Das Geschlecht des Kindes auswählen

durch (embryologin) Und (babygest staff).
Aktualisiert am 15/04/2019

In der Gesellschaft wird es als etwas normales betrachtet, wenn man bestimmte Vorlieben beim Geschlecht hat, wenn man schwanger werden will. Doch erst jetzt ermöglichen die neuen Technologien der assistierten Reproduktion diese Möglichkeit unter Garantie. Aus diesem Grund fragen immer mehr Paare nach der Möglichkeit, das Geschlecht ihres zukünftigen Babys zu wählen.

Nicht alle Länder befürworten die Geschlechterauswahl nur aus elterlichem Wunsch und nicht zu therapeutischen Zwecken. Deshalb machen sich viele auf dem Weg in die Länder, deren Gesetzgebung die Auswahl des Geschlechts erlaubt.

Genetische Analyse für therapeutische Zwecke

In Deutschland ist die Trennung menschlicher Spermien nicht zugelassen. Die Auswahl des Geschlechts ist demnach in Deutschland verboten, weswegen auch vor der 12. Schwangerschaftswoche das Geschlecht des Kindes nicht bekannt gegeben wird, bis die Frist zum Schwangerschaftsabbruch abgelaufen ist.

In Deutschland ist die PID nur unter strengen Voraussetzungen zulässig, wie zum Beispiel bei schweren Erbkrankheiten. In der Regel sind es Männer, die an geschlechtsspezifische Krankheiten wie Hämophilie oder Farbenblindheit leiden, weshalb weibliche Embryonen ausgewählt werden, um die Entstehung der Krankheit zu verhindern.

Russland, Kanada oder das Vereinigte Königreich haben folgende Rechtsvorschriften: sie schließen eine nicht-therapeutische Auswahl aus und eine Geschlechterauswahl mit bestimmten Anforderungen für medizinische Zwecke wird zugelassen.

Im Gegensatz dazu gibt es Länder wie die Vereinigten Staaten, Mexiko, Jordanien, Nigeria, Panama, Thailand und Indien, welche die Auswahl des Geschlechts für nicht-therapeutische Zwecke erlauben, d.h. ausschließlich zum Zwecke der Erfüllung der Wünsche der Eltern.

Geschlechtsauswahl in den Vereinigten Staaten

Die Vereinigten Staaten sind eines der häufigsten Länder in der Leihmutterschaft, weil sie die meiste Erfahrung haben und rechtliche Garantie bieten. Sowohl bei der konventionellen In-vitro-Fertilisation (IVF) als auch bei der Leihmutterschaft ist die Geschlechtsauswahl der Embryonen zulässig.

Das amerikanische Recht gesteht dem Paar zu, ein ausgeglichenes Familienleben zu wünschen, um die Erziehung beider Geschlechter zu erleben.

Daten aus einer US-Studie zur Geschlechterauswahl zeigen Folgendes:

  • 26,6% möchten ein „Geschlechterpaar” und 73,3% hatten bereits zwei oder mehr Kinder
  • Von den Paaren, die das Geschlecht auswählen, bevorzugen 48,4 Prozent Mädchen und 51,6 Prozent Jungen.

Unter westlichen Paaren herrscht ein ausgewogenes Verhältnis bei der Geschlechterauswahl; was jedoch nicht bei Paaren aus China und Indien der Fall ist, die das männliche Geschlecht bevorzugen.

Fast 50% der in den Vereinigten Staaten durchgeführten PID-Behandlungen (eine Technik, die eine genetische Analyse des Embryos ermöglicht) zielen nur darauf ab, das Geschlecht des Babys und nicht das Vorhandensein einer genetischen Anomalie zu bestimmen.

Die Leihmutterschaft wirft von allen Behandlungen der assistierten Reproduktion die meisten Fragen und Zweifel auf.

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Wie wird das Geschlecht der Embryonen ausgewählt?

Es gibt zwei Methoden, die es ermöglichen, das Geschlecht des zukünftigen Babys vor dem Transfer und der anschließenden Implantation des Embryos zu bestimmen und sogar eine davon vor der eigentlichen Befruchtung.

Genetische Präimplantationsdiagnostik

Die PID besteht darin, dem Embryo vor dem Transfer eine Zelle zu entnehmen und seine Chromosomen zu analysieren, damit wir das Geschlecht des Embryos bestimmen können. Dies ist die Technik, die zu therapeutischen Zwecken angewendet wird. Die Diagnosesicherheit liegt bei nahezu 100%.

Klassifizierung des Spermas

Die Spermienklassifizierung (auf Englisch sperm sorting oder MicroSort) ist eine Technik, die Spermien nach Gewicht und Größe trennt. Die Spermien mit genetischer Ausstattung X haben 2% mehr DNA und sind größer im Vergleich zu den Spermien mit Chromosom Y.

Sobald die Spermien getrennt sind, werden für die In-vitro-Fertilisation nur diejenigen verwendet, die das Chromosom des Geschlechts besitzen, das wir uns wünschen; X wenn wir ein Mädchen und Y wenn wir einen Jungen möchten.

Daher ist die Zuverlässigkeit des Ergebnisses nicht ganz 100%ig. Tatsächlich liegt laut einer US-Studie der Erfolg bei 90%, wenn das weibliche Geschlecht gewünscht wird und bei einem Jungen bei 73%.

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Autoren und Mitwirkende

 Andrea Rodrigo
Andrea Rodrigo
Embryologin
Abschluss in Biotechnologie von der Polytechnischen Universität Valencia (UPV) mit Master-Abschluss in Biotechnologie der assistierten menschlichen Reproduktion, unterrichtet von der Universität Valencia in Zusammenarbeit mit dem Valencianischen Institut für Unfruchtbarkeit (IVI). Postgraduierte Expertin für medizinische Genetik. Mehr über Andrea Rodrigo
Auf deutsch angepasst von:
 Romina Packan
Romina Packan
Babygest Staff
Chefredakteurin des Magazins Babygest auf Deutsch. Mehr über Romina Packan

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