Verhältnis zur Leihmutter

durch Babygest Staff
Aktualisiert am 11/04/2019

In einer Leihmutterschaft sind zwei Parteien beteiligt: einerseits die Wunscheltern- das Pärchen das ein Kind haben will, und andererseits die Leihmutter, welche die Schwangerschaft übernimmt und das Kind für die Wunscheltern austrägt.

Sowohl die Wunscheltern als auch die Leihmutter selbst können frei wählen, welche Art von Beziehung sie vor, während und nach der Schwangerschaft haben wollen. Solange beide Parteien mit der Gesetzgebung des Landes, in dem die Behandlung stattfindet, vertraut sind und einhalten, gibt es keine dazu keine Vorschrift.

Welche Vorteile das persönliche Kennenlernen der Leihmutter hat

Die Leihmutter ist die Frau, die sich während den ersten neun Monaten um das Kind kümmert, und deshalb ist es vielen Wunscheltern wichtig, sie persönlich kennenzulernen.

Die Beziehung, die mit ihr aufgebaut wird, kann je nachdem, was beide Parteien entscheiden, mehr oder weniger persönlich sein. Es ist wichtig, dass zumindest ein persönliches Gespräch zwischen den Wunscheltern und der Leihmutter stattfindet. Die daraus resultierenden Vorteile:

  • Es wird sichergestellt, dass die Leihmutter die Entscheidung freiwillig getroffen hat Ihr Kind auszutragen.
  • Empathie der Leihmutter: Wenn sich die Eltern und die Leihmutter kennen, kann diese den Hintergrund der Unfruchtbarkeit besser verstehen und empathischer reagieren und handelt somit mehr aus Solidarität als aus finanziellen Gründen.
  • Schwangerschaftskontrolle: Der Kontakt zwischen der Leihmutter und den Eltern erleichtert es, die Entwicklung der Schwangerschaft direkt verfolgen zu können. Neue Technologien (Skype, WhatsApp, Facebook...) sind sehr hilfreich.
  • Betrugsfälle und Fehlverhalten rund um die Leihmutterschaft sowie Ausbeutung von Frauen werden verringert oder vermieden.
  • Der Leihmutter kann für ihre großartige Arbeit gedankt werden, mit der die zukünftigen Eltern ihren Traum verwirklichen können.
  • Das Kind hat die Möglichkeit, etwas über seine Herkunft zu erfahren. Es kann sogar die Frau persönlich kennenlernen, die seinen Eltern mit ihrem Kinderwunsch geholfen hat.
  • Größere Transparenz in der Leihmutterschaft

Auf der anderen Seite gibt es Leihmutter, die behaupten, dass sie die Wunscheltern lieber nicht kennenlernen wollen, weil sie auf diese Weise eine emotionale Verstrickung reduzieren und es für sie einfacher ist, das Baby zu bekommen.

Was die Eltern betrifft, so gibt es zwar nur wenige, welche die Leihmutter nicht kennenlernen wollen, aber einige argumentieren, dass es für sie emotional einfacher ist, den Prozess auf der Grundlage der Auswahlkriterien der Agentur durchzuführen.

Gesetz zur Leihmutterschaft

Die Leihmutterschaft ist eine emotional und rechtlich komplizierte Technik, deren Gesetzgebung von Land zu Land sehr unterschiedlich ist. Was die Beziehung oder den Kontakt zwischen den Eltern und der Leihmutter betrifft, so legt jedes Gesetz seine eigenen Bedingungen fest, obwohl wir hauptsächlich zwei Arten von Ländern unterscheiden können:

  • Obligatorisches Gespräch mit der Leihmutter: In einigen Ländern ist es Pflicht, dass sich die Leihmutter und die zukünftigen Eltern des Babys nach einem ersten persönlichen Gespräch eine einvernehmliche Auswahl treffen.
  • Optionales Gespräch mit der Leihmutter: In anderen Ländern ist das Gespräch optional. Es wird sogar davon abgeraten um somit Wunscheltern vor möglichen Erpressungsversuchen der Leihmutter zu schützen.

Auf alle Fälle wissen wir, dass niemand besser als die lokale Agentur selbst die Realität und die Risiken ihres Landes kennt, aber vielleicht wäre ein von der Agentur begleitetes Gespräch die Lösung.

Freundschaft mit der Leihmutter

Obwohl wir von Babygest empfehlen, die Leihmutter kennenzulernen und während des Prozesses Kontakt mit ihr zu halten, ist die Beziehung mehr oder weniger stark und langfristig ist etwas völlig freiwilliges, das zwischen beiden Parteien festgelegt werden muss.

Es gibt einige Wunscheltern und Leihmütter, die eine konstante Beziehung haben wollen. In der Tat gibt es viele Fälle, in denen Wunscheltern, Leihmutter und Kind eine dauerhafte Freundschaft zueinander haben, und manchmal wird sogar die Leihmutter als "Tante" oder "Patin" für das Baby angesehen.

Das Gefühl, das Kind verlassen zu haben, wird weniger wenn die Leihmutter die Familie kennt, die sich um das Baby kümmert und sich vergewissern kann, dass das Baby gut aufgehoben ist. Dadurch wird der Leihmutter die Angst vor der Ungewissheit darüber genommen, wer das Kind aufziehen wird, das sie ausgetragen hat.

Wird hingegen der Kontakt zu den Wunscheltern aufrechterhalten, kann die Leihmutter das Baby kennenlernen und aufwachsen sehen.

Es gibt jedoch Wunscheltern und Leihmütter, die eine solche enge Beziehung nicht wünschen und sich auf den notwendigen Kontakt beschränken, der für die Kontrolle der Schwangerschaft und die erfolgreiche Durchführung der Leihmutterschaft notwendig ist.

Auf alle Fälle ist immer gegenseitiges Einverständnis erforderlich.

Schwule Eltern

Im Falle von schwulen Paaren mit Kinderwunsch ist die Leihmutterschaft die einzige reproduktive Alternative, mit der sie ein biologisches Kind bekommen können. In ihrem Fall benötigen sie die Hilfe von zwei Frauen um den Prozess durchzuführen: die Eizellspenderin und die Leihmutter.

In der Regel ist bei Regenbogenfamilien die Beziehung zur Leihmutter sehr persönlich. Nicht, weil das Kind keine Mutter hat, sondern weil es eine Möglichkeit für die Eltern ist, die Geburt ihres Kindes genau zu verfolgen und dem Kind auch genauer erklären zu können, wie es auf die Welt gekommen ist.

Eines Tages wird das Kind danach fragen, wie es auf die Welt gekommen ist. Da offensichtlicherweise keiner der beiden Väter das Kind ausgetragen hat, wird es später andere Fragen stellen als Kinder, die Vater und Mutter haben.

Daher hilft eine Freundschaft zur Leihmutter den Eltern dabei, ihrem Kind seine Herkunft zu erklären, wenn es später danach fragen wird.

Die Leihmutterschaft ist für schwule Eltern nur in den Vereinigten Staaten und Kanada erlaubt - zwei Länder, in denen es Pflicht ist, die Leihmutter kennenzulernen. In beiden Ländern ist es so gut wie sicher, dass der Kontakt über den Leihmutterschaftsprozess hinausgeht und sich zu einer echten Freundschaft entwickelt.

Fragen die Nutzer stellten

Stimmt es, dass in Kanada die Beziehung zwischen der Leihmutter und den Eltern des Babys sehr stark ist?

durch Andrea Rodrigo (embryologin).

Ja, in Kanada ist nur uneigennützige Leihmutterschaft erlaubt, und deshalb ist die wichtigste Motivation der Leihmütter die Solidarität und der Wunsch, anderen zu helfen. Aus diesem Grund ist es üblich, dass eine starke Freundschaft zwischen beiden Parteien aufgebaut wird, da die Leihmütter viel Zuwendung und Engagement von den Wunscheltern benötigen und die Wunscheltern für ihre Hilfe äußerst dankbar sind.

Wie wird die Schwangerschaft kontrolliert in Ländern, in denen sich die Leihmutter und die Eltern nicht kennen?

durch Andrea Rodrigo (embryologin).

Wenn sich die Leihmutter und die zukünftigen Eltern nicht kennen oder, selbst wenn sie sich in einem ersten persönlichen Gespräch treffen, später keinen Kontakt haben, ist es die Agentur, die als Vermittler zwischen beiden Parteien fungiert. Daher wird die Leihmutter die Agentur über die durchgeführten Kontrollen und die Entwicklung der Schwangerschaft informieren und die Agentur wird die Informationen an die zukünftigen Eltern weitergeben.

Lernt die Leihmutter in Amerika die Eltern immer kennen?

durch Andrea Rodrigo (embryologin).

In den Vereinigten Staaten ist die Wahl der Leihmutter gegenseitig, das heißt, um den Prozess zu beginnen, müssen die Eltern die Leihmutter wählen und diese muss mit der Wahl einverstanden sein. Es handelt sich um eine gegenseitige Auswahl.

Kann ich während der Schwangerschaft Kontakt mit der Leihmutter haben?

durch Andrea Rodrigo (embryologin).

Dies hängt von der Entscheidung beider Parteien ab. Wie wir im Text erwähnt haben, gibt es welche, die eine persönliche Beziehung haben wollen und welche die lieber über die Agentur oder Klinik Kontakt haben wollen.

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Literaturverzeichnis