Russland ist eines der Länder, in denen Leihmutterschaft für heterosexuelle Paare und alleinstehende Frauen erlaubt ist, die nicht schwanger werden können. Die Behandlung kann mit Eizellen und Samen des Paares oder mit Gameten des Spenders erfolgen, wobei immer die gesetzlich vorgeschriebenen Voraussetzungen erfüllt werden.
Wegen der Nähe und den Kosten wählen viele Paare dieses Land um eine Leihmutterschaft zu beginnen, mit der sie endlich ein Kind bekommen können. Die liberale russische Gesetzgebung erweist sich als sehr attraktiv für viele „Reproduktionstouristen", die nach Methoden suchen, die in ihren Herkunftsländern nicht erlaubt sind.
Im Anschluss finden Sie ein Inhaltsverzeichnis mit allen Punkten, die wir in diesem Artikel behandeln.
Das im Januar 2012 veröffentlichte Bundesgesetz "Über die gesundheitliche Absicherung der Bürger der Russischen Föderation" ist das Gesetz, das für die Regelung und Festlegung der Grundlage der in diesem Land durchgeführten Leihmutterschaftsprozesse zuständig ist.
Dieses Gesetz erlaubt ausländischen Wunscheltern den Zugang zur Leihmutterschaft, sofern die folgenden Voraussetzungen erfüllt sind:
Die Verordnung des Gesundheitsministeriums der Russischen Föderation enthält eine Reihe von Anforderungen an Leihmütter. Es legt auch die Indikationen und Kontraindikationen für den Leihmutterschaftsprozess fest und bestimmt die Tests, die sowohl für die Leihmutter als auch für die genetischen Eltern des zukünftigen Babys durchgeführt werden sollten.
In Russland können nur Frauen Leihmütter werden, die sich freiwillig für die Teilnahme an dieser Leihmutterschaft entscheiden, sofern sie folgende Voraussetzungen erfüllen: zwischen 20 und 35 Jahre alt, Mutter eines eigenen gesunden Kindes und gute körperliche und psychische Gesundheit.
Wenn die potentielle Leihmutter verheiratet ist, darf sie sich nur mit Zustimmung ihres Mannes für eine Leihmutterschaft zur Verfügung stellen.
Was die Formalitäten für die Geburt des zukünftigen, durch Leihmutterschaft geborenen Babys betrifft, so sieht das russische Recht folgendes vor:
Personen, die einer anderen Frau zum Zwecke der Schwangerschaft eine schriftliche Einwilligung zur Implantation des Embryos erteilt haben (d.h. die Wunscheltern), können nur mit Zustimmung der das Kind gebärenden Frau, d.h. der Leihmutter, als Eltern des Kindes registriert werden
Ein Paar, das dem Transfer seines Embryos in die Gebärmutter einer Leihmutter zugestimmt hat, kann sich, wie die Leihmutter, im Falle eines Rechtsstreits über das Elternrecht nicht auf diese Umstände beziehen, nachdem ihre Namen auf der Geburtsurkunde stehen.
Schließlich ist auch ein von der medizinischen Einrichtung ausgestelltes Dokument erforderlich, das bestätigt, dass die Leihmutter ihre Zustimmung zur Registrierung des Kindes durch die Wunscheltern gibt, wie im folgenden Gesetz "Über den Personenstand" festgelegt:
Um die Geburt des Kindes durch die Eheleute, die dem Leihmutterschaftsverfahren zugestimmt haben, zu registrieren, ist eine Bescheinigung über die Geburt des Kindes und ein von der medizinischen Institution ausgestelltes Dokument erforderlich, das bestätigt, dass die medizinische Institution die Zustimmung der Leihmutter zur Eintragung des Kindes zugunsten der Eheleute, die als Eltern des Kindes gelten, erhalten hat.
Mit diesen beiden Dokumenten, der Geburtsurkunde und der Einwilligungserklärung der Leihmutter, werden die Eltern, unabhängig von der genetischen Beziehung, das Kind in ihrem Namen beim russischen Standesamt anmelden.
Das bedeutet, dass eine Gametenspende bei Leihmutterschaft in Russland akzeptiert wird. Dies kann jedoch bei Deutschen zu späteren Problemen bei der Anerkennung im Konsulat führen. Daher muss zumindest der Wunschvater die genetische Ausstattung des Embryos bereitstellen, obwohl das idealerweise beide Elternteile tun sollten.
Wie wir gerade im vorherigen Abschnitt erwähnt haben, müssen die Absichtseltern, um das Baby im russischen Standesamt einzutragen, die folgenden Dokumente vorlegen:
Neben den Bestimmungen des russischen Rechts ist es wichtig, dass Absichtseltern auch die Vorschriften ihres Herkunftslandes kennen und wissen, wie sie bei einer im Ausland durchgeführten Leihmutterschaft vorgehen müssen, um mögliche künftige Probleme zu vermeiden, insbesondere solche im Zusammenhang mit der Eintragung des geborenen Kindes.
In Deutschland ist Leihmutterschaft nicht erlaubt. Damit ein deutsches Paar das Baby im deutschen Konsulat anmelden kann, ist daher notwendig:
Mit beiden Dokumenten kann die Wunschmutter den Adoptionsprozess für das Baby ihres Partners beginnen.
In Deutschland kann die Vaterschaft eines durch Leihmutterschaft geborenen Kindes nur über eheliche Adoption anerkannt werden.
Dies setzt voraus, dass der Wunschvater die genetische Belastung trägt damit das Kind eingetragen werden kann. Als nächstes muss die künftige Mutter das rechtliche Kind ihres Mannes adoptieren.
Da alleinstehende Frauen keinen Partner haben, können sie das Baby in Deutschland nicht adoptieren, sobald die Leihmutter auf die Mutterschaft verzichtet, da nach deutschem Recht die Mutter immer die Frau ist, die das Kind zur Welt bringt. Infolgedessen werden alleinstehende Frauen Schwierigkeiten haben, die rechtliche Mutter des Kindes zu werden.
Alleinstehende deutsche Frauen sind stark gefährdet, wenn sie in Russland Leihmutterschaften durchführen, da sie zwar die Anforderungen des russischen Rechts erfüllen, aber nicht die Anforderungen des deutschen Staates erfüllen, was die Anerkennung der Elternschaft betrifft.
Wenn Sie mehr Informationen über die Vaterschaftsanerkennung von Babys, die in Russland durch Leihmutterschaft geboren wurden, wünschen, empfehlen wir Ihnen, den folgenden Beitrag zu lesen: Anerkennung durch Adoption bei Leihmutterschaft
Wenn die Wunschmutter ihre eigenen Gameten nicht zur Fruchtbarkeitsbehandlung verwenden kann, ist es möglich dass sie Spendereier verwendet, um nach russischem Recht Nachkommen haben zu können, solange die Wunschmutter einen männlichen Partner hat.
Dies bedeutet, dass eine unverheiratete Frau nicht auf einen Leihmutterschaftsprozess mit Spendereiern zurückgreifen kann: Sie muss ihre eigenen bereitstellen.
Die Eizellspende wird durch das russische Recht in zweierlei Hinsicht geregelt:
Die meisten Kliniken für assistierte Reproduktion in Russland greifen auf anonyme Spenden zurück.
Die Eizellspenderin muss jung und gesund sein und folgende Anforderungen erfüllen:
In Russland gibt es verschiedene Agenturen, die für die Eizellenspende zuständig sind. Es sollte erwähnt werden, dass Spezialisten aus der Datenbank die Spenderinnen auswählen, die ähnliche Merkmale wie die Eizellenempfängerin aufweisen.
Die Leihmutterschaft kann zu vielen unvorhergesehenen Ereignissen führen, die vor Beginn der Behandlung berücksichtigt werden müssen.
Es ist wichtig, die Agentur oder Klinik zu fragen, was die zusätzlichen Kosten wären, wenn sich beim ersten Transfer keine Schwangerschaft einstellen würde, wenn es zu einer Mehrfachschwangerschaft käme, wenn ein Kaiserschnitt durchgeführt werden müsste oder wenn andere Umstände dafür sorgen, die Behandlungskosten zu verteuern.
Auf diese Weise können wir sicherstellen, dass wir über genügend Kapital verfügen, um mit Behandlungen und unvorhergesehenen Ereignissen fertig zu werden.
Auf jeden Fall liegt der Preis bei einer Leihmutterschaft in Russland ungefähr zwischen 50.000 und 80.000 €. Für Informationen über die Kostenaufstellung der Leihmutterschaft in Russland siehe diesen Artikel: Was kostet eine Leihmutterschaft?
Die wichtigsten Unterschiede zwischen Russland und der Ukraine sind die folgenden:
Bei unverheirateten Frauen die für ihren Kinderwunsch nach Russland reisen, ist es nicht möglich, die Kindschaft entweder durch Gerichtsurteil (in diesem Land gibt es kein Anerkennungsverfahren) oder durch Adoption des Kindes des Ehepartners zu bekommen, da sie keinen Ehepartner hat, der die männliche genetische Last eingebracht hat.
In diesen Fällen wird die Kindschaft zugunsten der Absichtsmutter erteilt, wenn der deutsche Konsul in Russland an die Absicht der Mutterschaft glaubt und den Leihmuttervertrag bestätigt. Aus diesem Grund ist Russland kein empfohlenes Land für alleinstehende Mütter, auch wenn theoretisch der Zugang möglich ist, da es Probleme bei der Eintragung des Kindes in Deutschland geben kann.
Das für die Leihmutterschaft gezahlte Geld soll verschiedene Ausgaben decken, darunter Kinderwunschbehandlungen, Agentur-, Anwalts- und Gerichtskosten sowie finanzielle Entschädigung oder "Lohn" an die Leihmutter.
In Russland erhält die Leihmutter eine finanzielle Entschädigung zwischen 10.000 und 15.000€.
Die Agenturen befinden sich im Bestimmungsland, in dem der Leihmutterschaftsprozess stattfindet, und sind in erster Linie für die Auswahl der geeigneten Leihmutter verantwortlich, wobei sie sicherstellen, dass sie die medizinischen und psychologischen Tests besteht, die erforderlich sind, um sicherzustellen, dass sie gesund ist. Sie sind auch für die Auswahl der Ei- oder Samenspenderin zuständig, falls es notwendig ist, Spendergameten zu verwenden.
Es gibt Agenturen, die Anwälte haben, die Wunscheltern bei den rechtlichen Fragen des Prozesses helfen, einschließlich der Ausarbeitung des Vertrages über die Leihmutterschaft und die Kindschaft des Babys. Wenn die Agentur keine eigenen Anwälte hat, sollten die potenziellen Eltern die Dienste einer spezialisierten Anwaltskanzlei selbst in Anspruch nehmen.
Abgesehen von Russland gibt es noch andere Länder, die für Deutsche rechtlich sicher sind, um einen Leihmutterschaftsprozess durchzuführen. Wenn Sie diese näher kennen lernen möchten, können Sie im folgenden Artikel weiterlesen: Leihmutterschaftsfreundliche Länder für Deutsche.
Russland ist ebenfalls ein beliebtes Land für eine Auslandsadoption. Wenn Sie mehr zu den Voraussetzungen wissen möchten, lesen Sie hier weiter: Wo ist eine Auslandsadoption möglich?
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Ovodonante.com, 2015. Eizellenspende in Russland, Andrea Rodrigo, https://ovodonante.com/donacion-de-ovulos-en-rusia/
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