Verhältnis zur Leihmutter

durch (embryologin) Und (babygest staff).
Aktualisiert am 11/11/2016

In einer Leihmutterschaft sind zwei Parteien beteiligt: einerseits die Wunscheltern– das Pärchen das ein Kind haben will, und andererseits die Leihmutter, welche die Schwangerschaft übernimmt und das Kind für die Wunscheltern austrägt.

Sowohl die Wunscheltern als auch die Leihmutter selbst können frei wählen, welche Art von Beziehung sie vor, während und nach der Schwangerschaft haben wollen. Solange beide Parteien mit der Gesetzgebung des Landes, in dem die Behandlung stattfindet, vertraut sind und einhalten, gibt es keine dazu keine Vorschrift.

Welche Vorteile das persönliche Kennenlernen der Leihmutter hat

Die Leihmutter ist die Frau, die sich während den ersten neun Monaten um das Kind kümmert, und deshalb ist es vielen Wunscheltern wichtig, sie persönlich kennenzulernen.

Die Beziehung, die mit ihr aufgebaut wird, kann je nachdem, was beide Parteien entscheiden, mehr oder weniger persönlich sein. Es ist wichtig, dass zumindest ein persönliches Gespräch zwischen den Wunscheltern und der Leihmutter stattfindet. Die daraus resultierenden Vorteile:

  • Es wird sichergestellt, dass die Leihmutter die Entscheidung freiwillig getroffen hat, Ihr Kind auszutragen.
  • Empathie der Leihmutter: Wenn sich die Eltern und die Leihmutter kennen, kann diese den Hintergrund der Unfruchtbarkeit besser verstehen und empathievoll reagieren und handelt somit mehr aus Solidarität als aus finanziellen Gründen.
  • Schwangerschaftskontrolle: Der Kontakt zwischen der Leihmutter und den Eltern erleichtert es, die Entwicklung der Schwangerschaft direkt verfolgen zu können. Neue Technologien (Skype, WhatsApp, Facebook…) sind sehr hilfreich.
  • Betrugsfälle und Fehlverhalten rund um die Leihmutterschaft sowie Ausbeutung von Frauen werden verringert oder vermieden.
  • Der Leihmutter kann für ihre großartige Arbeit gedankt werden, mit der die zukünftigen Eltern ihren Traum verwirklichen können.
  • Dem Kind kann dessen Herkunft erklärt werden und ihm wird die Möglichkeit gegeben, die Frau persönlich kennenzulernen, die seinen Eltern zum Kinderwunsch verholfen hat.
  • Größere Transparenz in der Leihmutterschaft

Auf der anderen Seite gibt es Leihmutter, die behaupten, dass sie die Wunscheltern lieber nicht kennenlernen wollen, weil sie auf diese Weise eine emotionale Verstrickung reduzieren und es für sie einfacher ist, das Baby zu bekommen.

Was die Eltern betrifft, so gibt es zwar nur wenige, welche die Leihmutter nicht kennenlernen wollen, aber einige argumentieren, dass es für sie emotional einfacher ist, den Prozess auf der Grundlage der Auswahlkriterien der Agentur durchzuführen.

Gesetz zur Leihmutterschaft

Die Leihmutterschaft ist eine emotional und rechtlich komplizierte Technik, deren Gesetzgebung von Land zu Land sehr unterschiedlich ist. Was die Beziehung oder den Kontakt zwischen den Eltern und der Leihmutter betrifft, so legt jedes Gesetz seine eigenen Bedingungen fest, obwohl wir hauptsächlich zwei Arten von Ländern unterscheiden können:

  • Obligatorisches Gespräch mit der Leihmutter: In einigen Ländern ist es Pflicht, dass sich die Leihmutter und die zukünftigen Eltern des Babys nach einem ersten persönlichen Gespräch eine einvernehmliche Auswahl treffen.
  • Optionales Gespräch mit der Leihmutter: In anderen Ländern ist das Gespräch optional. Es wird sogar davon abgeraten um somit Wunscheltern vor möglichen Erpressungsversuchen der Leihmutter zu schützen.

Auf alle Fälle wissen wir, dass niemand besser als die lokalen Agenturen selbst die Realität und die Risiken ihres Landes kennen, aber vielleicht könnte ein von der Agentur selbst überwachtes Gespräch die Lösung sein.

Freundschaft mit der Leihmutter

Obwohl wir von Babygest empfehlen, die Leihmutter kennenzulernen und während des Prozesses Kontakt mit ihr zu haben, ist die Beziehung mehr oder weniger stark und langfristig ist etwas völlig freiwilliges, das zwischen beiden Parteien festgelegt werden muss.

Es gibt einige Wunscheltern und Leihmütter, die eine konstante Beziehung haben wollen. In der Tat gibt es viele Fälle, in denen Wunscheltern, Leihmutter und Kind eine dauerhafte Freundschaft zueinander haben, und manchmal wird sogar die Leihmutter als “Tante” oder “Patin” für das Baby angesehen.

Das Gefühl, das Kind verlassen zu haben, wird weniger wenn die Leihmutter die Familie kennt, die sich um das Baby kümmert und sich vergewissern kann, dass das Baby gut aufgehoben ist. Dadurch wird Unsicherheit oder Angst vermieden, nicht zu wissen, wer das Baby, das sie zur Welt gebracht haben, aufziehen wird.

Wenn man auf der anderen Seite die Beziehung zu den Wunscheltern aufrechterhält, kann die Leihmutter das Baby kennenlernen und aufwachsen sehen.

Es gibt jedoch Wunscheltern und Leihmütter, die eine solche enge Beziehung nicht wünschen und sich auf den notwendigen Kontakt beschränken, der für die Kontrolle der Schwangerschaft und die erfolgreiche Durchführung der Leihmutterschaft notwendig ist.

Auf jeden Fall ist es wichtig, dass sich beide Parteien einigen.

Schwule Eltern

Im Falle von schwulen Paaren, die Eltern sein wollen, ist die Leihmutterschaft die einzige reproduktive Alternative, die es ihnen ermöglicht, ein biologisches Kind zu bekommen. In ihrem Fall benötigen sie die Hilfe von zwei Frauen, um den Prozess durchzuführen: die Eizellspenderin und die Leihmutter.

In der Regel ist bei Regenbogenfamilien die Beziehung zur Leihmutter sehr persönlich. Nicht, weil das Kind keine Mutter hat, sondern weil es eine Möglichkeit für die Eltern ist, die Geburt ihres Kindes genau zu verfolgen und dem Kind auch genauer erklären zu können, wie es auf die Welt gekommen ist.

Eines Tages wird das Kind nach seiner Geburt fragen. Beim Kind werden später andere Fragen auftauchen als bei Kindern die Vater und Mutter haben, da keine der beiden Väter das Kind austragen konnte.

Daher wird es den Eltern helfen, ihrem Kind seine Herkunft zu erklären wenn dieses später danach fragt, wenn sie die Leihmutter kennen und mit ihr befreundet sind.

Die Leihmutterschaft ist für schwule Eltern nur in den Vereinigten Staaten und Kanada erlaubt, zwei Destinationen, in denen es notwendig ist, die Leihmutter kennenzulernen. In beiden Ländern ist es so gut wie sicher, dass der Kontakt über den Leihmutterschaftsprozess hinausgeht und sich zu einer echten Freundschaft entwickelt.

Fragen die Nutzer stellten

Stimmt es, dass in Kanada die Beziehung zwischen der Leihmutter und den Eltern des Babys sehr stark ist?

durch Andrea Rodrigo (embryologin).

Ja, in Kanada ist nur uneigennützige Leihmutterschaft erlaubt, und deshalb ist die wichtigste Motivation der Leihmütter die Solidarität und der Wunsch, anderen zu helfen. Aus diesem Grund ist es üblich, dass eine starke Freundschaft zwischen beiden Parteien aufgebaut wird, da die Leihmütter viel Zuwendung und Engagement von den Wunscheltern benötigen und die Wunscheltern für ihre Hilfe äußerst dankbar sind.

Wie wird die Schwangerschaft kontrolliert in Ländern, in denen sich die Leihmutter und die Eltern nicht kennen?

durch Andrea Rodrigo (embryologin).

Wenn sich die Leihmutter und die zukünftigen Eltern nicht kennen oder, selbst wenn sie sich in einem ersten persönlichen Gespräch treffen, später keinen Kontakt haben, ist es die Agentur, die als Vermittler zwischen beiden Parteien fungiert. Daher wird die Leihmutter die Agentur über die durchgeführten Kontrollen und die Entwicklung der Schwangerschaft informieren und die Agentur wird die Informationen an die zukünftigen Eltern weitergeben.

Lernt die Leihmutter in Amerika die Eltern immer kennen?

durch Andrea Rodrigo (embryologin).

In den Vereinigten Staaten ist die Wahl der Leihmutter gegenseitig, das heißt, um den Prozess zu beginnen, müssen die Eltern die Leihmutter wählen und diese muss mit der Wahl einverstanden sein. Es handelt sich um eine gegenseitige Auswahl.

Kann ich während der Schwangerschaft Kontakt mit der Leihmutter haben?

durch Andrea Rodrigo (embryologin).

Dies hängt von der Entscheidung beider Parteien ab. Wie wir im Text erwähnt haben, gibt es welche, die eine persönliche Beziehung haben wollen und welche die lieber über die Agentur oder Klinik Kontakt haben wollen.

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Literaturverzeichnis

Autoren und Mitwirkende

 Andrea Rodrigo
Andrea Rodrigo
Embryologin
Abschluss in Biotechnologie von der Polytechnischen Universität Valencia (UPV) mit Master-Abschluss in Biotechnologie der assistierten menschlichen Reproduktion, unterrichtet von der Universität Valencia in Zusammenarbeit mit dem Valencianischen Institut für Unfruchtbarkeit (IVI). Postgraduierte Expertin für medizinische Genetik. Mehr über Andrea Rodrigo
Auf deutsch angepasst von:
 Romina Packan
Romina Packan
Babygest Staff
Chefredakteurin des Magazins Babygest auf Deutsch. Mehr über Romina Packan

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