der anderen Seite gibt es andere Arten von erworbenen oder sekundären Thrombophilien, die mit Ernährungsstörungen, Malabsorption oder Stoffwechselstörungen wie Zöliakie oder Insulinresistenz zusammenhängen.

Wie wird Thrombophilie erkannt?

Um eine Thrombophilie-Diagnose zu stellen, wird in der Regel ein Bluttest durchgeführt, um zunächst den Blutgerinnungswert zu überprüfen. Es ist auch notwendig, eine spezifischere Studie über Thrombophilien durchzuführen, die eine genetische und/oder koagulative Analyse der folgenden Faktoren beinhaltet:

  • Standard-Antikörper
  • Anti-Protein-Z-Antikörper
  • Anti-Anexin V-Antikörper
  • Faktor V Leiden
  • Faktor VIII
  • Faktor XIII
  • ABO Genotyp
  • Homocystein
  • Polymorphismus des Faktors XII C46T

Es ist sehr wahrscheinlich, dass nach und nach neue genetische Faktoren und Polymorphismen entdeckt werden, die die Blutgerinnung verändern können, so dass die verschiedenen Diagnosetests auf dem Markt ständig aktualisiert werden.

Im Allgemeinen wird eine Thrombophilie-Untersuchung in der Regel nicht durchgeführt, es sei denn, es gibt einen Hinweis darauf, wie z.B. Vorfälle von Thrombosen, familiare Vorgeschichten, wiederkehrende Fehlgeburten, etc.

Indikationen für eine Thrombophilie-Untersuchung

Im Zusammenhang mit Schwangerschaft und Fehlgeburten erwägen Experten, sich auf Thrombophilie untersuchen zu lassen, wenn die folgenden Situationen eintreten:

  • Zwei oder mehr Fehlgeburten vor der 10. Schwangerschaftswoche.
  • Eine oder mehr Fehlgeburten nach der 10. Schwangerschaftswoche.
  • Frühgeburt vor der 34. Schwangerschaftswoche.
  • Intrauteriner fetaler Tod.
  • Schwere oder frühe Präeklampsie.
  • Vorzeitige Ablösung der Plazenta (Abruptio placentae).

Beim Großteil der Personen mit Thrombophilie liegen keine Anzeichen oder Symptome vor, so dass es schwierig ist, eine Diagnose zu stellen, bevor ein thrombotisches Ereignis eintritt.

Behandlung während der Schwangerschaft

Nach der Diagnose der Thrombophilie ist es für den Gynäkologen wichtig, mit dem Hämatologen zusammenzuarbeiten, um eine geeignete Behandlung festzulegen, die eine Schwangerschaft ermöglicht.

Meistens werden Gerinnungshemmer wie Aspirin und Heparin vor und während der Schwangerschaft verschrieben.

Das am besten geeignete Medikament ist niedermolekulares Heparin. Dank ihrer Verabreichung hat sich die Prognose dieser Frauen erheblich verbessert; es wurde nicht nur das Risiko für Fehlgeburten reduziert, sondern auch Fälle von Einnistungsstörungen gelöst.

Dies ist auf Vorgänge zurückzuführen, in denen Heparin einwirkt:

  • Heparin hat eine gerinnungshemmende Wirkung und begünstigt eine ausreichende Durchblutung durch die Plazenta.
  • Es hat entzündungshemmende und immunmodulatorische Eigenschaften.
  • Es interagiert mit Adhäsionsmolekülen, die an der Implantation von Embryonen beteiligt sind.

Im Hinblick auf die Schwangerschaftsvorsorge sollte die Frau alle empfohlenen Ultraschalluntersuchungen durchführen lassen, um das Wachstum des Babys, die Menge an Fruchtwasser und die Funktion der Plazenta zu beurteilen.

Gelegentlich kann der Spezialist je nach den erzielten Ergebnissen eine Ruhepause anordnen. Darüberhinaus sollte die Frau auch Bluttests zur Beurteilung der Antikoagulanzfunktion durchführen lassen.

Assistierte Reproduktion

Thrombophilie kann während einer Kinderwunschbehandlung diagnostiziert werden. Da sie nicht schwanger werden, gehen Paare in eine Kinderwunschklinik, in der sie der Ursache der Empfängnisunfähigkeit auf den Grund gehen.

Thrombophilie-Untersuchungen werden in der Regel nach mehreren gescheiterten Zyklen in der In-vitro-Fertilisation(IVF) ohne andere offensichtliche Ursache durchgeführt.

Es ist wichtig, sich vor einer Eizellenspende auf Thrombophilien zu untersuchen- es sei denn, die Unfruchtbarkeitsursache ist eine niedrige Eizellenreserve. Werden Spendereier bei Frauen mit Thrombophilie verwendet, kommt es genauso zu Implantationsstörungen und wiederkehrenden Fehlgeburten.

Wenn sich herausstellt, dass die Frau an Thrombophilie leidet, sollte Aspirin und Heparin während der kontrollierten Follikelstimulation eingeplant werden.

Auf diese Weise kann ein hoher Prozentsatz der Frauen schwanger werden und ein gesundes Kind gebären.

Trotz allem haben einige Frauen auch mit Antikoagulanzien immer noch Fehlgeburten und sind nicht in der Lage, ein Baby zu gebären. An dieser Stelle könnte der einzige Weg, ein biologisches Kind zu bekommen, die Leihmutterschaft sein.

Fragen die Nutzer stellten

Warum steigt in der Schwangerschaft das Thromboserisiko?

durch Zaira Salvador (embryologin).

Weil der Körper einer Frau viele Veränderungen erfährt, einschließlich Veränderungen in der Blutzusammensetzung:

  • Erhöhung der Synthese von Gerinnungsfaktoren
  • Erhöhte Resistenz von aktiviertem Protein C
  • Abnahme von natürlichen Gerinnungshemmern wie Protein S
  • Mehr Venenstauung

All diese Faktoren führen zur Produktion von Blutgerinnseln, die eine Thrombose in den Gefäßen der Plazenta auslösen und die Entwicklung des Fötus stoppen können.

Welche Vorsichtsmaßnahmen sollten bei einer Schwangerschaft mit Thrombophilie getroffen werden?

durch Zaira Salvador (embryologin).

Zusätzlich zu allen pränatalen Untersuchungen, die routinemäßig in allen Schwangerschaften durchgeführt werden, müssen Frauen mit Thrombophilie ihre Heparinbehandlung zu unterschiedlichen Zeiten verfolgen. Dazu werden die folgenden Tests durchgeführt:

Doppler-Ultraschall
um zu überprüfen, ob die Durchblutung der Nabelarterie ausreichend ist und ob das Baby genügend Nährstoffe und Sauerstoff erhält. Es dient auch dazu, das Wachstum und die Entwicklung des Fötus zu beobachten.
Herzfrequenzüberwachung
überprüft die Herzfrequenz des Babys und deren Schwankungen während der Bewegung des Babys. Sie wird verwendet, um sicherzustellen, dass das Baby genügend Sauerstoff erhält.

Blutbild
um zu überprüfen, ob die Blutgerinnung im erwarteten therapeutischen Bereich liegt.

Gibt es irgendeine Ernährungsform um Thrombophilie zu heilen?

durch Zaira Salvador (embryologin).

Es gibt keine spezielle Ernährung, die Thrombophilie heilen kann. Einige Lebensmittel können jedoch helfen, das Immunsystem zu stärken und die kardiovaskuläre Gesundheit zu verbessern.

Z.B. ist Zitrone nützlich, um Giftstoffe zu beseitigen, Olivenöl reduziert den Gehalt an schlechtem Cholesterin oder LDL im Blut, Avocado hat mehrere positive Effekte, Knoblauch hat gerinnungshemmende Wirkung, Artischocke hilft, Thromben und Embolien zu verhindern, Sellerie ist reich an Antioxidantien und Phytoelementen, die den Blutdruck regulieren, Heidelbeersaft verbessert die Durchblutung, Rotwein reduziert die Möglichkeit von Herzinfarkt oder Thrombose, Karotten verhindern Herzinfarkte und gleichen den Cholesterinspiegel aus, und so weiter.

Für Sie empfohlen

Wenn Sie weitere Informationen über die Leihmutterschaft und ihre Indikationen benötigen, empfehlen wir Ihnen, den folgenden Artikel zu lesen: Was ist die Leihmutterschaft?

Neben der Thrombophilie gibt es noch andere Krankheiten, die eine Schwangerschaftsunfähigkeit verursachen. Hier finden Sie alle davon: Leihmutterschaft aufgrund von Krankheiten.

Wir legen viel Arbeit in die Redaktion der Artikel. Wenn Sie diesen Artikel teilen, helfen und motivieren Sie uns mit unserer Arbeit.

Literaturverzeichnis

Autor

 Zaira Salvador
Zaira Salvador
Embryologin
Abschluss in Biotechnologie an der polytechnischen Universität Valencia (UPV) und Spezialistin für assistierte Reproduktion mit Masterabschluss in Human Reproduction Biotechnology am Instituto Nacional de Infertilidad (IVI) und der Universität Valencia. Mehr über Zaira Salvador
Auf deutsch angepasst von:
 Romina P.
Romina P.
Babygest Staff
Chefredakteurin und Übersetzerin für die englische und deutsche Ausgabe von Babygest. Mehr über Romina P.

Alles über assistierte Reproduktion auf unseren Kanälen.