Wiederholtes Scheitern der IVF: Ursachen und Lösungen

durch (embryologin), (embryologin) Und (babygest staff).
Aktualisiert am 11/01/2021

Ein negativer Schwangerschaftstest nach mehreren Embryotransfers und verschiedenen Zyklen der In-vitro-Fertilisation (IVF) kann bei Paaren oder Frauen die seit einiger Zeit versuchen schwanger zu werden zu großer Frustration führen.

Wenn die Kinderwunschbehandlungen nach mehreren fehlgeschlagenen Versuchen nicht das erwartete Ergebnis bringen, sind die Fortpflanzungsmöglichkeiten ausgeschöpft und ein erfüllte Kinderwunsch verschiebt sich immer mehr nach hinten.

Meistens sehen Patienten in solchen Situationen die Leihmutterschaft als letzte Möglichkeit an, Eltern zu werden.

Unfruchtbarkeit und assistierte Reproduktion

Bei Kinderwunsch versucht ein Paar diese zunächst auf natürliche Weise zu bekommen. Stellt sich nach einem Jahr ungeschütztem Geschlechtsverkehr immer noch keine Schwangerschaft ein, wird empfohlen eine Kinderwunschklinik aufzusuchen.

Je nachdem warum eine Patientin keine Kinder bekommen kann gibt es verschiedene Fruchtbarkeitsbehandlungen:

Zusätzlich zu diesen Standardverfahren gibt es weitere ergänzende Techniken, um die Erfolgsrate zu verbessern und die gewünschte Schwangerschaft zu erreichen. Eizellspende, Samenspende oder Präimplantationsdiagnostik(PID) sind nur einige dieser Methoden.

Wenn sich auch danach keine Schwangerschaft einstellt, kann die Leihmutterschaft die letzte Lösung sein, die es zukünftigen Eltern doch noch ermöglicht, ihren Kinderwunsch zu erfüllen. Diese Reproduktionsmethode ist in Deutschland jedoch verboten, weshalb Wunscheltern in ein Land fliegen müssen deren Gesetzgebung diese Behandlung je nach Familienmodell zulässt.

Gründe warum IVF-Behandlungen scheitern

Manchmal weiß man nicht genau warum sich bei einer Frau nach mehreren Kinderwunschbehandlungen keine Schwangerschaft einstellt. Kommt es zu aufeinanderfolgenen Fehlgeschlägen, vor allem bei einer IVF, wird sowohl die Psyche und als auch der Körper der Patientin enorm strapaziert.

Die Anzahl der Versuche, die für jede Behandlung unternommen werden sollten, ist nicht festgelegt, da sie von der persönlichen, medizinischen und wirtschaftlichen Situation jeder Frau oder jedes Paares abhängt.

Gewöhnlich werden bei einer IUI bis zu 4 Versuche unternommen, da es sich um eine kummulative Erfolgsrate handelt. Wenn nach 4 IUI-Zyklen noch keine Schwangerschaft erreicht wurde, wird zu einer IVF gewechselt. In diesem Fall empfiehlt der Großteil der Fachärzte maximal 3-4 IVF-Zyklen durchzuführen.

Es sollte betont werden, dass jeder IVF-Versuch eine Stimulationsbehandlung beinhaltet. Werden demnach mehrere Embryos in einem Zyklus gewonnen, gelten aufeinanderfolgende Embryotransfers nicht als neue IVF-Zyklen.

Wiederholt negative IVF-Zyklen sind einer der Gründe, warum ein Paar eine Leihmutterschaft in Betracht zieht.

Die Hauptgründe für das Scheitern einer IVF-Behandlung sind Befruchtungs- und Einnistungsstörungen. Dieses kann durch das Alter der Frau, die Embryoqualität, Eizellreserve, usw. verursacht werden.

Es kann aber auch passieren, dass eine Frau nach einem IVF-Zyklus schwanger wird, sich diese Schwangerschaft jedoch nicht weiterentwickelt. Passiert dies regelmäßig, geht man von einer wiederholten Fehlgeburt aus.

Im folgenden Absatz gehen wir auf jeden einzelnen Grund näher ein, weswegen es zu einer gescheiterten IVF kommt.

Befruchtungsfehler

Wenn die Vereinigung der Eizelle einer Frau mit dem Sperma eines Mannes nicht zu einem lebensfähigen Embryo führt, spricht man von einem Befruchtungsfehler.

Normalerweise tritt nach Erhalt einer ausreichenden Anzahl von Eizellen bei der Punktion in einer IVF kein vollständiges Befruchtungsversagen auf. Mit anderen Worten, es wird fast immer einen Embryo geben, der übertragen werden kann. Es kann jedoch vorkommen, dass nach der Befruchtung keine Embryonen vorhanden sind, so dass der IVF-Zyklus abgebrochen werden muss.

Die Ursachen, die eine Befruchtung des Embryos nicht zulassen, sind morphologische und/oder genetischen Störungen der Keimzellen: Eizellen und Spermien. Daher ist, je nach Fall, der erste Ansatz für diese Situation auf eine IVF mit Eizell- oder Samenspenden zurückzugreifen.

Wenn keine andere Ursache für die Unfruchtbarkeit der Frau vorliegt, steigt die Erfolgsrate von Behandlungen mit gespendeten Keimzellen erheblich an.

Einnistungsfehler

Ein Einnistungsfehler kommt häufiger vor als Befruchtungsfehler. Man spricht von einem Einnistungsfehler, wenn sich nach der richtigen Entwicklung der Embryonen und deren Übertragung in die Gebärmutter kein Embryo einnistet und es somit zu einem negativen Schwangerschaftstest kommt.

In diesem Fall hat zwar eine Befruchtung stattgefunden, aber die Gebärmutterschleimhaut war entweder nicht empfänglich genug oder die Kommunikation zwischen Embryo und Gebärmutterschleimhaut ist gescheitert.

Die Ursachen für eine gescheiterte Einnistung können wie im vorherigen Fall Gendefekte im Embryo sein, aber auch Gebärmutterfehlbildungen oder Störungen in der Gebärmutterschleimhaut üben einen großen Einfluss aus.

Myome, Polypen, Infektionen, Endometriose, angeborene Fehlbildungen, etc. sind einige Beispiele bei Problemen in der Gebärmutter. Für mehr Infos zum Thema können Sie hier weiterlesen: Fehlbildungen der Gebärmutter: Kann ich trotzdem schwanger werden?

Andererseits kann ein Einnistungsversagen auch auf systemische Ursachen zurückzuführen sein, d.h. auf Veränderungen in der Funktion der Systeme, die nichts mit den Fortpflanzungssystemen zu tun haben. Dazu gehören einige Thrombophilie-Erkrankungen und Störungen des Immunsystems der Mutter, da diese den Embryo abstoßen können.

Wenn Sie mehr zum Einnistungsversagen und dessen möglichen Behandlungen lesen wollen, empfehlen wir diesen Post: Einnistungsstörung des Embryos: Ursachen und Behandlung

Wiederholte Fehlgeburt

Schließlich gibt es trotzdem Paare, die schwanger werden; entweder durch IVF oder sogar auf natürliche Weise. Allerdings tritt eine spontane Fehlgeburt nach Tagen, Wochen oder Monaten ein.

Wenn der Schwangerschaftsverlust häufiger als 2-3 mal vorkommt, wird bei der Frau eine wiederholte Fehlgeburt oder ein habitueller Abort diagnostiziert.

Dieser Moment stellt für die Wunscheltern eine extrem belastende Situation dar. Nach der Freude über den positiven Schwangerschaftstest sorgt die Fehlgeburt für Verzweiflung und Trostlosigkeit.

Obwohl es in den meisten Fällen nicht möglich ist den eigentlichen Grund eines Schwangerschaftsabbruchs zu klären, ist sie in der Regel mit folgenden Ursachen verbunden:

  • Genetische Faktoren im Sperma, in der Eizelle und/oder im Embryo
  • Störungen im Immunsystem
  • Blutgerinnungsstörungen
  • Störungen im Uterus
  • Infektionen
  • Hormonelle Störungen

Mehr zur wiederholten Fehlgeburt und deren Ursachen erfahren Sie hier: Was sind wiederholte Fehlgeburte?

Leihmutterschaft

Die Leihmutterschaft besteht darin, die Embryonen der Wunscheltern in die Gebärmutter einer gesunden Frau zu übertragen damit eine Schwangerschaft stattfindet.

Die Leihmutter hat keine genetische Verbindung mit dem sich in der Gebärmutter entwickelnden Embryo. Nach der Geburt übergibt sie das Baby an die Wunscheltern die einen entsprechenden Vaterschaftsprozess durchführen, der jedoch von Land zu Land unterschiedlich gehandhabt wird.

Momentan ist die Leihmutterschaft in Deutschland eine illegale Praxis. Aus diesem Grund müssen Wunscheltern die eine Leihmutterschaft benötigen, ins Ausland reisen. Mögliche Länder sind Beispielsweise Griechenland, Russland, die Ukraine oder USA. Abgesehen von der Rechtslage muss auch das Familienmodell berücksichtigt werden, da nicht jedes akzeptiert wird.

Die Leihmutterschaft ist die komplexeste Methode in der assistierten Reproduktion. Deshalb ist es wichtig, dass Sie sich in erfahrene Hände begeben. Wenn Ihnen keine vertrauenswürdige Unternehmen bekannt sind, zeigt Ihnen dieses Tool welche Länder für Ihr Familienmodell infrage kommen und stellt Ihnen einen personalisierten Bericht zur Verfügung sowie einen Kostenvoranschlag zur Orientierung.

Unser Expertenteam wird Ihren Fall eingehend studieren und empfiehlt Ihnen die für Ihre Situation passenden Unternehmen, die unseren strengen Qualitätskriterien entsprechen. Mehr als 10 Jahre Erfahrung zeichnen uns aus.

Fragen die Nutzer stellten

Wieviele IVF-Behandlungen sind nötig, um schwanger zu werden?

durch Zaira Salvador (embryologin).

Es ist schwierig, die genaue Anzahl der IVF-Versuche vorherzusagen, die ein Paar machen sollte, bevor es eine Leihmutterschaft in Betracht zieht, da sie sehr stark von den Eigenschaften jedes Patienten abhängt.

Einige Studien besagen, dass eine Frau vor Erreichen des dritten oder vierten IVF-Zyklus schwanger hätte werden sollen. Dies hängt von der Anzahl der bei jeder Stimulation der Eierstöcke entnommenen Eizellen ab. Es wird jedoch davon ausgegangen, dass nach 4 gescheiterten IVF-Zyklen die Erfolgsaussichten für eine nachfolgende IVF nicht mehr steigen werden.

Kann ich eine Leihmutterschaft mit meinen eigenen Eizellen durchgeführen lassen?

durch Zaira Salvador (embryologin).

Ja, solange eine gute Eizellenreserve vorliegt und die Eizellenqualität es ermöglicht, einnistungsfähige Embryonen zu erhalten. Ist das nicht der Fall, wird empfohlen, die Eizellen der Leihmutter zu verwenden.

Ab wann spricht man von wiederholtem Einnistungsversagen?

durch Marta Barranquero Gómez (embryologin).

Die meisten Fruchtbarkeitsspezialisten sprechen von einem wiederholten Einnistungsversagen, wenn nach dem Transfer von mindestens 3 Embryos guter Qualität keine Schwangerschaft erreicht wird. Allerdings gibt es zur Zeit keine genauen Kriterien für diesen Begriff.

Es handelt sich um einen Zustand, der bei Versagen einer aufeinanderfolgenden Anzahl von IVF-Zyklen zugeschrieben wird.

Welche Möglichkeiten habe ich nach einer negativen IVF?

durch Marta Barranquero Gómez (embryologin).

Wenn eine Patientin nach einer künstlichen Befruchtung ein negatives Ergebnis ihres Schwangerschaftstests erhält, ist es ratsam, sich einer personalisierten Untersuchung zu unterziehen, um die Ursache des Misserfolgs zu ermitteln und die Erfolgswahrscheinlichkeit beim nächsten IVF-Versuch zu verbessern.

Nach einem Fehlschlag in einem IVF-Zyklus muss man nicht lange warten, um es erneut zu versuchen. Ein neuer Zyklus kann begonnen werden, sobald die Periode der Frau ausgeblieben ist, sofern der Arzt nicht aus irgendeinem Grund etwas anderes anordnet.

Für Sie empfohlen

Folgenden Artikel haben wir für Deutsche bereitgestellt, die sich für eine Leihmutterschaft im Ausland interessieren: Leihmutterschaft weltweit

Wir legen viel Arbeit in die Redaktion der Artikel. Wenn Sie diesen Artikel teilen, helfen und motivieren Sie uns mit unserer Arbeit.

Literaturverzeichnis

Autoren und Mitwirkende

 Marta Barranquero Gómez
Marta Barranquero Gómez
Embryologin
Abschluss in Biochemie und Biomedizinische Wissenschaften an der Universität Valencia (UV); spezialisiert auf Assistierte Reproduktion an der Universität Alcalá de Henares (UAH) in Zusammenarbeit mit Ginefiv und spezialisiert auf Klinische Genetik an der Universität Alcalá de Henares (UAH). Mehr über Marta Barranquero Gómez
 Zaira Salvador
Zaira Salvador
Embryologin
Abschluss in Biotechnologie an der polytechnischen Universität Valencia (UPV) und Spezialistin für assistierte Reproduktion mit Masterabschluss in Human Reproduction Biotechnology am Instituto Nacional de Infertilidad (IVI) und der Universität Valencia. Mehr über Zaira Salvador
Auf deutsch angepasst von:
 Romina Packan
Romina Packan
Babygest Staff
Chefredakteurin und Übersetzerin für die englische und deutsche Ausgabe von Babygest. Mehr über Romina Packan

Alles über assistierte Reproduktion auf unseren Kanälen.