Die In-vitro-Fertilisation, auch künstliche Befruchtung, ist eine assistierte Reproduktionstechnik, mit der zahlreiche Fruchtbarkeitsprobleme gelöst werden können. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten: die klassische IVF und ICSI. In diesem Artikel besprechen wir die Vor- und Nachteile beider Arten, wann welche Methode indiziert ist und welche Schritte durchgeführt werden.
Außerdem sprechen wir über die Leihmutterschaft, ein Verfahren der In-vitro-Fertilisation, das es Frauen, die nicht schwanger werden können, und Männern ohne weibliche Partnerin ermöglicht, Kinder zu bekommen.
Im Anschluss finden Sie ein Inhaltsverzeichnis mit allen Punkten, die wir in diesem Artikel behandeln.
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Was ist IVF?
In der IVF werden Eizelle und Samenzelle im Labor fusioniert, um den Embryo zu erzeugen. Für die Befruchtung werden Eizellen und Spermien aus dem Körper entnommen.
Danach werden die gewonnenen Embryonen für einen Zeitraum von 3 bis 6 Tagen kultiviert und dann in die Gebärmutter der Frau übertragen mit dem Ziel, eine Einnistung und die daraus folgende Schwangerschaft herbeizuführen.
Überschüssige lebensfähige Embryonen werden für die spätere Verwendung kryokonserviert.
Je nachdem, wie die Eizelle und das Sperma verbunden werden unterscheiden wir zwei Arten der IVF: klassische IVF und ICSI. Die Unterschiede zwischen den beiden Optionen sowie die allgemeinen Schritte der IVF werden im Folgenden ausführlich erläutert.
Künstliche Befruchtung Schritt für Schritt
Sowohl die klassische IVF als auch die ICSI folgen den gleichen Schritten. Hier erklären wir sie näher:
Follikelstimulation
Um die Produktion und das Heranreifen von mehr als einer Eizelle zu fördern, werden bei der Patientin die die Eierstöcke durch hormonelle Medikamente stimuliert.
Was wir mit diesen Hormonen erreichen, ist, dass praktisch alle Eier, die in diesem Zyklus mit dem Wachstum beginnen, die Endreife erreichen und nicht nur ein Ei, wie es in einem natürlichen Zyklus (ohne Medikamente) der Fall ist.
So werden die Erfolgsaussichten des Prozesses erhöht: Je mehr hochwertige Eizellen geschaffen werden, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, lebensfähige Embryonen zu erhalten die in der Lage sind, sich einzunisten und eine Schwangerschaft herbeizuführen.
Diese Behandlung dauert ca. 6-10 Tage. Während dieser Zeit unterzieht sich die Patientin einer gynäkologischen Untersuchung, um die Entwicklung der Follikel (Strukturen des Eierstocks, in dem die Eizellen wachsen) zu untersuchen und die Follikelpunktion zu planen.
Follikelpunktion
Follikelpunktion ist es der chirurgische Eingriff, bei dem die Eizellen aus dem Eierstock entnommen werden, um sie später im Labor zu befruchten.
Sie besteht aus dem Einstich in den Follikel und dem Absaugen der Flüssigkeit im Inneren, in dem sich die Eier befinden. Diese Flüssigkeit wird dann auf bestehende Eizellen analysiert.
Dieser einfache chirurgische Eingriff dauert etwa um die 15-30 Minuten. Sie wird unter leichter Anästhesie durchgeführt und erfordert keinen Krankenhausaufenthalt.
Spermienentnahme und -aufbereitung
Die Spermienprobe wird in der Regel durch Masturbation nach einer sexuellen Abstinenz von ungefähr 3 bis 5 Tagen erhalten. Nach der Gewinnung durchläuft die Samenprobe eine sogenannte Kapazitation.
Die Kapazitation der Spermien besteht darin, Seminalplasma sowie tote und minderwertige Spermien zu eliminieren, um die Probe in Spermien von hoher Qualität und hohem Fortpflanzungspotenzial zu konzentrieren.
Wenn im Ejakulat für eine IVF keine Spermien gefunden werden, ist es möglich, Spermien durch Hodenbiopsie (TESE) oder Nebenhodenaspiration zu gewinnen.
Da es sich um eine geringerwertige Probe handelt, wird in diesen Fällen ICSI angewendet.
Befruchtung
Dies ist der einzige Schritt, der sich zwischen der klassischen IVF und ICSI unterscheidet. In diesem Moment verschmelzen Eizelle und Sperma, um so einen Embryo zu schaffen. Im Abschnitt "Arten" dieses Artikels können Sie die Unterschiede zwischen den einzelnen Methoden nachlesen.
Bewertung der Befruchtung
Etwa 16 bis 20 Stunden nach der Befruchtung analysiert der Embryologe die korrekt befruchteten Eier. Dies sind solche, die 2 Polkörperchen und zwei Vorkerne haben: ein männliches und weibliches.
Beide Vorkerne verschmelzen zu der Zygote (einer einzigen Zelle), die ihre embryonale Entwicklung im Labor fortsetzt.
Embryokultur
Lebensfähige Embryonen werden für die Kultur in speziellen Inkubatoren gehalten, die die Temperatur- und Konzentrationsbedingungen der Gase aufrechterhalten, um ein angemessenes Wachstum bis zum Zeitpunkt des Transfers oder bis zum Einfrieren zu fördern.
Während der Kulturzeit wird die Zellentwicklung untersucht und anhand ihrer Qualität klassifiziert.
Das Endometrium vorbereiten
Bei dieser Behandlung wird das Endometrium (Gebärmutterschleimhaut) der Patientin vorbereitet. Das Endometrium ist der Ort, in welches sich die Embryonen später einnisten werden. Mit der Vorbereitung begünstigen wir die Implantation und erhöhen die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft.
Sie besteht aus der Verabreichung von Östrogenen und Progesteron, damit das Endometrium einen trimalinaren Aspekt bekommt und eine ungefähre Dicke von 7 bis 10 mm aufweist. Gelegentlich, in Kryozyklen, wenn der Östrogenspiegel aufgrund der natürlichen Freisetzung bereits hoch ist, reicht es, Progesteron zur Unterstützung der Lutealphase zu verabreichen.
Embryotransfer
Sobald das Endometrium der Patientin die richtigen Bedingungen für die Embryonenimplantation aufweist, wird der Embryotransfer durchgeführt.
Als erstes wird die Anzahl der zu übertragenden Embryonen bestimmt. Im Anschluss wählt man aus den lebensfähigen Embryonen die hochwertigsten aus, die dann in die Gebärmutter übertragen werden sollen.
Die Qualität der Embryonen wird auf der Grundlage verschiedener Eigenschaften wie Teilungsrhythmus, Morphologie usw. bestimmt. Mehr zur Embryoqualität lesen Sie hier: Embryoqualität bewerten.
Der Transfer erfolgt in der Regel entweder am 3. Tag oder im Blastozystenstadium, d.h. am 5.-6. Tag. Welcher Tag gewählt wird, hängt von den jeweiligen Umständen ab.
Die restlichen Embryos, die nicht übertragen worden sind, werden für weitere zukünftige Behandlungen kryokonserviert. Der Prozess der momentan angewendet wird, und die höchsten Überlebensraten hat, ist die Embryo-Vitrifikation.
Arten
Wie bereits erwähnt, gibt es zwei Möglichkeiten, die Vereinigung von Eizelle und Sperma im Labor durchzuführen. Obwohl Sie im Artikel "IVF oder ICSI?" spezifische Daten über die Unterschiede zwischen den beiden erhalten, fassen wir im Folgenden die wichtigsten Varianten zusammen:
Klassische IVF
Die Eizellen sowie eine bestimmte Anzahl an Spermien werden in Nährlösung in der Petrischale kultiviert. Die Petrischale, welche die Eizelle und das Sperma enthält, kommt in einem speziellen Inkubator, der die entsprechenden Entwicklungsbedingungen aufrechterhält und darauf wartet, dass mindestens ein Spermium selbst in die Eizelle eindringt und den Embryo somit erzeugt.
Dieser Prozess ähnelt am meisten der natürlichen Art und Weise, wie die Spermien die Eizelle befruchten. Wenn die Qualität des Spermas es zulässt, ist diese in der Regel die erste Technik der Wahl, auch wenn manche Kinderwunschkliniken dies anders handhaben.
IVF-ICSI
Dies wird als intrazytoplasmatische Spermieninjektion oder Spermienmikroinjektion bezeichnet.
Es handelt sich um eine Art der In-vitro-Fertilisation, bei der der Spezialist selbst durch einen Mikroinjektor das Sperma in das Zytoplasma der Eizelle einführt.
Diese Technik ist teurer als die klassische Variante. Sie erfordert viel Geschick und Feingefühl seitens des Embryologen sowie spezifisches Material.
Diese Behandlung wird besonders bei schwerer männlicher Unfruchtbarkeit wie Oligospermie, Asthenozoospermie, obstruktiver Azoospermie, etc. eingesetzt.
Vor- und Nachteile
Der Hauptvorteil der In-vitro-Fertilisation besteht darin, dass sie die Schwangerschaft von Paaren mit mehr oder weniger schweren Fruchtbarkeitsproblemen ermöglicht, sowohl bei männlicher als auch bei weiblicher Unfruchtbarkeit.
Einige der wichtigsten Erkrankungen, die eine IVF erfordern, sind:
- Schlechte Spermienqualität: Azoospermie, Teratospermie, Oligospermie, Asthenospermie, etc.
- Genetische Veränderungen, die wahrscheinlich von den Nachkommen vererbt werden, entweder beim Mann oder bei der Frau.
- Fruchtbarkeitsprobleme
- Anatomische Probleme wie Gebärmutterfehlbildungen, blockierte Eileiter, etc.
- Frühzeitige Menopause oder prämature Ovarialinsuffizienz.
- Endometriose.
- Hormonelle Veränderungen, die die Produktion von Spermatozoen und/oder Eizellen beeinträchtigen.
- Einnistungsfehler und/oder wiederholte Fehlgeburten.
Trotz dieses großen Vorteils ist die In-vitro-Fertilisation mit starken Emotionen, hohen Kosten und technischem Aufwand verbunden. Darüber hinaus birgt sie einige Risiken wie:
- ovarielles Überstimulationssyndrom, das durch die Stimulation entstehen kann.
- Hohe Wahrscheinlichkeit einer Mehrlingsschwangerschaft (Zwillinge, Drillinge, etc.).
- Extrauterine Schwangerschaft (z.B. Eileiterschwangerschaft) und Fehlgeburt.
- Bedarf an hormonellen Medikamenten
- Chirurgischer Eingriff (Follikelpunktion) und in einigen Fällen Hodenbiopsie).
Anforderungen
Um die In-vitro-Fertilisation durchführen zu können, muss eine Frau nach der Follikelstimulation in der Lage sein, Eier zu produzieren. Darüber hinaus müssen sich diese Eier im günstigen Reifungsstadium befinden, die als Metaphase II oder MII bezeichnet wird. Zu diesem Zeitpunkt können die Eier befruchtet werden.
Was den Mann betrifft, so war bis zur Einführung der ICSI eine gute Spermienkonzentration und -beweglichkeit notwendig, damit dieses in die Eizelle eindringen kann.
Bei der ICSI ist für jedes zu befruchtende Ei aber nur ein lebendes Spermium notwendig, und dieses muss nicht einmal eine gute Motilität vorweisen (auch wenn dieses bevorzugt wird, da sie ein Qualitätsmerkmal darstellt).
Wenn keine Gameten zur Verfügung stehen (aufgrund von Krankheit oder Abwesenheit eines männlichen/weiblichen Partners), kann zur Gewinnung der Embryonen immer eine Samenspende und/oder Eizellenspende verwendet werden. In diesem Fall würde der IVF-Prozess aufgeteilt, da einige Schritte vom Spender/-in und andere von den zukünftigen Eltern durchgeführt werden.
So wären beispielsweise bei der Eizellenspende die Stimulation der Eierstöcke und die Follikelpunktion von der Spenderin durchzuführen, während die Empfängerin (zukünftige Mutter) ihr Endometrium auf den Transfer und die Schwangerschaft vorbereiten sollte.
Eine weitere Grundvoraussetzung ist, dass die Gebärmutter der Frau in gutem Zustand sein muss, um die Schwangerschaft austragen zu können. Wird diese Anforderung nicht erfüllt, kann eine Leihmutterschaft als Alternative durchgeführt werden.
IVF in der Leihmutterschaft
Leihmutterschaft ist ein Prozess, in dem eine Frau (die Leihmutter) das Kind einer anderen Frau oder eines anderen Paares (Wunscheltern) austrägt. In diesem Link erfahren Sie alle Einzelheiten:Die Leihmutterschaft.
Die Schwangerschaft der Leihmutter findet in der Regel durch die In-vitro-Fertilisation statt. So wird die Wunschmutter sich dem ersten Teil der IVF, d.h. die Stimulation der Eierstöcke und die Follikelpunktion unterziehen, und bei der Leihmutter die Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) vorbereitet um den Embryotransfer im Anschluss durchführen zu können.
Nach Beendigung der Schwangerschaft und der Geburt wird das Neugeborene an die Wunscheltern übergeben, ohne dass die Leihmutter irgendwelche Rechte oder Pflichten gegenüber dem Kind hat.
Es ist auch möglich, diesen Prozess alternativ mit Eizellen und/oder Sperma von Spendern durchzuführen.
Die Leihmutterschaft ist die Methode der künstlichen Befruchtung, die am häufigsten zu Täuschungen und Zweifeln führt. Daher ist es ratsam, eine Klinik und eine Agentur zu wählen, die Vertrauen vermittelt und jederzeit transparent ist, um Täuschungen in Zukunft zu vermeiden.
Fragen die Nutzer stellten
Was ist der Preis der In-vitro-Fertilisation?
Die Kosten für die In vitro-Fertilisation variieren je nach Situation. Zum Beispiel die Mediationsdosis für die Stimulation, die Notwendigkeit, Spendereier oder Spermien zu verwenden, die Anzahl der Versuche, die Art des Inkubators für die Embryokultur, die Fertilitätsklinik, in der die Behandlung durchgeführt wird, etc.
In jedem Fall kann ein einfacher IVF-Prozess zwischen 2.500 und 6.000 Euro kosten.
Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, eine "in vitro" Schwangerschaft zu erreichen?
Der Erfolg der IVF-Behandlung hängt von zahlreichen Faktoren ab, wobei das Alter der Frau einer der wichtigsten ist. Die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft liegt um diese Werte herum:
- Knapp 40% bei Frauen unter 35 Jahren.
- Zwischen 25-35% bei Frauen im Alter von 35 bis 37 Jahren.
- Zwischen 20-25% bei Frauen im Alter von 38 bis 40 Jahren.
- Zwischen 8-13% bei Frauen über 40 Jahren.
Die Erfolgswahrscheinlichkeit ist höher, wenn Spendergameten von gesunden und jungen Frauen und Männern stammen.
Gibt es einen Unterschied zwischen In-vitro-Fertilisation und künstlicher Befruchtung?
Ja, beides sind assistierte Reproduktionstechniken, obwohl es einen grundlegenden Unterschied zwischen ihnen gibt: Die Befruchtung selbst findet bei der künstlichen Befruchtung im Organismus der Frau statt, insbesondere in den Eileitern. Im Gegenteil, bei der IVF, sowohl bei der konventionellen als auch bei der ICSI, findet die Befruchtung oder Vereinigung von Eizelle und Sperma im Labor statt.
Was bedeutet "natürlicher IVF-Zyklus"?
Das bedeutet, dass er ohne den Stimulationsprozess der Eierstöcke durchgeführt wird, d.h. ohne Hormone zur Stimulation der Ovarialreifung. Der Nachteil dieses Prozesses, und was normalerweise nicht geschieht, ist, dass wir nur ein Ei erhalten: dasjenige, das naturgemäß zum Eisprung bestimmt war.
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was kostet eine in vitro befruchtung?
kann man mit 50 auch noch eine Behandlung machen oder ist man da zu alt schon?
Hallo Bodo,
es hat durchaus schon Fälle von Frauen gegeben, die mit über 50 Mutter wurden. Jedoch muss man sich bewusst sein, dass dies nicht ganz ohne Risiko ist:
Frauen ab 35 haben häufiger Fehlgeburten.
Das Risiko für Down-Syndrom beim Baby steigt im zunehmenden Alter an und liegt ab 46 Jahren bei fünf Prozent.
Bei der werdenden Mutter können Krankheiten auftreten, wie Bluthochdruck oder Diabetes.
Ab 35 Jahren steigt zudem das Risiko an einer Störung der Plazenta zu leiden, wodurch das Kind am Ende nicht mehr mit genügend Nährstoffen versorgt wird.
Wenn jedoch entsprechende Vorsichtsmaßnahmen getroffen und Untersuchungen gemacht werden, können Risiken frühzeitig erkannt und gut behandelt werden.
Ich hoffe, deine Frage beantwortet zu haben.
Gruß
Was kostet eine In-vitro-Fertilisationsbehandlung in Deutschland?
Hallo anonym1231.
Wie schon in den FAQs erwähnt, kostet eine IVF-Behandlung zwischen 2.500-6.000€.