Wiederholtes Scheitern der IVF: Ursachen und Lösungen um Eltern zu werden

durch (embryologin) Und (babygest staff).
Aktualisiert am 30/04/2019

Ein negativer Schwangerschaftstest nach mehreren Embryotransfers und unterschiedlichen In-vitro-Fertilisationszyklen (IVF) kann bei Paaren oder Frauen, die seit einiger Zeit versuchen, schwanger zu werden, zu großer Frustration führen.

Wenn die Behandlungen der assistierten Reproduktion nach mehreren fehlgeschlagenen Versuchen nicht das erwartete Ergebnis bringen, sind die Fortpflanzungsmöglichkeiten beendet und der erfüllte Kinderwunsch verzögert sich immer mehr. Diese Situation ist oft der Grund, warum diese Patienten die Leihmutterschaft als die letzte Möglichkeit betrachten, Eltern zu werden.

Unfruchtbarkeit und assistierte Reproduktion

Wenn ein Paar plant, Kinder zu bekommen, versucht es zunächst, Kinder auf natürliche Weise zu bekommen. Wenn es nach einem Jahr ungeschützten Geschlechtsverkehrs nicht gelingt, wird empfohlen, in eine Klinik für assistierte Reproduktion zu gehen.

Für jeden Patienten gibt es verschiedene Fertilitätsbehandlungen, die davon abhängen, warum sich keine Schwangerschaft einstellt:

  • Intrauterine Insemination (Künstliche Befruchtung)
  • IVF oder ICSI

Zusätzlich zu diesen Standardverfahren gibt es weitere ergänzende Techniken, um die Erfolgsrate zu verbessern und die gewünschte Schwangerschaft zu erreichen. Eizellspende, Samenspende oder genetische Präimplantationsdiagnostik(PID) sind nur einige dieser Methoden.

Wenn sich auch danach keine Schwangerschaft einstellt, kann die Leihmutterschaft die letzte Lösung sein, die es zukünftigen Eltern doch noch ermöglicht, ihren Kinderwunsch zu erfüllen.

Gründe warum IVF-Behandlungen scheitern

Manchmal ist es nicht möglich, genau zu wissen, warum sich bei einer Frau nach mehreren Fruchtbarkeitsbehandlungen keine Schwangerschaft einstellt. Die Häufung von Misserfolgen, insbesondere bei der IVF, belastet die Patienten körperlich und emotional.

Die Anzahl der Versuche, die für jede Behandlung unternommen werden sollten, ist nicht festgelegt, da sie von der persönlichen, medizinischen und wirtschaftlichen Situation jeder Frau oder jedes Paares abhängt.

Wiederholtes Versagen nach mehreren IVF-Zyklen ist einer der Gründe, warum ein Paar eine Leihmutterschaft in Betracht zieht.

Die Hauptursachen für das Scheitern der IVF-Behandlung sind Fertilisations- und Implantationsstörungen.

Es ist auch möglich, dass eine Frau nach einer IVF schwanger wird, aber dies kann zu einer Schwangerschaft führen die sich nicht weiterentwickelt. Wenn dies häufig der Fall ist, wird davon ausgegangen, dass die Frau wiederholte Fehlgeburten hat. Im Folgenden wird erklärt, was die Gründe sind weshalb eine IVF scheitert:

Scheitern der Befruchtung

Wenn die Vereinigung der Eizelle einer Frau mit dem Sperma eines Mannes nicht zu einem lebensfähigen Embryo führt, tritt ein Versagen der Befruchtung ein.

Normalerweise tritt nach Erhalt einer ausreichenden Anzahl von Eizellen bei der Follikelpunktion einer IVF kein vollständiges Befruchtungsversagen auf. Mit anderen Worten, es wird fast immer einen Embryo geben, der übertragen werden kann. Es kann jedoch vorkommen, dass nach der Befruchtung keine Embryonen vorhanden sind, so dass der IVF-Zyklus abgebrochen werden muss.

Die Ursachen, die eine Befruchtung des Embryos nicht zulassen, sind die morphologischen und/oder genetischen Veränderungen der Gameten: Eizellen und Spermien. Daher ist der erste Ansatz für diese Situation, auf eine IVF mit Ovodonation oder Spendersamen zurückzugreifen.

Wenn es keine andere Ursache für Unfruchtbarkeit bei der Frau gibt, die die Schwangerschaft verhindert, steigt die Erfolgsrate der Behandlungen mit den Spenderzellen erheblich an.

Einnistungsfehler

Ein Einnistungsfehler kommt häufiger vor als gescheiterte Befruchtungen. Er liegt vor, wenn nach der richtigen Entwicklung der Embryonen und deren Übertragung in die Gebärmutter sich kein Embryo einnistet und zu einem negativen Schwangerschaftstest führt.

In diesem Fall hat die Befruchtung stattgefunden, aber die endometriale Empfänglichkeit oder die Verbindung zwischen Embryo und Gebärmutterschleimhaut scheitert.

Die Ursachen für eine gescheiterte Einnistung können wie im vorherigen Fall genetische Veränderungen des Embryos sein, aber auch Gebärmutterfehlbildungen oder endometriale Veränderungen haben einen großen Einfluss.

Myome, Polypen, Infektionen, Endometriose, angeborene Fehlbildungen, etc. sind einige Beispiele bei Problemen in der Gebärmutter.

Andererseits können auch einige Erkankungen der Blutgefäße oder des Immunsystem bei der Mutter die Implantation verhindern.

Mehrfache Fehlgeburt

Schließlich gibt es trotzdem Paare, die schwanger werden; entweder durch IVF oder sogar auf natürliche Weise. Allerdings tritt eine spontane Fehlgeburt nach Tagen, Wochen oder Monaten ein.

Wenn der Schwangerschaftsverlust häufiger als 2-3 mal vorkommt, wird bei der Frau eine mehrfache Fehlgeburt diagnostiziert.

Bei Wunscheltern macht sich Hoffnungslosigkeit breit und stellt eine belastende Situation dar, denn nach der Freude über den positiven Beta-hCG-Test, der die Schwangerschaft bestätigt, kommt die Traurigkeit und Trostlosigkeit der Abtreibung.

Obwohl es in den meisten Fällen nicht möglich ist, die eigentliche Ursache, warum die Schwangerschaft mit einer Fehlgeburt endet, zu klären, ist sie in der Regel mit folgenden Ursachen verbunden:

  • Genetische Faktoren im Sperma, in der Eizelle und/oder im Embryo
  • Veränderungen im Immunsystem
  • Blutgerinnungsstörungen
  • Störungen im Uterus
  • Infektionen
  • Hormonelle Störungen

Leihmutterschaft

Die Leihmutterschaft besteht darin, die Embryonen der Wunscheltern in die Gebärmutter einer gesunden Frau zu übertragen, damit eine Schwangerschaft stattfindet.

Die Leihmutter hat keine genetische Verbindung mit dem Embryo, der sich in ihrer Gebärmutter entwickelt. Nach der Geburt übergibt sie das Baby an die Wunscheltern die einen entsprechenden Vaterschaftsprozess durchführen, der von Land zu Land unterschiedlich gehandhabt wird.

Momentan ist die Leihmutterschaft in Deutschland eine illegale Praxis. Aus diesem Grund müssen diejenigen, die Leihmutterschaft benötigen, in Ländern, die diese erlauben, reisen wie zum Beispiel die USA oder die Ukraine.

Fragen die Nutzer stellten

Wieviele IVF-Behandlungen sind nötig, um schwanger zu werden?

durch Zaira Salvador (embryologin).

Es ist schwierig, die genaue Anzahl der IVF-Versuche vorherzusagen, die ein Paar machen sollte, bevor es eine Leihmutterschaft in Betracht zieht, da sie sehr stark von den Eigenschaften jedes Patienten abhängt.

Einige Studien besagen, dass eine Frau vor Erreichen des dritten oder vierten IVF-Zyklus schwanger hätte werden sollen. Dies hängt von der Anzahl der bei jeder Stimulation der Eierstöcke entnommenen Eizellen ab. Es wird jedoch davon ausgegangen, dass nach 4 gescheiterten IVF-Zyklen die Erfolgsaussichten für eine nachfolgende IVF nicht mehr steigen werden.

Kann ich eine Leihmutterschaft mit meinen eigenen Eizellen durchgeführen lassen?

durch Zaira Salvador (embryologin).

Ja, solange eine gute Eizellenreserve vorliegt und die Eizellenqualität es ermöglicht, einnistungsfähige Embryonen zu erhalten. Ist das nicht der Fall, wird empfohlen, die Eizellen der Leihmutter zu verwenden.

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Literaturverzeichnis

Autoren und Mitwirkende

 Zaira Salvador
Zaira Salvador
Embryologin
Abschluss in Biotechnologie an der polytechnischen Universität Valencia (UPV) und Spezialistin für assistierte Reproduktion mit Masterabschluss in Human Reproduction Biotechnology am Instituto Nacional de Infertilidad (IVI) und der Universität Valencia. Mehr über Zaira Salvador
Auf deutsch angepasst von:
 Romina Packan
Romina Packan
Babygest Staff
Chefredakteurin des Magazins Babygest auf Deutsch. Mehr über Romina Packan

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